Wegen Chemnitz: Gewaltsame Angriffe auf Journalisten haben sich mehr als verdreifacht

Bericht

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Lügenpresse rufe schaden

Die „Lügenpresse“-Rufe der AfD und Pegida sind nicht einfach nur ein Ausdruck von Medienkritik, welche ja durchaus gerechtfertigt sein kann. Wie eine Studie des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) jetzt zeigt, führt die ständige Hetze gegen JournalistInnen und Medien auch direkt zu körperlichen Angriffen (Quelle).

Von den 26 gewaltsamen Angriffen auf MedienvertreterInnen im letzten Jahr hatten allein 22 einen politisch rechten Hintergrund. In einem Fall wurde ein Journalist von einem Umweltaktivisten im Hambacher Forst angegriffen. Der Höhepunkt der Attacken waren die rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz Ende August. Damals fanden allein 9 Angriffe an einem Tag statt.



Gefährliche entwicklung

Das ECPMF sammelt die Daten seit 2015, damals registrierte man 43 Angriffe, im Jahr darauf 19. Die Macher der Studie gehen aber davon aus, dass der Rückgang trog. Es gab einfach weniger Gelegenheiten, in welchen die Presse-Hasser auf erkennbare JournalistInnen gestoßen sind. Die Hetze gegen die Presse aus dem rechten Spektrum manifestiert sich weiterhin in einer direkten körperlichen Bedrohung, insbesondere in Sachsen. Die Macher der Studie stellen fest:

„Die mit dem Erstarken von Pegida und der AfD seit Ende 2014 lautstark propagierten „Lügenpresse“-Verleumdungen verfangen bei einer Minderheit der Deutschen. Sie senken – das legt der sozialwissenschaftliche Forschungsstand nahe − die Hemmschwelle zur Gewalt gegen Journalisten auch bei Menschen, die zuvor nicht als Extremisten aufgefallen sind.“ (Quelle)

Faktencheck: Hetzjagd und Nazi-Mob in Chemnitz? – Beweisvideos

Artikelbild: volksverpetzer.de

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