Was du tun musst, um eine dritte Welle zu verhindern & einen freien Sommer zu bekommen

| Corona | 22. Februar 2021

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Coronavirus-Endgame: So unterstützt du jetzt die Gesundheitsämter

Wir sind auf der Zielgeraden: Im Sommer können wir das Coronavirus zerstören. Deshalb macht es gerade jetzt noch mal Sinn, eine dritte Welle zu verhindern. Wir müssen die Infektionszahlen so weit senken, dass die Gesundheitsämter wieder gezielt Infektionsketten nachverfolgen können. Dann können wir die Kontakt-Beschränkungen auf das Umfeld dieser Ketten beschränken. Und der Rest von uns bekommt mehr Freiheit.

Nur leider gehen die Zahlen gerade wieder in die falsche Richtung. Und Armin Laschet oder Sahra Wagenknecht & Co. arbeiten fleißig mit der Forderung nach vorschnellen Lockerungen daran, ihre Namen ganz besonders mit der dritten Welle in Verbindung zu bringen. Zeit, sich Gedanken zu machen, welche Schritte alle vernünftigen Menschen im Land gehen können, um die Gesundheitsämter zu unterstützen.

Wenige, konstante Frischluft-Kontakte

Am ehesten können wir den Gesundheitsämtern die Arbeit abnehmen, wenn wir so wenige Kontakte haben wie möglich. Halb so viele Kontakte heißt halb so viel Arbeit für das Amt. Heißt, es kann theoretisch bei deutlich höheren Zahlen effektiver arbeiten. Wenn man jemanden trifft, ist es am besten, man trifft immer dieselben Personen. So kann man am ehesten noch etwas Sozialleben haben. Und trotzdem den Kreis der Personen sehr klein halten, die man trifft.

Bei schönem Wetter gilt umso mehr als sonst: Keine Kontakte ohne Maske in geschlossenen Räumen! Zur Mittagspause im Job vielleicht mal nicht in die Teeküche, sondern an die frische Luft! Auch an der frischen Luft gilt natürlich: Abstand halten und wenige Kontakte haben. Oder halt ins Homeoffice, das unterstützt im Zweifel auch das Gesundheitsamt, weil man im Job viele Kontakte haben kann. In Dänemark sind mehr Menschen im Homeoffice als hier. Und die bekämpfen auch erfolgreich die neue UK-Mutation, was man von Deutschland aktuell nicht sagen kann.

Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App hat in letzter Zeit einige neue Features bekommen, die du vielleicht noch nicht mitbekommen hast. Und die die App für neue Personenkreise hilfreicher machen. Die App ist jetzt verfügbar für ältere iPhones! Viele Bekannte hatten das immer als Hauptgrund angeführt, die App nicht zu installieren. Der fällt jetzt weg (Quelle).

Zu den neuen Features zählt ein Kontakt-Tagebuch, wie Drosten es auch empfiehlt, zu führen (Quelle). Ich trage dort alle Personen ein, denen ich ohne Maske begegne und die nicht sowieso in meinem Haushalt leben. Seit Ende Dezember stehen da sieben Namen. Wie sieht es bei euch aus?

Außerdem kann man in der App jetzt die aktuellen Corona-Statistiken für Deutschland sehen. Dort kann man sich gerade gut davon überzeugen, dass die Zahlen nicht mehr weiter sinken und wir mehr tun müssen.

Die App verhindert Infektionen

Statistiken aus Dänemark (etwas mehr Einwohner:innen als Berlin) zeigen, dass die App bereits mindestens 842 sonst unentdeckte Corona-Infektionen verhindert hat (Quelle). Die reale Zahl ist vermutlich nochmal viel höher, da erstens nicht alle App-Covid-Fälle erfasst wurden und zweitens jede unterbrochene Infektionskette im Zweifel dutzende weitere Infektionen verhindert.

In Großbritannien wurde der Nutzen der App (Nutzung in GB ähnlich wie in DE) in einem Preprint evaluiert. Danach hat die App dort 200.000 bis 900.000 Infektionen verhindert. Und damit potenziell hunderten Menschen das Leben gerettet (mehr dazu).

Wie jede Corona-Maßnahme bietet die App keinen 100%igen Schutz. Aber: “Perfection is the enemy of the good.” Keine einzige Maßnahme ist perfekt. Jede Corona-Maßnahme verringert aber etwas die Übertragungswahrscheinlichkeit des Virus und zusammen drücken wir so die Infektionskurve wieder nach unten. Die App verursacht im Gegensatz zu nationalem Lockdown aber null Kosten und ist so datenschutzfreundlich, dass sogar der Chaos Computer Club nichts dagegen hat. Man weiß nie, ob man vielleicht doch mal in eine Situation kommt, wo die App das Leben von Freunden und Verwandten retten kann, weil man rechtzeitig über einen Kontakt informiert wurde.

Swiss Cheese Modell von Thomas Puyeo

Luca-App

Ein neuer Trend ist die “Luca-App”. Sie folgt stärker als die Corona-Warn-App der Clusterstrategie und funktioniert über QR-Codes. Wenn Menschen sich treffen, können sie über den QR-Code verschlüsselte Kontaktdaten austauschen, die das Gesundheitsamt dann entschlüsseln kann. Locations wie Restaurants können die QR-Codes anbieten, um die Daten ihrer Gäste nicht manuell aufschreiben zu müssen. Aber das ganze funktioniert eben auch für private Treffen.

Das Konzept ist also datenschutzfreundlicher als Listen mit Kontaktdaten überall rumliegen zu haben. Da wurde ja schon Unfug damit betrieben. Außerdem funktioniert es in Clustersituationen wie Veranstaltungen oder größeren Treffen möglicherweise besser als die Corona-Warn-App. Durch die Anbindung ans Gesundheitsamt eine gute Ergänzung zu Corona-Warn-App.

Testoffensive: Neue Hoffnung für Sommer mit viel mehr Freiheit

Die Bundesregierung – diesen Winter noch nicht durch besonders kluge Corona-Entscheidungen aufgefallen – hat in den letzten Tagen endlich den Weg freigemacht für eine Testoffensive in Deutschland. Mehr Tests heißt mehr Infektionsketten können unterbrochen werden. Das heißt niedrigere Zahlen und dementsprechend weniger Maßnahmen. Mehr Tests heißt mehr Freiheit. Und weniger Wahrscheinlichkeit für eine dritte Welle. Es liegt jetzt aber an uns allen, dieses Angebot auch wahrzunehmen.

Informiert deshalb alle eure Freunde über die neuen Test-Möglichkeiten. Je mehr Corona-Infektionen wir frühzeitig entdecken, desto mehr Freiheit für alle. Das haben wir uns gemeinsam erarbeitet: Durch niedrigere Fallzahlen stehen jetzt endlich wieder genügend Tests zur Verfügung, um jeden mit Symptomen zu testen. Das sollten wir nutzen und nicht verspielen.

Ab jetzt möglich: PCR-Test bei milden Symptomen

Der PCR-Test ist und bleibt der Goldstandard. Umso besser, dass die Bundesregierung jetzt die Testkriterien wieder ausgeweitet hat, weil durch niedrigere Fallzahlen wieder mehr Tests zur Verfügung stehen. Selbst bei Schnupfen, Halskratzen oder anderen Erkältungssymptomen kannst du dich jetzt wieder kostenfrei testen lassen.

Testen lassen könnt ihr euch bei eurem Hausarzt (vorher anrufen) oder bei den jeweiligen Test-Zentren in den Städten. Ich weiß; ist nervig: Aber denkt dran: Je mehr sich testen, desto mehr Infektionen finden wir, desto mehr Ketten werden unterbrochen, desto stärker sinken die Zahlen. Und desto früher können wir wieder mehr aufmachen. Das ist dein kleiner Beitrag!

Ab 1. März: Schnelltests für 1€

PCR-Tests sind zwar extrem genau, aber auch ziemlich langsam. Die Proben müssen durchs Land geschickt werden, Laborpersonal muss auch mal schlafen und essen, die Ergebnisse müssen wieder beim Getesteten ankommen.

Deshalb gibt es ab 1. März Schnelltests für alle für den symbolischen Preis von 1€ (Quelle). In Altenheimen und Schulen werden die Tests schon regelmäßig fürs schnelle Screening eingesetzt, jetzt sind sie auch für Privatpersonen zu haben, man kann sie sogar für zu Hause kaufen (Quelle).

Die Schnell-Tests dürfen aber nicht in falscher Sicherheit wiegen. Nur ein Test vom selben Tag ist einigermaßen verlässlich. Und selbst das darf nicht dazu führen, dass Menschen mehr Kontakte haben. Das würde den Nutzen der Tests wieder zunichtemachen! Kauft euch welche und testet euch regelmäßig. Beim positiven Test gleich zum guten PCR-Test gehen!

Lasst euch impfen

Der BioNTech Impfstoff verhindert zu fast 90% die Übertragung des Virus (Quelle). Schon eine Dosis von AstraZenecas Impfstoff verringert die Übertragung des Virus um 70% (Quelle) und schützt anscheinend zu 100% vor schweren Verläufen (Quelle). Es ist also egal, welcher Impfstoff gerade angeboten wird. Und es macht keinen Sinn, mit der Impfung zu warten. Je mehr wir die Übertragung verringern können, desto schneller sind wir wieder in der Normalität. Alle Impfstoffe reduzieren die Übertragung und entlasten das Gesundheitssystem. Man schützt sich und andere.

Surf-Welle statt dritte Welle: Wir haben alles für einen geilen Sommer

Festivals, volle Stadien, Partys, das gibt es alles – in Neuseeland. Weil es dort geschafft wurde, mit Disziplin und gemeinsamer Anstrengung das Scheißding zurückzudrängen. Aber nicht nur dort, auch andere Länder standen gut da, auch Demokratien und Binnenländer. Wie zum Beispiel Deutschland nach der ersten Welle im letzten Sommer.

So sehen übrigens Länder aus, die #NoCovid umgesetzt haben

Das können wir diesen Sommer auch haben. Statt einer dritten Welle. Wir haben gerade alle Bausteine dafür: gutes Wetter, Video-Tools für Homeoffice, Corona-Apps, PCR-Tests, Schnelltests, Impfungen. Wir müssen sie nur nutzen. Wenn wir alle zusammenhalten, und jede:r seinen oder ihren kleinen Beitrag in allen diesen Möglichkeiten leistet, können wir vielleicht im Sommer wieder ungestört an den Badesee, ins Kino oder größere Parties feiern. Das wollen wir alle. Teilt diese Tipps, damit wir alle bald wieder mehr Freiheiten genießen können und dieses dumme Virus fertig machen.

Artikelbild: Philipp von Ditfurth/dpa

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Unsere Autor:innen nutzen die Corona-Warn App des RKI.