Kein Scherz: AfD will Erforschung von ewiger Jugend, damit wir weniger Migranten brauchen

| Bericht | 21. Februar 2020

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Spätere Rente, dafür weniger Migranten

Es klingt wie Satire, aber die AfD hat im Bayerischen Landtag Anfang Dezember wirklich eine Anfrage zur „Ewigen Jugend“ gestellt (Drucksache 18/5143). Darin fordert die AfD Bayern, dass der Finanzausschuss „über die Bewältigung der zunehmenden Alterung der Gesellschaft sowie den Einsatz von Methoden zur Altersverhinderung und Verlängerung der gesunden Lebenszeit“ berichtet. Und es soll „auf den Zusammenhang zwischen einer längeren gesunden Lebenszeit der Bürger und der fiskalischen Be- und Entlastung des Freistaates eingegangen werden.“ Insbesondere fragt die AfD in ihrem Antrag zur Ewiger Jugend, ob die „Forschung zur Altersverhinderung“ vorangetrieben werde.

Im Klartext: Aufgrund des demografischen Wandels und wachsenden Wohlstandes wird der Anteil von Renter*innen an der Bevölkerung in Deutschland (und hier Bayern) immer größer. Das wird ein Problem für die Sozialkassen, insbesondere die Rentenkassen – immer mehr Menschen, die Rentenbezüge bekommen und immer weniger, die einzahlen, weil sie im arbeitsfähigen Alter sind. Die AfD fragt deshalb in ihrem Antrag auch explizit danach, dass Renteneintrittsalter anzuheben. Pläne von AfD-Chef Meuthen sahen die Rente mit 70 vor und sogar die Abschaffung der gesetzlichen Rente (Mehr dazu).

AfD: Migration hat nicht funktioniert, wie wär’s mit ewiger Jugend?

Die AfD Bayern begründet ihr Interesse an „Ewiger Jugend“ damit, dass man eine Lösung für die wirtschaftlichen Folgen einer älter werdenden Gesellschaft finden müsse. Für die rassistische AfD fällt die für ein Einwanderungsland offensichtliche Lösung quasi selbstverständlich weg: Die „jungen Männer“ (Es sind in Wahrheit vor allem junge Familien), gegen die diese Partei täglich hetzt, zahlen nämlich selbstverständlich viel mehr in die Sozialkassen ein, als sie bekommen. Die Gesetzliche Krankenversicherung beispielsweise wurde seit 2012 um 8 Milliarden Euro entlastet (Quelle).

Für die AfD ist das selbstverständlich ein „bescheidener Erfolg“. Das muss er auch sein, denn Migranten sind ja laut AfD alimentierte Messermänner” (Quelle) mit „Asylgehalt” (Quelle), die sich „Kopftuchmädchen” (Quelle) halten, „Passbeschenkte” (Quelle), „die eine Blutspur durch Deutschland ziehen” (Quelle) und denen man zuruft „weg mit dem Dreck” (Quelle) oder „Absaufen, Absaufen” (Quelle). Migranten sind eine „Invasion” (Quelle) von „Asyltouristen” (Quelle), nicht die Lösung für niedrigere Krankenkassenbeiträge. So ist es auch der vom Verfassungsschutz beobachtete Faschist Höcke, der laut Gauland die „Mitte der Partei“ ist, der von Massendeportationen, notfalls mit Gewalt träumt (Mehr dazu).

Migration nur als Zweck

Natürlich ist ein längeres und vor allem länger gesundes Leben für alle wünschenswert. Aber die AfD fragt daran nicht, weil sie ein besseres Leben für die Bevölkerung wünscht. Sondern damit sie das Renteneintrittsalter erhöhen kann und ein nett formuliertes „Ausländer raus“ begründen kann. Für die AfD sind Menschen anderer Herkunft nur nach ihrem „Nutzen“ für die Gesellschaft zu bewerten, nicht als Selbstzweck. Deshalb ist es für die AfD ist es einfacher, von ewiger Jugend zu träumen, als Menschen anderer Herkunft zu akzeptieren.



Artikelbild: fizkes, shutterstock.com

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