Rechte heulen rum, weil wir ihre Hetzjagd als Hetzjagd bezeichnen

Kommentar

image_print

Hallo liebe wütenden Bürger auf Facebook,

ich beobachte euer Gebaren nun schon sehr lange. Ihr habt Begriffe wie „Invasionen“, „Migrantenwellen“ oder „Asyltourismus“ geprägt. Ihr stilisiert Menschen zu Objekten, die „importiert“ werden. Die „schwarze Gefahr“, die unsere Frauen und Kindern jagen. Ihr habt kein Problem damit, ganze Gruppen von Menschen zu framen und damit zu entmenschlichen.

Und nun sprechen in Chemnitz viele von „Hetzjagd“ auf Migranten. Und ihr beschwert euch ernsthaft über das Framing „Hetzjagd“? Weil es keine Beweise gäbe. Ihr findet, dass die Medien damit weiter spalten und aufwiegeln. (Mehr dazu: Was ist „Framing“?)



Geht´s noch?

Seit Monaten zündelt ihr auf Facebook, verdreht Statistiken, sprecht von „Heuschrecken, die über das Meer kommen“ oder verwendet diesen rassistischen Kuhstallvergleich, nach dem Pferde, die in einem Kuhstall geboren werden, keine Kühe sind. (Mehr dazu)

Immer wieder betont ihr, dass in Chemnitz ganz normale Bürger auf der Straße waren. Und nur ein kleiner Teil seine hässliche Fratze zeigte. Ihr verfestigt damit nichts weiter als ein weiteres euer Framings: „Die Lügenpresse“. Ich möchte dann aber mal fest stellen: Wenn ich neben einem Neo-Nazi stehe, dann mache ich mich vom Acker. Ich persönlich möchte nicht auf der Seite derer stehen, die „Ausländer raus“ rufen oder „Für jeden toten Deutschen einen toten Ausländer“.

Distanziert euch doch von den Nazis, wenn ihr es ernst meint!

Mein Eindruck, von den Gesichtsausdrücken, die ich da gesehen habe, war blanker Hass. Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn sich entweder ein Vertreter der Medien oder ein Gegendemonstrant oder gar ein Mensch anderer Hautfarbe in die falsche Straße verirrt hätte. Herr Gauland und andere Politiker der AfD geben selbst die Steilvorlage dazu, in dem sie „Selbstverteidigung“ gutheißen.

Warum beklagt ihr nun also dieses Framing der „Hetzjagd“? Denn erstens liegen Anzeigen vor, zweitens Augenzeugenberichte und drittens: Warum muss von allem ein Video auf Facebook oder Twitter existieren? Ihr gebt als Gegenbeweise Augenzeugenberichte (haha) an, fragwürdige YouTube-Videos. Aber was ist mit der Meute, die grölend „Wir sind Fans von Adolf Hitler durch die Straßen zogen? Wo ist die Distanzierung von solchen Szenen?

Stattdessen redet ihr genau diese Szenen klein. Böses Framing? Von wegen! Und der Getötete? Vermutlich hätte er sich eine Bestattung und einen Abschied in Würde gewünscht. Beides hat er nicht bekommen. Woran liegt das? Vielleicht daran, dass die Menschen, die ECHT getrauert haben, gar nicht mehr gehört werden konnten. Weil ihr sie übertönt habt mit eurem Hass und eurer Wut und eurer Weigerung, die Täter als einzelne Menschen zu sehen. Keiner hat über den Toten gesprochen? Blödsinn. Jeder anständige Mensch hat das getan. Nur euch war er im Grunde scheißegal.

Chemnitz: Warum Daniel H. überhaupt nicht als rechte Galionsfigur taugt

Artikelbild: pixabay.com, CC0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.