Diese Anfrage der AfD zum Konsens über den Klimawandel ist ein Eigentor

Bericht

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Anfrage zum Klimawandel ging nach hinten los

Die AfD leugnet als einzige Partei den Stand der Wissenschaft, der besagt,  dass der Klimawandel menschengemacht ist. Mit dieser Einstellung und diesem Abstimmungsverhalten ist sie die vielleicht klimafeindlichste Partei Europas (Studie). In einer aktuellen Kleinen Anfrage an die Bundesregierung wollte sie den vielfach zitierten Konsens von „97% aller Wissenschaftler“ in Frage stellen, die die Theorie vertreten, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Die AfD versucht ständig, mit unlauteren Mitteln Zweifel an der Klimakrise zu säen. Siehe hier:

Mit diesen 4 Fake News über die Klimakrise wollen dich AfD & Co verarschen

Die AfD kommt in ihrer Anfrage (Quelle) zu dem Schluss, dass die Aussage mit den 97% aller Wissenschaftler „nach Meinung der Fragesteller jedoch in vielerlei Hinsicht falsch“ sei und „daher der Richtigstellung“ bedürfe. Sie fragt die Bundesregierung also, woher sie ihren Konsens nehme und ob sie präzise diesen Konsens belegen könne. Die Antwort der Bundesregierung mag vielleicht einige überraschen, denn die Bundesregierung nutzt wirklich nicht mehr die „97%“.



Sondern 99 Prozent

Screenshot

Die Bundesregierung schreibt ausführlich in ihrer Antwort:

„Die in der Anfrage zitierte Untersuchung von Cook et al aus dem Jahr 2013, aus der die Zahl von 97 Prozent der Wissenschaftler stammt, wird mittlerweile durch aktuellere Studien ergänzt. So analysiert James Powel [sic] in einer Metastudie aus dem Jahr 2016 insgesamt 54 195 durch Fachkollegen geprüfte (peer reviewed) wissenschaftliche Artikel aus dem Zeitraum von 1991 bis 2015. Davon bejahen
im Durchschnitt 99,94 Prozent den menschengemachten Klimawandel.

Eine frühere Untersuchung von Powel [sic] zu geprüften Fachaufsätzen für den Veröffentlichungszeitraum 2013 bis 2014 zeigt dieselbe Tendenz zu einem weitgehenden Konsens in der Wissenschaftswelt: Hier stehen 4 von 69 406 Verfassern (0,0058 Prozent) dem menschengemachten Klimawandel kritisch gegenüber.

Vor dem Hintergrund dieser neueren Erkenntnisse vertritt die Bundesregierung
nunmehr die Auffassung, dass rund 99 Prozent der Wissenschaftler, die Fachaufsätze zum Klimaschutz veröffentlichen, der Überzeugung sind, dass der Klimawandel durch den Menschen verursacht ist. „

Woher die 97% kommen

Bei der Zahl der 97% aller Klimaforscher, die den menschengemachten Klimawandel nicht anzweifeln, wird in der Regel und auch von der AfD einiges angezweifelt. Klimawandelleugner wie beim Kopp-Verlag „entdeckten“ hierbei, dass bei der Studie, der angeblich diese Zahl zu Grunde liegt, „nur 3146 Wissenschaftler“ von 10 257 Befragten geantwortet hätten. Nur wie der Blog KlimaLounge feststellt, ist erstens mehr als 30% Antworten eine verdammt gute Reaktionsquote und zweitens wurden die Wissenschaftler auch nach Fachgebiet und Fachpublikationen befragt.

Warum das relevant ist? Weil diejenigen der Wissenschaftler, die auch tatsächlich überwiegend zu Klimaveränderungen forschen und veröffentlichen der Aussage, dass der Klimawandel menschengemacht ist, zustimmen. Nämlich zu 97%. Wirtschaftsgeologen nur zu 47% und Meteorologen nur zu 64%. Aber das sind ja auch keine Klimaforscher. (Quelle) Das gilt auch für Lungenärzte und Grenzwerte übrigens:

Keine Belege, keine Experten: 5 Fakten zu den 100 Lungenärzten gegen Schadstoffgrenzwerte

Eine andere Quelle dürfte aber die Untersuchung von John Cook von der University of Queensland aus dem Jahr 2013 sein. Die sagt nämlich: „Von allen Fachveröffentlichungen zum Klimawandel, die zwischen 1991 und 2011 erschienen (ca. 12.000), stimmten mehr als 97 Prozent mit dem wissenschaftlichen Konsens überein.“ Die Studie wurde von der Fachzeitschrift Environmental Research Letters zum besten Artikel 2013 gewählt.

Die Studie von powell & die 99,9%

Der US-Geologe James Lawrence Powell wies im Skeptical Inquirer: auf methodische Schwächen von Cook et al. hin und sagt, dass die 97% falsch seien. Er meint, dass es hingegen „mindestens 99,9%“ sind. Denn anstatt nach Artikeln zu suchen, die explizit bestätigen, dass der Klimawandel menschengemacht ist, hat er gezählt, wie viele Artikel dieser Tatsache widersprechen. Und das sind nur 0,0058%.

„Dieses Ergebnis würde die Behauptung zulassen, dass 99,99% aller Wissenschaftler, die zum Klimawandel Studien veröffentlicht haben, der Meinung sind, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt. Aber um auf der sicheren Seite zu sein, sage ich lieber nur über 99,9%.“

Experten sind sich einig

Wem diese oder jene Studie oder Umfrage nicht passt, kann sich andere heraussuchen. Sie sagen alle das Gleiche: Wer Ahnung hat, weiß, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Ja, der aktuelle Stand der Forschung ist eindeutig. Nein, nur weil ein rechter Blog oder auch mal der Spiegel mit seltsamen Argumenten die überwältigende Übereinstimmung anzweifelt, ändert das nichts an der Tatsache.

Die AfD, die in ihrer Anfrage so tut, als würde die Bundesregierung nur „selektiv“ eine Studie hernehmen, die einen Klimakonsens bestätigt, geht so also gehörig nach hinten los. Denn dieser Konsens ist noch viel größer als es die Klimawandelskeptikerpartei wahr haben möchte.

Zum Thema:

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Artikelbild: pixabay.com, CC0, Mark Nazh, shutterstock.com / Screenshot

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1 Kommentar
  1. […] davon erfahren, die Verbindung zwischen Ausländer und Verbrecher gestärkt. Nun hat die AfD eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt bzgl. der WissenschaftlerInnen, die darüber einig sind, dass der Klimawandel […]

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