Wo sind die AfD-Demos gegen die tägliche häusliche Gewalt gegen Frauen?

| Kommentar | 31. Oktober 2018

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Die größte Gefahr für Frauen geht von ihren (Ex-)Partnern aus.

Die Täter sind mehrheitlich Männer. Zu 70% sind es Deutsche, die Frauen schwere Gewalt antun. Fast zwei Drittel aller Täter sind Lebensgefährten oder Ehemänner, 37% ehemalige Partner. Allein im Jahr 2016 wurden fast 82.000 Frauen Opfer von einfacher oder schwerer Körperverletzung. 2017 wurden sogar 147 Frauen von ihrem (Ex-)Partner getötet. Jede vierte Frau in Deutschland ist betroffen.

Häusliche Gewalt ist ein großes Problem, dem viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Es gibt keine einheitliche Finanzierung, zu wenig Geld und zu wenig Personal. Weil zu oft weggeschaut wird oder als eine private Angelegenheit gehandhabt, bekommen diese Frauen viel zu wenig Hilfe. Und schweben oft in Lebensgefahr. Frauenhäuser sollen dem Abhilfe schaffen, doch es fehlen mindestens 5000 Plätze landesweit.



Schweigeminuten? Demonstrationen?

Das Perverse ist, dass das Thema jahrzehntelang regelrecht totgeschwiegen wurde. Jetzt ist es endlich in aller Munde, eine Partei schreibt sich den “Schutz unserer Töchter und Frauen” auf die Wahlplakate. Aber nur dann, wenn sie Opfer von Ausländern werden. Dabei ist der Fall der Vergewaltigung durch einen Fremden, erst Recht durch einen nicht-deutschen Fremden die große Ausnahme. Die meisten sind (Ex-)Partner. Die meisten sind Deutsche.

Man sieht es wieder jüngst an Freiburg. Eine Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau durch 8 Männer. Da 7 davon Asylbewerber waren, jubelte die AfD regelrecht über den Fall und instrumentalisierte es für ihren Rassismus. Und den Deutschen Täter ignorierte sie und erwähnte fortan nur noch die 7 Nicht-Deutsche. Dabei benötigen viele Frauen Hilfe. Doch durch vermehrte Abschiebungen wird den allerwenigsten geholfen.

Im Gegenteil: Vergewaltigungswünsche

Wenn dein Täter ein Deutscher war, gibt’s leider kein Mitleid für dich von der AfD. Im Gegenteil, wenn du als Frau dich für Schutzsuchende einsetzt, wünschen dir genau diese Leute ein Vergewaltigung. Damit sie diese dann instrumentalisieren können. Das können alle weiblichen Mitglieder aus unserem Team berichten, ausnahmslos. (Hier nachzulesen!)

Wir brauchen endlich politische Stimmen, die sich für alle Frauen einsetzen, die Opfer von (sexualisierter) Gewalt werden. Nicht nur für diejenigen, deren Täter eine andere Hautfarbe hatte. Im Gegenteil, wenn die AfD so tut, als sei Gewalt gegen Frauen ein Problem, das erst mit Flüchtlingen aufgetaucht sei, verharmlost sie teilweise jahrzehntelange Gewalt und zeigt ihren Unwillen, daran etwas zu ändern. Wer Hilfe braucht, kann sich an das Hilfetelefon wenden unter der 08000 116 016 und online unter www.hilfetelefon.de. Sie sind rund um die Uhr erreichbar. Kostenlos, anonym und vertraulich.

#metoo: Doch leider waren meine Täter nur Deutsche

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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