Die Antifaschistische Auktion: 10.000€ Staatsgelder für die Antifa

| Bericht | 14. August 2020

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10.000€ Staatsgelder für die Antifa

“Antifaschist*innen kämpfen in ganz Deutschland gegen Faschismus und Rassismus. Sie verteidigen unsere verfassten Grundrechte auf den Straßen, vor Geflüchtetenunterkünften, in migrantisch-geprägten Vierteln, in den Parlamenten und im Internet. Die meisten Antifas leisten dieses so wichtige Engagement ehrenamtlich. Dies gilt einmal mehr für Sachsen. Sachsen steht bundesweit als Synonym für rassistische Übergriffe. Doch anstatt dass die Politik Demokratie,- Bildungs- und Kulturprojekte, sowie subkulturelle Freiräume strukturell stärkt, werden seit Jahrzehnten Budgets gekürzt.

Sachsen braucht die Antifa und die Antifa braucht Geld. Und so haben wir die Sache selbst in die Hand genommen. Wir haben 10.000 € aus staatlichen Mitteln an die Antifa weitergeleitet. Dafür haben wir zehn bedeutende Objekte des Antifaschismus erworben, die ab dem 15. August in der Ausstellung Antifa – Mythos & Wahrheit zu sehen sind.”

So steht es gleich zu Anfang auf der neuen Website antifa.de vom PENG!-Kollektiv. Wer seine Informationen lieber in Bild und Ton hat, für den hat PENG! auch ein Video erstellt:

Richtig: 10.000€ Steuergelder kommen durch das Künstler:innenkollektiv antifaschistischen Organisationen zu Gute. In einem Ausstellungsprojekt „Antifa – Mythos & Wahrheit“, die am Samstagnachmittag in Chemnitz eröffnet wird, werden zehn Objekte ausgestellt, die symbolisch für öffentliche Wahrnehmung von Antifaschismus stehen und mit Mythen und auch bewusst von Rechtsradikalen in die Welt gesetzten Lügen aufräumen sollen.

Antifaschistische Auktion

So wird zum Beispiel ein Kantholz ausgestellt – eine Erfindung des AfD-Politikers Frank Magnitz, das für viele Rechte zum Symbol von linker Gewalt wurde. Den Schlag auf den AfD-Politiker durch Unbekannte im Januar 2019 nutzte die AfD, um gleich gegen ihre politische Konkurrenz, die Antifa und Linksextreme zu hetzen. Die 1.000 € für das Fake-Kantholz spendet PENG! an die Initiative in Gedenken an Laye-Alama Condé. Die Initiative setzt sich für das Gedenken und die Aufklärung der Ermordung von Laya-Alama Condé in Polizeigewahrsam ein. Mehr zum Vorfall:

Fall Magnitz: Helfender Handwerker widerspricht der AfD-Darstellung

Oder es wird ein Kasten Bier ausgestellt, der an das “Ostritzer Friedensfest” erinnern soll, die strategisch klug während eines Neonazi-Festivals sämtliches Bier der Ortschaft aufkaufte, dass damit nach einem Alkoholverbot buchstäblich auf dem Trockenen saß – und so die Neonazis-Szene nicht finanziert werden konnte. Im Dezember 2019 wurde das “Ostritzer Friedensfest” mit dem Sonderpreis des Deutschen Engagementspreises ausgezeichnet. Mehr dazu:

Ostritz: Der wahre Grund, warum das Bierverbot für Nazis so wichtig war

Die Ausstellungsstücke werden parallel dazu auch am 22. August von 16:30-18:00 in der “Antifaschistischen Auktion” auf dem Theaterplatz in Chemnitz versteigert. Neben der Versteigerung gibt es eine Podiumsdiskussion mit Paula Irmschler, dem Volksverpetzer-Autor Stephan Anpalagan und dem Antifaschistischen Jugendkongress. Danach werden Irmela Mensah-SchrammBernd Langer, das Aktionsbündnis „NSU-Komplex auflösen!„, der VVN-BdA und der UTA Frauenrat e.V. über ihre Exponate sprechen.

Cancel Culture gecancelt

Für Aufregung sorgte am Freitag die Meldung, dass die “Antifaschistische Auktion”, als PENG! die Pressemitteilung verbreitete, dass ihre Ausstellung noch vor der Eröffnung nach rechten Protesten abgebaut werde. Die Stadt Chemnitz widersprach jedoch und verhinderte wiederum den Abbruch der Ausstellung, wie PENG! mitteilte.

Diese Ereignisse nutzte PENG! daraufhin um die Debatten über “Cancel Culture” zu parodieren, die für breite Diskussionen über vermeintlich intolerante Linke sorgten, während sie ebenfalls auf einer Falschmeldung beruhten.

Es gab gar keine Drohungen: Fake-“Cancel Culture” um Lisa Eckhart

In jedem Fall hält diese Assoziation Gruppen wie der AfD den Spiegel vor, die der “Antifaschistischen Auktion” abspricht, Kunst zu sein. In jedem Fall dient die ganze Aktion dazu, den rechten Mythos der “staatsfinanzierten Antifa” künstlerisch wahr werden zu lassen und spielt bewusst mit den Fake News und Mythen, um eine Diskussion um Antifaschismus und dessen Rolle in der Gesellschaft anzustoßen.

Zum Thema:

Selbsttest: 6 Anzeichen, dass du zur ANTIFA gehörst

Artikelbild: PENG!

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