Selbsternannte “Pathologie Konferenz” von Querdenkern blamiert sich erneut

| Corona-Fake | 19. Januar 2022

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Gesellschaft für Pathologie zerstört einziges Indiz der Querdenker

Es gibt eine selbst erklärte “Pathologie Konferenz”, ein Fake-Institut von „Querdenkern“ im Ruhestand. Sie sprechen von Obduktionen und Daten, die angeblich Todesfälle durch Impfungen belegen würden. Aber wie wir bereits beim ersten Auftreten im September analysiert haben, hat offenbar keiner von denen eine entsprechende Obduktion durchgeführt, und haben auch zugegeben, dass sie eigentlich keine Belege haben und nur wild spekulieren. Die „Pathologie Konferenz“ hat bis heute immer noch nicht auf unsere Anfrage aus dem September nach Details und Daten geantwortet, auf der sie ihre Behauptungen stützen. Ähnlich schwammig und nichtssagend ist auch der jetzige, neue “Blogpost” der Verschwörungsideologen aus den Kreisen von „Querdenken“.

Pandemie-Leugner:innen und Verschwörungsideolog:innen halten das Spike-Protein in der Impfung für gefährlich, obwohl durch die mRNA-Technologie sichergestellt ist, dass es sich eben um totes und ungefährliches Material handelt. Gleichzeitig halten jedoch sie das SARS-Cov2 Virus, das weltweit bisher fast 20 Millionen Menschen getötet hat (Quelle), für ungefährlich, obwohl dieses das Spike Protein ebenfalls enthält. Und zwar in seiner aktiven Form, um damit in Körperzellen einzudringen, diese dann zu Virusfabriken umzuprogrammieren und sie dann zu töten. Die gesamte Prämisse der Impfgegner:innen, warum die Impfung gefährlich sein soll, zerstört also ihre Prämisse, dass die Pandemie ungefährlich sei. So viel zu den Fakten. Das ist der fundamentale Widerspruch, auf den ihr sie gerne öfter hinweisen könnt.

Studien mit Millionen Teilnehmer:innen zeigen, dass Geimpfte ein wesentlich geringeres Risiko auf gesundheitsschädliche Ereignisse wie Myokarditis, Thrombosen oder andere Schäden haben als diejenigen, die sich mit dem Virus infizieren.

Viel wahrscheinlicher wäre eine Corona-Infektion

Im aktuellen Fake geben die Verschwörungsideologen der “Pathologie-Konferenz” an, dass sie Spike Protein in den Körperzellen einer verstorbenen Person gefunden hätten, die 4 Monate zuvor geimpft worden war. Expert:innen haben aber enorme Zweifel an der Validität dieser lückenhaften Thesen. Zu der angeblich obduzierten Person, ihrem Alter, ihren Vorerkrankungen etc. liegen – typisch für die Verschwörungsideologen der “Pathologie Konferenz” – keinerlei belastbare Informationen vor. Wir sollen einfach darauf vertrauen, dass das, was sie behaupten, schon stimmen soll?

Das einzige, was wir erfahren: dass der Tod dieser Person vier Monate nach der Impfung erfolgte. Nun ist es aber sehr unwahrscheinlich, nach so langer Zeit noch Rückstände von Spike Protein von der Impfung zu finden. Eine Impfung ist innerhalb kürzester Zeit abgebaut, darum sind auch „Spätfolgen“ ziemlich ausgeschlossen. Viel wahrscheinlicher wäre die Erklärung, dass die betroffene Person sich eben mit SARS-Cov2 infiziert hat (auch eine dreifache Impfung schützt davor ja nicht zu 100% vor Infektion). Das würde die unbelegten Behauptungen der Schwurbler aber komplett zerstören. Weshalb diese Erklärung wohl einfach verschwiegen wird.

Wären Werner Bergholz und Co. tatsächlich daran interessiert gewesen, diese viel wahrscheinlichere Erklärung auszuschließen, hätten sie einfach zusätzlich nach Spuren des Nukleocapsid des Corona-Virus suchen können. Offenbar hatten die Autoren aber überhaupt kein Interesse daran, andere Erklärungen auszuschließen. Ein wissenschaftliches Review würde eine solche Thesensammlung allein deshalb schon nicht überstehen.

Deutsche Gesellschaft für Pathologie: Nachweismethode unzuverlässig

Auf unsere Anfrage erklärte die Deutsche Gesellschaft für Pathologie, dass viele der kommerziell erhältliche Antikörper viel zu unspezifisch für eine solche Untersuchung sind. Wir zitieren: “gerade die gegen Spike Protein, von denen man keins empfehlen kann!”

Die gleichen Leute, die also wütend über Monate eine Validierung des Drosten-Tests forderten, obwohl es die schon zigfach gab, verlassen sich also jetzt ohne jede Validierung auf möglicherweise fehlerhafte Antikörper für ihre steilen Thesen. Wir hatten die Behauptungen zum Drosten-PCR-Test damals ausführlich widerlegt.

PCR-Tests sind sehr genau: Teile diesen Text, um die zentralen Lügen der Pandemie-Leugner zu widerlegen

Fazit: Nur unbewiesene Behauptungen

Im krassen Gegensatz dazu: Die Gesellschaft für Pathologie weist auf eine entsprechende Validierungsstudie für Antikörper für Immunhistochemie hin, die zeigt, dass der Nachweis von SARS-Cov2 Proteinen in Zellen oft fehlerbehaftet ist (Quelle).

Um es kurz zu machen: Die Ergebnisse mit allein dieser Methodik könnten auch einfach völlig falsch sein. Daraus folgert die Gesellschaft für Pathologie: “Insgesamt kann man nach unseren aktuellen Wissenstand die aufgeführten Aussagen nicht nachvollziehen.”

Die selbst ernannte „Pathologie Konferenz“ kann nur ein einziges Indiz für ihre wilden Thesen produzieren und dieses Indiz ist darüber hinaus noch extrem zweifelhaft, wie echte Expert:innen auf dem Gebiet bestätigt haben. Es ist nur ein weiteres Baustein an Desinformation, mit dem extremistische „Querdenker:innen“ ihr aufgebauschtes Weltbild konstruieren.

Artikelbild: Screenshot

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