So besessen hetzen AfD & “Fridays For Hubraum” gegen Klimaaktivisten in der Coronakrise

| Gastkommentar | 25. März 2020

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Gastbeitrag von Der Graslutscher

Also dafür, dass Fridays for Future Deutschland angeblich eine aus Greta-Jüngern bestehende Klimasekte ist, beschäftigen sich die Klimafeinde mit dem Masterplan „Mehr Sandstrände in der Eifel“ ja irritierend viel mit denen, obwohl man von der „Sekte“ gerade nicht sonderlich viel in den Medien liest. Bei Hubraum for Future und AfD scheint man regelrecht besessen zu sein von der Idee, jede Entwicklung der Corona-Pandemie in ein Anti-FfF-Statement umzumünzen.

Sind diese Typen dann nicht auch ‘ne Sekte, nur halt eine mit besonders niederträchtigen und raffgierigen Predigern und einer latent dusseligen Kirchengemeinde? Es ist ja nicht nur rekordverdächtig destruktiv, die Vorwürfe haben meistens auch einen beklagenswert kurzen kognitiven Reifeprozess hinter sich:

Michael auf Facebook findet es von den Grünen „verblödet“, dass sie gegen Diesel-LKW sind, obwohl die doch gerade Klopapier liefern und denkt, sie sollten deswegen „in Löcher kacken“ und anstatt Papier Gras benutzen.

Braucht ihr LKW-Ladungen an Klopapier?

Keine Ahnung, was mit Michaels Verdauung nicht stimmt, dass sein Verbrauch an Kloschüsseln auf tägliche LKW-Lieferungen angewiesen ist. Vielleicht ist er so ein Paläo-Anhänger und seine Ausscheidungen fressen sich durch die Keramik wie das Blut des Xenomorph in Alien durch die Decks der Nostromo?

Und auch wenn mein Künstlername eine gewisse Liebe zu Grasgewächsen impliziert, empfehle ich allen als kleinen Corona-Zeitvertreib zu überlegen, mit welchem Gegenstand im Badezimmer man am besten seinen Hintern sauber glänzend bekommt, wenn das Papier alle ist (Tipp: Da kommt Wasser raus).

Die AfD Paderborn postet währenddessen eine Todesanzeige für Fridays for Future und nennt sie dort „Kindersoldaten des Ökosozialismus“. In der Denke dieser Spinner sind junge Menschen, die ihre Natur erhalten wollen, also genauso einzustufen, wie unter Drogen gesetzte Kindersklaven, die auf Befehl andere erschießen müssen. Was in aller Welt stimmt nicht mit Euch?

Generell kommen aus der Ecke viele hämische Kommentare, dass es jetzt wohl für die Klimabewegung vorbei sei, da es ja offenbar auf andere Berufsgruppen ankäme, um das Gemeinwesen am Laufen zu halten.

WissenschaftlerInnen sind wichtig, ihr Klimafeinde!

Hey, Michael, hey Andreas, hey Alice und hey an den Rest der eingebräunten Terrorschlümpfe: KlimaaktivistInnen, -forscherInnen und -entscheiderInnen, die auf sie hören, sind auf lange Sicht so ziemlich die einzigen Berufsgruppen, auf die es ankommt, um das Gemeinwesen am Leben zu erhalten. Eure Firma produziert nämlich leider deutlich weniger Doppelflanschdübel, wenn sie 3 Meter unter Wasser steht. Habt Ihr über all die Jahrzehnte nicht mal diesen ausgelutschten Greenpeace-Spruch kapiert, laut dem 10-Euro-Scheine auch mit Senf drauf kacke schmecken?

Ja, unsere Waren kommen mit Diesel-LWK in die Städte, aber wisst Ihr was? Das muss nicht sein, die Motoren in den Dingern kann man auch mit Strom betreiben. Für LKWs, Klopapier und was zu Essen auf dem Teller muss man keine Kohle, kein Öl und kein Gas verbrennen, dafür gibt es längst schlauere Alternativen.

Wir brauchen Transport, keinen Diesel

Wenn wir hingegen weiter Benzin verbrennen, als gäbe es darauf Treuepunkte vom Universum, dann haben wir bald eine riesige Flotte von Diesel-LKWs, aber viel weniger Lebensmittel als man damit transportieren könnte. Was ist denn wichtiger für unser Gemeinwesen, Kartoffeln, Getreide und Trinkwasser oder Benzinautos?

Und dann stellt Euch vor, wie die Leute erst austicken, wenn nicht das Klopapier alle ist, sondern die Grundnahrungsmittel. Wer das auch gerne verhindern möchte, unterstütze bitte Fridays for Future, German Zero usw. Wer hingegen die Welt von Mad Max immer schon als Utopie empfand und Verteilungskämpfe toll findet, der wähle weiter die strammrechten Typen und teile deren dümmliche Bildchen auf Facebook.

Ihr könnt uns dann später danken.

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Gastbeitrag von Der Graslutscher. Artikelbild: Screenshots facebook.com/twitter.com

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