Attila abgetaucht? Anonymous überlistet Hildmann & findet seinen Aufenthaltsort

| Der Aufklärer | 9. März 2021

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Hildmann auf der Flucht vor den Behörden? Anonymous Germany findet Aufenthaltsort heraus

Wo ist Attila Hildmann? Diese Frage geistert seit Wochen durch die sozialen Medien. Der inzwischen offen den Holocaust leugnende Neonazi Attila Hildmann (mehr dazu) befindet sich anscheinend irgendwo im Exil und versteckt sich vor der deutschen Staatsgewalt. Gesucht wird er wohl per Haftbefehl neben vielen weiteren Punkten wegen des Strafbestandes der Volksverhetzung (Quelle).

Hildmann vs. Rechtsstaat und allem Anschein nach gelingt es Hildmann erfolgreich, sich vor den Behörden zu verstecken. Vor seinen Anhänger:innen auf Telegram verhöhnt er die Berliner Staatsanwaltschaft offen und damit auch den Rechtsstaat insgesamt:

Hildmann scheint sich köstlich über das Versteckspiel mit dem deutschem Staat zu amüsieren. Er hat die Rechnung aber nicht mit seinen alten Feinden von Anonymous Germany gemacht. Die haben ihn nämlich in der Vergangenheit bereits überlistet:

Anonymous infiltriert Attila Hildmann – Tausende Mitglieder fliegen aus Telegram-Gruppe

Anonymous Germany überlistet Hildmann erneut

Und jetzt anscheinend erneut. In ihrem Blogpost veröffentlicht die Hackergruppe die Behauptung, dass sie den Neonazi dazu gebracht hat, auf einen getarnten Tracking-Link zu klicken. „Nicht in Freiburg, nicht an der Ostsee, nicht in Berlin im Keller: Attila Hildmann wurde erneut getrackt … in der Türkei“ schreiben sie.

Screenshot anonleaks.net (Quelle)

Hildmann ausgetrickst

Und wie schaffte „Anonymous Germany“ nun, was den deutschen Behörden bisher nicht gelang? Sie schickten einem der älteren Attila-Accounts auf Telegram eine anonyme Nachricht: Das Ganze sah aus, als würde jemand Attila einen nützlichen Tipp geben wollen, dass die Berliner Staatsanwaltschaft eine Pressemitteilung zum Antisemiten herausgegeben hat. Das Ganze war aber nur eine List, damit Hildmann auf den Link klickt.

„Finde da nix“, schreibt Hildmann als Bestätigung, dass er den Link anklickte.

Hätte Hildmann sich nur ne Sekunde angeschaut, worauf er da klickt, hätte ihm auffallen können, dass „yip.su“ keine seriöse Quelle sein kann. Aber „Quellen checken“ gehörte bekanntlich noch nie ins Repertoire dieses Möchtegern-Widerstandsführers.

Und wo ist Attila? Er sei angeblich in der Türkei untergetaucht

Hierzu schreibt Anonymous auf ihrem Blog:

Bei der genutzten IP-Adresse handelt es sich nicht um eine per VPN verschleierte IP, sondern eine von Vodafone Turkey. Es ist bekannt, dass Attila bevorzugt iPhones nutzt.

Wir gehen also mit großer Sicherheit von über 90% davon aus, dass sich Attila Hildmann im Großraum Izmir in der Türkei aufhält. Nichts mit Freiburg, nichts mit Ostsee, wie er in den letzten Tagen behauptete.

Ob ihn Freunde von den Grauen Wölfen in die Türkei geschmuggelt haben und nun dort verstecken … anzunehmen. Während er also seine Anhänger auffordert, in Deutschland seine Kämpfchen auszufechten, verkrümelt sich das Samuraichen in die Türkei.

Lieben Gruss an die Berliner Staatsanwaltschaft, mit der IP und Uhrzeit solltet ihr keine Probleme haben, ihn von den türkischen Behörden einsacken zu lassen.

Wertvolle Hinweise für die Staatsanwaltschaft?

Ergänzend schreiben sie:

Mit „Raum Izmir“ ist ein weiter Bereich um den Knoten Izmir gemeint. Sein Aufenthaltsort kann schon mal 100 Kilometer weit von Izmir entfernt sein. Wir haben das jetzt in „Großraum“ geändert, um das zu verdeutlichen. Er ist jedenfalls deutlich näher an Izmir als an Freiburg oder jeder anderen bundesdeutschen Stadt.

Hildmann befinde sich also im Großraum Izmir in der Türkei. Wird wohl Zeit für die Berliner Staatsanwaltschaft, die türkischen Behörden einzuschalten.

Hildmann outet sich als Holocaust-Leugner und offen als Neonazi

Im sicheren Exil zeigt Hildmann, was viele Beobachter:innen schon seit Monaten wissen. Und was wir bei Volksverpetzer bereits im Juni berichtet haben (mehr dazu). Nämlich, dass er Hass gegen Juden schürt. Jetzt verzichtet er allerdings ganz auf die Codes wie „Zionisten“ und „Globalisten“, die Antisemiten sonst nutzen. Hier ein Beispiel aus seinem Telegram Kanal:

Ausführlicher berichteten wir hier darüber:

Jetzt offener Antisemitismus: Hildmann hängt die Hundepfeife an den Nagel

Und das hier ist übrigens die Reaktion von Hildmann auf unseren Artikel:

Noch fragen?

Ähnlich Gesinnte wie Xavier Naidoo oder der Wendler teilen immer noch unbekümmert die antisemitische Hetze des Neonazis. So viel zu deren Gesinnung.

Abrechnung mit Wendler: Völlig in der Neonazi-Verschwörungsszene angekommen

Und jetzt? Kommt der Neonazi mit seiner Hetze gegen Juden davon, weil man zu langsam reagiert hat?

Wo bleiben die Behörden?

Das alles hat schon lange aufgehört, lustig zu sein. Wir warnen seit letztem Frühling vor diesen Entwicklungen. Im April haben wir bereits vorausgesagt, dass die Filterblasen und Querdenker-Fake News zur rechtsextremen Radikalisierung führen.

Es gibt Menschen in diesem Land, denen es nicht egal ist, wenn jemand Volksverhetzung gegen Juden betreibt und damit tausende Menschen erreicht. Wo bleibt endlich der Rechtsstaat? Und warum müssen die Aktivist:innen von Anonymous Germany leisten, was eigentlich unsere Behörden machen sollten? Und wenn die Behörden bereits daran arbeiten, dass Hildmann ausgeliefert wird, warum hat man so lange gewartet? An dieser Stelle großes Danke an das Anonymous-Kollektiv in Deutschland.

Schon damals schrieb Anonymous Germany zu Hildmanns treiben, als sie seine Chat-Gruppen infiltrierten (mehr dazu):

“Zieht euch in Zukunft warm an. Virtual winter is coming.”

Sie haben Wort gehalten.

Berliner Staatsanwaltschaft, lest ihr mit? Höchste Zeit, dass unsere Behörden zeigen, wie wehrhaft unsere Demokratie wirklich ist.

Mehr zum Thema, wo der Staat in Bezug auf Verschwörungsideologen handeln könnte:

Nazi-Vergleich: Pandemie-Leugner Anwalt will “Nürnberger Prozesse” – Ein Fall für den Staat?

Artikelbild: Christophe Gateau/dpa

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