Warum wir nie aufhören dürfen, über den Holocaust zu reden

Kommentar

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Ich habe mich noch vor 4 Jahren gefragt: „Wie konnte es dazu kommen?“

Heute kann ich zusehen, wie es kommen konnte. Wie Rhetorik und Populismus sich seinen Weg bahnt, die Grenze des Sagbaren immer weiter verschiebt. Die Grenze des Anstandes immer weiter ausgehöhlt wird. Der Holocaust ist unleugbar! Er hat Millionen Menschen in den Tod gerissen und das deutsche Volk hat damals zugeschaut. Ich kann und will nicht zuschauen.

Ich trage keine Schuld am Holocaust, aber als Angehörige des deutschen Volkes trage ich die Verantwortung, dass dies nie wieder geschieht. Wie schnell wir wieder bei Verallgemeinerungen sind, wie schnell ein neues Opfer ausgemacht wurde. Die Flüchtlinge oder noch allgemeiner, der „Islam“.
Wie schnell man als demokratisch geprägter Bürger in eine linksradikale Ecke gerückt wird, weil man den Antifaschismus als eine Säule unseres Staates begreift. Und Homophobie, Antisemitismus und Rassismus zutiefst ablehnt.



Wie konnte das geschehen?

Weil die guten Menschen, die Demokraten, die Gerechten zu still waren, der Staat sich nicht schützen konnte. Auch Hitler wurde demokratisch gewählt, aber das macht die NSDAP nicht zu einer demokratischen Partei. Die AfD ist auf dem Wege, den die NSDAP schon ging. Sie nutzen die gleiche Methoden, die gleichen Ängste und die gleiche Rhetorik. Noch ist es Zeit, noch kann sich der Staat wehren und die Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz ist ein gutes Zeichen.

Dieser Satz Gaulands bei Maischberger könnte das Ende der AfD bedeuten

Es liegt jedoch auch an jedem einzelnen, sich zu positionieren, rassistische Sprüche nicht zulassen, Gegenrede zu leisten und dabei respektvoll und faktenbasiert zu bleiben. Denn was können wir den Lügen und dem Hass der AfD sonst entgegensetzen, als Fakten und Liebe? Hass gegen Hass ergibt nur noch mehr Hass. Das heißt aber nicht, dass man alles stehen lässt oder Verständnis für die Intoleranz zeigt.

Wenn wir es als Menschen einmal schaffen, uns zusammenzureißen, die Toleranz lieben und die Intoleranz bekämpfen, dann wären wir zu so vielem fähig. Ein Tag wie der gestrige Holocaust-Gedenktag ist so wichtig, um die Erinnerung an das Grausamste, was Menschen anderen Menschen antun können, zu erhalten.

Um zu verhindern, dass sowas wieder geschehen kann!

Wir sind die letzte Generation, bei der die Großeltern noch selbst davon erzählen konnte und ich habe gefragt und bekam Antworten. Ehrlich, ungeschminkt und für mich erschreckend. Diese Antworten müssen wir in Ehre halten und unseren Kindern weitergeben, denn sonst machen wir uns an den Opfern schuldig, schuldig sie vergessen zu haben. Bitte lasst uns gemeinsam erinnern und gemeinsam verhindern, dass das Gespenst des Faschismus Deutschland und Europa wieder in seine Gewalt bekommt.

Es liegt an uns!
#weremember

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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