Diese Recherche widmen wir allen Jüdinnen und Juden, all unseren Freunden. Seid euch sicher wir lassen euch nicht alleine mit neuem Antisemitismus!
Kampf dem Antisemitismus, Nationalismus, immer und überall,
kemfn fashizam shtendik aun aumetum!
„Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat - die teuflischste Variante, die man sich denken kann - nämlich: das Wahrlügen.“ -Hannah Arendt
Vorwort
Ja, auf den Querdenken-Demonstrationen sind nicht alle Beteiligten Neonazis, Hooligans, Antisemiten oder Holocaustleugner! Aber es sind viele dabei.
Um es kurz und knapp zu sagen, macht es aber nicht besser, sondern eigentlich schlimmer.Selbst wenn viele Beteiligte der Demonstrationen aus dem “Alternativen” oder bürgerlich Lager kämen, so stellt sich die Frage warum diese Antisemiten, Holocaustleugner, Rechtsextremisten tolerieren?
Es ist die kleinbürgerliche Kakophonie die hier aus Angst vor angeblichen Repressionen des Staates, sich gemeinsam mit Rechtsextremisten unter dem vermeintlichen Begriff des Freiheitskampfs zusammenfindet.
Steht also der vermeintliche Freiheitsbegriff der sich auf Abstand und Maske tragen beschränkt im Vordergrund und hier eben der Begriff Querfront?
Gleichzeitig werden in Diktaturen Menschen gefoltert, Menschen weggesperrt, weil sie sich gegen Nationalisten oder Autokraten widersetzen. Welch ein Hohn, und welch eine Pervertierung des Begriffes Freiheitskampf.
Und hier die Frage: “Warum sollten Menschen wie wir, die klar Antifaschist sind, nicht aktiv Vorgehen gegen eine Querfront die mehrheitlich beworben wird in der extremen Rechten Szene?”.
Der Kern des Antifaschismus ist der Kampf gegen den Faschismus, selbst wenn Teile der "alternativen Szene nach rechts rückt", so gilt hier der Grundbegriff des Antifaschismus, kein Vergeben, kein Vergessen, niemals. Rückt nach rechts Querdenken, unterstützt Antisemiten, Holocaustleugner, verbrüdert euch mit Neonazis und Rechtsextremisten.
Dieser Kampf wird auch gegen euch geführt!
„Weniger bekannt ist das Paradoxon der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“- Philosoph Karl Popper
Warum will man sich eigentlich nur halbherzig überhaupt unter Druck von eben Antisemiten, Holocaustleugner, Neonazis, nicht offen distanzieren?
Teile der Querdenken Ideologie findet sich nachweislich auch in der Faschismustheorie von Eco und Britt wieder. Diese Recherche wird genau dieses Thema herausarbeiten.
Querdenken hatte Ordner und der Veranstalter hätte jederzeit, die Polizei darüber informieren können. Denn Gewalt, Böllerwürfe, bis hin zu offensichtlichen Straftaten war in Leipzig,Berlin alles dabei.
Teilnehmer_innen dürfen die Ordnung der Versammlung aber nicht „gröblich stören“. Gröbliche Störungen sind Einwirkungen auf die Versammlung, durch die deren Verlauf besonders schwer beeinträchtigt wird, beispielsweise durch ständige Sprechchöre, Erzeugen von lautem Lärm, Verwenden von Böllern, aber auch durch Begehung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten. Vereinzelte Zwischenrufe reichen in der Regel nicht aus, es sei denn, dadurch wird der eigentliche Redebeitrag übertönt. In einem solchen Fall kann die Person von der Versammlung ausgeschlossen werden. Dieses Recht steht nur der Polizei, nicht der Leiterin der Versammlung zu. Diese kann allerdings die Polizei darauf aufmerksam machen, dass der Veranstaltungsablauf gröblich gestört wird und auf ein Eingreifen der Polizei drängen.
Weil man es auch schlichtweg nicht will!
“Wir marschieren nicht mit der NPD, die NPD marschiert mit Uns!”
Ralf Ludwig am 8.11.2020 in Dresden vor der Frauenkirche.
Vermutlich nur ihren Anhängern die alles blind ihnen abkaufen. Das sind die Einzigen, die Ihnen und ihrer Truppe zuhören, die eben leichtgläubig jede einzelne Lüge, jede noch so makabere Behauptung für bare Münze nehmen. Eben ohne zu hinterfragen, ohne Faktencheck.
"Je erfolgreicher einer lügt und je mehr Menschen er überzeugt, desto mehr Aussicht besteht, dass er am Ende an seine eigenen Lügen glaubt." - Hannah Arendt
(1) In Telegramgruppe "Die deutsche Lösung" unterhalten sich bundesweit Reichsbürger mit Querdenkern und anderen Antisemiten, u.A. auch mit bekannten Akteur*innen aus #Oldenburg und #Ostfriesland und vernetzen die lokale Reichsbürgerszene mit dem Widerstand der Querdenker. pic.twitter.com/aU8iSnHS9Z
— Recherchenetzwerk gegen Esokram Oldenburg (@OlRnn) January 25, 2021
In Telegram Chats vernetzen sich Querdenker und Neonazis, Reichsbürger und Antisemiten.
Herr Ballweg will sich nicht von der AfD distanzieren weil er sie (die AfD) und sich nicht für Rechtsextrem hält (Aussage Monitor Interview), geht mit dem Rechtsextremisten und Holocaustleugner Nerling grillen, trifft sich mit ihm zum Interview, oder direkt zum Gespräch hinter der Bühne bei Querdenken Demonstrationen.
Man fragt sich also, warum Querdenken und Herr Ballweg wirklich meint, dass ein Großteil dieser Bevölkerung keine Ahnung hätte wer Nerling ist, welche Strukturen die AfD einbringt, welche Neonazis auf den Demonstrationen mitmarschieren?
Gerne behauptet die Querdenken Bewegung ja sie wäre nicht rechtsextrem, sie wären nicht unterwandert, oder die Ansichten, die sie vertreten wären, weder antisemitisch noch rechtsextrem.
Immer dabei waren auch Reichsbürger und die QAnon-Bewegung, alles in allem eine Anti-Demokratische Bewegung. Da kann man noch so viel Liebe und Frieden predigen, wenn der Kern einer solchen Bewegung Rechtsextrem ist, dann marschiert man mit Anti-Demokratischen Elementen auf, und lässt sich von diesen steuern.
Die größten Anmelder solcher Veranstaltungen waren in 2020 ausschließlich Rechtsextremisten, wissen vielleicht auch nicht alle Politiker oder gar die Leute, die auf solchen Veranstaltungen zugegen sind. Dazu gab es sogar mehrere Anfragen im Bund und auf Landesebene in den entsprechenden Parlamenten.
Eins ist sicher, Querdenken ist die Querfront, die sich alte- und neue Nazis immer schon gewünscht haben.
Eine leichtgläubige „Mitte“, die man im Nazi Uhrwerk, eben leicht beeinflussen kann. Die jeden auf ihren Demonstrationen akzeptieren auch sichtbare Antisemiten, Holocaustleugner, oder eben Neonazis.
Denen schlichtweg alles egal ist und die nicht mal dann merken das sie im Uhrwerk der Nazis eine wichtige Rolle spielen, der der Mehrheitsbeschaffung und der Aufmerksamkeit.
Diese Querfront ist brandgefährlich!
Querdenken und weitere Organisationen
Der Veranstalter der Querdenken-Demonstrationen ist eine gleichnamige Organisation, die Corona-Leugner verschiedener politischer und vorpolitischer Plattformen zusammenbringt, um gegen die aktuellen Corona-Restriktionen der deutschen Regierung zu protestieren. Querdenken hatte bereits am 1. August 2020 eine Massendemonstration in Berlin organisiert, die international für Schlagzeilen sorgte.
Rund 30000 Menschen aus scheinbar unterschiedlichen Gesellschaftsschichten hatten sich zusammen mit offensichtlich rechtsextremen Anhängern versammelt, um gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu protestieren, indem sie sich weigerten, Masken zu tragen oder sich an die aktuellen Vorgaben zur sozialen Distanzierung (1,5 Meter Abstand) zu halten.
Der Erfolg der Demonstration veranlasste die Organisatoren, eine Folgeveranstaltung am 29. August 2020 zu planen, an der etwa 38000 Menschen teilnahmen, die darin gipfelte, dass ein Mob von Neonazis und anderen rechtsextremen Anhängern das Reichstagsgebäude "stürmte".
Die rechtsextreme Szene hatte bereits seit Wochen ihre Anhänger zur Teilnahme an den Querdenken-Protesten angestachelt und ihre Aktionen während der Demonstration deutlich im Vorfeld koordiniert.
Neben dem III Weg riefen auch weitere Rechtsextreme Parteien umfassend zur Demonstration am 29.08.2020 auf. Darunter die NPD (die auch auf allen Demonstrationen vor Ort war), umfassend auch die AfD.
Aufruf des neonazistischen III Weges zur Demonstration am 29.08.2020
Auch militante neonazistische Organisationen riefen zum 29.08.2020 auf , und waren auch vor Ort. Dazu im Laufe der Recherche aber mehr.
Auch andere Rechtsextreme Organisationen nutzten ihr Kanäle um zu den Demonstrationen am 29.08.2020 aufzurufen.
Rechtsextremistische bis Neonazistische Veranstalter (Demonstrationen) mit Bezug zu Querdenken oder Corona Rebellen
Nur zur Erinnerung das bis jetzt auf allen Corona Demonstrationen landauf- und landab, Rechtsextremisten, Neonazis bis in die Kameradschaftsebene auf nahezu allen Demonstrationen vor Ort waren. Toleriert, akzeptiert, nicht kritisiert. Nicht kritisiert weil ein Großteil der der Mitte zugehörigen Personen zu diesen Rechtsextremisten und Neonazis schweigt. Es verbindet sie der gemeinsame Hass auf die Regierung.
Pro Chemnitz
Für den 20. April 2020 meldete die rechtsextreme Gruppe Pro Chemnitz eine Demonstration für 500 Personen in Chemnitz an. Die Stadtverwaltung untersagte sie, doch nach einem Eilantrag der Veranstalter erlaubte das Verwaltungsgericht Chemnitz sie mit strengen Auflagen für 15 Personen. Am Karl-Marx-Monument versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 300 Anhänger, die sich teilweise trotz Polizei-Aufforderung nicht entfernten.
150 Menschen folgten heute in #Chemnitz einem Kundgebungsaufruf von Pro Chemnitz- und NPD-Funktionären. Viele Rechtsextreme verstießen gg. Schutzauflagen. Die Polizei nahm Personalien von JournalistInnen auf und erteilte einer @democ_de-Mitarbeiterin einen Platzverweis. #c2004pic.twitter.com/fa9JBpF7UI
Im weiteren Verlauf dieser Recherche werden wir das Thema AfD und dessen Struktur im Bereich Querdenken und Corona-Demonstrationen genauer darstellen. Diese Informationen hier dienen für einen ersten Eindruck.
Zum 22. April 2020 lud AfD-Kreisrat Steffen Janich über Facebook zu einem „Spaziergang für unsere Grundrechte“ in Pirna ein, meldete diesen aber nicht an und bestritt, dass es eine Versammlung sein sollte. Auch die rechtsextreme „Wellenlänge“-Bewegung soll im Netz dafür mobilisiert haben. Am Rathaus versammelten sich laut Polizeiangaben rund 180 Personen, darunter laut Domokos Szabó (Sächsische Zeitung) bekannte Unternehmer, Handwerker, Köpfe aus der rechten Szene und Verschwörungstheoretiker.
Nachdem sich der „Flügel“ der AfD am 30. April 2020 formell aufgelöst hatte, veranstalteten dessen führende Vertreter Andreas Kalbitz und Hans-Christoph Berndt in Cottbus am 1. Mai 2020 eine Kundgebung „Demokratie statt Corona-Wahn“, am 6. Mai mit ihrer Initiative Zukunft Heimat einen „Weckruf für Bürgerrechte“.
Zum 1. Mai in Aue organisierte NPD-Stadtrat Stefan Hartung eine Kundgebung. Sie war für 30 Personen genehmigt, wurde aber von 180 weiteren Personen angestrebt. Sie versuchten die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, riefen „Widerstand“, „Masken ab“ und „Wir sind das Volk“ und hielten vielfach trotz Polizeiaufforderung die Mindestabstände nicht ein. Einzelne griffen Beamte an. Die Polizei stellte von 91 Personen die Identität fest und zeigte sie wegen Verstoßes gegen die sächsische Coronaschutzverordnung an.
Der 29. August 2020 wird den Berlinern als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem eine bizarre Menge von fast 40000 Corona-Leugnern aus dem ganzen Land zusammenkam, darunter Hardcore-Neonazis, Reichsbürger, Identitäre, Anti-Vaxxer, Anhänger der QAnon-Verschwörungstheorie und andere Anhänger, die unter einem antiwissenschaftlichen und verschwörungstheoretischen Dach in die "Querfront" gelockt wurden.
Unter dem losen Motto "Demonstration für Freiheit und Unabhängigkeit" richtete sich die Kundgebung gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen in Deutschland, endete aber letztlich damit, dass einige Hundert Neonazis versuchten, das Reichstagsgebäude zu stürmen, den Sitz des deutschen Parlaments. Die Demonstration ist ein perfektes Beispiel dafür, dass ein rot-braunes Bündnis im Kern nichts anderes als braun sein kann, was ein genauerer Blick auf die Schlüsselpersonen hinter der Organisation der Demonstration bestätigt, die einen durchweg rechtsextremen und verschwörungstheoretischen Hintergrund haben.
Die Demonstration wurde hauptsächlich von Querdenken organisiert, einer Initiative, die Corona-Leugner verschiedener politischer und vorpolitischer Plattformen zusammenbringt, um gegen die aktuellen Corona-Beschränkungen der deutschen Regierung zu protestieren. Querdenken hatte bereits am 1. August 2020 eine Massendemonstration in Berlin organisiert, die international für Schlagzeilen sorgte.
Rund 30000 Menschen aus scheinbar unterschiedlichen Gesellschaftsschichten hatten sich neben offensichtlich rechtsextremen Anhängern versammelt, um gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der deutschen Regierung zu protestieren, indem sie sich weigerten, Masken zu tragen oder die aktuellen Anforderungen an die soziale Distanzierung (1,5 Meter Abstand) zu befolgen.
Der Erfolg der Demonstration veranlasste die Organisatoren, eine Folgeveranstaltung am 29. August 2020 zu planen. Der Berliner Senat beschloss, die Veranstaltung zu verbieten, wegen der Übertretungen der Corona-Regeln bei der vorherigen Demonstration. Doch die Organisatoren fochten das Urteil mit einer Verfassungsklage an, in der sie sich auf das Demonstrationsrecht beriefen, das sie gewannen. Dies ermöglichte schließlich eine zweite Massendemonstration von Corona-Verweigerern in der Bundeshauptstadt, deren Teilnehmer sich erneut weigerten, Masken zu tragen und den nötigen Abstand zueinander zu halten.
Während die Polizei schätzte, dass etwa 38000 Menschen an der Demonstration teilgenommen hatten, gingen die Rechtsextremen mit Zahlen von über einer Million hausieren. Viele verbreiteten Luftbilder von der Berliner Loveparade, die Ende der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre über eine Million Besucher versammelt hatte, und blähten die Reichweite der Demonstration stark auf.
Der prominenteste Redner der Veranstaltung war Robert F. Kennedy jr., Sohn von Robert F. Kennedy und Neffe des ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy, ein prominenter Anti-Vaxxer (Impfgegner). Er ist Leiter der Organisation Children's Health Defense, die gerade dabei ist, nach Europa zu expandieren.
Children's Health Defense ist eine amerikanische 501c3 gemeinnützige Organisation, die für ihren Anti-Impf-Aktivismus bekannt ist. Ein Großteil des Materials, das von der Organisation vorgelegt wird, beinhaltet Fehlinformationen über Impfstoffe und Anti-Impf-Propaganda. Es wurde gegründet und wird von Robert F. Kennedy Jr. geleitet.Gegründet unter dem Namen World Mercury Project im Jahr 2016, hat es gegen verschiedene öffentliche Gesundheitsprogramme, wie zum Beispiel Impfungen und Fluoridierung des Trinkwassers kämpft. Die Gruppe hat in den Vereinigten Staaten zu einer zögerlichen Haltung gegenüber Impfungen beigetragen, indem sie Bürger und Gesetzgeber ermutigte, Anti-Impfvorschriften und -gesetze zu unterstützen. Argumente gegen Impfungen werden durch den überwältigenden wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen widerlegt.
Kennedy begann seine Rede mit der Aussage, dass er im Gegensatz zu dem, was ihm gesagt wurde, nicht zu einer Menge von 5000 Neonazis spricht, und begann dann mit einer verschwörungstheoretischen "Anti-Establishment"-Tirade darüber, warum Regierungen Pandemien lieben. Bill Gates und Anthony Fauci, die die Pandemie geplant hatten, hätten "einen sehr guten Job gemacht, die Quarantäne zu nutzen, um 5G in alle unsere Gemeinschaften zu bringen" und "den Prozess zu beginnen, uns alle auf eine digitale Währung umzustellen, was der Beginn der Sklaverei ist", so Kennedy.
Es überrascht nicht, dass er in seiner Rede auf den berühmten "Ich bin ein Berliner"-Spruch seines Onkels Bezug nahm.
Der Rechtsextremist Christian Bouchet hat festgestellt, dass es bei den Protesten eine explizit pro-Trump eingestellte Menge gab,8 und auch unter den Neonazis, die den Reichstag stürmten, wurden amerikanische Fahnen neben Reichsflaggen geschwenkt.
Die Demonstration vom 29. August wurde von verschiedenen rechtsextremen Medien beworben, zum Beispiel vom Magazin Compact, das die ganze Titelseite seiner September 2020-Ausgabe opferte, um "Querdenken" mit dem "Q" von Qanon zu verbinden - der in den USA populären absurden Verschwörungstheorie, die behauptet, dass (demokratische) Politiker Kinder entführen, um ihnen eine verjüngende Substanz (Adrenochrom) zu entziehen, die auch in Deutschland auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Die Schlagzeile lautet: "Q - Querdenker - Wird die Freiheitsbewegung die Corona-Diktatur stürzen?" Compact-Redakteur Jürgen Elsässer erschien zusammen mit einer prominenten Galionsfigur der österreichischen Identitären Bewegung, Martin Sellner.
Das Rechtsextreme Compact Magazin bewarb und bewirbt die Querdenken Demonstrationen. Die Schlagzeile: "Q - Querdenker - Wird die Freiheitsbewegung die Corona-Diktatur stürzen?"
Querdenken kann sich nicht rausreden eine durchaus rechte bis rechtsextreme Gruppierung zu sein, denn entweder ist es die Toleranz von rechten bis rechtsextremen Protagonisten. Oder es ist schlichtweg Dummheit? Und die Unterstellung, dass Querdenken "Dumm" wären würden wir hier nicht tätigen, sie wäre auch falsch. Hier steht ein ganz anderer Plan auf dem Programm. Die Vordergründige Bildung einer von Rechts(extremen) dominierten Querfront.
Während die Republik debattiert, wie viel von Rechts in der Anti-Corona-Bewegung Querdenken 711 steckt, tauschen sich Jürgen Elsässer und Oliver Janich auf Einladung der Bewegung über radikale Strategien und Reichsflaggen als neues Lebensgefühl aus.
Video-Chat auf Youtube: Samuel Eckert von der Querdenker-Bewegung (re.) mit Jürgen Elsässer (li.) und Oliver Janich. Foto: screenshot/YoutubeHinter Compact und anderen Medien steht die AfD als Strukturgeber. Das ist auch Querdenken bewusst! Gerne verleugnet sie aber dieses öffentliche Verhältnis. Lässt aber AfD Vertreter auf ihren Veranstaltungen zu, bis hin zu öffentlichen Auftritten auf ihren Bühnen. - Quelle Bild AfD Facebook - Youtube Video.
Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte am Abend in einer Pressekonferenz, es habe "heftige, gewalttätige Auseinandersetzungen im Bereich der russischen Botschaft" gegeben. Dort hätten sich 2.000 bis 3.000 Rechtsextremisten und Reichsbürger versammelt, die die Polizei mit Steinen und Flaschen beworfen hätten. Sieben Polizistinnen und Polizisten wurden verletzt. Etwa 200 Personen wurden festgenommen, darunter auch Hildmann.
Rund ein Dutzend Politiker der rechtsextremen Partei AfD waren unter den Demonstranten (gemeint ist der 29.08.2020), darunter Ulrich Oehme (AfD-Bundestagsabgeordneter); Rüdiger Imgart (AfD Weilheim-Schongau); Hansjörg Müller (AfD-Fraktion); André Poggenburg (ex AfD MdL); Hugh Bronson (AfD Berlin); Robby Schlund (AfD MdB); Thomas Rudy (AfD MdL); Gunnar Lindemann (AfD Berlin); Markus Frohnmaier (AfD MdL); Björn Höcke (AfD MdL) und Steffen Kotré (AfD MdB). Ein Umfangreiches Glossar am Ende, klärt über weitere Verbindungen auf.
Auch der ehemalige Chef der Neonazi-Partei NPD, Udo Voigt, war anwesend und zeigte vor einem Gandhi-Zitat den Daumen nach oben: "Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun."
Eventuell Sebastian Schmidtke (NPD/Rechts) neben Mike Sawallich. Ob beide zusammen vor Ort waren, kann hier aber nicht bestätigt werden. Bildrechte Democ - Mit freundlichen Genehmigung
Martin Sellner leitete die Aktion, war aber unzufrieden mit dem fleckigen und schlaffen Gesamteindruck und der geringen Aufmerksamkeit. Außerdem anwesend: Mario Müller (Fotograf), Dawid Ratajczak (Filmer), Daniel Sebbin (Organisation), Maximilian Thorn, Daniel Fiss, Thorsten Görke...
Unsere Kollegen von Democ. haben an diesem Tag eine entsprechende Zusammenfassung erstellt, sie zeigt eine unfassbare Gemengelage
Zeitleiste 28/29. August 2020
Am 29.08.2020 demonstrierten in Berlin erneut tausende Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Polizei zählte rund 38.000 Teilnehmende.
Zu der Demonstration hatten auch zahlreiche Vertreter der Neuen Rechten, der AfD sowie Neonazis aufgerufen. Ein Demonstrant stelle ein Tattoo mit der Aufschrift „Meine Ehre heißt Treue“ offen zur Schau – es handelt sich um den Slogan der SS, der in Deutschland strafbar ist. Die Polizei griff nicht ein.
Gegen 19.00 Uhr überwanden mehrere hundert Demonstrant*innen die Absperrgitter vor dem Reichstagsgebäude und rannten auf die Treppen des Gebäudes. Die Polizei konnte die Personen zunächst nicht aufhalten und erst nach einer Weile unter Einsatz von Pfefferspray zurück auf die Reichstagswiese drängen.
Die Polizei hatte die Demonstration im Vorfeld verboten, weil sie fürchtete, dass die Hygieneregeln nicht eingehalten werden. Die Veranstalter klagten erfolgreich gegen das Verbot – die Demonstration durfte unter Auflagen stattfinden.
Nachdem sich die Teilnehmenden jedoch weigerten, Abstand voneinander zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, löste die Polizei die Demonstration auf. Es dauerte bis in die späten Abendstunden, bis alle Teilnehmenden sich entfernt hatten.
Der damalige Sprecher von Querdenken, Stephan Bergmann, gab an diesem Tag Simon Kaupert von der AfD-nahen Zeitung Ein Prozent ein Interview.
Hinter der Bühne: Querdenken-Presseprecher Stephan Bergmann im Interview u.a. mit Simon Kaupert von der rechtsextremen Initiative "Ein Prozent". #b2808pic.twitter.com/EAxjPIBjfP
Gegen 13.00 Uhr wurde bekannt gegeben, dass die Demonstration von der Polizei offiziell aufgelöst wurde, weil die Leute nicht den nötigen Abstand zueinander einhielten und keine Schutzmasken trugen, woraufhin die Veranstalter die Leute animierten, das Verbot aufzuheben, wie z.B. der Organisator von Querdenken Ulm Markus Haintz.1
Das Verbot heizte die Stimmung an und die ersten Neonazis begannen, vor den Polizeisperren in der Friedrichstraße wild zu agitieren. Unten zwei Neonazis in Tarnkleidung, die sich als "militärische Reserve" vorstellen, beide mit einem Brustabzeichen mit der Aufschrift "Widerstand".
"Militärische Reservisten" bei der Querdenken-Demonstration. - Quelle Frontal 21
Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte am Abend in einer Pressekonferenz, es habe "heftige, gewalttätige Auseinandersetzungen im Bereich der russischen Botschaft" gegeben. Dort hätten sich 2.000 bis 3.000 Rechtsextremisten und Reichsbürger versammelt, die die Polizei mit Steinen und Flaschen beworfen hätten. Sieben Polizisten und -innen wurden verletzt. Etwa 200 Menschen wurden festgenommen...
Nach Angaben eines aufmerksamen Twitter-Nutzers (Rechercheplattform zur Identitären Bewegung),6 hatten sich im Laufe des Nachmittags Neonazis neu formiert:
Am Nachmittag traf sich die organisierte Nazi-Szene u.a. aus Cottbus & Dortmund am Bismarck-Denkmal, vor dem sie ihr eigens für Berlin angefertigtes Transparent "Freiheit für alle Querdenker [Nationalisten]" aufhängten. Auf dem Foto des Nazi-Mobs waren die Dortmunder Nazis prominent vertreten: Deptolla, Koal, Pauße. Weiterhin anwesend bei #b2908 waren mindestens H. Schwindt und Blood&Honour-Mitglied R. Schmiemann. Interessant: Querdenken-Sicherheitspersonal applaudierte, machte Durchsagen und fotografierte. Ebenfalls auf dem Mob-Foto und danach im Kreis seiner Nazi-Kameraden vor dem Bismarck-Denkmal war der Nazi Sven Krüger aus dem berüchtigten Nazi-Dorf Jamel. Außerdem waren auch die Nazi-Rapper Patrick Killat und Kevin "OKF" Gabbe anwesend. Auch die völkische Szene war mit Lederhosen und Dirndln stark vertreten. Die Volksmusikgruppe mit dem harmlosen Namen "Dresdner Liedertafel" spielte dort zusammen mit dem "Volkslehrer" Nikolai Nerling. Auch der Nazi-Anwalt Björn Clemens war dabei.
Gegen 17 Uhr begann die Polizei, die aggressivsten Leute systematisch in Gewahrsam zu nehmen. Die Stimmung beruhigte sich, und es sah so aus, als ob die Veranstaltung bald auslaufen würde.
Doch gegen 19 Uhr gelang es mehreren hundert Neonazis, die Barrikaden vor dem Reichstag zu überwinden und für etwa 10 Minuten die Treppen vor dem Gebäude zu besetzen, bevor sie von der Polizei gewaltsam entfernt wurden.
Am 3. September 2020 gab es immer noch eine Gruppe von Demonstranten, darunter der AfD-Medienaktivist Stephan Bauer, Matthäus Westfal alias "Aktivist Mann" und Querdenken-Sprecher und Reichsbürger Stephan Bergmann.
Michael Ballweg ist der Gründer von Querdenken, der extrem rechts offenen Initiative hinter den jüngsten Corona-Leugner-Massendemonstrationen in Deutschland, die darauf abzielt, eine Massenbewegung über politische Lager hinweg gegen die Merkel-geführte Regierung aufzubauen.
Bei den von ihm organisierten Demonstrationen präsentierte sich der Stuttgarter Ballweg zunächst als Verfechter der Grundrechte, polemisierte aber auch gegen das Tragen von Masken und einen angeblichen Zwangsimpfungsplan. Inzwischen hat er auch Sympathien für die vor allem in den USA bekannte Verschwörungsgruppe QAnon geäußert.
Unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit zielte Ballwegs Initiative Querdenken von Anfang an auf den Kern der deutschen Demokratie, das Grundgesetz, wie aus einem Manifest hervorgeht:
Wir sind überparteilich und schließen keine Meinung aus ... Dazu werden nach der Wiederherstellung des Grundgesetzes wieder alle demokratischen Mittel zur Verfügung stehen.
Dass Ballwegs Behauptungen, er habe sich von rechtsextremen Kreisen distanziert, nichts als heiße Luft sind, zeigt sich in seinem unmittelbaren Umfeld.
Wenn auch der ex Pressesprecher Bergmann eben im Streit mit Ballweg vorläufig ausgeschieden ist, hat er laut Tagesspiegel eine "Erfolgsbilanz"< von knallharten rassistischen Äußerungen, obwohl er inzwischen die entlarvendsten seiner Social-Media-Posts losgeworden ist:
Stephan Bergmann hat wiederholt Inhalte gepostet, in denen er vor einer "Vermischung der Rassen" warnt. In einem Fall warnt er vor der Züchtung einer "hellbraunen Rasse in Europa". Durch genetische Vermischung würde der Intelligenzquotient der weißen Bevölkerung sinken. Um die "großen Zusammenhänge des Weltgeschehens" zu verstehen, empfahl Bergmann auch ein Video, in dem beschrieben wird, wie das deutsche Volk durch den Import von "Stammeskriegern aus Afrika" und "Massen von Muslimen" systematisch ausgerottet werden solle.
Der Holocaust-Leugner Nikolai Nerling auf der Hauptbühne von Querdenken, zusammen mit wichtigen Organisatoren der Corona-Leugner-Massendemonstration in Berlin am 29. August 2020, darunter Stephan Bergmann (rechts). Bildquelle. - https://www.youtube.com/watch?v=lMC_yOgCPIo
... Ralf Ludwig, der mit ihm an der Spitze von Querdenken arbeitet. Ludwig arbeitete in Leipzig als Anwalt für Eltern, die gegen Kita-Plätze klagen wollen. Zusammen mit dem Arzt Bodo Schiffmann und der Psychologiestudentin Victoria Hamm hatte er die sinnentleerte Partei Widerstand 2020 gegründet. Während Ballweg sich um die unternehmerische Seite kümmert, deckt Ludwig die juristische Seite ab - unter anderem ficht er Urteile über behördlich verbotene Demonstrationen an.
"Querdenken"
Das Wort Querdenken setzt sich zusammen aus quer, was im Deutschen "seitlich" oder "diagonal" bedeutet, sowie denken, d.h. "denken". Während der Begriff vordergründig eine Art "inklusives Denken" evoziert, dient er eher als schlecht verschleiertes Synonym für das Wort "Querfront": also das Zusammenwirken rechter und (vermeintlich) linker Kräfte bzw. die Vermischung rechter und (vermeintlich) linker Positionen (Third Positionism), um lagerübergreifende Aktionsbündnisse gegen bestehende politische Positionen (meist die politische Mitte) zu etablieren.
Die Nazis (Nationalsozialisten) gaben zunächst vor, die gegensätzlichen Ideologien des Nationalismus und des Sozialismus zu vereinen, um Arbeiter, die mit dem Sozialismus sympathisierten, in die NSDAP zu locken und letztlich die politische Macht zu erlangen.
Nicht weniger verräterisch und opportunistisch erscheinen die Bestrebungen der Querdenken-Organisatoren, die offensichtlich so skrupellos sind, so zu tun, als sei Querdenken eine unpolitische Anti-Establishment-Dachinitiative, während es sich eindeutig um ein rechtsextremes Projekt handelt. Dies ermöglicht ihnen, leichtgläubige und verwirrte Kräfte zu instrumentalisieren, die sich nicht mit rechts oder rechtsextrem identifizieren, sondern sich eher als zentristisch oder links verstehen.
Die Demonstration im August 2020 in Berlin wurde von der Zelle "Querdenken711" organisiert, die von Ballweg geleitet wird. Das einheitliche Querdenken-Logo, das zum Zweck der maximalen Inklusion keine Symbole oder Farben trägt, zeigt, dass die verschiedenen lokalen Gruppen koordiniert arbeiten.
Hier kann man von einer Übernahme von Organisationsstrukturen reden. Vermeintlich verkauft man eine Art "Anti-politisches" Gefühl. Dies Gefühl ist aber eben nur ein Gefühl, denn der Kernpunkt ist eine rechte Bewegung. Das einzige Ziel!
Querdenken711 organisierte am 29. August 2020 eine Massendemonstration in Berlin, die international für Schlagzeilen sorgte, da sich unter den Teilnehmern Hardcore-Neonazis, Reichsbürger, Identitäre, Anti-Vaxxer (Impfgegner), Anhänger der QAnon-Verschwörungstheorie und andere unter einem antiwissenschaftlichen und verschwörungstheoretischen Dach in die "Querfront" gelockte Anhänger befanden, die versuchten, das Reichstagsgebäude zu "stürmen". Im Verlauf der Demonstration am 29. August wurden 33 Polizisten verletzt, über 130 Strafanzeigen gestellt und 316 Personen festgenommen.
Michael Ballweg sprach bei der Querdenken-Demonstration am 29. August 2020 zu Zehntausenden.
Auch Michael Ballweg stellt Dinge in Frage: Ich habe ihn einmal getroffen, wir haben zusammen gegrillt, und ich habe ihm versprochen, dass ich mit absolut niemandem darüber reden werde. Wie auch immer. Was sollte Sie mein Geschwätz von gestern interessieren. Jedenfalls hatte Michael mir eine ganze Menge Fragen gestellt. Auch über die Geschichte Deutschlands hatte er Fragen gestellt. ... Die sechs Millionen Menschen, die jetzt hier in Berlin auf der Straße sind, haben wir Michael zu verdanken. Sie sind hierher gekommen, weil es Querdenken gibt.
Mitte November [2020] treffen sich Ballweg und mehrere Unterstützer mit dem vorbestraften Reichsbürger Peter Fitzek im thüringischen Saalfeld zu einem Strategietreffen. Fitzek betreibt sein "Königreich Deutschland" unter dem Namen Peter I. Die 2012 gegründete Gruppierung bestreitet die staatliche Legitimität der Bundesrepublik. Der Verfassungsschutz führt dieses Treffen als einen der Gründe für seine Beobachtung an.
Laut [Thomas] Strobl [Innenminister von Baden-Württemberg] konzentriert sich die Behörde auf zehn bis 20 Querdenken-Organisatoren, die mit Reichsbürgern und Rechtsextremisten zusammenarbeiten, die den Sturz der Regierung anstreben.
3. Holocaustleugner
Nicht nur im direkten Umfeld jeder angemeldeten Demonstration von Querdenken sieht man immer wieder bekannte Gesichter aus der Holocaustleugner Szene. Guthmannshausen ist Omnipräsent im Umfeld von Querdenken. Nerling hatte sowohl zu Ballweg als auch zum ex Pressesprecher Bergmann ein gutes Verhältnis. Und ja freundschaftliche Gespräche auf Demonstrationen und grillen mit Herr Nerling gehören klar dazu meine Damen und Herren von Querdenken 711. Das hat eben nichts mit "Kontaktschuld" zu tun, sondern zeigt nur das man sich kennt.
Die Frage dessen warum ihr von Querdenken einen Rechtsextremisten kennt, mit diesem grillt, müssen wir nicht beantworten, sondern diese Frage müsst ihr im "Team" beantworten.
Quelle Grillen mit Nerling und Ballweg: Er und Ballweg hätten sich mehrfach auf Demonstrationen getroffen und unterhalten, erzählt Nerling im Gespräch mit ZEIT ONLINE. Inzwischen hat sich Ballweg in einem Video von Nerling distanziert. Zuvor aber gab es offenbar mehr Nähe, als Ballweg heute zugeben mag: In einer Rede bei der Demonstration in Berlin erzählte Nikolai Nerling, dass er und Ballweg zusammen "schön grillen" gewesen seien.
Stephan Bergmann ist nicht mehr aktiv bei Querdenken. Der nun ehemalige Querdenken 711-Sprecher sagt in einem Youtube-Video, man habe sich einvernehmlich getrennt. Er kritisiert Ballweg, der wohl auch wollte, dass er geht und sagt, er bleibe weiter im "Widerstand" aktiv.
So dann nehmen wir uns mal Ballweg, Nerling, Holocaustleugner, Guthmannshausen, "Querdenken", Strukturen, Verbindungen, in einer Recherche für den @Volksverpetzer vor. #AfD#NoAfDpic.twitter.com/hmkiDd0viI
Bergmann sagt, es habe ihm "keine Freude" mehr gemacht bei Querdenken - und führt auch das Treffen Ballwegs mit dem Reichsbürger Peter Fitzek als Grund für das Zerwürfnis auf. Das Treffen hatte innerhalb der Bewegung für teils scharfe Diskussionen gesorgt.
Das birgt eine gewisse Ironie, denn verschiedenen Recherchen zufolge hat Bergmann eine Vergangenheit im Reichsbürger-Milieu und war auch kürzlich wieder mit "Reichsbürger-Sprech" aufgefallen. Ob dies eine Rolle bei der Trennung spielte, wird nicht klar. Vermutlich ist aber auch die Reichsbürgerszene so zerstritten das man hier eben verschiedene Lager und Ansätze vorliegen hat, die nicht kooperieren wollen und können.
Ballweg wies die Eingeladenen zuvor ausdrücklich auf den konspirativen Charakter des Treffens hin. In der Einladung kündigte er an, man wolle sich „nach neuen Möglichkeiten und anderen Strategien umsehen“, und man habe nun „einen Lichtblick gefunden“.
Eine offizielle Stellungnahme von Querdenken711 steht noch aus. Spannend wird, wie die Initiative um Ballweg den Austritt ihres Pressesprechers darstellen und begründen wird. Den relevantesten Ausschnitt des Videos von Bergmann gibt es hier zu sehen:
Ballweg distanziert sich gerne von Nerling und weiteren Holocaustleugnern, aber die Realität sieht eben anders aus. Man will sich auch gar nicht ausschließen und sucht bewusst die Nähe. Ob nun beim Grillen und in weiteren Gesprächen oder eben wie hier auf jeder Einzelnen Querdenken Demonstration.
Was bringt also eine Distanzierung die man gar nicht einhalten will? Was bringt also persönlich Ballweg eine Distanzierung von Nerling?
Ballweg und Nerling im Interview
Nichts! Nerling ist für Ballweg wichtig, weil er als unabhängiges Medien Instrument gesehen wird. Hintergründe zu Nerling werden bewusst von Ballweg ausgeblendet, halbherzig wird sich distanziert.
Am 01.09.20 behauptete Michael Ballweg der Organisator der Querdenken Corona Demos, auf Nachfrage von @O_Sundermeyer in der RBB Livesendung "wir müssen reden" das er sich mit dem rechtsextremen Video Blogger Nikolai Nerling (Der Volkslehrer) nicht getroffen habe. Ein 1/3 pic.twitter.com/KVxdsC10as
Die fortgeschrittene Radikalisierung von "Querdenken" macht eine Beobachtung ihrer Organisationsebene durch das Landesamt für Verfassungsschutz unabdingbar.
Thomas Strobl (CDU), Innenminister Baden-Württemberg
Eben wie der Flügel innerhalb der AfD , ist es nicht glaubhaft wenn sich Querdenken von Nerling, dem Umfeld von Guthmannshausen, Antisemiten und Holocaustleugnern distanziert. Nicht solange auf jeder Einzelnen Demonstration dies genannte Umfeld in und um Querdenken, Ballweg und ex Pressesprecher Bergmann aktiv gewesen ist.
Warum trifft man sich mit dem Reichsbürger Umfeld?
Warum trifft man sich in Video Chats mit Jannich und Elsässer ?
Der Volkslehrer war bisher auf allen Querdenken Demonstrationen zu finden. Was viele der "Quer"denker aber vielleicht nicht verinnerlichen, er ist Referent in Guthmannshausen. Vermutlich ist es den Querfrontlern unter den Teilnehmern auch vollkommen egal, dem Verfassungsschutz sollte aber klar sein, wer hier bestimmte Prozesse auf den Demonstrationen mitbestimmt.
Das Netzwerk der Holocaustleugner Umfasst eben nicht nur die NPD, den III Weg oder andere Rechtsextremistische Parteien und Organisationen. Es reicht bis in die AfD.
Nerling gründete am 22. September 2017 den YouTube-Kanal Der Volkslehrer, auf dem er Videos mit antisemitischen und verschwörungsideologischen Positionen veröffentlichte.
Neben eigenen Beiträgen veröffentlichte er unter anderem auch Interviews mit bekennenden Holocaustleugnern wie beispielsweise Ursula Haverbeck und Gerhard Ittner sowie Personen der Reichsbürgerbewegung.
2017 veranstaltete der Verein sein Sommerfest zum 25-jährigen Bestehen. Ursula-Haverbeck (Wikpedia) wurde für den 5.8.2017 als Rednerin angekündigt mit:
"Ursula Haverbeck aktive Kämpferin für die historische Wahrheit, war Mitbegründerin des Vereins im Jahre 1992 und 10 Jahre lang Erste Vorsitzende."
Der Wikipedia-Artikel listet eine lange Reihe von Prozessen auf. Haverbeck wurde mehrmals wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung verurteilt. Dies war schon vor 2017 der Fall. Dies war dem Verein Gedächtnisstätte bekannt. Dennoch wurde sie als Rednerin eingeladen. Und sie kam auch in der Festschrift zum Vereinsjubiläum ausgiebig zu Wort. Ursula Haverbeck, eine verurteilte Holocaustleugnerin. Aus Sicht von Guthmannshausen eine “aktive Kämpferin für die historische Wahrheit”.
An dieser Stelle hat man eigentlich genug gelesen. Mehr müsste man über Guthmannshausen nicht wissen, um einordnen zu können, wo der Verein steht. Haverbeck, in Guthmannshausen ein Einzelfall?
Auch berichtete er über seine Teilnahme an rechtsextremen Veranstaltungen und Demonstrationen, auf denen er mit eigenen Flugblättern und Plakaten über eine angebliche „zionistisch-jüdische Weltverschwörung“ aufzuklären versuchte.
Der Kanal wurde im April 2019 von YouTube gesperrt, doch kurz darauf waren einige seiner Videos auf einem neuen Kanal erreichbar.
Vor der Sperrung seines ersten Kanals hatte Nerling über 60.000 Abonnenten. Einzelne Videos wurden über 100.000 Mal abgerufen. Nerling betreibt eine eigene Internetseite sowie Kanäle auf dem Messaging-Dienst Telegram und dem Videoportal BitChute. Im März 2020 war der ursprüngliche Kanal wieder auf YouTube erreichbar.
Nach Einleitung staatlicher Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie in Deutschland veröffentlichte Nerling Mitte März 2020 ein Video mit dem Titel „Corona Conto Holocaust“, in dem er das deutsche Infektionsschutzgesetz als „Werkzeug der Bundesregierung“ darstellte, „sich unliebsamer Bürger zu entledigen“. Es sei zudem nicht sicher, ob das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 überhaupt existiere.
Nikolai Nerling, der selbsternannte "Der Volkslehrer", ist ein völkischer und antisemitischer Video-Blogger. Der ausgebildete Volksschullehrer Nerling wurde bereits zweimal wegen Holocaustleugnung und Volksverhetzung verurteilt. Er verlor seinen Job, nachdem er den Holocaust im Konzentrationslager Dachau bei München geleugnet hatte.
Um sich zu „ent-schuldigen“, drehte der selbst ernannte „Volkslehrer“ und Rechtsradikale vor dem KZ Dachau ein Video. Der Fall landete 2019 erneut vor Gericht. - Screenshot aus Nerlings "ent-schuldigen" Video.
Das Umfeld in dem sich Nerling bewegt ist klar rassistisch und durch und durch faschistisch. Mit Anlehnungen an das Parteiprogramm der NSDAP und Weltanschauungen die in nichts anders sind. Hier in diesem Video kurz dargestellt:
Ich denke, diese Bewegung hat das Potenzial für einen Bürgerkrieg. Sie könnte der Ausgangspunkt für einen wirklich blutigen Konflikt sein ... und wenn das der Fall sein sollte, könnte ich mir auch vorstellen, dass dies Teil eines übergeordneten Plans ist ...
2020
Im August 2020 nahm Nerling an einer Massendemonstration von Corona-Leugnern (Querdenken) teil, darunter Hardcore-Neonazis, Reichsbürger, Identitäre, Anti-Vaxxer (Impfgegner), Anhänger der Qanon-Verschwörungstheorie und andere unter einem antiwissenschaftlichen und verschwörungstheoretischen Dach in die "Querfront" gelockte Anhänger.
Auch Michael Ballweg stellt Dinge in Frage: Ich habe ihn einmal getroffen, wir haben zusammen gegrillt, und ich habe ihm versprochen, dass ich mit absolut niemandem darüber reden werde. Wie auch immer. Was sollte Sie mein Geschwätz von gestern interessieren. Jedenfalls hatte Michael mir eine ganze Menge Fragen gestellt. Auch über die Geschichte Deutschlands hatte er Fragen gestellt. ... Die sechs Millionen Menschen, die jetzt hier in Berlin auf der Straße sind, haben wir Michael zu verdanken. Sie sind hierher gekommen, weil es Querdenken gibt.
Schwarz-weiße Fahnen werden geschwenkt, die Menge schreit "We are the People". Alle Leben zählen, auch deutsche Leben zählen. Das sind einige wirklich interessante Szenen hier.
Dass Nerling eine Akkreditierung zum Filmen auf der Hauptbühne der Querdenken-Demonstration hatte, ist auf einem Bild von der Querdenken-Abschlussveranstaltung später am Abend des 29. August 2020 zu sehen, nachdem sich der "Sturm auf den Reichstag" aufgelöst hatte.
Interessanterweise wurde Nerling, nachdem Journalisten Markus Haintz, Querdenkens Anwalt und Teil des Kernteams, das die Veranstaltung organisierte, gefragt hatten, was er davon halte, die Bühne mit einem Holocaust-Leugner zu teilen, freundlich gebeten, die Veranstaltung zu verlassen - nicht ohne ein gewisses Maß an Empörung auf Nerlings Seite.
Der Holocaust-Leugner Nikolai Nerling auf der Querdenken-Bühne, zusammen mit wichtigen Organisatoren der Corona-Leugner-Massendemonstration in Berlin am 29. August 2020. - https://www.youtube.com/watch?v=lMC_yOgCPIo
Wer der "Aktivist Mann" aka Matthäus Westfal ist, haben unsere Freunde vom Recherche Kollektiv Ostwestfalen hier aufgezeigt:
Quelle: Matthäus Westfal ist ein christlich-fundamentalistischer Sektierer, der seit mindestens 5 Jahren sowohl im evangelikal-fundamentalistischen Spektrum aktiv ist, als auch im Dunstfeld der AfD und der geschichtsrevisionistischen und neonazistischen Szene. Westfal selbst gibt an, mit 14 Jahren durch Youtube-Videos zum Truther geworden zu sein, also Teil einer verschwörungsideologischen Bewegung aus den USA. Truther glauben, die Anschläge am 11.09.2001 waren ein Inside-Job. Schaut man sich Westfals Videos an, merkt man schnell, Westfal lebt in einer Welt voller Verschwörungen – Rothschild, Deep State, Adrenochrom – alles dabei, immer verknüpft mit klaren Motiven von Nationalismus und Demokratiefeindlichkeit. Seine spirituelle Heimat in der OCG dürfte diesem zutiefst antisemitisch durchsetztem Weltbild nur förderlich sein. Seit mindestens 5 Jahren tritt Westfal auch öffentlich auf, für die OCG bei Großveranstaltungen oder den sekteneigenen Sendeformaten, bei AfD-Veranstaltungen , Impfgegner- und Anti-Choice-Großdemos lange vor Corona oder beim Haverbeck-Aufmarsch 2019 in Bielefeld.
3.3 NIKOLAI NERLING als Referent in Guthmannshausen
Wie alle Protagonisten steht auch der „Volkslehrer“ im besten Kontakt zu den Holocaust-Leugnern in Guthmannshausen.
Am 19. Mai 2019 sprach
Nikolai Nerling Volksschullehrer a.D., Deutschlandreisender, Video-Blogger, bekannt als der „Volkslehrer“
zu
Deutsch sein trotz 70 Jahren Umerziehung — So kann es gelingen !
Nerling betrieb zu dieser Zeit noch seinen Youtube-Kanal. Seinen Arbeitsplatz als Grundschullehrer in Berlin hat er aufgrund seines Aktivismus verloren. Die Kündigung ging vor Gericht und wurde für rechtens erkannt. (WELT)
Richter Arne Boyer sagte, der Lehrer habe die Videos gezielt genutzt, um den Rechtsstaat anzugreifen, zu verunglimpfen und verächtlich zu machen. Darin seien auch wegen Volksverhetzung verurteilte Straftäter zu Wort gekommen. Die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik stehe unter Druck, sagte der Richter. „Dem müssen wir entschlossen entgegentreten.“
Ein Beispiel für Propaganda im Internet ist der seit September 2017 durch eine Einzelperson betriebene YouTube-Kanal „Der Volkslehrer“. Hier werden rechtsextremistische Positionen und antisemitische Verschwörungstheorien bei verhältnismäßig geringem Aufwand – mit bereits über 40.000 Abonnenten – und beachtlicher Wirkung verbreitet.
Auch 2020 gehörte Nerling laut Planung (Faltblatt) zum festen Programm der Holocaustleugner in Guthmannshausen. Ob der Termin stattgefunden hat ist nicht feststellbar.
Weitere Protagonisten aus dem Umfeld:
3.3.1 DR. BJÖRN CLEMENS
Der Düsseldorfer Anwalt, der auch Rechtsextremisten verteidigt (aktuell Markus H. im Mordfall Lübcke), ist Burschenschafter und im Vorstand der Gesellschaft für Freie Publizistik. Da verwundert es nicht, dass er auch Reden in Guthmannshausen hält, wie für das Jahr 2020 geplant, aber wegen Corona abgesagt. Er war Bundesvize der vom Verfassungsschutz beobachteten Republikaner.
Zusammen mit Wolfram Narath wollte er im im März 2020 einen “sinnigen Abend” mit deutscher Dichtung und klassischer Musik gestalten.
Nerling und auch Clemens waren zusammen mit weiteren Personen auch aus dem Dresdener Umfeld (Dresdner Liedertafel) bei der Querdenken Demonstration am 29.08.2020 vor Ort. Dies belegen Bilder und Videos die an diesem Tag erstellt wurden.
Quelle Blick nach Rechts: Nikolai Nerling, aus dem Berliner Schuldienst entlassener ehemaliger Lehrer, läuft medial in der rechten Szene zurzeit allen den Rang ab. Der Video-Blogger, der sich „Volkslehrer“ nennt, füttert beinahe täglich das Internet mit Clips und Podcast-Beiträgen. Dabei umgibt er sich mit Personen, die mit Volksverhetzung kein Problem haben. Nicht nur, dass er stramm rechte Kader und Aktivisten mit der Kamera begleitet und diese zu Wort kommen lässt, er setzt sich auch immer mehr selbst in Szene, kündigt vorab sein Erscheinen an oder meldet Kundgebungen an.
Genau das hat er auch wieder für diesen Samstag gemacht. Diesmal lädt er nach Dresden ein. Vier Stunden lang will er in der Innenstadt „Für deutsche Kultur in Deutschland“ demonstrieren – mit Tanz und Gesang. Es ist die zweite Versammlung unter diesem Motto, die unter Nerlings Regie läuft. Bereits am 19. Januar hatte er ein Berlin-Event so umschrieben.
Zu erwarten ist, dass die „Liedertafel Dresden“, die regelmäßig bei Pegida-Meetings anzutreffen ist, auch am Samstag in ihrer Heimatstadt dabei ist. Sie war nämlich schon in Berlin bei Nerling zu Gast und traf diesen dem Vernehmen nach zudem Mitte August 2018 in Chemnitz bei einer Veranstaltung unter dem Titel „Deutsch und stolz drauf!“, die von dem parteiungebundenen Aktivisten Benjamin G. organisiert wurde. Laut Versammlungsbehörde hat Nerling für Samstag 100 Teilnehmer angemeldet. (hf)
Das Umfeld der Liedertafel Dresden kennt sich natürlich auch aus Guthmannshausen, genauso wie Nerling, Clemens und weiteren Protagonisten aus diesem Umfeld. Auch zu finden auf diversen Querdenken Demonstrationen.
Auch die völkische Szene war für ihre Verhältnisse stark mit Lederhosen & Dirndl vertreten. Die völkische Musikgruppe mit dem harmlosen Namen "Dresdner Liedertafel" spielte dort zusammen mit dem "Volkslehrer" N. Nerling. Dort hielt sich auch Nazianwalt Björn Clemens auf#nonazispic.twitter.com/ZAYNFsBAEO
— Rechercheplattform zur Identitären Bewegung (@IbDoku) August 31, 2020
Die Szene kennt sich, man organisiert entsprechende Events und nutzt eben auch Querdenken als Aufmarschgebiet. Heile Welt spielen, Heimat, Traditionen und Patriotismus vorgaukeln. Dabei sind die Vernetzungen dieser Gruppierung aber viel extremer als diese Bilder und Videos es darstellen.
Benjamin Gruhn aus #Chemnitz war heute zusammen mit Freundin Madeleine Feige (Wellenlänge) bei IB-Kundgebung in #Dresden. Er organisierte am 18.08. eine Kundgebung mit Stefan Hartung (NPD und Freigeist) und "Volkslehrer" Nikolai Nerling in Chemnitz. #dd2508#noIB (Bild: @ER_MV) pic.twitter.com/O6mLWW7Yqu
Die besagte Gruppierung ist eine Gemengelage aus einem tief braunen Netzwerk, zwischen Identitärer Bewegung, der NPD, dem III Weg, bis hin zur AfD.
Der Chemnitzer Neonazi Benjamin Gruhn bewirbt auf Facebook eine Kundgebung am 18.8. in #Chemnitz mit Nikolai Nerling ("Der Volkslehrer"), Stefan Hartung (NPD), Nicos Chawales und Madeleine Feige sowie einer Volkstanzgruppe und der "Liedertafel Dresden". #Sachsenpic.twitter.com/XfrN8vj3wv
Das NPD-Mitglied Wolfram Narath war bis zum Verbot der Wiking-Jugend 1994 deren Vorsitzender und danach für die Heimattreue Deutsche Jugend tätig bis zu deren Verbot.
Er beteiligte sich eigenen Angaben als Rechtsberater für die auch im Querdenken Umfeld bekannten Reichsbürger von Staatenlos.info (Siehe Video Jüdisches Forum vom 11. Juli 2020).
Hier die Aussage aus dem Video im Einzelnen. Auch wenn sich Querdenken hier gerne rausreden will, aber die Demonstrationen in Berlin waren eine geschlossene und kompakte Demonstration, und auch die Demonstration vor dem Reichstag gehört zur Großdemonstration und somit auch im Kern zur Anmeldung von Querdenken. Das eben auch so von Rechtsextremisten im Vorfeld jeder Einzelner Demonstration so beworben wurde.
Somit war Nahrath auch entsprechend (wenn auch nach eigenen Angaben) als Rechtsberater tätig.
2009 hielt Narath die Trauerrede auf der Beerdigung von Jürgen Rieger. Als Rechtsanwalt verteidigte er auch Rechtsextremisten und Holocaustleugner, wie Ralf Wohlleben oder Silvia Stolze.
Jürgen Rieger, Vorsitzender der deutschen Neonazi-Gruppe "Heideheim e.V.", umgeben von Rechtsextremisten, steht am 20. September 1997 am Eingang des Gruppenhauses Hetendorf 13 in Hetendorf. Der niedersächsische Innenminister Gerhard Glogowski beschlagnahmt die Gebäude des Vereins "Heideheim" und verbietet zwei Neonazi-Gruppen am Mittwoch, 11. Februar 1998.- Quelle Video Spiegel TV
Der Neonazi und Rechtsanwalt Wolfram Nahrath hielt eine Rede, er war ehemals Chef der jetzt verbotenen Wiking-Jugend und Vorsitzender des Bundesschiedsgerichtes der NPD. Nahrath verteidigt regelmäßig Vertreter des rechtsextremen Spektrums vor Gericht. Auch im NSU-Prozess trat er auf, und zwar als Pflichtverteidiger des Neonazi und NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben.
EINSCHÄTZUNG DES VERFASSUNGSSCHUTZES - Holocaustleugner Zentrum Guthmannshausen
VS-Bericht Thüringen 2011
Der Verfassungsschutzbericht Thüringen schreibt 2011 (Link)
„Immobilienerwerb in Guthmannshausen Eine als Privatperson auftretende Käuferin erwarb im Mai 2011 eine zuvor in Landesbesitz befindliche Immobilie in Guthmannshausen/Landkreis Sömmerda (ehemaliges Rittergut). Seit August 2011 ist sie als Eigentümerin des Areals im Grundbuch eingetragen. Hinweise auf Verbindungen der Käuferin zum rechtsextremistischen Spektrum lagen zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht vor. Im Nachhinein wurde bekannt, dass sie seit 2010 dem rechtsextremistischen Verein „Gedächtnisstätte e. V.“ als Mitglied angehören soll.
Der Verein wurde im Mai 1992 in Vlotho (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Gemäß Satzung verfolgt er das Anliegen, eine „würdige Gedächtnisstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern“ zu betreiben. Von Beginn an engagierten sich bekannte Rechtsextremisten und Holocaustleugner wie Ursula HAVERBECK-WETZEL59 (Nordrhein-Westfalen) in dem Verein. Sie stand ihm bis Februar 2003 vor. Danach übernahm Klaus-Wolfram SCHIEDEWITZ (Niedersachsen) diese Funktion. Von 2007 bis 2009 lag der Wirkungsschwerpunkt des Vereins in Borna (Sachsen).
Als das dort genutzte Objekt von der Eigentümerin Ende 2009 jedoch veräußert wurde, zog man sich aus der Region zurück. Der Verein „Gedächtnisstätte e. V.“ führte im September 2011 erstmals eine Veranstaltung im Objekt in Guthmannshausen durch. Dabei soll Ursula HAVERBECK-WETZEL zur Thematik „Die Vertragsbrüche der Bundesregierung“ referiert haben. Ähnlich wie in Borna scheint eine gelegentliche Nutzungsüberlassung der Immobilie an andere rechtsextremistische Personenzusammenschlüsse nicht ausgeschlossen.
So wurde bereits im Zusammenhang mit der Bekanntgabe, dass man im „Herrensitz auf dem ehemaligen Rittergut Guthmannshausen“ eine „neue Heimstatt gefunden“ habe, angekündigt, diese auch der SJ[Fußnote 60] zur Verfügung stellen zu wollen. Der Freistaat Thüringen hat den Kaufvertrag mit Schreiben vom 21. Dezember aufgrund arglistiger Täuschung angefochten. Zeitgleich wurde beim Landgericht Erfurt Klage zur Grundbuchberichtigung und Herausgabe des Grundstücks eingereicht.“
In der genannten Fußnote zur SJ (Schlesischen Jugend) wird auf Kapitel 4.4.4 desselben Berichts verwiesen. Dort heißt es über die SJ:
„ „Schlesische Jugend – Landesgruppe Thüringen“ (SJ-Thüringen) Die SJ-Thüringen ist eigenem Bekunden nach eine „Jugendorganisation, in der sich interessierte Jugendliche mit der schlesischen Kultur, den dortigen Sitten und Gebräuchen, der Mundart, der Geschichte, dem Schicksal der aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen und allem, was noch über Schlesien zu wissen ist, beschäftigen und auseinandersetzen.“
Unter dem Deckmantel eines Vertriebenenverbands wird die SJ-Thüringen allerdings inzwischen von aktiven Rechtsextremisten für Bestrebungen missbraucht, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung und den Gedanken der Völkerverständigung, insbesondere gegen das friedliche Zusammenleben der Völker, gerichtet sind. Führungsfunktionäre der SJThüringen waren vormals in dem mittlerweile verbotenen Verein „Heimattreue Deutsche Jugend e. V.“ (HDJ) aktiv. Zahlreiche andere Mitglieder stammen aus dem sonstigen rechtsextremistischen Spektrum und üben dort zum Teil auch Führungsfunktionen aus.
Der Vorstand der SJ-Thüringen ist zudem in ähnlicher Funktion auch im Vorstand der „Bundesgruppe der Schlesischen Jugend“ (SJ-Bund) aktiv. So fungiert der Vorsitzende der SJ-Thüringen, Fabian RIMBACH, zugleich als Vorsitzender der SJ-Bund. Die inhaltliche Ausrichtung der SJ-Thüringen ist vor allem durch gebietsrevisionistische und revanchistische Bestrebungen geprägt. In ihren Veröffentlichungen finden sich Äußerungen wie: „[…] die Wichtigkeit unserer Arbeit und die Erhaltung des Deutschtums jenseits von Oder und Neiße, als ein unauslöschlicher Teil Deutschlands […]“. Schlesien wird als „polnisch besetztes Gebiet des alten deutschen Kulturlandes“ bezeichnet.
Eigenem Bekunden nach führt die SJ-Thüringen regelmäßig Veranstaltungen mit vorgeblich traditioneller Ausrichtung (Erntedankfeste, Tanzlehrgänge), gemeinsame Wanderungen und Fahrten zur Erkundung der Heimat und der Natur durch.“
3.3.3.1 VS-Bericht Niedersachsen 2013
Der Verfassungsschutzbericht Niedersachsen schreibt 2013 (Link)
„Seit 2011 nutzt der Verein für seine Veranstaltungen die Räumlichkeiten auf einem Rittergut im thüringischen Guthmannshausen. Regelmäßig führt der Verein dort Vortragsveranstaltungen mit Zeitzeugen und Historikern durch, darunter auch bekennende Revisionisten und Holocaustleugner wie HAVERBECK-WETZEL. Darüber hinaus bestehen Kontakte zu diversen rechtsextremistischen Organisationen, u. a. Schlesische Jugend e. V. (SJ), Freundschafts- und Hilfswerk Ost e. V. (FHwO) und Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) sowie NPD und neonazistische Freie Kräfte.Diese Kontakte zeigen die Bemühungen des Vereins, ein organisationsübergreifendes Netzwerk aufzubauen.“
Der rechtsextremistisch eingestufte Verein “Gedächtnisstätte e.V.” agitiert gegen den demokratischen Verfassungsstaat und versucht, geschichtsrevisionistisches Gedankengut zu verbreiten.
Seit dem Kauf des ehemaligen Rittergutes in Guthmannshausen im Mai 2011 durch ein Vereinsmitglied fanden dort zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt, bei denen überregional bekannte Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugnerinnen und -leugner bei Vortragsveranstaltungen auftraten.
Quelle Endstation Rechts: Die Polizei stand auch vor den Türen des Alten Ritterguts in Guthmannshausen (Landkreis Sömmerda), wo der neonazistische und geschichtsrevisionistische Verein Gedächtnisstätte e.V. eine Tagungsstätte betreibt. Der Vorsitzende Wolfram Schiedewitz beklagte sich, das Haus sei von der Polizei „überfallen“ worden. Dabei habe die Razzia nicht dem Verein, sondern dem Hausmeister gegolten – der sei laut Schiedewitz Mitglied der EA. Seine Beschwerde erschien an passendem Ort, in der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ (Nr. 9/2017).
3.3.3.2 Die “Europäische Aktion” (EA)
Ebenso zeichnet sich die “Europäische Aktion” (EA), welche in Thüringen mit mehreren “Stützpunkten” aktiv ist, durch eine besonders ausgeprägte antisemitische und revisionistische Agitation aus.
In die Führungsstruktur der EA sind ebenfalls überregional bekannte Rechtsextremisten eingebunden, die über weit-reichende Verbindungen in alle Spektren des Rechtsextremismus verfügen. Dabei dienen Objekte wie das “Hufhaus” in Ilfeld und die ehemalige “Erlebnisscheune” in Kirchheim als Örtlichkeiten, um Vortragsveranstaltungen und Treffen stattfinden zu lassen.
Bei der 1960 von ehemaligen Funktionären der NSDAP und Offizieren der SS gegründeten “Gesellschaft für freie Publizistik” (GfP) handelt es sich um eine weitere Organisation, die regelmäßig in Thüringen ihre Jahreskongresse abhält und durch eine Art “Aufklärungsarbeit” versucht, eine angeblich verzerrte Darstel-lung der Zeitgeschichte (NS-Diktatur) zu korrigieren.
Darüber hinaus traten in Thüringen wiederholt auch rechtsextremistische Einzelpersonen, welche den Holocaust leugnen, bei Szeneveranstaltungen als Redner in Erscheinung.
3.3.3.3 VS-BERICHT NIEDERSACHSEN 2014
Der Verfassungsschutzbericht Niedersachsen schreibt 2014 (Link)
„Der Verein Gedächtnisstätte e. V. wurde 1992 gegründet. Erste Vorsitzende war die Holocaustleugnerin Ursula HAVERBECK-WETZEL. Seit 2003 leitet Wolfram SCHIEDEWITZ aus Seevetal (Landkreis Harburg) den Verein mit dem Ziel, eine würdige Gedächtnisstätte zu errichten. Gleichzeitig werden jedoch in geschichtsrevisionistischer Manier deutsche Kriegsverbrechen relativiert und die Schuld des NS-Regimes am Krieg geleugnet.Am 02. und 03.08.2014 beging der Verein im thüringischen Guthmannshausen die Feierlichkeiten zum 22jährigen Bestehen und zur Einweihung des Denkmals für „12.000.000 deutsche Opfer durch Bomben des Weltkrieges II, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern“.
Den beiden Veranstaltungstagen wohnten 150 bis 200 Personen bei, darunter HAVERBECK-WETZEL und der Deutschlandleiter der Europäischen Aktion (EA), Dr. Rigolf HENNIG sowie weitere nationale und internationale Gäste. In seiner Rede kritisierte der Vorsitzende SCHIEDEWITZ eine angebliche Einseitigkeit deutscher Geschichtsbetrachtung wie auch im Gedenken an die Opfer:„Wir fragen zu Recht, wieso stößt man bei der Geschichtsforschung über die Zeit der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf so viel Widerstand, warum werden von der verordneten Sichtweise abweichende Forschungsergebnisse teilweise sogar juristisch verfolgt?
Wieso finden viele von den Siegermächten des 2. Weltkrieges geäußerte Kriegssprüche keinen Eingang in unsere Geschichtsbücher? Warum ist man bemüht, die Opferzahlen der Unterlegenen des 2. Weltkrieges herunterzustufen, während man andererseits die Opferzahlen der Sieger nicht hoch genug ansetzen kann.“ SCHIEDEWITZ sieht dabei sich selbst und seinen Verein im Kampf gegen eine angebliche Meinungsdiktatur zur Unterdrückung der geschichtlichen Wahrheit:„Lüge und Verleumdung haben trotz Verboten und Paragraphen keinen dauerhaften Bestand …
Zur Überwindung der großen geschichtlichen Lügen, die uns durch unsere ehemaligen Gegner und die von ihnen herrschenden Massenmedien auch heute noch – fast täglich – aufgetischt werden, braucht es Mut, Wissen und einen aufrechten Charakter.“In weiterer revisionistischer Diktion stellte der Mitbegründer Paul LATUSSEK in seiner Festrede die Verantwortung Deutschlands für den Ausbruch des Ersten und des Zweiten Weltkriegs in Frage. Die deutsche Geschichte werde andauernd falsch wiedergegeben und auf die „12 Jahre“ reduziert.Seit 2011 nutzt der Verein für seine Veranstaltungen die Räumlichkeiten auf einem Rittergut in Guthmannshausen.
Regelmäßig führt der Verein dort Vortragsveranstaltungen mit Zeitzeugen und Historikern durch, darunter auch bekennende Revisionisten und Holocaustleugner wie HAVERBECK-WETZEL. Darüber hinaus bestehen Kontakte zu diversen rechtsextremistischen Organisationen, u. a. Schlesische Jugend e. V. (SJ), Freundschafts- und Hilfswerk Ost e. V. (FHwO) und Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) sowie zur NPD und zu neonazistischen Freien Kräften, aber auch zur EA. Diese Kontakte zeigen die Bemühungen des Vereins, ein organisationsübergreifendes Netzwerk aufzubauen.“
Sie verbüßte eine zweieinhalbjährige Haftstrafe, die im November 2020 endete. Haverbeck ist so etwas wie eine Kultfigur unter Rechtsextremisten, und verschiedene rechtsextreme Organisationen machen sich die Sache von Ursula Haverbeck zu eigen, wie z. B. die neonazistische Minderheitenpartei Die Rechte.
Haverbecks Ehemann, Werner Georg Haverbeck, ein ehemaliger Nazi und Pastor einer anthroposophischen Christengemeinde, war der Gründer des Vereins und Veranstaltungsortes Collegium Humanum (Internationales Studienwerk - Collegium Humanum e.V.) im ostwestfälischen Vlotho, der 1963 als "Heimvolkshochschule für Umwelt und Leben" gegründet wurde.
Das Collegium Humanum war zunächst in der deutschen Umweltbewegung aktiv, wandte sich aber Anfang der 1980er Jahre dem Rechtsextremismus, Antisemitismus und der Holocaustleugnung zu.
Gemeinsam mit Ursula Haverbeck und anderen bekannten Aktivisten kandidiere ich bei den Europawahlen 2019 auf der sogenannten Liste des Nationalen Widerstands.
Ursula Haverbeck-Wetzel lebte nach eigenen Angaben vier Jahre in Schweden, studierte danach Pädagogik, Philosophie und Sprachwissenschaften, unter anderem zwei Jahre in Schottland.
Bildquelle AntifaInfoblatt / Apabiz / Antifa Bielefeld West um 2006/2008
Auf diesen Bildern zu sehen Umfeld von Guthmannshausen Berlin 29.08.2020
Ursula Haverbeck Fans bei der Querdenken Demonstraton am 29.08.2020
Ursula Haverbeck Fans bei der Querdenken Demonstraton am 29.08.2020
Ursula Haverbeck Fans bei der Querdenken Demonstraton am 29.08.2020
Weltbund zum Schutz des Lebens
Ursula Haverbeck war von 1983 bis 1989 Präsidentin des Weltbundes zum Schutz des Lebens, Sektion Deutschland, und offenbarte in diesem Amt ihre ablehnende Haltung gegenüber dem westlichen System in der Bundesrepublik Deutschland.
Der Weltbund zum Schutze des Lebens BRD e.V. (WSL-D) ist bis 1985 die BRD-Sektion des Weltbundes zum Schutze des Lebens International (WSL-I). Seitdem ist diese ein eigenständiger Verband, der zwar in Landesverbände untergliedert ist, jedoch zentral von Vlotho aus geleitet wird. Bis 1974 arbeitet die Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung als Arbeitskreis Humangenetik (Jürgen Rieger!, Dr. Siegward Knof (Zweiter Vorsitzender), Dr. Wielant Hopfner ) im WSL-D mit. Wichtige Mitglieder sind Baldur Springmann und Dieter Vollmer.
1958 gründet Günther Schwab den in Österreich ansässigen WSL-I. 1960 folgt die Gründung des WSL-D durch den Euthanasiearzt Walter Gmelin.
In den 70er Jahren steht der WSL-D im Zentrum der entstehenden Ökologiebewegung. Im (ideologischen) Umfeld des WSL-D und räumlich im Collegium Humanum (CH) finden die Vorfeldgespräche zur Gründung sowohl der Grünen als auch der Unabhängigen Ökologen Deutschlands statt. 1980 veröffentlicht der WSL-D in seiner Publikation Lebensschutzinformationen das Memorandum Gastarbeiter als Ökologisches Problem, welches später auch in Nation und Europa abgedruckt wird.
Krefelder Appell
Die Unterschrift des WSL-D findet sich auch unter dem Krefelder Appell. 1981-1982 kommt es durch die offen antisemitischen und rechtsextremistischen Aktivitäten des damaligen Präsidenten Cohrs zu einer innerverbandlichen Krise, infolge derer viele Personen und ganze Landesverbände austreten. Dadurch kommt es zu einer Stärkung der rechtsextremen Gesamttendenz. 1985 wird der WSL-D vom WSL-I ausgeschlossen und arbeitet seitdem eigenständig. Bis heute ist der WSL-D im ökologischen Bereich aktiv und versucht die dortigen rechten Entwicklungen zu begleiten und zu fördern.
Seit 1969 erscheinen als Organ des WSL-D die Lebensschutzinformationen – Stimme des Gewissens ( L S I ) mit einer monatlichen Auflage von mehreren tausend Exemplaren.Die LSI wird vom WSL-D und CH gemeinsam herausgegeben. Hauptautoren sind Ursula Haverbeck-Wetzel, Ernst Otto Cohrs und Werner Georg Haverbeck.
Neben Beiträgen zu Umweltschutz, AKW-Technik und Gentechnik finden sich in der Zeitung auch »geschichtsrevisionistische« Artikel zur Bombardierung Dresdens, wie z.B. Plädoyers für einen neuen Patriotismus mit einem Artikel von Alfred Mechtersheimer.
Der WSL-D ist mit dem Collegium Humanum verflochten: Das CH stellt seine Räumlichkeiten für Seminare und Treffen zur Verfügung, die neben dem WSL-D auch von anderen Gruppen genutzt werden. Zu nennen sind der Bund Heimattreuer Jugend, der Bund der Goden, das Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers, der Witikobund und der Verein Gedächtnisstätte. Enge Verbindungen bestanden zur Freisozialen Union. Durch Haverbeck bestanden Kontakte zur Gustav Heinemann Initiative und zum Deutschen Rat für Umweltschutz.
3.5 VEREIN COLLEGIUM HUMANUM
Bildquelle - Nadir
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1999 übernahm sie zahlreiche seiner Funktionen, so auch den Vorsitz des mit ihm 1963 als „Heimvolkshochschule für Umwelt und Lebensschutz“ gegründeten und seit Mai 2008 verbotenen Collegium Humanum in Vlotho. Die „Heimvolkshochschule“ wurde ein für viereinhalb Jahrzehnte viel besuchter Tagungsort.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat das CH am 7. Mai 2008 verboten. Das Verbot betrifft den Verein „Collegium Humanum“ einschließlich seiner Teilorganisation „Bauernhilfe e.V.“ sowie den „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“.
„Quelle Belltower News: Das Verbot erfolgt gemäß § 3 des Vereinsgesetzes. Beide Vereine richten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik Deutschland und verstoßen durch ihre fortgesetzte Leugnung des Holocaust gegen geltendes Recht“, so die Begründung des Ministeriums.
Das Haus „Collegium Humanum“ in hatte rund 50 Betten und Räume für etwa 150 Personen. Die Vorsitzende Ursula Haverbeck-Wetzel ist eine verurteilte Holocaustleugnerin und zugleich stellvertretende Leiterin des „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV). Sowohl der VRBHV als auch die rechtsextreme Reichsbürgerbewegung und neonazistische Kameradschaften nutzten das CH regelmäßig als Tagungsstätte. Auch Auftritte rechtsextremer Bands fanden dort statt. Mehrfach wurde der Rechtsextremist Horst Mahler für Vorträge eingeladen.
Die vom CH herausgegebene Zeitschrift Stimme des Gewissens mit rund 3000 Exemplaren enthält laut Verfassungsschutz zahlreiche revisionistische Aufsätze. 2003 wurden zwei Ausgaben wegen Holocaustleugnung beschlagnahmt.
3.6 VEREIN ZUR REHABILITIERUNG DER WEGEN BESTREITENS DES HOLOCAUST VERFOLGTEN (VRBHV)
Bildquelle AntifaInfoblatt
Bereits vor der Wende 1989 pflegte sie Verbindungen zu politisch rechten Gruppierungen wie der NPD mit dem Ziel einer großen nationalen Sammlungsbewegung in Deutschland. Diese Ausrichtung verstärkte sich in den Folgejahren. So wurde sie als stellvertretende Leiterin in dem Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten (VRBHV) aktiv, der am 9. November 2003, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, in Vlotho gegründet wurde.
Vorsitzender ist der Schweizer Holocaustleugner Bernhard Schaub. Daneben haben fast alle bekannten Leugner des Holocaust, darunter Ernst Zündel (Kanada), Robert Faurisson (Neonazi aus Frankreich), Germar Rudolf, Jürgen Graf, der österreichische Neonazi Gerd Honsik, Wilhelm Stäglich, Fredrick Toben (Australien), Andres Studer, Hans-Dietrich Sander, der Rechtsterrorist Manfred Roeder, Frank Rennicke und Anneliese Remer an der Gründung mitgewirkt.
3.7 GEDÄCHTNISSTÄTTE E. V.
1992 gründete Haverbeck den rechtsextremen Gedächtnisstätte e. V. in Seevetal. 2014 eröffnete der Verein eine „Gedächtnisstätte für die deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs“ in Guthmannshausen. Der Verein wird vom Verfassungsschutz Niedersachsen beobachtet.
Der Verfassungsschutz Niedersachsen schreibt 2011 (Link)
„Ein weiteres Beispiel für revisionistische Organisationen ist der 1992 gegründete Verein Gedächtnisstätte e. V. Vorsitzende war zunächst die Rechtsextremistin Ursula HAVERBECKWETZEL, 2003 folgte Wolfram SCHIEDEWITZ aus Seevetal (Landkreis Harburg). Gemäß Satzung will der Verein eine würdige Gedächtnisstätte für die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern errichten. Der Verein arbeitet eng mit verschiedenen rechtsextremistischen Verbänden und Vereinen ähnlicher Zielsetzung, u. a. der Schlesischen Jugend, zusammen.
[…]
Von 2007 bis 2009 unterhielt der Verein Räumlichkeiten im sächsischen Borna, die er verschiedenen rechtsextremistischen Gruppierungen zur Verfügung stellte. Im September wurde bekannt, dass der Verein im thüringischen Guthmannshausen Räumlichkeiten über ein Vereinsmitglied erworben hat. Als Referentin der ersten Veranstaltung sprach die Holocaustleugnerin HAVERBECK-WETZEL.“
Ursula Haverbeck/ Verein Gedächtnisstätte e.V und die AfD
In welchem Umfang Ursula Haverbeck direkt Kontakte in die oder im Umfeld der AfD hat, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Prominente AfD-Funktionäre (wenn man von Doris von Sayn-Wittgenstein mal absieht), werden es vermeiden, die Gedächtnisstätte in Guthmannshausen als Redner zu besuchen. Aufschlußreich dürfte allerdings eine Rede von Björn Höcke auf einer Kundgebung sein, in der er Ursula Haverbeck verteidigte:
Bei einer Kundgebung empört sich der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke über die Gefängnisstrafe der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Es spricht von “Meinungsdelikt”. Höcke verharmlost also das Leugnen der Massenvernichtung der Juden im Dritten Reich als „Meinungsdelikt“. Das Deutsche Strafrecht kennt natürlich keine “Meinungsdelikte”, sondern “Äußerungsdelikte”, die gegen die Menschenwürde oder die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet sind. Auch hier gilt wieder: Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Björn Höcke provoziert gerne. Der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende gehört in der Partei zum völkisch-nationalen Flügel und weiß, wie man auf der Klaviatur des Nationalismus spielt, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.
Quelle Panorama: Am 28.10.2016 hat Höcke auf einer Kundgebung in Gera die Holocaust-Leugnerin verteidigt, die wegen eines “Meinungsdeliktes” für mehrere Jahre ins Gefängnis gehe, während Vergewaltiger mit dem “richtigen” Hintergrund auf Bewährung frei kämen.
notorische Holocaust-Leugnerin
Bei dieser Kundgebung in Gera beklagte sich Höcke, dass eine fast 90-jährige (die heute 91 Jährige war zu diesem Zeitpunkt 88 Jahre alt) Seniorin von einem Gericht zu elf Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden ist.
Sie habe öffentlich einen „historischen Sachverhalt“ geleugnet. Was Höcke in seiner Rede verharmlosend als „sogenannte Meinungsdelikte“ bezeichnete, ist die Leugnung des Holocausts. Die Frau, die er verteidigt, ist die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Die Frau ist inzwischen acht Mal wegen Volksverhetzung verurteilt worden.
Im Umfeld der AfD agiert die Volksliedertafel Dresden, die direkten Kontakt nach Guthmannshausen vorweisen kann, besagte Volksliedertafel, trat auch bei Veranstaltungen der Jungen Alternative auf, und im Vorprogramm der Dresdner Rede im Ballhaus Watzke von Höcke in 2018.
Quelle Fuchsenrot: Allerdings tritt die Gruppe nicht nur bei Pegida auf. 2016 wurde auf der Sonnenwendfeier des Chemnitzer Vereins „Heimattreue Einsiedel e.V.“ musiziert, 2017 als Rahmenprogramm zu Björn Höckes bekannter Dresdner Rede im Ballhaus Watzke und 2018 bei Veranstaltungen von „Zukunft Heimat“ in Cottbus und Sagritz. Auch für interne Veranstaltungen der Jungen Alternative Sachsen (August 2018) sowie des Dresdner AfD-Verbands (Dezember 2017) lassen sich Auftritte nachweisen.
Der im nordvogtländischen Reichenbach gegründete Freundeskreis hat zum Ziel, den ehemaligen NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt wieder an die Spitze der rechtsextremen Szene zu bringen. Laut dem sächsischen Verfassungsschutz haben die Mitglieder des Freundeskreises eine Verbindung zur Kameradschaft „Revolutionäre Nationale Jugend“. (Quelle Endstation Rechts)
Quelle Fuchsenrot: Im Jahr zuvor – am 9. Dezember 2017 – gab die Volksliedertafel Dresden gemeinsam mit dem Nazi-Liedermacher Frank Rennicke das Rahmenprogramm einer Lesung des NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt in Guthmannshausen. An einem anschließenden Gedenkritual mit Fackeln und Fahnen nahm mindestens ein Volksliedertafel-Musiker teil.
3.8 WOLFRAM SCHIEDEWITZ
Der Landschaftsarchitekt Wolfram Schiedewitz mit Büros in Seevetal-Ramelsloh und Schwerin ist Vorsitzender vom Verein “Gedächtnisstätte“, der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft und seit Jahren beobachtet wird.
Der Verein residiert auf dem ehemaligen Rittergut Gutmannshausen (Thüringen). Auf einer ersten Veranstaltung vom Verein sprach dort die verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.
Die Telefon- und Fax-Nummer des rechtsextremistischen Vereins “Gedächtnisstätte” sind identisch mit den Büroanschlüssen vom Landschaftsarchitekten Schiedewitz in Seevetal-Ramelsloh.(Stand 2012 Drucksache 16/4649)
Quelle Drucksache16/4649: Wolfram Schiedewitz, der Verein „Gedächtnisstätte“ und seine Aktivitäten im Land Niedersachsen Wolfram Schiedewitz ist Vorsitzender des Vereins „Gedächtnisstätte“, der von den Sicherheitsbehörden als rechtsextremistisch eingestuft und seit Jahren beobachtet wird. Schiedewitz und sein Verein gehören einem bundesweiten Netzwerk von Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten an. In einer Antwort auf eine Anfrage mit dem Titel „Geschäftsbeziehungen des Landschaftsarchitekten Wolfram Schiedewitz mit dem Land Niedersachsen“ räumte die Landesregierung ein, dass das Land Niedersachsen mit Schiedewitz in den 1980er- und 1990er-Jahren Geschäftsbeziehungen pflegte.
bundesweites Netzwerk aus Holocaust-Leugnern und Geschichtsrevisionisten
Schiedewitz gehört nach Angaben der Sprecherin des niedersächsischen Verfassungsschutzes zu einem bundesweiten Netzwerk aus Holocaust-Leugnern und Geschichtsrevisionisten. Der Landschaftsarchitekt gibt auf seiner Internetseite unter Referenzen eine Vielzahl von öffentlichen Auftraggebern an, darunter auch die Gemeinde Rosengarten (Stand 2012 Drucksache 16/4649).
Quelle Drucksache 16/4477: Der Landschaftsarchitekt Schiedewitz ist Ende der 1980er- bis in die 1990er-Jahre mehrmals von den früheren Staatshochbauämtern, die später im Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide aufgegangen sind, beauftragt worden. Bei den ermittelten Aufträgen des Büros handelt es sich überwiegend um Leistungen in Liegenschaften, die bereits vor längerer Zeit abgegeben wurden und vom Staatlichen Baumanagement nicht mehr betreut werden.
Die Vertragsunterlagen liegen nicht mehr vor, da die Aufbewahrungs-fristen für die Verträge bereits abgelaufen sind. Den Erinnerungen älterer bzw. ehemaliger Mitarbeiter des Staatlichen Baumanagement zufolge hat das Büro folgende Aufträge bearbeitet. Da es sich um Gedächtnisangaben handelt, kann für die Vollständigkeit der Aufzählung keine Gewähr übernommen werden
Desweiteren tauchte Schiedewitz im Umfeld der Hamburg Harburger Gelbwesten auf. Die Linke stellte
Quelle Antrag der Linke Hamburg: Seit Ende 2018 wurde eine von der sogenannten Gruppe „Gelb-Westen Sektion Hamburg“ organisierte Kundgebung regelmäßig sonnabends um 14 Uhr auf dem Harburger Rathausplatz abgehalten. Maßgeblich beteiligt an dieser Gruppe ist nach Aussage der Gruppe „Harburger Bündnis Einig gegen Rechts“ auf ihrer Facebook-Seite der als rechtsradikal bekannte Klaus-Wolfram Schiedewitz, der Vorsitzender des rechtsextremen Vereins „Gedächtnisstätte e. v.“ im thüringischen Guthmannshausen ist.
Schiedewitz gehört laut Aussage der Verfassungsschutz-Sprecherin Maren Brandenburger in einem Artikel der „Morgenpost“ von 2012 zu einem „Netzwerk von Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten, die das nationalsozialistische Deutschland von Schuld reinwaschen“ wollen. Die Gruppe um Schiedewitz hängt sich an die Protestaktionen der französischen „Gelbwesten“ an, um in Harburg öffentlich rechtsradikale Parolen zu verbreiten, In ihrem Flugblatt fordern sie u. a. die „Abschaffung des Volksverhetzungsparagraphen“, ein „Europa der Vaterländer“ und die „Beendigung der Besetzung unseres Landes“, was die Gruppe auch in die Nähe der sogenannten „Reichsbürger“ rückt.
Zwar haben sich die „Gelbwesten“ nach antifaschistischen Protesten am 9. Februar momentan vom Harburger Rathausplatz zurückgezogen, sie sind aber nach wie vor aktiv, so traten sie mittlerweile auch vor dem Kaufhaus „Saturn“ in der Hamburger Innenstadt in Erscheinung. Es ist deshalb wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder öffentlich im Bezirk Harburg auftreten.
3.9 PAUL LATUSSEK
Paul Latussek war von 1992 bis 2001 Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen (BdV) und 1990 bis 2001 dessen Landesvorsitzender in Thüringen. Er war bis 2001 auch Landesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien. Außerdem war er 1990 Abgeordneter der Volkskammer der DDR sowie Landesvorsitzender der Deutschen Sozialen Union (DSU) und wollte als AfD.Mitglied 2013 den AfD-Kreisverband Ilm ohne Mandat der AfD gründen. Latussek ist ein verurteilter Volksverhetzer. Und er ist aktuell Schatzmeister des Vereins Gedächtnisstätte e.V., der in Guthmannshausen die Gedächtnisstätte betreibt.
Latussek publizierte in zahlreichen rechtskonservativen oder rechtsextremen Zeitschriften wie Nation und Europa, Deutsche Wochenzeitung und Junge Freiheit. 1995 erschien ein Beitrag Latusseks in einem Buch des Hohenrain-Verlags, einer Tochter des als rechtsextrem eingestuften Grabert-Verlags. Bei einer Veranstaltung der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik (GfP) trat er 1997 als Referent auf. 1998 soll Latussek die Finanzierung einer Werbetafel im Ilm-TV, einem regionalen Fernsehsender, übernommen haben, mit der zur Teilnahme an einer Demonstration der NPD und militanter Freier Kameradschaften am 1. Mai in Leipzig aufgerufen wurde.
Für das Personal der neu gegründeten Alternative für Deutschland (AfD) wäre das gewiss noch eine milde Bezeichnung. In Thüringen beispielsweise taucht mit dem 77-jährigen Paul Latussek ein Mann bei dieser Partei auf, der seit den neunziger Jahren eine ziemlich bräunliche Spur hinterließ. In Ilmenau initiierte er jetzt die Gründung eines Ilmkreis-Verbandes der AfD.
Im Thüringer Landtag verteilte Latussek am 16. Mai 2000 ein Flugblatt mit dem Titel „Was jeder Deutsche wissen sollte“.
Hierbei beklagte er unter anderem eine „willkürliche Verschiebung der deutschen Ostgrenze an die Oder und Neiße“, weil dies einen „Gebietsverlust des Gebietes des Deutschen Reiches“ bedeutet habe.
Außerdem warf er Polen und Tschechien eine „Misshandlung von Kindern und Jugendlichen bei der Zwangspolonisierung und Zwangstschechisierung“ vor und schrieb vom „Völkermord an den ostdeutschen Stämmen“.
Von dem Flugblatt, das nach dem Empfinden der allermeisten Abgeordneten einen „deutschtümelnden und geschichtsverfälschenden“ Inhalt hatte, wollte sich Latussek nicht distanzieren. Der zunehmende öffentliche Druck führte unter anderem dazu, dass er am 7. November 2001 als Redner beim „Tag der Heimat“ des BdV in Düren wieder ausgeladen wurde.
Für Ende Mai 2004 wurde Latussek, der sich trotz Nichtwiederwahl weiterhin als Landesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien bezeichnete, als Referent beim „2. Freiheitlichen Kongreß“ des „Deutsche Stimme-Verlags“ der NPD angekündigt. Er ist außerdem Unterzeichner eines Aufrufes des „Instituts für Staatspolitik“ unter dem Titel „8. Mai 1945 – Gegen das Vergessen – 8. Mai 2005“.
4. AfD
Auf allen Demonstrationen von Querdenken war im Vorfeld von der AfD aufgerufen worden an den Veranstaltungen teilzunehmen. In dieser Rubrik werden wir die Hintergründe und Strukturen der AfD zu Querdenken und
Allein schon die Tatsache, dass man eine Rechtsextreme Partei nicht innerhalb der Querdenken Gruppen kritisiert wird, ist schon nicht nur Fragwürdig, sondern zeigt wo diese Gruppierung politisch steht.
Und zwar nicht in der Mitte der Gesellschaft sondern am rechten Rand. Denn wer dies hier akzeptiert kämpft nicht um die Freiheit aller Menschen, sondern für die Intoleranz und den Aufbau einer durch und durch faschistischen Ideologie. (Hier zur Faschimustheorie nach Eco).
Bisher auf jeder einzelnen Querdenken Demonstration zu finden. Der Staatsfeindliche Aufzug der AfD. Quelle Volksverpetzer.
4.1 Aufrufe der AfD
Im speziellen rief hier u.a. Björn Höcke auf, am 29.08.2020 in Berlin teilzunehmen. Auch bei der ersten Demonstration nahm der Thüringische Landesverband der AfD teil. Gerade der Kreisverband Eichsfeld (Thorsten Heise hier wohnhaft, genauso wie Björn Höcke) war bei der Demonstration vom 01.08.2020 stark vertreten.
Natürlich rief auch Alice Weidel zur Demonstration am 29.08.2020 auf. Auch weitere Bundestagsabgeordnete der AfD beteiligen sich fleißig an den Aufrufen. Busse sind organisiert und werden wohl auch entsprechend durch die AfD gesponsort, ist anzunehmen. (Soviel zum Thema, Parteien würden z.B. "die Antifa" sponsern, wer bezahlte denn die Busse der Demoteilnehmer:innen am 29.08.2020?)
Neben Chrupalla, Höcke und Weidel rief auch MdB Brandner zur Teilnahme an der Demonstration am 29.08.2020 auf.
4.2. MdL Lars Günther AfD
Auch das MdL des brandenburgischen Parlaments, Lars Günther, war natürlich bei der Demo am 29.08. zugegen . Günther ist seit März auf vielen Querfront-Veranstaltungen anzutreffen, so auch vor der Volksbühne.
"Lars Günther taucht das erste Mal wahrnehmbar 2014 im Zuge der sogenannten Friedensmahnwachen in Berlin auf. Günther war bereits bei den ersten Mahnwachen dabei und fing schnell selbst an aktiv zu werden, bspw. durch das Verteilen von Flyern. Unter den verschiedensten rechten und verschwörungstheoretischen RednerInnen war auch der rechte Publizist Jürgen Elsässer. Elsässer war jedoch einigen „MahnwächterInnen“ zu rechts, daraufhin gründete er den „Arbeitskreis Berlin“ (AK Berlin). Diese wollte laut eigener Aussage die Bewegung vervielfältigen, war jedoch eine klare rechte Abspaltung. Dort wurde Günther nun aktiv und meldete im April 2014 seine erste Demo in diesem Kontext an.
Die anfängliche Querfrontmanier jenseits von rechts und links ließ er schnell hinter sich. Da Elsässer als häufiger Gast seine Positionen vertrat, wundert es kaum, dass Günther sich immer weiter nach rechts verortete. Im Juli 2014 hielten Elsässer und er gemeinsam auf einer von Günther organisierten Demonstration auf dem Alexanderplatz Reden. Hier betreute Günther auch den Lautsprecherwagen. An geschichtsträchtigen Tagen organisierte er vor dem Kanzleramt Kundgebungen, am 03. Oktober 2014 unter anderen mit dem Verschwörungstheoretiker, Reichsideologe und Sänger Xavier Naidoo. Aufgrund seines Prominentenstatus konnte Naidoo die Verschwörungstheorien der „MahnwächterInnen“ mehrfach zum Beispiel in Talk-Shows vertreten.
Die Veranstaltungen rückten immer weiter nach rechts und bildeten ein Sammelbecken für Verschwörungstheorien und Reichsbürgerideologien. Bereits hier zeigt sich, dass Günther keine Berührungsängste zu klaren Neonazis wie Sebastian Schmidtke hat. 2015 fand er dann zur AfD und nahm an der AfD Großdemonstration in Berlin teil."
4.2.1. Lars Günther und die "Friedensmahnwachen"
"Die unter den Namen „Mahnwachen für den Frieden“, „Friedensbewegung 2.0“ oder „Montagsmahnwachen“ veranstalteten Kundgebungen entstanden im Zuge der Ukraine-Krise 2014 um Lars Mährholz herum. Während versucht wurde sich in die Tradition der Bürgerrechtsbewegung der DDR und ihrer Montagsdemonstrationen zu stellen, fielen sie stattdessen durch Antiamerikanismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien auf. Schuld an Krieg und Leid seien fremde Mächte und die Geldgier der Banken. Ebenfalls sei Deutschland bzw. das deutsche Volk von diesen unterjocht und nicht souverän.
Schnell wurde klar, dass die Kundgebungen nicht nur anschlussfähig für sogenannte ReichsbürgerInnen und VerschwörungstheoretikerInnen sind, sondern diese das Publikum dominierten. Die Teilnehmenden und OrganisatorInnen für diese Veranstaltungen kamen aus allen politischen Richtungen, es wurde aktiv versucht sich als Bewegung jenseits von links und rechts darzustellen. Diesem Kontext entstammt der Begriff „Querfront“. Neben Lars Mährholz, trat auch immer wieder der Publizist Jürgen Elsässer, aber auch der Berliner NPD-Vorsitzende und „Nationaler Widerstand Berlin“ Aktivist Sebastian Schmidtke, auf."
"Die unter den Namen „Mahnwachen für den Frieden“, „Friedensbewegung 2.0“ oder „Montagsmahnwachen“ veranstalteten Kundgebungen entstanden im Zuge der Ukraine-Krise 2014 um Lars Mährholz herum. Während versucht wurde sich in die Tradition der Bürgerrechtsbewegung der DDR und ihrer Montagsdemonstrationen zu stellen, fielen sie stattdessen durch Antiamerikanismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien auf.
Schuld an Krieg und Leid seien fremde Mächte und die Geldgier der Banken. Ebenfalls sei Deutschland bzw. das deutsche Volk von diesen unterjocht und nicht souverän. Schnell wurde klar, dass die Kundgebungen nicht nur anschlussfähig für sogenannte ReichsbürgerInnen und VerschwörungstheoretikerInnen sind, sondern diese das Publikum dominierten. Die Teilnehmenden und OrganisatorInnen für diese Veranstaltungen kamen aus allen politischen Richtungen, es wurde aktiv versucht sich als Bewegung jenseits von links und rechts darzustellen. Diesem Kontext entstammt der Begriff „Querfront“. Neben Lars Mährholz, trat auch immer wieder der Publizist Jürgen Elsässer, aber auch der Berliner NPD-Vorsitzende und „Nationaler Widerstand Berlin“ Aktivist Sebastian Schmidtke, auf."
4.5. Wie die AfD und Querdenken zusammenarbeiten
Querdenken und der AfD geht es nur ihre eigenen Anti-Demokratischen Ansichten. Man Teilt untereinander dieselben Beiträge, man ist in denselben Chats unterwegs, und ist geeint im Hass auf alles Demokratisches was nicht ihrer eigenen Wertvorstellung entspricht, oder eben ihnen widerspricht. Gleichzeitig nutzt man offensichtlichen Antisemitismus und Geschichtsrelativierung um ihre eigenen politischen Ziele in Szene zu setzen.
AfD und Querdenken teilen gleichermaßen solche Behauptungen.
Wie sehr Querdenken und die AfD kooperieren, sieht man an der bedingungslosen Toleranz auf ihren Demonstrationen. Ohne Kritik, wir hier ein Mitglied des Bundestages der rechtsextremen AfD auf der Bühne geduldet. Toleranz der Intoleranz ist das Begräbnis des Liberalismus und die persönliche Abschaffung der eigenen Freiheit.
— Rechercheplattform zur Identitären Bewegung (@IbDoku) September 4, 2020
Gunnar Lindemann
Gunnar Lindemann ist ein AfD-Politiker aus dem Berliner Bezirk Marzahn, der im Berliner Stadtparlament sitzt. Er ist häufig in Russland und den "Noworossija"-Staaten (Donezk, Luhansk, Südossetien etc.) anzutreffen.
"Lindemann, ein AfD-Politiker und Abgeordneter für Berlin Marzahn im Berliner Stadtparlament, vertritt einen Bezirk mit einer großen russlanddeutschen Gemeinde, in dem die AfD einen Rekordsieg einfahren könnte. Während die russische Öffentlichkeit Lindemann als deutschen Politiker in diplomatischer Mission sah, ist er in den deutschen Medien negativ aufgefallen, weil er öffentlich mit Anhängern des rechtsextremen Milieus, darunter Neonazis und NPD-Funktionären, auftrat. Darüber hinaus wurde berichtet, dass Lindemann sich in sozialen Medien fremdenfeindlich geäußert hat und Mitglied in Gruppen ist, in denen nationalistische und antisemitische Inhalte grassieren. "
AfD-Delegation auf dem Yalta International Economic Forum (YIEF) 2018. Das Bild trägt den Untertitel: "Bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Krim-Parlaments, Konstantinov, wurden Ideen und konkrete Schritte zur Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Krim ausgetauscht."- Bildquelle: https://twitter.com/AfDrus/status/986959690717433859AfD-Delegation auf dem Yalta International Economic Forum (YIEF) 2018. Das Bild trägt den Untertitel: "Bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Krim-Parlaments, Konstantinov, wurden Ideen und konkrete Schritte zur Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Krim ausgetauscht." - Bildquelle: https://twitter.com/AfDrus/status/986959690717433859
Laut Lindemanns Facebook-Post vom 14. Mai 2018 traf er sich mit "Russlanddeutschen" der Donezker Republik und schlug vor, eine national-kulturelle öffentliche Organisation zu gründen sowie im Herbst ein Oktoberfest zu veranstalten. Die Außenministerin der Volksrepublik Natalia Nikonorowa hat versprochen, das Projekt zu prüfen. Die Pravda hat ein Interview mit Lindemann über seinen Besuch veröffentlicht.10
Am 10. Juni 2019 ist Gunnar Lindemann auf einem Bild zusammen mit Kris Roman, dem finnischen russophilen Faschisten Johan Bäckman und dem Außenminister von Südossetien-Alanien, Herrn Dmitry Medoev (Farnawaz Medoiti) in Südossetien zu sehen. Es gibt Bilder von dieser Reise, die Roman mit einem Gewehr zeigen.
Am 12. Juni postete der finnische rechtsextreme und russophile Agent Provocateur Johan Bäckman ein Bild der Waffe, die Kris Roman auf dem Bild in der Hand hält.
Am 12. Juni 2019 ist Lindemann zusammen mit dem Präsidenten von Südossetien Anatoliy Bibilov, den Lindemann als "langjährigen Freund" bezeichnet, und Roman zu sehen. Weitere Personen, die auf dem Bild zu sehen sind, sind: Stefano Bonilauri, Farnawaz Medoiti und der finnische Faschist Johan Bäckman.
Im August 2020 nahm Lindemann an einer Massendemonstration von Corona-Leugnern teil, darunter Hardcore-Neonazis, Reichsbürger, Identitäre, Anti-Vaxxer, Anhänger der Qanon-Verschwörungstheorie und andere unter einem antiwissenschaftlichen und verschwörungstheoretischen Dach in die "Querfront" gelockte Anhänger.
Frohnmaier war seit der Gründung der AfD-Jugendgruppe "Junge Alternative" im Jahr 2014 maßgeblich an deren Aufbau beteiligt. Sie war aus einer AfD-affinen Studentengruppe hervorgegangen, die Frohnmaier gegründet und mehrere Jahre lang geleitet hatte.
In seiner zentralen Funktion als Jugendbewegungsleiter der AfD stand Frohnmaier spätestens seit 2016 in Kontakt mit russischen Jugendgruppen. Im April desselben Jahres hatte er sich Berichten zufolge mit Robert Schlegel, Duma-Abgeordneter sowie hoher Funktionär der Partei "Einiges Russland", getroffen, um "auszuloten, welche Form der Zusammenarbeit möglich sein könnte" mit der Jugendorganisation von "Einiges Russland", der Jungen Garde (Molodaia Gvardiia). Diese Gespräche wurden im Dezember 2016 fortgesetzt, als sich Frohnmaier mit der internationalen Sekretärin der Jungen Garde, Daria Sharova, in Moskau traf.
Das Totenkopfsymbol scheint von einer Militärflagge der Tschetnik-Detachements der jugoslawischen Armee abgeleitet zu sein, die während des Krieges gegen die Türken in den Jahren 1876-1878 gebildet wurde. Es lautet: "Mit dem Glauben an Gott - Freiheit oder Tod" ("С верой в Бога - свобода или смерть"). Tschetnik-Kommandos kämpften u.a. unter Hitler und Mussolini im Zweiten Weltkrieg.
Im April 2017 hatte sich Frohnmaier mit Martin Sellner, Leiter der Identitären Bewegung Österreich, getroffen.
2018
Im März 2018 reiste Frohnmaier als Beobachter der russischen Präsidentschaftswahl vom 16. bis 19. März nach Moskau, zusammen mit mehreren anderen AfD-Politikern.
AfD-Abgeordneter Dietmar Friedhoff, ordentliches Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages und Mitglied der AfD seit deren Gründung
Im August 2020 nahm Frohnmaier an einer Massendemonstration von Corona-Leugnern teil, darunter Hardcore-Neonazis, Reichsbürger, Identitäre, Anti-Vaxxer, Anhänger der Qanon-Verschwörungstheorie und andere unter einem antiwissenschaftlichen und verschwörungstheoretischen Dach in die "Querfront" gelockte Anhänger.
Markus Frohnmaier attending the Querdenken demonstration.
NPD
Auch die rechtsextreme NPD war vor Ort, mit deutlichen Plakaten und zwar auf allen Querdenken Demonstrationen, toleriert, akzeptiert und nicht kritisiert. Man kämpft also mit einer Anti-Demokratischen Partei um den Tag der Befreiung Herr Ballweg? Mut zur Wahrheit darauf zu antworten Querdenken 711? Mut zur Wahrheit?
Querdenken macht seit Wochen und Monaten keinerlei Anstalten sich auch nur inhaltlich sich von der Rechtsextremen Szene zu distanzieren, nein wie hier in diesem Beispiel, findet es Ralf Ludwig von Querdenken sogar gut das die NPD dabei ist.
Die Nähe der Identitären Bewegung zur AfD und auch zu Querdenken ist fließend. Immerhin waren auf allen Querdenken Demonstrationen auch die Identitäre Bewegung zahlreich vertreten.
Als Identitäre Begung (auch Identitäre Generation, kurz Identitäre oder IB) bezeichnen sich mehrere aktionistische, völkisch orientierte Gruppierungen, die ihrem Selbstverständnis nach einen sogenannten „Ethnopluralismus“ vertreten. Sie gehen von einer geschlossenen, ethnisch homogenen „europäischen Kultur“ aus, deren „Identität“ vor allem von einer „Islamisierung“ bedroht sei. Fachjournalisten, Wissenschaftler und Verfassungsschützer beschreiben solche Vorstellungen als „Rassismus ohne Rassen“ und ordnen die Gruppen dem Rechtsextremismus zu. In Deutschland können die Identitären vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) nachrichtendienstlich überwacht werden, weil die „Positionen der IBD nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind“. Auch in Österreich und Frankreich werden sie von den Staatsschutzbehörden überwacht.
Auch das Umfeld der Identitären Bewegung war bisher auf allen Querdenken Demonstration Berlin bis Stuttgart vor Ort. Neben Einprozent (siehe weiter unten), Euroäische Aktion, Junge Alternative und weiteren Gruppierungen aus dem Rechtsextremen Umfeld.
Und hier die Identitären. Das Schlagwort "Heimatschutz" hat eine Tradition in der extremen Rechten, z.B. entstand aus dem Kameradschaftsverbund "Thüringer Heimatschutz" der NSU.https://t.co/du2lNNSxMM
— Antiautoritäres Rüsseltier (@Chronik_ge_Re) April 4, 2021
Im Vorfeld zu jeder Einzelnen Demonstration, ob nun in Berlin oder Leipzig gab es massive Aufrufe um an den Demonstrationen teilzunehmen. Hier im Beispiel der Aufruf zu Querdenken am 29.08.2020.
1.4.2 Einprozent
Die Kampagne "Ein Prozent für unser Land" ist eine deutsche Kampagne, die der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) angeschlossen ist. Der Name ist eine Anspielung auf die Idee, dass es nur ein Prozent der Bevölkerung braucht, um Deutschland zu verändern.
Derzeit wird Ein Prozent von Philip Stein geleitet, der den Verlag Jungeuropa2 betreibt, der vor allem deutsche Übersetzungen international bekannter rechtsextremer Autoren, wie z.B. Alain de Benoist, veröffentlicht. Stein ist auch Sprecher der rechtsextremen "Deutschen Burschenschaft ", einem Dachverband rechtsextremer deutscher Burschenschaften.
In einer aktuellen Grafik hat "Ein Prozent" sein Aktionsfeld mit folgenden Schlagworten definiert4:
Auf allen Demonstrationen rund um Querdenken waren und sind militante Neonazis zugegen gewesen. Kann man schlichtweg ja auch nicht übersehen, denn sie tragen durchaus sichtbar ihre Meinung offen zur Schau. Wir reden hier sicherlich nicht über "Kontaktschuld", sondern eher darüber warum eigentlich Querdenken diese Gruppen durchweg nicht auf ihren Demonstrationen ausschließt? Oder sich mal klar und deutlich gegenüber Rechtsextremen distanziert. Eine Massenbewegung, die einerseits zwar Rechtsextremisten in ihren Reihen zulässt, ohne Kritik, ohne Widerstand, und auch ohne kritische Stimmen der Antifaschistischen Gegner zulässt, hat sich schlichtweg dort positioniert wo eben die militanten Rechtsextremen auch stehen, am ganz rechten Rand dieser Gesellschaft.
Quelle Antifainfo Blatt: Ähnlich strafrechtlich relevanten Körperschmuck trägt auch Frank Kortz’ Freund und Trainingspartner Wolfgang B. Der Mannheimer lebt seit einigen Jahre in Hamburg und wird der dortigen Rockerszene zugerechnet. Beide verbindet weit mehr als nur ihre regionale Herkunft: Wolfgang B. ist Mitglied der „Hammerskins“ und war beim neonazistischen "Aktionsbüro Rhein-Neckar" aktiv. Nach seinem Umzug nach Hamburg pflegte er unter anderem Kontakte zum dortigen Neonazi-Aktivisten Thorsten de Vries und trainierte mit diesem im selben Fitnessstudio. Frank Kortz und Wolfgang B. teilen auch die Zugehörigkeit zur Hooliganszene. Wenn auch Anhänger unterschiedlicher Vereine, brüsteten sich beide in sozialen Netzwerken mit der gemeinsamen Verabredung zu Schlägereien.
Dass Frank Kortz laut eigener Aussage Teilhaber der Magdeburger Hooligan-Marke „Pro Violence“ ist und hier sogar eine eigene Shirt-Kollektion („Tattoo-Frank“) hat passt erneut wie die Faust aufs Auge: Gegründet Anfang der 2000er-Jahre, tauchte die Marke immer wieder im Kontext rechter Hooligans auf. Ihr Gründer Christoph Herpich war darüber hinaus im Jahre 2000 von den Razzien im Zuge des „Blood & Honour“ (B&H) Verbotes betroffen. Auch Kortz scheint diese Organisation nicht fremd zu sein: sein rechtes Handgelenk ziert der Schriftzug "Blood & Honour", kombiniert mit einer Trisikele - das Logo der deutschen B&H-Sektion.
Bei Thorsten de Vries und seinen Kameraden da sind wir schon im militanten Umfeld angelangt, Querdenken. Hätte man über Ordner ausschließen können, aber wer eben mit Neonazis redet, diese nicht ausschließt und sogar lobt, muss sich nicht wundern, wenn der Verfassungsschutz bald schon Querdenken im Gesamten überwachen wird.
Auch der alte Nazi-Kameradschaftler Thorsten de Vries ist angereist. So nah wie hier kommen sich Regenbogenfahnen und militante Faschisten wohl selten. #b2908pic.twitter.com/CAZyyyOCTJ
Im weiteren Verlauf, diesmal in Leipzig waren u.a. auch die Kameradschaftsebene und eben auch ganz Gruppen der NPD Jugend nachweislich vor Ort. Auch hier mal wieder die Frage, warum Querdenken diese von den Demonstrationen über den Ausschluss von Ordnern oder Polizei, dies Gruppen nicht ausgeschlossen hat?
Viele Deutsche versuchen mit Holocaust-Metaphern immer wieder von der Täter- in die Opferrolle zu schlüpfen. Dahinter steckt auch ein infamer Versuch der Vertuschung von Schuld. Oder eben bewusst die Tatsache das man mit dem alten Muster des "bösen Juden" arbeiten will, wer sich die Aussagen vieler Personen aus dem ganzen Querdenken Umfeld anschaut, ist es eher wahrscheinlich, dass viele eben auf das alte Antisemitische Narrativ setzen. Denn ein Geschichtsbuch haben die meisten dieser Leute durchaus mal in der Hand gehabt.
Jürgen vom Ballermann fühlt sich „wie ein Jude in den 30er Jahren“, wenn er aufgefordert wird, einen Attest zur Maskenbefreiung vorzuzeigen. Als wäre dieser Vergleich mit den Opfern des NS nicht schon schlimm genug, „performed“ er auch noch live vor dem Brandenburger Tor. #b2201pic.twitter.com/vuwHAPod3O
An einem dieser Übergriffe beteiligte sich auch der Leipziger Kampfsportler und Krav Maga-Trainer Marko Zschörner („Bushido Free Fight Team“), sowie sein Schüler Martin Krause. Zschörner soll dabei einen messerartigen Gegenstand mit sich geführt haben.
Drohkulisse wurde schon Stunden vor dem Aufmarsch-Versuch aufgebaut
Aus Augenzeugenberichten der Gewaltexzesse vom vergangenen Samstag (7. November 2020) in Leipzig wird klar: der rechte Mob, der dort Journalist_innen, Gegendemonstrant_innen und die Polizei angegriffen hatte, muss sich im Vorfeld organisiert haben. Die Übergriffe waren dabei, laut unzähligen Twitter-Meldungen, schon am Vormittag absehbar. Denn die bis zu 500 organisierten Neonazis und rechten Hooligans bauten seit ihrer Ankunft am Augustusplatz, dem Kundgebungsort von „Querdenken“, eine Drohkulisse auf, mit der die Presse und Beobachter_innen des Szenarios eingeschüchtert werden sollten.
Schwarz gekleidet und durchweg vermummt, sammelte sich der rechte Mob am Augustusplatz, Zugang Goethestrasse, als geschlossene Gruppe, bis dann gegen 15:30 Uhr eine vermeintliche Auflösung der Kundgebung durch die Polizei begann. Was dann folgte war, dass dieser bedrohlich wirkende Mob in Richtung des Hauptbahnhofs versuchte zu gelangen. Dabei wurde die eingesetzte Polizei massiv mit Pyrotechnik und Flaschen attackiert. Bis in die Abendstunden zog der organisierte Mob durch die Straßen rund um die Wintergartenstraße und den Hauptbahnhof. Etliche Gegendemonstrant_innen, Journalist_innen und Einsatzkräfte wurden verletzt. Erst nach 20 Uhr wurde die Polizei der Situation habhaft.
Diese dargelegten Ereignisse sind das, was in vielen Medienbeiträgen aktuell für Furore sorgt. Dabei wird kaum erwähnt, dass größere Neonazi-Gruppen schon vor dem Aufmarsch-Versuch am Nachmittag an zahlreichen Stellen rund um die „Querdenken“-Kundgebung die Auseinandersetzung mit Demonstrant_innen antifaschistischer Bündnisse suchte. Vor allem in den Seitenstraßen um die überfüllte Einkaufstraße Grimmaische Straße kam es zu zahlreichen Übergriffen, wie auch um die Moritzbastei – dort, wo sich unweit am Roßplatz antifaschistische Demonstrant_innen versammelt hatten.
Marko Zschörner (1) und Martin Krause (2) treten den Rückzug an, nachdem sie Gegendemonstrant_innen an der Moritzbastei angegriffen hatten (Bildquelle: LVZ-Liveticker vom 7.11.2020)
Tatsächlich berichtete die Leipziger Lokalzeitung LVZ in ihrem Info-Ticker ganztägig über die Geschehnisse und veröffentlichte gegen 14 Uhr einen Fotosatz samt Video von einem dieser gewalttätigen Auseinandersetzungen an der Moritzbastei. Die Bilder und das Video zeigen bis zu zehn vermummte Neonazis, wie sie an einer Straßenecke am Kurt-Masur-Platz die Konfrontation suchen. In dem Video hört man zudem eine Person mehrmals warnend sagen: „der hat ‘nen Messer“.
Mitglieder des „Bushido Free Fight Team“ als bewaffnete Angreifer
Wie Recherchen ergaben handelt es sich bei den angreifenden Neonazis an der Moritzbastei um bekannte Kampfsportler und Hooligans aus Leipzig. Bei einem – der an dem Tag nur maskiert herum lief, jedoch durch sein Basecap wiedererkennbar ist – handelt es sich um Martin Krause.
Mit rund 100 weiteren Neonazis hatte er sich am Vormittag auf einem Parkplatz an der Alten Messe gesammelt, um dann als geschlossene Gruppe in Richtung Zentrum zu fahren. In der Gruppe befanden sich diverse Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet. Krause selbst war offenbar in einer Kleingruppe mit Yves Rahmel aus Chemnitz organisiert. Rahmel ist bekannt durch seine Aktivitäten im Handel mit RechtsRock-Produktionen über das Label „PC Records“ und wird der Nachfolgestruktur von „Blood & Honour“ in Deutschland zugerechnet.
Martin Krause bestritt etliche Kämpfe auf kommerziellen, rechts-dominierten Fightnights, wie der „Ostdeutschland kämpft“-Gala im Februar 2018. Seinen Kämpfernamen „The Bouncer“ bekam er durch seine Tätigkeit als Türsteher bei der rechten Sicherheitsfirma „Black Rainbow Security“ aus Leipzig. Eindrücklich beschrieb das Antifaschistische Infoblatt 2018 u.a. die Verbindungen der sächsischen Neonaziszene mit der Sicherheitsbranche und geht dabei auch auf Krauses Aktivitäten ein.
Links: Martin Krause (1.v.l.) und andere Anhänger der „HooNaRa-Eastside“ auf dem „HoGeSa“-Aufmarsch im Oktober 2014 in Köln (Bildquelle: Pixelarchiv) ; Rechts: Martin Krause auf einer Weihnachtsfeier der „Black Rainbow“-Security in Leipzig, bekleidet mit einem „HooNaRa-Eastside“-T-Shirt
Krause stammt ursprünglich aus dem Raum Zwickau und war dort an die Kameradschaft „Glauchauer Jungs“ angebunden. Gleichzeitig fing er in frühen Jahren an, Kampfsport zu trainieren und nahm für seinen damaligen Verein „Boxclub Chemnitz 94 e.V.“ auch an Meisterschaften im Kickboxen teil. „Schlagen ist mein Vorteil“, sagte er Mitte der 2000er Jahre in einem Interview dem Sender „Sachsen Fernsehen“ im Rahmen seiner Vorbereitung auf die „9. Saxony Open“.
Im Verein erlernte er letztendlich die Grundlagen für seine Karriere als „Gewalttäter rechts“.
Denn in Chemnitz schloss er sich der berüchtigten, extrem rechten Hooligan-Gruppierung „HooNaRa“ („Hooligans Nazis Rassisten“) an. Mit diesem Zusammenhang nahm er etwa an dem gewaltsamen Aufmarsch von HoGeSa („Hooligans gegen Salafisten“) 2014 in Köln teil. Im Januar 2016 war Krause zudem einer von rund 220 Neonazis und Hooligans, die im Nachgang der schweren Angriffe auf Häuser und Geschäfte im alternativen Stadtteil Leipzig-Connewitz von der Polizei festgesetzt wurden. Im März 2019 war Krause Teilnehmer der Beerdigung des Chemnitzer Neonazis und Gründers der „HooNaRa“, Thomas Haller.
In Leipzig gehört Krause mittlerweile seit Jahren zum festen Kern des „Bushido Free Fight Team“ und bestritt für das Gym diverse Kämpfe.
Links: Marko Zschörner, in der selben Weste bekleidet wie am 7. November 2020 in Leipzig; Mitte: das „Bushido Free Fight Team“, vlnr.: Martin Krause, Marko Zschörner und Brian Engelmann; Rechts: Martin Krause auf der Beerdigung von Thomas Haller im März 2019 in Chemnitz (Bildquelle: Flickr, Tim Mönch)
Marko Zschörner, Headcoach des „Bushido Free Fight Teams“, war am 7. November 2020 in Leipzig ebenfalls Teil des gewalttätigen Mobs. Nicht nur am Augustplatz selbst hatte er sich unter die vermummten Neonazis gemischt (siehe Titelbild), sondern war Teil der beschriebenen Neonazi-Gruppe, die an der Moritzbastei antifaschistische Demonstrant_innen angegriffen hatten.
Ihm dürfte auch der mehrfach warnende Ruf „der hat ‘nen Messer“ gegolten haben. Denn wie man in einem Video zu dem Angriff erkennt, hielt Zschörner einen Gegenstand in seiner rechten Hand. Anwesende Journalist_innen berichteten uns auf Nachfrage, dass es sich dabei um eine Art Messer mit länglichen Griff gehandelt habe. Diese Waffe soll er gezogen haben, nach dem es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit den anwesenden Demonstrant_innen gekommen war.
„If you can‘t be safe, be deadly“ – übersetzt „Bist du nicht sicher, sei tödlich“ – kommentierte er eines von vielen Bildern auf seinem Social-Media Profil. Auf den Bildern präsentiert er offenbar seine Sammlung von Einhandmesser, darunter auch eins, welches einen länglichen Griff besitzt und an einem Autoschlüssel als Anhänger angebracht ist.
Knockout 51
Unter den Hunderten rechten Hooligans in Leipzig (7/11/2020), befanden sich auch Neonazis der Gruppe Knockout 51 aus Eisenach Bildquelle https://twitter.com/foto_kemp
In Leipzig waren unter anderem Personen und Gruppen aus der Nazi-Kampfsportszene zugegen. Hier die Gruppe "Knockout 51" aus Eisenach. Die Gruppe hat Verbindungen zur internationalen rechtsterroristischen "Atomwaffen Division".
Das ist für den Innenminister von Sachsen durchaus mehr als peinlich, wenn Antifaschisten und andere Landesämter mehr Informationen zu rechtsextremen Teilnehmern einer Demonstration vorliegen haben. Sowas nennt man ein Totalversagen im Freistaat Sachsen.
Entsprechend eigenen Angaben der Gruppierung "Knockout51" im Internet führte diese Kampfsporttrainings wiederholt in den Räumlichkeiten des "Flieder Volkshauses" der NPD in Eisenach durch. Bekannt ist Knockout 51 aber durch andere Kernkompetenzen wie gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigungen.
2015 wurde in den USA eine rechtsterroristische Gruppe namens „atomwaffen Division“ gegründet, die seitdem für mehrere Morde in den USA verantwortlich sein soll. In Aufrufen propagieren sie den bewaffneten Kampf und beschwören einen „Rassenkrieg“. Der deutsche Ableger gründete sich 2018 und fiel zuletzt durch Morddrohungen auf. Durch den Leak eines großen Neonazi-Forums (Iron March) wurden nun Verbindungen der „Atomwaffen Division“ nach Thüringen bekannt. Ein im Forum aktiver Nutzer, der sich „Antidemokrat“ nennt, dort u.a. Hitler verherrlichte und Antisemitismus verbreitete, ist der aktive Neonazi Leon R. aus Eisenach. Dazu erklärt Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag:
„Bei Leon R. handelt es sich um einen bereits seit Jahren aktiven Neonazi, der tief in der extrem rechten Szene eingebunden ist und bei ‚Knockout51‘, einer Neonazi-Kampfsportgruppe, trainiert, die wiederum ans sogenannte „Flieder Volkshaus“ der Geschäftsstelle der NPD angebunden ist.“ Bereits seit Jahren gelte Eisenach als eine Hochburg der extrem rechten Szene, was nicht nur durch zahlreiche rassistische, antisemitische und neonazistische Aufkleber und Graffiti im Stadtbild offensichtlich wird, sondern ebenso durch Bedrohungen und Übergriffe auf nichtrechte Menschen. König-Preuss weiter: „Die hohe Gewaltaffinität der Neonazis rund um Leon R. äußert sich auch in Form von Waffentrainings und Schießübungen. Zumindest ein Bild belegt seine Teilnahme an einer Fahrt nach Tschechien, bei der es auch zu Schießtrainings gekommen sein soll.“
Leon R. soll mutmaßlich am in Kiew stattgefundenen NSBM (National Socialist Black Metal)-Fest „Asgardsrei“ teilgenommen haben, dem Verbindungen zur bewaffneten ukrainischen „Asow-“ Miliz, die über militärische Kampferfahrung verfügt, nachgesagt werden. Das „Asgardsrei“ erfährt wiederum von der NSBM-Band „Absurd“ um den Thüringer Neonazi Hendrik Möbus Unterstützung, der wegen Mordes verurteilt wurde („Satansmörder“). Absurd trat sowohl 2017 als auch 2018 als Headliner auf dem Fest auf. Zu Möbus pflegte laut Recherchen der ZEIT der ebenfalls der rechtsterroristischen Atomwaffen-Division angehörige Amerikaner Kyle M., dem vergangene Woche die Einreise nach Deutschland verweigert wurde, Kontakt. Die Verbindung all dieser Informationen lasse nur den Rückschluss zu, dass sich in Eisenach ein hochgefährliches Neonazi-Milieu herausgebildet hat, welches vor dem Hintergrund der Aktivitäten der „Atomwaffen Division“ auch bereit ist, Drohungen gegen politische Gegner in die Tat umzusetzen, so die Abgeordnete. Sowohl Akteure vor Ort, die Opferberatung in Thüringen als auch die Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag warnen vor der Eskalation in Eisenach seit Jahren. Ein entsprechendes und wahrnehmbares Reagieren der Sicherheitsbehörden in Eisenach ist bisher nicht feststellbar.
Abschließend betont König-Preuss: „Gerade angesichts der Tatsache, dass neben dem Waffentraining auch ein wahrscheinlicher Umgang mit Sprengstoff bei dem Eisenacher Neonazi bekannt wurde und noch heute Morgen nach der Veröffentlichung zur ‚Atomwaffen Division‘ eine Eisenacher Neonazi-Gruppe, in der die Person organisiert ist, kurzfristig ihre angebliche Auflösung bekannt gab, hoffe ich, dass zumindest polizeiseitig das Gefahrenpotential erkannt und angemessen reagiert wird.“
Katharina König-Preuss hat dazu eine Kleine Anfrage im Landtag eingereicht.
Nun wird er Fraktionsvorsitzender des NFW. Auf Facebook triumphiert er am Tag der Wahl, gratuliert seinen Mitstreitern – und der AfD, mit der man nun „zusammen eine ordentliche Anzahl an Personen im Stadtrat sitzen“ habe. Anfang August postete er ein Foto von sich vor einer Straßenlaterne in Wurzen, ein umgedrehtes Wahlplakat in der Hand. Für welche Partei mobilisiert Brinsa? Er verrät es nicht. Heute hängt an dieser Stelle das Plakat von Jens Zaunik, dem AfD-Spitzenkandidaten.
Ebenfalls zur Szene gehört Benjamin Brinsa, der als Trainer des "Imperium Fight Team" tätig ist. Seit 2019 sitzt er im Wurzener Stadtrat.https://t.co/zvkuCIUzTJ
Die Division Atomwaffen (Atomwaffen) ist ein gewalttätiges weißes übermächtiges neonazistisches Terrornetzwerk, das sich 2015 gebildet hatte und das durch eine Reihe von Morden (5-8 zwischen 2017-2019), geplante Terroranschläge sowie andere kriminelle Aktivitäten internationale Berühmtheit erlangt hat.
Ursprünglich hatte sie ihren Sitz im Süden der Vereinigten Staaten, hat sich aber inzwischen auf das ganze Land ausgedehnt und hat inzwischen auch Niederlassungen in Australien, Großbritannien, Kanada, Deutschland, den baltischen Staaten und anderen europäischen Ländern.
Die Atomwaffen-Division (AWD), die zu einem großen Teil aus jungen weißen Männern besteht, rekrutiert ihre Mitglieder vor allem aus rechtsextremen Online-Communities, wie dem (inzwischen aufgelösten) extremistischen Iron March-Forum, dem "Bowl Patrol"-Kanal auf der Spielplattform Discord oder der rechtsextremen Twitter-Alternative gab.com.
Im Zentrum der Ideologie der AWD steht die rechtsextreme Idee, den Zusammenbruch des demokratischen Systems durch Chaos, Gewalt und Terror zu beschleunigen, als Voraussetzung für die Errichtung eines weißen Rassismusregimes. Zu einer solchen "Beschleunigung" wollte beispielsweise der rechtsextreme Terrorist Brenton Tarrant, der bei einem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März 2019 51 Menschen getötet hatte, ausdrücklich beitragen.
Tim K.
Tim K. aus Chemnitz organisiert die Nazi-Kampfsportevents "Tiwaz", die unter anderem in Ostritz durchgeführt wurden. Hier gemeinsam mit Yves Rahmel, der das Rechtsrock-Label "PC Records" betreibt. Er galt als Führungsfigur von "Blood & Honour" in Chemnitz.
Tim K. aus Chemnitz organisiert die Nazi-Kampfsportevents "Tiwaz", die unter anderem in Ostritz durchgeführt wurden. Hier gemeinsam mit Yves Rahmel, der das Rechtsrock-Label "PC Records" betreibt. Er galt als Führungsfigur von "Blood & Honour" in Chemnitz.https://t.co/bgYu1rs8ES
Gegründet wurde PC-Records im Jahr 2000 von Hendrik Lasch als Musiklabel. Um 2004 übernahm der vormalige Angestellte Yves Rahmel die Geschäfte. Seit 2003 unterhält PC-Records ein eigenes Ladengeschäft in Chemnitz. Zuvor war es einzig ein dem Chemnitzer Rechtsrock-Ladengeschäft Backstreet Noise angegliedertes Label für Rechtsrock. Seit 2014 wird das Unternehmen von Steve Geburtig betrieben.
Der vormalige Betreiber Yves Rahmel wurde im November 2014 (inzwischen nur noch bei PC-Records angestellt) vom Amtsgericht Chemnitz aufgrund von Produktion und Vertrieb vier volksverhetzender CDs beim Label PC-Records in den Jahren 2009 und 2010 zu einer Gesamtgeldstrafe von 7200 Euro (120 Tagessätze zu 60 Euro) verurteilt.Darunter das Album Adolf Hitler lebt! der Band Gigi & Die Braunen Stadtmusikanten um den Sänger und Neonazi Daniel Giese, das das die Opfer der NSU-Mordserie verächtlich machende Lied Döner-Killer enthält. Bereits im Jahr 2012 wurde Rahmel aufgrund der Produktion einer von Kameradschaften herausgegebenen Schulhof-CD zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt.
QAnon Deutschland und Weltweit
Eine geheime Kabale übernimmt die Weltherrschaft. Sie entführen Kinder, schlachten und essen sie, um aus ihrem Blut Macht zu gewinnen. Sie kontrollieren hohe Positionen in der Regierung, in den Banken, in der internationalen Finanzwelt, in den Nachrichtenmedien und in der Kirche. Sie wollen die Polizei entwaffnen. Sie fördern Homosexualität und Pädophilie. Sie planen, die weiße Rasse zu mongrelisieren, damit sie ihre wesentliche Macht verliert.
Klingt diese Verschwörungstheorie bekannt? Ist sie auch.
Das oben beschriebene "Komplott" war die Verschwörung, die im einflussreichsten antijüdischen Pamphlet aller Zeiten "enthüllt" wurde. Es wurde Die Protokolle der Weisen von Zion genannt. Es wurde von russischen antijüdischen Propagandisten um 1902 geschrieben. Es sammelte Mythen über eine jüdische Verschwörung zur Übernahme der Welt, die schon seit Hunderten von Jahren existierte. Im Mittelpunkt der Mythologie stand die Blutlüge, die behauptete, dass Juden christliche Kinder entführten und abschlachteten und ihr Blut abließen, um es in den Teig für Matzen zu mischen, die an jüdischen Feiertagen gegessen wurden.
Lupenreiner Antisemitismus auf der Corona-Demo. Ein Verweis auf die antisemitischen "Protokolle der Weisen von Zion". #b0108pic.twitter.com/jrn9NSYU48
Das gleiche Narrativ wurde von QAnon neu verpackt. QAnon bietet aber viel mehr als nur der direkte Bezug auf die bekannten antisemitischen Pamphlete, sondern auch die Möglichkeit eben durch Socialmedia diese inhaltlich zu erweitern. Der Kernpunkt aber sind dieselben Pamphlete die man schon vom Anfang des letzten Jahrhunderts nutzte. Im weiteren sogar nutzten sie dieselben Schauergeschichten die man aus dem Mittelalter her kannte um die Jüdische Gemeinschaft zu diskreditieren.
Ähnlich haben es die Nationalsozialisten es seit 1919 auch gemacht um eben die jüdische Gemeinschaft zu diskreditieren. Alle beziehen sich auf diverse antisemitische Pamphlete, und natürlich auch die größte aller Lügen in diesem Zusammenhang, den Protokollen der Weisen von Zion.
So sieht's bei der vorhin abgesagten #b2908 gerade am Brandenburger Tor aus - von @polizeiberlin weit und breit nichts zu sehen, wirklich erstaunlich.. Qanon, AfD und alles inkusive. pic.twitter.com/6PXrW2ng3G
— Hinnerk Feldwisch-Drentrup @hfd@chaos.social (@hfeldwisch) August 29, 2020
Die Bezeichnung „Q“ stammt aus der Anlehnung an die „Q Clearance“, die höchste Freigabestufe für geheime Informationen des US-Energieministeriums, die der anonyme Urheber der Postings angeblich besitzt. „Anon“ ist wiederum die Abkürzung für Anonymous. Beim Autor handele es sich, so die öffentlich verbreitete Darstellung, um einen hochrangigen Regierungsbeamten oder einen Kreis solcher, der darüber informieren möchte, dass Donald Trump vom US-amerikanischen Militär auserkoren sei, um einen von Geheimdiensten geführten internationalen Pädophilenring zu zerschlagen.
An diesem Ring seien seit Jahrzehnten zahlreiche Prominente, Banker und hochrangige Vertreter der politischen Eliten, die vor allem der Demokratischen Partei angehörten, beteiligt. Der „QAnon“-Theorie zufolge würden Kinder entführt, in unterirdischen Lagern gefoltert und ermordet, um ein Lebenselixier aus ihnen zu gewinnen, das sogenannte „Adrenochrom“.Bei den Veröffentlichungen von „Q“ handelt es sich in der Regel um kryptische Meldungen mit nicht allgemein gebräuchlichen Abkürzungen, die breiten Auslegungsspielraum lassen.
Die Theorie findet auch im deutschsprachigen Raum Verbreitung, vor allem durch eine Vielzahl von Homepages, Blogs und YouTube-Kanälen, deren Reichweite aber weder zu quantifizieren noch zu qualifizieren ist. Anknüp-fungspunkte für rechtsextremistische Ideologeme bietet die zuweilen mit der „QAnon“-Theorie verbundene Behauptung, die handelnden Eliten des „Deep State“ seien „Linke“, jüdischen Glaubens oder von Juden gesteuert. Die Adernochrom-These übernimmt mit seiner Kindermordbehauptung Elemente des mittelalterlichen religiösen Antisemitismus („Christenblut“ als Heilmittel)
Drucksache 19/24084 - Verbreitung der QAnon-Verschwörungsideologie
Vergleich der Antisemitischen Manifeste von QAnon und Die Protokolle von Zion, sowie NSDAP und Hitler:
Zusammenfassung und Erklärungen zu den "Protokolle der Weisen von Zion" auch mit Bezug auf das Mittelalter und Neuzeit:
Protokolle: Die Protokolle nehmen den mittelalterlichen Vorwurf auf, die Juden hätten durch Brunnenvergiftung die Pest der Jahre 1347–1350 ausgelöst.Hier erläutert der Redner, durch Hunger, Seuchen usw. die Nichtjuden dazu zu bewegen, die jüdische Herrschaft zu akzeptieren.
Die Massenszene Verbrennung der Juden bei lebendigem Leib vor den Mauern der Stadt (Miniatur von Pierart dou Tielt in der flandrischen Chronik Antiquitates Flandriae oder Tractatus quartus des Benediktinerabtes Gilles Li Muisis vom Kloster S. Martin in Tournai, um 1353 - Königliche Bibliothek Belgiens). - Quelle Bild Wikimedia
Protokolle: Ein weiteres Klischee des Mittelalters und der Frühen Neuzeit war das des Geldjuden, der Wucher betrieb.
Mit dem Heraufkommen des „wissenschaftlichen Antisemitismus“ und der Verschärfung besonders aggressiver nationalistischer Strömungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte der Judenhass in Europa eine unrühmliche Renaissance, die den Weg zu systematischer Diskriminierung und schließlich zum Massenmord ebnete. Widersacher der jüdischen Assimilation bzw. Akkulturation agierten oft transnational und konnten so die übliche Zensur umgehen. Ihre Propaganda erfreute sich enormer Beliebtheit und trug wesentlich zur weiteren Verselbständigung antisemitischer Clichés bei.
Protokolle: In seiner Einleitung schmückte Müller von Hausen/zur Beek die Legende, wonach die Protokolle 1897 auf dem Basler Zionistenkongress entstanden wären, aus: Angeblich habe ein „Späher“ der russischen Regierung einen jüdischen Gesandten bestochen, der die Protokolle zur angeblich jüdischen Freimaurerloge „Zur aufgehenden Morgenröte“ nach Frankfurt am Main bringen sollte, und so Gelegenheit erhalten, sie in einer Nacht abzuschreiben – daher ihr fragmentarischer Charakter. Dieser Text sei dann an Nilus gesandt worden, der sie 1901 ins Russische übersetzt und ihm, zur Beek, die alleinigen Rechte übertragen haben soll. (Erinnert an Q! und dessen Ausführungen)
Mittelalter und Protokolle: Brunnenvergiftungen, ungeklärte Todesfälle wurden ihnen als angebliche Ritualmorde angehängt, was immer wieder zu Pogromen führte. Und da viele Jüdinnen und Juden ihr Leben mit Geldgeschäften bestritten - Mitglieder der mittelalterlichen Zünfte durften sie nicht werden - wurde ihnen häufig Raffgier und Wucherei nachgesagt.
Mittelalter und Protokolle: Auch die irrige Idee von einem bedrohlichen "Weltjudentum" entwickelten Christinnen und Christen schon im Mittelalter:
Sie hatten den Eindruck, die Jüdinnen und Juden, deren Gemeinden in aller Welt miteinander in Verbindung standen, wären eine verschworene Gemeinschaft. Im 19. Jahrhundert kam der Vorwurf auf, sie wollten gemeinsam mit den Geheimgesellschaften der Freimaurer die christlichen Gesellschaften und die Monarchien zerstören.
Mit der Aufklärung und nun auch der Entwicklung der modernen Naturwissenschaften veränderten sich Teile der Lebensrealität der Menschen. Und zugleich mit neuen Bedürfnissen und Herausforderungen entstanden auch neue Formen der Diskriminierung, gerade auch beim Antisemitismus.
Fachleute sprechen hier von "Umwegkommunikation". War der Antisemitismus zuvor religiös begründet gewesen, entwickelte sich in Deutschland die Idee vom Kampf zwischen der jüdischen "Rasse" und den "arischen" Völkern um die Vorherrschaft.
Statt einer „Bekehrung“ und Taufe von Jüdinnen und Juden, wurde das Ziel der Antisemitinnen und Antisemiten zunehmend deren Vertreibung und schließlich Vernichtung - um das eigene Volk vor der angeblichen Bedrohung durch das jüdische Volk zu „schützen“
Judenfeindinnen und -feinde bildeten Organisationen und Parteien, die es bis in den Reichstag schafften.
So wurde Ende des 19. Jahrhunderts schon der Boden bereitetet für die spätere, mörderische antisemitische Politik Adolf Hitlers. Auch die Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten stellten den Holocaust, die Ermordung von etwa sechs Millionen Juden, als "Abwehrkampf" gegen ein angebliches "Weltjudentum" dar. Nichts anderes betreibt QAnon heute, Rechtsextremisten seit 1945, die Legalisierung des industriellen Massenmordes stellen diesen als Abwehrkampf dar. QAnon bedient sich also klar, und unwiderlegbar den selben Antisemitischen stereotypen die auch schon im Mittelalter, als auch in der Neuzeit genutzt wurden um gegen die Jüdische Gemeinschaft zu agitieren. Sie bedienen sich den stereotypen die Antisemiten schon immer genutzt haben, die die NSDAP seit Gründung 1919
Vor diesem Hintergrund lässt sich verstehen, dass es den Antisemitinnen und Antisemiten 1905 wie gerufen kam, als der Russe Sergei Nilus die "Protokolle", die ihm zugespielt wurden, in einem Buch veröffentlichte.
Heute sehen sich Anhängerinnen und Anhänger der Theorie von der jüdischen Weltverschwörung allein schon durch alle Politikerinnen und Politiker und einflussreichen Geschäftsleute mit jüdischen Namen bestätigt. Und dann steht es auch noch genauso in den "Protokollen der Weisen von Zion". Da wollen viele nicht wahrhaben, dass diese gefälscht sind. Die alten und neuen Antisemitinnen und Antisemiten interessieren die Beweise für den Betrug nicht.
Zusammenfassung der QAnon "Protokolle":
Wie ihr in der oberen Zusammenfassung schon erkennen konntet sind die “Geschichten” die Q erzählt, eine 1:1 Adaption uralter Antisemitischer Legenden, die schon im Mittelalter dazu führten, das es Pogrome gab, in dem mehrere tausend jüdische Mitbürger in den Tod getrieben wurden.
Diese Antisemitischen Pamphlete sind also nichts anderes als eine Moderne Erzählung dieser Ritualmordlegende. Also glauben heute 200000 Deutsche an eine schon im Mittelalter widerlegbare Legende, und dass nach 1945 als hätte es das Nationalistische Terrorregime nicht gegeben, dass auch 1:1 sich auf diese antisemitischen Legenden bezog. Sogar Kinderfibeln im Unterricht nutzte, um diese Legendenbildung des bösen Juden zu verfestigen.
Das ist kein Problem der Bildung, sondern ein Problem dessen das viele Menschen eben leichtgläubig jeden Irrsinn, jede Jahrtausend alte Legende der Wahrheit vorziehen. Bietet diese Legende doch einen passenden Schuldigen den Juden, wahlweise heute auch noch den Flüchtling, oder die Staatsoberen. Das sind die Protokolle von QAnon, alte Antisemitische Legenden neu und modern verpackt und zum Mitmachen ausgedacht.
QAnon: Qs zentrale Behauptung lautet, Barack Obama, Hillary Clinton, George Soros und andere hochrangige Vertreter von Staat und Wirtschaft würden einen Putsch planen, um die USA in eine Diktatur zu verwandeln, und seien gleichzeitig in einen internationalen Kinderhändlerring verstrickt.
QAnon: Eine geheime Kabale übernimmt die Weltherrschaft. Sie entführen Kinder, schlachten und essen sie, um aus ihrem Blut Macht zu gewinnen. (Siehe auch Ritualmordlegende Mittelalter!)
QAnon: Trump sei der einzige Politiker, der es mit den Kinderhändlern, liberalen Globalisten und jüdischen Bankern aufnehmen könne.
QAnon: Der Tag der Abrechnung stehe bevor, an dem Trump ihnen offen den Krieg erklären werde. Dabei werde er von John F. Kennedy, Jr. unterstützt, der seinen Tod nur vorgetäuscht habe und bald zurückkehren werde.
QAnon: Es werde Zehntausende Verhaftungen geben, tausende Vorstände großer Unternehmen würden zurücktreten, da ihre geheime Herrschaft beendet sei, und auch Hillary Clinton werde in Haft genommen.
QAnon: Die Sonderermittlung zur Beeinflussung des Wahlkampfs in den Vereinigten Staaten 2016 diene in Wahrheit zur Abwehr dieses Staatsstreichs: Trump habe eine Kollusion mit Russland vorgetäuscht, damit Sonderermittler Robert Mueller verdeckt gegen die Demokratische Partei ermitteln könne.
QAnon: Außer Ronald Reagan seien sämtliche US-Präsidenten seit Lyndon B. Johnson kriminell, pädophil und satanistisch gewesen. Der Kinderhandel sei der Hauptzweck, zu dem die Verschwörer den Staat unterwanderten.
QAnon: Am 16. Februar 2018 beschuldigte Q Debbie Wasserman Schultz, die ehemalige Vorsitzende des Democratic National Committee (DNC), sie habe die Bande MS-13 aus El Salvador zur Ermordung des DNC-Mitarbeiters Seth Rich im Jahr 2016 angeworben.
Vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November 2020 verknüpften QAnonanhänger die Parole “Save the Children” auf Internetseiten und Werbeplakaten mit Aufrufen, Trump zu wählen:
Informationen aus dem 8chan/8kun QResearch Board
Vergleiche - Ritualmordlegende
Wie ihr nach den Vergleichen zwischen einerseits den Protokollen der Weisen von Zion (Antisemitische Hetzschrift) und den QANON Protokollen feststellen könnt, unterscheiden sich diese antisemitischen Legenden nicht. Es ist ein und das selbe antisemitische Muster, die Mär vom bösen Juden der die Welt beherrschen will. Man muss aber viel weiter zurückgehen
Ritualmordlegende im Mittelalter: Im selben Zeitraum sind 30 Ritualmordanklagen gegen Juden im deutschen Sprachraum dokumentiert, vier in Spanien und Italien, zwei in Polen und eine in Ungarn. Sie endeten fast alle mit Pogromen und Hinrichtungen der Angeklagten.
1431 wurden nach solchen Anklagen die jüdischen Gemeinden von Ravensburg, Überlingen und Lindau zerstört. In Ravensburg hatte man einen 13-jährigen Jungen im Haslachwald zwischen Ravensburg und Weingarten erhängt aufgefunden. Zunächst war ein Fuhrmann, der den Jungen in den Wald gefahren hatte, beschuldigt worden, doch bezichtigte dieser die Juden, einen Ritualmord begangen zu haben.
Daraufhin wurden die Ravensburger Juden gefangen genommen. Ein Teil von ihnen wurde im August 1430 verbrannt. Andere konnten fliehen oder wurden aus der Stadt vertrieben. 1431 beschloss die Stadt Ravensburg, nie wieder Juden in der Stadt aufzunehmen. 1559 ließ sich die Stadt dieses Verbot von Kaiser Ferdinand I. ausdrücklich bestätigen. Es blieb bis in die 1870er Jahre wirksam.1451 dehnte Papst Nikolaus V. die Inquisition unter Johannes von Capistrano auch gegen Juden aus. Dieser erneuerte die Vorwürfe von Ritualmord und Hostienfrevel gegen sie, die Innozenz IV. 1247 zurückgewiesen hatte. War die Anklage einmal erhoben, dann wurden die Begründungen dafür beliebig ausgetauscht, bis das durch Folter erpresste Geständnis das gewünschte Ergebnis lieferte.
Wegen des Vorwurfs eines Ritualmordes wurde 1453 in Breslau ein Prozess gegen Juden geführt.[46]
Ein Verhörprotokoll aus Endingen am Kaiserstuhl 1470 spiegelt die verzweifelte Suche des mit dem christlichen Aberglauben wenig vertrauten Juden Merklin nach der „richtigen“ Antwort, die seine Qual beenden würde: Er und seine Angehörigen bräuchten das Christenblut als heilsame Arznei; dann für die Fallsucht eines seiner Söhne; dann als Odor gegen ihren üblen Körpergeruch; dann als Chrisam (Salböl) für die Beschneidung. Das Christenblut sollte für die Ankläger also die Erlösung garantieren, die Juden nach der Patristik seit Jesu Blutopfer verloren hätten. Merklins Familie wurde lebendig verbrannt. Kaiser Friedrich III. konnte die Ausweitung des Verfahrens auf andere Städte verhindern, nach einem zähen Rechtsstreit 1476–1480 die Regensburger Juden retten und damit die kaiserliche Rechtshoheit über die Reichsstädte wahren.
Das oben beschriebene Komplott war die Verschwörung, die im einflussreichsten antijüdischen Pamphlet aller Zeiten "enthüllt" wurde. Es wurde Die Protokolle der Weisen von Zion genannt. Es wurde von russischen antijüdischen Propagandisten um 1902 geschrieben. Es sammelte Mythen über eine jüdische Verschwörung zur Übernahme der Welt, die schon seit Hunderten von Jahren existierte. Im Mittelpunkt der Mythologie stand die Blutlüge, die behauptete, dass Juden christliche Kinder entführten und abschlachteten und ihr Blut abließen, um es in den Teig für Matzen zu mischen, die an jüdischen Feiertagen gegessen wurden.
Die Nazis veröffentlichten ein Kinderbuch der Protokolle, das sie im Lehrplan jeder Grundschule in Deutschland forderten. Die Nazi-Zeitung "Der Stürmer" verbreitete die Blutlüge. Hitlers Mein Kampf, seine narzisstische Autobiographie und sein Manifest für den Kampf gegen die jüdische Verschwörung zur Weltherrschaft, kopierte seine Verschwörungstheorien aus den Protokollen.
Die Nazis verehrten Adolf Hitler als den Führer, der die weiße Rasse vor diesem geheimen jüdischen Komplott retten würde. Nazi-Sturmtruppen" ("Sturmabteilung") halfen, Hitler an die Macht zu bringen.
Amerika hatte seine eigene dunkle Seite. Henry Ford griff den Judenhass der Nazis auf und ließ 500.000 Exemplare der Protokolle drucken und in den USA verteilen. Pater Coughlin predigte die Protokolle im nationalen Radio. Der Ku-Klux-Klan verband seinen Rassismus der weißen Vorherrschaft mit dem Hass auf Juden.
Ab Mitte der 1930er Jahre begann Coughlin private Banken im Allgemeinen und die Federal Reserve Bank und die Wall Street im Besonderen für die offensichtlichen ökonomischen Probleme der USA verantwortlich zu machen. Auf politischer Ebene gründete er die National Union for Social Justice und die Union Party, welche sich, gestützt auf die Popularität Coughlins, mit ihrer Anti-Banken-Rhetorik vor allem an die Farmer im Mittleren Westen der USA zu wenden versuchte. Die Partei scheiterte allerdings bei den Wahlen; anstelle anvisierter 9 Millionen Stimmen erhielt William Lemke, der Präsidentschaftskandidat, nur als enttäuschend empfundene 900.000 Stimmen.
Nach 1936 nahmen die antisemitischen Elemente einen immer größeren Raum in Coughlins Predigten und Artikeln ein. Er warf den Juden vor, „Gottesmörder“ zu sein und machte sie für Kapitalismus, Liberalismus und Kommunismus verantwortlich. In seiner Zeitung Social Justice druckte er die Protokolle der Weisen von Zion ab und kurz nach der Reichspogromnacht 1938 bezeichnete er diese als Folge der Verfolgung von Christen durch Juden, wofür er von der Presse im Dritten Reich gefeiert wurde. Am 18. Dezember 1938 organisierte Coughlin eine Demonstration in New York gegen die Aufnahme geflüchteter Juden aus Nazideutschland; dieser Demonstration folgte eine sich über Monate hinziehende antisemitische Hetzkampagne; nach FBI-Angaben erhielt Coughlin dabei materielle Unterstützung seitens deutscher Stellen. 1938 drohte er den Juden eine noch härtere Behandlung als in Deutschland an. Ein sog. Christian Index sollte der Identifizierung von Geschäften christlicher Inhaber dienen und dabei helfen, jüdisch geführte Geschäfte zu boykottieren; der hierbei verwendete Slogan war: „Buy Christian!“. Ein weiteres Projekt Coughlins war in dieser Zeit die Organisation Christian Front, welche eine autoritäre Diktatur anstrebte und Waffenlager (mit dem Ziel, jüdische Einrichtungen und die Federal Reserve anzugreifen) anlegte. Als das FBI diese Aktivitäten 1940 aufdeckte, wurde die Christian Front aufgelöst. Das Ansehen Coughlins in der Öffentlichkeit war stark in Mitleidenschaft gezogen.
Unterstützung erhielt Coughlin auch von den Isolationisten des America First Committee, wie dem patriotischen jüdischen Chicagoer Milton Mayer. In einem Beitrag „The Case against the Jew“ zu einer Artikelserie der „Saturday Evening Post“ richtete er sich gegen „die hastigen und unfruchtbaren Assimilationsversuche der Juden“ und forderte für die Juden in den Vereinigten Staaten die Ghettoisierung. „Coughlin zu denunzieren wird ihn (den Juden) nicht retten. Die Zerstörung Hitlers wird ihn nicht retten. Alle diese trügerischen Hoffnungen sind auf den großen Irrtum von seiner Anpassungsfähigkeit gegründet.
Hannah Arendt und Joseph Maier antworteten am 3. April 1942 in der Emigrantenzeitung „Aufbau“ auf Milton Mayers Beitrag mit dem Artikel „Cui Bono?“: „Um das jüdische Volk aber heute, in der Zeit seiner größten Not, zu kritisieren, muß man legitimiert sein. Für die Legitimation genügt es nicht einmal, niemals mit den Feinden seines Volkes an einem Tisch gesessen zu haben. Sie kann nur erwachsen aus jenem leidenschaftlichen Einsatz für die Zukunft des Volkes, dem es um mehr geht als um die Seelenrettung isolierter Individuen. Selbstkritik ist nicht Selbsthaß. Die Kritik des jüdischen Patrioten am eigenen Volk hat den Zweck, das Volk auf den Kampf besser vorzubereiten. Solche Rebellion kann nie schaden. Der fragwürdige Mut von Milton Mayer zur halben Wahrheit hilft nur der frechen Lüge der Antisemiten. Wer uns, wie er, ins Ghetto zurückjagen will, und sei es wie immer ausgeputzt mit zusammengestückten Lumpen aus der Rumpelkammer der Theologie, hat sich selbst ausgeschlossen aus den Reihen derer, auf die wir, das Volk, zu hören bereit sind.“
QAnons Verschwörungstheorie ist eine umbenannte Version der Protokolle der Weisen von Zion. Und zwar nichts anderes, alter Wein in neuen Schläuchen. Die Trump jetzt als Heilsbringer sehen, wären auch die besten und treusten Anhänger von Adolf Hitler und der NSDAP gewesen. Antisemitimus, Rechtsextremismus vom allerfeinsten gepaart mit Staatsstreich-Phantasien.
So hat es aber auch die NSDAP gemacht. Hitler der Erlöser vor dem Sozialismus und Kommunismus. Hitler der alle Parteien abschaffen wollte, und gegen Kommunisten, Juden und Andersdenkende vorgehen wollte. War alles schon seit Anfang der zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt.
Wie einst Adolf Hitler als Erlöser beworben wurde, so hier auch Trump. Trump als Erlöser für Deutschland, der ohne Wahlen den "Deep State" als Bundeskanzler bekämpfen wird. Gegen "Satanistische" Politiker. Sie glauben so etwas gab und gibt es nicht seit den 20er Jahren in Deutschland? Wie sie sich irren!
Wer ist Q?
Eins ist sicher Q oder das Team hinter Q sind dem Rechtsextremismus und Antisemitismus verbunden.
Aber lassen Sie uns einen Schritt zurückgehen: Wer oder was ist Q?
Q ist die geheimnisvolle Persona, die diese Verschwörungstheorie in Bewegung gesetzt hat - jemand, der behauptet, eine "Q-Level" Sicherheitsfreigabe zu haben.
Die Q-Freigabe oder Q-Zugriffsberechtigung ist die Sicherheitsfreigabe des United States Department of Energy (DOE), die für den Zugriff auf Top Secret Restricted Data, Formerly Restricted Data und National Security Information sowie Secret Restricted Data erforderlich ist. Eingeschränkte Daten (RD) sind im Atomic Energy Act von 1954 definiert und umfassen Kernwaffen und zugehörige Materialien. Die niedrigere L-Freigabe ist ausreichend für den Zugriff auf geheime ehemals eingeschränkte Daten (FRD) und nationale Sicherheitsinformationen sowie vertrauliche eingeschränkte Daten, ehemals eingeschränkte Daten und nationale Sicherheitsinformationen.
Es ist verlockend, darüber zu spekulieren, wer Q eigentlich ist. Viele denken, dass es nicht einen Q gibt und es sich stattdessen um eine Gruppe von Menschen handelt.
Q wird über die Gemeinschaft hinter Q gespeist.Diese Gemeinschaft hat jedoch eine Internet-Verschwörungstheorie in ein Live-Action-Rollenspiel verwandelt. Sie sind die Hauptfiguren - nur halten sie es nicht für ein Spiel; sie glauben, dass diese Verschwörung real ist.
Qs erste Posts knüpften an ein Zitat Trumps an, der am 5. Oktober 2017 vor einem Treffen mit seinen Militärberatern von einer „Ruhe vor dem Sturm“ gesprochen und auf Nachfragen ergänzt hatte, man werde herausfinden, was damit gemeint sei.
Trumps Anhänger bezogen das Zitat auf alle möglichen erwarteten Ereignisse, etwa ein Vorgehen gegen angebliche geheime Pädophilie-Clubs von Demokraten oder gegen Robert Muellers Sonderermittlung zur Beeinflussung des Wahlkampfs in den Vereinigten Staaten 2016. Q beteiligte sich mit vagen Aussagen an diesen Spekulationen und bezog den „Sturm“ auf eine mögliche Festnahme von Hillary Clinton, Barack Obama und des Finanzinvestors George Soros.
Seine Follower fügten seine Aussagen dann unter Hashtags wie #TheStorm und #Qanon wie ein Puzzle mit zahllosen Verschwörungsthesen zusammen. Einer der so entstandenen QAnon-Threads lautete „Folge dem weißen Kaninchen“, benutzte also eine Phrase aus dem Roman Alice im Wunderland und dem Film Die Matrix von 1999. Trump-Unterstützer hatten den Satz schon seit Beginn seiner Kandidatur 2015 für alle möglichen Andeutungen benutzt.[3]
Zahlreiche Journalisten und Verschwörungstheorie-Forscher glauben, dass Watkins mit Q zusammenarbeitet, die Identität von Q kennt oder dass Watkins selbst Q ist.Als 8chan im August 2019 nach drei Massenschießereien vom Netz genommen wurde, hörte Q auf zu posten; als es im November wieder online ging, tauchte Q wieder auf.
Einige Forscher glauben, dass Qs Entscheidung, darauf zu warten, dass 8chan wieder online geht, anstatt anderswo zu posten, zeigt, dass Watkins hinter dem Q-Account steckt.[5][7] Der QAnon-Forscher Marc-Andre Argentino sagte im März 2020, dass er aufgrund einer Analyse von Qs Posts glaubt, dass Watkins seit Herbst 2019 als Q postet. 27] Ebenfalls im März 2020 sagte der QAnon-Forscher Mike Rothschild: "Es wäre für die Q-Poster sehr einfach, ein anderes Forum zu nutzen oder einen kryptografischen Schlüssel bereitzustellen, um seine Authentizität auf einer anderen Seite zu beweisen, aber stattdessen warten sie darauf, auf dieser klapprigen Version von 8chan zu posten. Der einzige Grund, Q auf 8chan zu halten, ist, dass Watkins persönlich mit ihm verbunden ist."[27] Fredrick Brennan wird in The Atlantic im Juni 2020 mit den Worten zitiert: "Ich glaube definitiv, zu 100 Prozent, dass Q entweder Jim oder Ron Watkins kennt, oder von Jim oder Ron Watkins angeheuert wurde. "[35] In einem Interview in einer Episode des Podcasts Reply All im September 2020 erklärte Brennan, dass er glaubt, dass der Q-Account ursprünglich von jemand anderem betrieben wurde, aber dass Watkins und sein Sohn die Kontrolle über die Persona übernommen haben, höchstwahrscheinlich um Dezember 2017. 36] PJ Vogt von Reply All hat gesagt, dass er Brennans Theorie mit anderen Journalisten diskutiert hat, die über Q schreiben, und dass "einige von ihnen es für wahrscheinlich halten, alle sind sich einig, dass es mehr als plausibel ist". 37] Watkins hat bestritten, von der Identität von Q zu wissen, ebenso wie sein Sohn Ron Watkins. 37.
Seit dem Wahltag am 3. November 2020 postete Q keine Botschaften mehr. Ronald Watkins trat am Wahlabend als 8kun-Administrator zurück. Seit dem 7. November, als Trumps Wahlniederlage rechnerisch feststand, wuchs in der QAnonszene die Verunsicherung, ob Qs jahrelange Vorhersagen („Vertraue dem Plan“) und die eigenen Erwartungen daran sich erfüllen würden. Unabhängig davon verbreiteten QAnon-Anhänger alle möglichen Falschbehauptungen zu einer angeblichen Wahlfälschung. Twitter und Facebook erschwerten deren Verbreitung stärker als bisher und schlossen ganze QAnonkanäle mit hunderttausenden Followern. Experten erwarten daher einen Umzug vieler QAnon-Anhänger auf weniger regulierte Plattformen wie Parler.[74]
Wie Reporter des US-Nachrichtennetzwerks NBC News durch nicht minder geduldige Recherchen herausgefunden haben, stammen die Q-Anon-Veröffentlichungen von drei Personen: der bis dahin eher erfolglosen YouTuberin Tracy Diaz (a.k.a. TracyBeanz) und den wegen Anstiftung zu Gewalt vom Meinungs-Hardcore-Messageboard 4chan gefeuerten Moderatoren Coleman Rogers (a.k.a. Pamphlet Anon) und Paul Ferber (a.k.a. BaruchtheScribe). Das Trio verbreitete seine mitunter spannenden Geschichten danach auf dem noch härteren Messageboard 8Chan (wo man das Verbreiten von Kinderpornografie ebenfalls für Meinungsfreiheit hält) und auf einer eigens auf Reddit (dem vielleicht wichtigsten Diskussionsforum des heutigen Web) gegründeten Seite namens CBTS_Stream (a.k.a. Calm Before The Storm), das bis zu 20.000 Leser:innen hatte, bis es vom Forumsbetreiber wegen neuer Gewaltaufrufe ebenfalls geschlossen wurde.
Reichsbürger
Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland einen deutlichen Anstieg tödlicher Übergriffe durch Rechtsextreme. Im Jahr 2019 wurde der christdemokratische Politiker Walter Lübcke vor seinem Haus erschossen. Wenige Monate später versuchte ein junger Extremist, in eine Synagoge einzudringen, um wahllos auf Menschen zu schießen, und tötete, als er scheiterte, zwei Passanten.
Im Februar tötete ein rechtsextremer Täter in der Stadt Hanau neun ausländisch aussehende Menschen und erschoss anschließend sich selbst und seine Mutter. Die jüngste Zunahme rechtsextremer Gewalt hat das Innenministerium des Landes veranlasst, gegen eine Reihe von rechtsextremen Gruppen vorzugehen.
Das Milieu ging aus der rechtsextremen Szene hervor. Gebildet wurde es in den 1980er Jahren zunächst als „Kommissarische Reichsregierung“ (KRR) mit dem Ziel, das Deutschen Reich wieder herzustellen. Daneben bildeten sich weitere Gruppierungen, die miteinander konkurrierten. Sie alle einte aber ihre nationalistische, rechtsextremistische und revisionistische Einstellung. Ihre Weltansicht begründen Reichsbürger auf dem Fortbestand des Deutschen Reiches von vor 1945. Die BRD halten sie für illegitim. Reichsbürger bilden folglich eigene „Regierungen“ und besetzen eigene „Ämter“.
Querdenken und das Reichsbürger Milieu
Die "Querdenker"-Bewegung betont, auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen - obwohl ihr Verhalten immer wieder Zweifel daran nährt. Das von Fitzek organisierte im thüringischen Saalfeld eine Veranstaltung für Gegner der Corona-Maßnahmen.
Unter den Teilnehmern: führende Protagonisten der "Querdenken"-Bewegung, so auch der Kopf von "Querdenken 711", Michael Ballweg. Dies ist bemerkenswert, da sich Ballweg offiziell von der "Reichsbürgern" distanziert, wenn auch nicht unbedingt glaubhaft. So hat nach "Tagesspiegel" -Recherchen der Pressesprecher von "Querdenken 711", Stephan Bergmann, mehrfach deren Thesen geteilt.
Quelle Stuttgarter Nachrichten: Während die Republik debattiert, wie viel von Rechts in der Anti-Corona-Bewegung Querdenken 711 steckt, tauschen sich Jürgen Elsässer und Oliver Janich auf Einladung der Bewegung über radikale Strategien und Reichsflaggen als neues Lebensgefühl aus.
Quelle Stuttgarter Nachrichten: Interessant ist dabei, dass Elsässer als Gast im YouTube-Kanal von Samuel Eckert geladen war. Eckert ist Unternehmer, YouTuber und setzt Querdenken 711 momentan vor, hinter und auf der Bühne in Szene. Neben Elsässer wurde auch Oliver Janich dem Gespräch zugeschaltet. Janich ist Mitgründer der libertären Kleinstpartei Partei der Vernunft, gilt als Verschwörungserzähler, Rechtspopulist und wendet sich von den Philippinen aus an seine Anhängerschaft. Die Unterhaltung wirkt nun wie ein live-gestreamtes Planungstreffen, in dessen Verlauf Elsässer, Janich und Eckert Strategien für die gemeinsame Zukunft entwerfen.
Wir bestehen auf die ersten 20 Artikel unserer Verfassung, insbesondere auf die Aufhebung der Einschränkungen durch die Corona-Verordnung von:
Artikel 1: Menschenwürde - Menschenrechte - Rechtsverbindlichkeit der Grundrechte
Artikel 2: Persönliche Freiheitsrechte
Artikel 4: Glaubens- und Gewissensfreiheit
Artikel 5: Freiheit der Meinung, Kunst und Wissenschaft
Artikel 7: Schulwesen
Artikel 8: Versammlungsfreiheit
Artikel 11: Freizügigkeit
Artikel 12: Berufsfreiheit
Artikel 13: Unverletzlichkeit der Wohnung
Wir sind überparteilich und schließen keine Meinung aus - nach Wiederherstellung des Grundgesetzes sind dafür wieder alle demokratischen Mittel vorhanden.
Vereinigte deutsche Völker und Stämme
: ein Sammelbegriff für meist deutsche Gruppen und Einzelpersonen, die unter der Annahme unterschiedlicher Verschwörungstheorien die Legitimität des modernen deutschen Staates ablehnen.
Die meisten Reichsbürger akzeptieren die aktuelle territoriale Ausdehnung Deutschlands nicht, sondern behaupten, das Deutsche Reich existiere in seinen Grenzen von vor 1918 (oder manchmal vor 1937) weiter. In vielen Fällen haben Reichsbürgergruppen eine "provisorische Reichsregierung" oder eine "Regierung im Exil" eingerichtet. Es gibt eine Reihe solcher selbsternannten Regierungen, die jeweils behaupten, die ultimative Autorität über ganz Deutschland zu haben, und oft stellen sie Dokumente wie Personalausweise oder Führerscheine aus.
Mitglieder der "Vereinigten Deutschen Völker und Stämme" (UGPT) gelten als die extremsten Reichsbürger, daher ist das jüngste Vorgehen gegen die Gruppe nicht überraschend. Am 19. März 2020 durchsuchten mehr als 400 Polizeibeamte die Wohnungen von 21 prominenten UGPT-Mitgliedern in zehn Bundesländern und beschlagnahmten Schusswaffen, Propagandamaterial sowie geringe Mengen an Drogen. Den Behörden zufolge sollen Mitglieder der Gruppe, die vor allem in und um Berlin aktiv war, Drohungen gegen deutsche Beamte ausgesprochen haben.
Die UGPT ist dafür bekannt, skurrile Briefe an hochrangige Politiker zu richten. Im März 2017 informierten sie Innenminister Frank-Walter Steinmeier über die Gründung ihres "Obersten Gerichts". In einem Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin verkündeten sie "die Aufhebung des Waffenstillstands vom 4. August 1914." Angela Merkel wurde von der Gruppe ein "Betretungs- und Tätigkeitsverbot in den Gebäuden des Deutschen Bundestages" erteilt. Außerdem solle die Kanzlerin "die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland" sofort schließen.
Ende Dezember 2017 verlangte ein selbsternannter "Stellvertretender Magistrat von Berlin" von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, er solle eine "Konferenz zur Übergabe deutscher Gebiete" an die UGPT vorbereiten. Sie legten fest, dass die Konferenz am 20. Januar 2018 im Berliner Abgeordnetenhaus einberufen werden sollte. An diesem Tag schützte ein Großaufgebot an Polizeikräften das Gebäude, aber keiner der Reichsbürger erschien.
Werding gilt als sehr manipulativ und besonders erfolgreich darin, leichtgläubige und enttäuschte Menschen in ihre Umlaufbahn zu ziehen - mit dem Versprechen auf Macht und Zugehörigkeit zu einem ausgewählten Kreis von wissenden Insidern. Dazu gehören laut dem Journalisten Jan Wergener Menschen, "die mit der komplexen Realität der Gegenwart eher überfordert sind, die Angst vor der Globalisierung haben oder sich vom Staat ungerecht behandelt fühlen. Einige von ihnen haben persönliche Krisen hinter sich, wie eine schwere Krankheit oder finanzielle Schwierigkeiten". Werdings Neigungen scheinen weit davon entfernt zu sein, rein ideologisch zu sein, da sie für einige ihrer "Seminare" mehr als 500 Euro verlangt.
Die neopaganistische und odinistische Gesinnung der UGPT wird deutlich, wenn man sich die Feiertage ansieht, die sie für ihr fiktives Reich festgelegt haben, wobei sie nur "ursprüngliche" deutsche Feste aus der Zeit "vor der Christianisierung" einbezogen: Den 29. September erklärten sie zum "Odinstag", um "Odin für die Ernte zu danken", und der 14. Oktober wurde zum "Fest des Ahnenopfers" bestimmt, zu Ehren und zum Gedenken an die Ahnen.12
Die UGPT verleiht ihren Mitgliedern hochtrabende Titel, wie "Bürgermeister", "Magistrat" oder "Justiz". Der Tagesspiegel hat die Namen von mehr als 40 "Beamten" der Gruppe erhalten. Einige von ihnen gehören zu einem der mindestens 22 "Bezirksgerichte", die die UGPT eingerichtet hat. Das "Oberste Gericht", das regelmäßig in einem freistehenden Einfamilienhaus in Berlin-Lichterfelde tagt, stellt in den Augen der Gruppe die wichtigste Entscheidungsinstanz auf deutschem Boden dar.
Vor diesem "obersten Gericht" werden Menschen angeklagt, die die Autorität der UGPT nicht anerkennen, ihre Regeln missachten oder anderweitig mit Anhängern der Gruppe in Konflikt geraten. In den vergangenen zwei Jahren hat dieses "Gericht" mehrfach Menschen in Abwesenheit zu Geldstrafen in Millionenhöhe verurteilt. Die Mindeststrafe für den Tatbestand der "Staatszersetzung" beträgt 9.000 Feinunzen Gold, die aber "auch in zehn Millionen Euro oder zehn Jahre Arbeitsdienst umgewandelt werden können".12 Diese Urteile werden den Betroffenen zugestellt, und selbst ernannte "Gerichtsvollzieher" erscheinen bei ihnen zu Hause oder am Arbeitsplatz, um Druck auszuüben. Die Berliner Ermittler interpretieren dies als versuchte Nötigung und Amtsanmaßung.
UGPT-Mitglieder sind auch für ihr rechtsextremes und antisemitisches Gedankengut bekannt. Sie behaupten, dass das deutsche Volk seit Ewigkeiten von "Juden und ihren Helfern" unterdrückt wird, die sie als eine Rasse mit eigenem Körperbau betrachten. Sie behaupten, das 1871 gegründete Deutsche Reich sei ein Staat "von Juden für Juden" gewesen, und nach Aussagen von UGPT-Mitgliedern wären Angela Merkel, Helmut Kohl, Christoph Kolumbus und Recep Tayyip Erdoğan allesamt Juden.12 Darüber hinaus hängen UGPT-Mitglieder verschiedenen Verschwörungstheorien an, etwa der Annahme, dass Impfungen gefährlich seien, dass die Bundeskanzlerin für jeden Flüchtling zehn Millionen Euro erhalte oder dass die Erde von sogenannten Reptiloiden, außerirdischen Echsenwesen in Menschengestalt, infiltriert sei.12
Obwohl solche Überzeugungen für Menschen, die mit dieser Szene nicht vertraut sind, völlig absurd erscheinen, sind sie in der Tat unter Reichsbürgern und in der extremen Rechten im Allgemeinen sehr verbreitet. Obwohl eine Mehrheit der Reichsbürger nicht direkt zu Gewalt neigt, ist die Verkapselung in wilden konspirativen Konstrukten sicherlich ein fruchtbarer Boden für solche, und das jüngste Durchgreifen gegen die UGPT wird sicherlich nicht die letzte Aktion der Behörden gegen die jungen Reichsbürger sein.
Analysten haben festgestellt, dass die jüngste Razzia nicht zufällig während der aktuellen Corona-Krise stattfand,9 sondern eher als Reaktion auf die vielen akzelerationistischen Äußerungen von Neonazis seit dem Ausbruch der Pandemie gesehen werden kann.15 Viele rechtsextreme Gruppen warten schon lange auf eine schwere Krise wie Covid-19, auf den sogenannten Tag X, an dem die innere Ordnung eines Staates zu bröckeln beginnt und die Extremisten die Macht ergreifen können.
Neonazis
Gerade die Behörden haben schlichtweg keine Ahnung, welche Gemengelage auf den Demonstrationen mitlaufen und im Vorfeld zu diesen Demonstrationen aufrufen. FAKT!
Wenn die Gefahrenlage und die Einschätzungen der Behörden hinsichtlich, Rechtsextremismus und neonazistische Bestrebungen genauer wären, würde man doch erklären müssen das Querdenken strukturell dem Problembereich Rechtsextremismus zugerechnet werden müsste. So macht man sich es sehr einfach und sagt, dass man es nicht genau einschätzen könnte. Oder noch besser man rechnet Straftaten der "Querdenker" dem Linken Spektrum zu wie es in Sachsen ja scheinbar Gang und Gebe ist.
Er fabriziert Shirts mit gewaltverherrlichenden und rechtspopulistischen Inhalten. Ferner werden seine Kampagnen und Produkte von Rechtspopulisten empfohlen bzw. solche lassen ihre Shirts von Liebich herstellen. Seine Kontakte in die rechte Szene sind so intensiv, dass er problemlos auf Rechtsrock-Konzerten auftauchen kann.
Liebich interagierte auf den „Montagsmahnwachen“ gemeinsam mit organisierten Neonazis und betreibt zugleich eine facebook-Seite, auf der er mit seinen Gerüchten die Kommentator_innen zu Hetze motiviert und politische Gegner denunziert. Die Strategien sind dieselben wie bereits vor über zwölf Jahren – ebenso wie die Inhalte. Der vielfach postulierte Ausstieg fand nicht statt.
Quelle Antifa Infoblatt: Nachdem bundesweite "Querdenken"-Proteste im Oktober 2020 in Berlin nur noch knapp 2.000 Teilnehmende mobilisierten, rechneten aufmerksame Antifaschist_innen nach Beginn des „Lockdown-Light“ Anfang November 2020 für die angekündigten Proteste in Leipzig mit einer fünfstelligen Zahl an Teilnehmenden. Auch die Versammlungsbehörde schloss sich dieser Einschätzung an und beauflagte die Kundgebung daher auf die Neue Messe am Stadtrand, wo die Einhaltung von Abständen zum Infektionsschutz theoretisch möglich wäre. Hatte die Argumentation vor dem Verwaltungsgericht in Leipzig noch Bestand, so kippte das Oberverwaltungsgericht Bautzen diese Entscheidung und erlaubte eine Kundgebung auf dem zentralen Augustusplatz für 16.000 Personen.
Auf ihren Ansteckern, Schildern und Transparenten verbreiteten diese vielfach antisemitische Verschwörungsideologien und Geschichtsrevisionismus. Redner auf der Bühne setzten die Corona-Gesetzgebung mit dem Ermächtigungsgesetz von 1933 gleich und verglichen Maskierungsregeln mit antisemitischen Zwangsmaßnahmen der NS-Zeit. Wie schon bei vergangenen Großveranstaltungen der "Querdenker" wird die Weigerung eine Maske zu tragen und Abstandsregeln zu achten zur Performance kollektiver Selbstermächtigung, der große Teile der Teilnehmenden folgen.
Seitens der Organisator_innen waren zentrale Personen der Corona-Leugner-Szene wie Nils Wehner, Stephan Bergmann, Bodo Schiffmann, Anselm Lenz und Markus Haintz vertreten. Bei den Protesten fanden sich bekannte Verschwörungsideolog_innen und rechte Medienschaffende wie Attila Hildmann, Sven Liebich, Jürgen Elsässer, Ilia Tabere ("Elijah Tee") und Miriam Hope ein. Auch die Mitglieder der sächsischen AfD Jörg Dornau und Albrecht Harlaß sowie der ideologische Hintermann des völkischen „Flügels“ Götz Kubitzschek nahmen teil.
Als die Kundgebung nach drei Stunden wegen fehlender Masken und Abstände polizeilich aufgelöst wurde, begannen zugleich Versuche eine Demonstration auf dem Innenstadtring durchzusetzen. Damit versuchten die Organisator_innen und Demonstrierenden gezielt an die historischen Montagsdemonstrationen des Jahres 1989 anzuknüpfen. Der Aufruf für den 7. November 2020 lief unter dem Motto „zweite friedliche (R)Evolution“ und auch das Szenario eines „spontanen“ und unangemeldeten Marsches auf dem Ring hatte der Anmelder Nils Wehner bereits im Vorfeld gerechtfertigt. Direkten Bezug auf die 1989 durchgeführten Ringdemonstrationen nahmen letztlich auch Redner_innen wie die Kommunalpolitikerin Heike Oehlert (ehem. Freie Wähler, stellvertretende Bürgermeisterin Zwenkau) und der Pfarrer i.R. Christoph Wonneberger (ehemaliger Koordinator Friedensgebete). Durchgesetzt wurde der Marsch schließlich durch gewalttätige Hooligans, Kampfsportler und Neonazis. Gemeinsam mit anderen "Querdenkern" trieben diese die wenigen Beamt_innen vor sich her und machten damit den Weg frei. Bundesweit angereiste Vertreter der extremen Rechten hatten sich schon frühzeitig auf dem Versammlungsplatz eingefunden. Ihre Anwesenheit zeigt den Stellenwert der Mobilisierung nach Leipzig: Udo Voigt, Stefan Trautmann, Patrick Wieschke (alle NPD), Paul Rzehaczek, Maik Schmidt (beide „Junge Nationalisten“), Michael Brück, Sven Skoda, Kevin Gabbe (alle „Die Rechte“), Enrico Böhm (ehem. NPD), Rick Wegner3, Alexander Kurth (ehem.: NPD, „Die Rechte“, „Thügida“, Republikaner; jetzt: „Ungetrübt Media“), Pierre Bauer, Arno Niederländer, Tim Kühn, Yves Rahmel (ehemals Geschäftsführer „PC Records“), Chris Junghänel („Kaotic Chemnitz“), Fabian N. und Benjamin B. („Imperium Fighting Team“).
Lieblich war an allen Querdenken Demonstrationen beteiligt, hier in diesem Beispiel in Querdenken Demo Frankfurt Oder 28.11.2020.
— Recherche Kollektiv Ostwestfalen (@RechercheKolle1) December 6, 2020
Bruder- und Schwesternschaft Deutschland / Steeler Jungs (Essen) -
(verschiedene Querdenken Demonstrationen)
Das gewaltbereite HoGeSa-Klientel der Düsseldorfer "Bruderschaft bzw. Schwesternschaft Deutschland" und die mit ihnen befreundeten "Steeler Jungs" aus Essen traten bei Querdenken in Berlin am 29.08.2020 weniger unauffällig auf. Auch Steeler-Jungs Chef und Bandido Chris Willing war vor Ort .
Bruderschaft Deutschland und die neonazistischen Steeler Jungs aus Essen bei Querdenken #b2908
Anti-Antifa
Querdenken und das ganze Umfeld kann sich davon nicht freireden, dass sogar militante neonazistische Organisationen zur Demonstration am 29.08.2020 (und davor!) aufgerufen haben. Was die Anti-Antifa ist, wissen wohl die wenigsten Mitleser eventuell genau. Denn hier muss man sehr weit zurück gehen. Worüber wir aber schreiben, ist ein Netzwerk und sind Strukturen die schon Ende der 80er entwickelt wurden.
Nicht die einzigen Beispiele auf der Querdenken Demonstration vom 29.08.2020. Die vermeintlichen "Antifaschisten" von Querdenken, liefern hier nur ein sehr gutes Beispiel für ihre faschistische Struktur. Akzeptanz der Intoleranz.
Der Begriff "Anti-Antifa" ist die Selbstbezeichnung mehrerer rechtsextremer Gruppen, die seit Mitte der 1990er Jahre in Deutschland entstanden sind, mit dem erklärten Ziel, Antifaschisten und Linke zu bekämpfen, insbesondere die Teilnehmer von Gegendemonstrationen bei rechtsextremen Kundgebungen, aber auch andere Gegner wie linke Politiker, Journalisten oder Wissenschaftler.
Mittlerweile gibt es Anti-Antifa-Gruppen in vielen westlichen Ländern, unter anderem in den USA, Griechenland, und Spanien. Der Begriff wird auch in einem weiteren Sinne verwendet und schließt all jene Rechtsextremisten ein, die versuchen, eine organisationsübergreifende Kampagne zur gezielten Bekämpfung von Linken, die sich aktiv gegen den Faschismus stellen, zu fördern.
Anti-Antifa-Aktivisten kommen meist aus der gewaltbereiten und aktionsorientierten rechtsextremen Szene. Es gibt aber auch eine "intellektuelle Anti-Antifa", deren Vertreter zu einem großen Teil aus dem Umkreis der Neuen Rechten stammen. In Deutschland gehören dazu z. B. Hans-Helmuth Knütter, ein "führender Kopf der intellektuellen Anti-Antifa "(Die Rechtsextremen und die Bundestagswahl ’98," in: Tribüne 36, Nr. 141, 1997, p. 66.) und der "Anti-Antifa-Wissenschaftler " (Nationale Identität", Antisemitismus und Antiamerikanismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1970-2005) Claus Wolfschlag.
Zu den Strategien der Anti-Antifa-Gruppen gehört das Sammeln von "feindlicher Intelligenz", wozu auch das Sammeln und Veröffentlichen von persönlichen Daten politischer Gegner und die Dokumentation ihrer Aktionen und Veranstaltungen gehören, wobei die "Outing"-Praxis vieler Antifa-Gruppen aufgegriffen wird. Das Ergebnis dieser "schwarzen Listen" dient der Einschüchterung politischer Gegner und mündet oft in Gewalttaten gegen Einzelpersonen und linke oder alternative Projekte.
Das Konzept existiert auch in anderen Ländern und ist vergleichbar mit "Redwatch", einer rechtsextremen Website aus Großbritannien, oder dem "Research Documentation and Information Network" (Onderzoeks- Documentatie- en Informatienetwerk, ODIN) in den Niederlanden.
Der Begriff "Anti-Antifa" tauchte erstmals in der August-Ausgabe 1972 der rechtsextremen Monatszeitschrift Nation Europa in einem Artikel "Plädoyer für einen Anti-Antifaschismus" von Hans Georg von Schirp auf.(**Anton Maegerle, Vom Obersalzberg bis zum NSU. Die extreme Rechte und die politische Kultur der Bundesrepublik 1988-2013 (Berlin: Edition Critic, 2013), 82.) Doch erst Mitte der 1990er Jahre wurde der Begriff als Selbstbezeichnung rechtsextremer Gruppen aufgegriffen.
1992 arbeitete der Hamburger Neonazi Christian Worch den Anti-Antifa-Begriff in der Zeitschrift Index der rechtsextremen Gruppe "Nationale Liste" aus. Größere öffentliche Aufmerksamkeit erhielt der Begriff Anti-Antifa erst, als 1993 in einer Publikation namens "Der Einblick - Die nationalistische Widerstandszeitschrift gegen zunehmenden Rotfront- und Anarchoterror" Personendaten von Neonazigegnern,
Journalisten und Politikern aus dem gesamten Bundesgebiet aufgelistet wurden. In der Zeitschrift wurden über 250 Antifaschisten, Gewerkschafter, Journalisten sowie linke und alternative Treffpunkte mit Namen und Adressen genannt. Im Vorwort sprachen die Macher davon, "den politischen Gegner auszuschalten" und ihm "unruhige Nächte zu bereiten." Ein gewisser Norman Kempken aus Rüsselsheim hatte eine große Anzahl dieser Adressen gesammelt.
Spätestens Mitte der 1990er Jahre tauchten explizite "Anti-Antifa"-Gruppen auf. Tino Brandt, ein Thüringer Neonazi und damaliger Verfassungsschutz-Informant, gründete 1994 die "Anti-Antifa Ostthüringen" (AAO), eine kurzlebige Neonazi-Gruppe. Beate Zschäpe von der neonazistischen Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) beteiligte sich an Aktionen der "Anti-Antifa Ostthüringen".
Mitte 2002 tauchte die Gruppe "Autonome Nationalisten Berlin" (ANB) auf, die sich explizit auf ein Anti-Antifa-Programm bezieht. Das ANB-Projekt, das sich größtenteils aus Personen der "Freien Kameradschaft"-Szene zusammensetzt, ist bisher vor allem durch die Teilnahme an Demonstrationen und das Verteilen von Aufklebern aufgefallen.
Eine besonders aktive Gruppe namens "Anti-Antifa Nürnberg" (AAN) wird erstmals 2006 in einem Bericht des bayerischen Verfassungsschutzes erwähnt. Sie wurde für eine Reihe von Übergriffen in der Region gegen Antifa-Aktivisten und Bürger, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, verantwortlich gemacht. Autos wurden beschädigt, Häuser beschmiert, Fensterscheiben eingeschlagen, sogar ein totes Kaninchen wurde in einen Briefkasten geworfen.
Beim "Sturm auf den Reichstag" dabei: der Neonazi Marcel Kretschmer (mit roter Weste) aus Thale (Harz). Früher "Nationale Sozialisten Nordharz", "Die Rechte", "Europäische Aktion". #b2908pic.twitter.com/TjaFk8z0NT
Die Grundidee ist simpel: Jede Familie (bestehend aus Mann, Frau und Kindern) soll einen Hektar Land, den sogenannten Familienlandsitz, bewirtschaften und darauf ihr Haus bauen. Wenn alle Menschen diese Idee verfolgen würden, wären angeblich die Probleme dieser Welt gelöst und die Erde ein Paradies. Doch zwischen diesen fantastisch anmutenden Elementen finden sich auch immer wieder antisemitische, rassistische und sexistische Aussagen. Megre zeichnet eine stark vereinfachte Welt, in der böse Mächte und die Technokratisierung schuld an allem Übel sind. (Informationen via Antifa Infoblatt - https://www.antifainfoblatt.de/artikel/die-anastasia-bewegung)
Quelle Anastasia: Sie sprechen von "Menschlichkeit" und der "Harmonie des Universums", doch ihre Ideologie ist rassistisch. Sie halten sich für unpolitisch, aber bejubeln Holocaustleugner und besuchen Seminare von Rechtsextremen. Seit Monaten versuchen Anhänger der sogenannten "Anastasia-Bewegung", im Großraum Berlin Fuß zu fassen. An diesem Montag wollen sie sich auf einem Hof im Nordwesten Brandenburgs zur gemeinsamen Feier der Wintersonnenwende treffen.
Die Veranstaltung findet auf einem Hof bei Putlitz im Landkreis Prignitz statt. Organisiert wird sie von den Gründern des geheimen Telegram-Kanals „Familienlandsitz & Siedlungsforum“, in dem sich derzeit 3300 Anhänger vernetzen.
Bei der Anastasia-Bewegung handelt es sich um einen ökoesoterischen Kult, der Menschen verspricht, sie könnten übersinnliche Fähigkeiten wie Hellsicht und Telepathie erlangen, wenn sie nur als Selbstversorger in die Natur ziehen . Sektenbeauftragte und Experten warnen, die Bewegung sei eine "Rutschbahn in den Rechtsextremismus". Neugierige, die lediglich im Einklang mit der Natur leben wollten, würden mit Ideen der Rassenlehre und brauner Esoterik indoktriniert.
Geistiges Idol der Bewegung ist eine Romanfigur: eine junge Frau namens Anastasia, die angeblich in der Wildnis Sibiriens lebt. Erschaffen wurde sie vom russischen Autor Wladimir Megre, 70.
In den weiteren Bänden geht es um die Bedeutung von Bäumen und Steinen, um Pädagogik, „die Schöpfung“ und das Wesen der Menschen. Im dritten Band „Raum der Liebe“ wird das Konzept der Schetinin-Schule vorgestellt. Inspiriert von der Anastasia-Lektüre, entwickelte der Lehrer Michail Petrowitsch Schetinin das Konzept, in dem davon ausgegangen wird, dass Kinder allwissend sind und nur noch den Zugang zu ihrem Wissen finden müssen. Dann sei die sonst 11-jährige Schulausbildung auch in nur einem Jahr schaffbar. Zusätzlich zu dem Druck, den dieses Grundverständnis auf jedes einzelne Kind ausübt, kommt ein starker Militarismus und Nationalismus in der Ausbildung. Im europäischen Kontext wurde das Prinzip der Lais-‚Schulen‘ (in Wirklichkeit handelt es sich um Lerngruppen, da es keine Schulzulassung gibt) entwickelt, das der Schetinin-Schule ähnelt, aber auch einige Unterschiede aufweist. Der Begriff ‚Lais‘ soll aus dem Gotischen stammen und übersetzt „ich weiß“ heißen.
Verschwörungstheorien und Antisemitismus innerhalb der Anastasia Bewegung
Die ausgeprägte Vorstellung von Reinheit geht im Bereich der Esoterik oft einher mit Verschwörungstheorien, die sozusagen die andere Seite der Medaille darstellen. Bei Megre fällt insbesondere der explizite Antisemitismus auf.
Seine Theorie: Die Welt werde von einem Oberpriester beherrscht, einem Leviten. Die Leviten seien eine kleine Gruppe von Menschen innerhalb des jüdischen Volkes, die seit Tausenden von Jahren das Sagen haben. Schon Moses sei einer der Priester gewesen, der unter Anleitung des Oberpriesters das jüdische Volk durch die Wüste geführt habe.
Diese heimliche Weltführung unter dem Oberpriester habe, so Megre, die Juden „programmiert“, so dass diese wie eine Art „biologische Roboter“ funktionieren würden. Anastasia durchschaue im Unterschied zu den meisten Menschen die Verschwörung und stellt sich dagegen. „Die Völker der Erde werden heute von nur sechs Menschen beherrscht - von Priestern.
Frank Willy Ludwig ist Begründer einer neopaganen-braunesoterischen Bewegung aus dem deutschen rechten Milieu der "Selbstversorger" und "fölkischen Siedler" [sic] mit Namen Urahnenerbe Germania (UAE) - mit direkten Kontakten in die Anastasia Sekte. - Grafik entstammt der Urahnen Webseite.
Ihre Dynastien sind zehntausend Jahre alt. Von Generation zu Generation geben sie ihren Nachkommen das okkulte Wissen weiter (…) Unter den sechs gibt es einen Oberpriester, der sich so nennt und sich heute für den obersten Führer der menschlichen Gesellschaft hält. Der Oberpriester hatte gleich einen Verdacht, wer ich in Wirklichkeit bin, nachdem ich nur paar Worte ausgesprochen hatte, die du in deinen Büchern angeführt hast, und nachdem er die Reaktionen vieler Menschen auf diese Worte sehen 3 Gefunden: http://stammes-quelle.de/Kategorie/WISSEN-IST-MACHT-1 (Zugriff: 14. September 2016) konnte.
So versuchte er, mich für alle Fälle mit ganz unbedeutenden Kräften zu vernichten. Es gelang ihm nicht“. (S. 165- 166). Jesus habe diese Kodierung des jüdischen Volkes erkannt und versucht aufzubrechen, es sei ihm aber, erklärt Megre durch Anastasia, nicht möglich gewesen. „Die wahren geschichtlichen Ereignisse kann jeder sehen, der nur etwas aus dem hypnotischen Traum der Jahrtausende erwacht und liest, wie und wodurch das jüdische Volk kodiert und in ein priesterliches Heer verwandelt wurde. Dann versuchte Jesus die Kodierung seines Volkes aufzubrechen, er zeigte die Fähigkeit der Erkenntnis und versuchte, die Absichten der Priester abzuwenden“ (S. 174). Weil die Juden „programmiert“ worden seien, seien sie nur bedingt schuldfähig, etwa wenn sie sich durch besondere Geldgier auszeichneten. Allerdings sei es auch kein Zufall, wenn ihnen im Verlauf der Geschichte so viel Unheil widerfahren sei, so Megre.
Er beschreibt den Holocaust und schliesst: „Historiker hielten Hitler für schuldig.“ Dabei macht die Formulierung deutlich, dass der Autor die wirklichen Gründe scheinbar kennt, was er mit der nachfolgenden Argumentation verdeutlicht. Schon andere Herrscher, schreib er, „waren gezwungen“, die Juden zu vertreiben: Eine geschichtsrevisionistische und antisemitische Aussage. „Nicht einen, nicht Hunderte, nicht Tausende Menschen kamen um, es waren Millionen, die in diesen kurzen Zeitraum brutal ermordet wurden. Historiker halten Hitler für schuldig. Aber wer war zu einer anderen Zeit schuld: im Jahr 1113, Kiewer Rus. (…) Im Jahre 1290 beginnt man plötzlich in England mit der physischen Vernichtung der Juden.
Die Herrscher sind gezwungen, das jüdische Volk aus ihrem Land zu vertreiben. 1492 begannen die jüdischen Pogrome in Spanien. Allen in Spanien lebenden Juden drohte die Gefahr der physischen Vernichtung und sie mussten das Land verlassen. Ab dem Zeitpunkt, als die Juden aus der Wüste Sinai kamen, waren sie in vielen Ländern verhasst. In vielen Völkern wuchs der Hass an und hier und da wandelte er sich in grausame Pogrome und Mord (S. 173). (….) Da das schon mehr als ein Jahrtausend geschieht, kann man den Schluss ziehen, dass das jüdische Volk vor den Menschen Schuld hat. Aber worin besteht die Schuld? Die Historiker, die alten wie die neuen, sprechen davon, dass sie Verschwörungen gegen die Macht anzetteln. Sie versuchten alle zu betrügen, vom jungen bis zum alten.
Von einem, der nicht sehr reich sei, versuchten sie wenigstens etwas wegzunehmen, und bei einem Reichen seien sie bestrebt, ihn ganz und gar zu ruinieren. Das bestärkt die Tatsache, dass viele Juden wohlhabend sind und sogar auf die Regierung Einfluss nehmen können“ (S. 174). Megres seitenlange Ausführungen sind antisemitische Ausführungen in Form einer kruden Theorie über eine okkulte Weltverschwörung.
Auch das Christentum und andere Religionen kommen nicht gut weg. „Alle Religionen werden als künstlich erfundene, manipulative ideologische Systeme dargestellt, die von finsteren und habsüchtigen Priestern erfunden wurden. Das Christentum und die Orthodoxe Kirche werden als eine Art Droge oder als ausländische Ideologien dargestellt, die einen besonderen Typ des Menschen prägen“ (Martinovich, 2014). Dennoch ist es vor dem historischen Hintergrund unverständlich, dass Megre in den Chor rechtsesoterischer antisemitischer Verschwörer einstimmt, um vor der jüdischen Weltverschwörung zu warnen.
Falun Gong
Falun Gong (alternativ Falun Dafa genannt) ist eine Sekte, die in China gegen Ende des "Qi Gong-Booms" in den frühen 1990er Jahren entstand und 1999 von der chinesischen Regierung unterdrückt wurde. Außerhalb Chinas hat Falun Gong Ableger in etwa 70 Ländern und Zehntausende von Anhängern (Schätzungen reichen von 40.000 bis zu mehreren Hunderttausend). Im Exil hat sich die Sekte zu einem entschiedenen Gegner der chinesischen Regierung entwickelt und wird von antikommunistischen und anti-chinesischen Aktivisten weltweit unterstützt.
Die Sekte nutzt Qi Gong, ein System aus koordinierter Körperhaltung und -bewegung, Atmung und Meditation, als Einstiegsmethode. Die rassistischen und verschwörungstheoretischen Lehren des "Meisters" der Sekte, Li Hongzhi, sind den Falung Gong-Anhängern oft nicht (sofort) bewusst, obwohl seine "Lehren" auf verschiedenen Falun Gong-Webseiten offen zugänglich sind. Im Gegensatz dazu berichteten Personen aus dem inneren Kreis der Sekte, dass sie in dem Glauben aufwachsen, dass "Meister Li" ihre Gedanken lesen kann und dass die "Rassenvermischung" ein außerirdisches Komplott ist, um Chaos auf der Erde zu schaffen.
Frage: Warum sagen Sie, dass Kinder mit gemischtem Blut bedauernswert sind? Ein Mensch kann in diesem Leben ein Chinese sein und im nächsten Leben ein Ausländer, und es gibt alle möglichen Rassen und Hauptseelen auf der Erde.
Meister: Im Reinkarnationsprozess ist es die Hauptseele, die reinkarniert, während das, was gemischtes Blut hat, der fleischliche Körper ist. Verschiedene Götter haben ihre eigenen verschiedenen Völker erschaffen, und in der Geschichte haben sich diese Götter die ganze Zeit um die Menschen gekümmert, die sie selbst erschaffen haben. Weiße Menschen sind weiße Menschen, schwarze Menschen sind schwarze Menschen, und Menschen der gelben Rasse sind Menschen der gelben Rasse. Jede Ethnie auf der Welt ist eine Rasse, die mit dem Himmel übereinstimmt. Nach der Vermischung des Blutes haben die Menschen nicht mehr ihre Korrespondenz zu den Göttern in den Himmeln. Und dann ist es möglich, dass keiner der Götter, die die Menschen erschaffen haben, sich um sie kümmert. Im Hinblick auf diese Menschen sind sie dann sehr bedauernswert. Manche Menschen fragen sich dann vielleicht, was sie tun sollen. Ich sage Ihnen: Seien Sie nicht ängstlich. Ich spreche von der Situation an der Oberfläche des Menschen. Da sich die Hauptseele der Menschen nicht vermischt hat, wenn sich die Menschen kultivieren wollen, kann ich ihnen ermöglichen, sich zu kultivieren. Wenn du dich bis zur letzten Stufe kultivieren kannst, kannst du dich trotzdem vollenden, dann gibt es keinen Unterschied mehr. Die Kultivierung wird kein Problem sein.
Die international bekannte Performance-Kunstgruppe Shen Yun und das Medienunternehmen The Epoch Times sind die wichtigsten Outreach-Organisationen von Falun Gong.3 Zusammen mit anderen Falun Gong-Unternehmen, wie New Tang Dynasty Television (NTD), agieren sie als Erweiterungen der Sekte und fördern ihre spirituellen und politischen Lehren. Im Fall von The Epoch Times fördern sie auch Verschwörungstheorien und rechtsextreme Politik sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten. Während der Präsidentschaftswahlen 2016 und 2020 in den USA hat The Epoch Times für Verschwörungstheorien und rechtsextreme politische Ansichten geworben.4
Zusammen mit anderen Falun Gong-Unternehmen, wie New Tang Dynasty Television (NTD), agieren sie als Erweiterungen der Sekte und fördern ihre spirituellen und politischen Lehren. Im Fall von The Epoch Times fördern sie auch Verschwörungstheorien und rechtsextreme Politik sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten.
Die rund 600 Mitglieder starke3 Die Rechte knüpft direkt an einige der berüchtigtsten Elemente der rechtsextremen Szene in Deutschland an. Der Parteigründer Christian Worch (*1956) ist einer der führenden Kader des Neonazi-Milieus in Deutschland und mehrfach wegen Körperverletzung, Volksverhetzung und Verbreitung von NS-Propaganda verurteilt.
Worch, der bis 2017 Vorsitzender von Die Rechte war, hatte in seinen Zwanzigern zusammen mit dem damals wohl bekanntesten deutschen Neonazi Michael Kühnen die "Aktionsfront Nationaler Sozialisten" (ANS) gegründet. Die ANS verstand sich als Fortsetzung von NSDAP und SA und hatte deren Ideologie übernommen, zu der auch die Unterstützung der antisemitischen Rassengesetze des Dritten Reiches gehörte, und suchte den Kontakt zu anderen neonazistischen Gruppen wie SS-Veteranenorganisationen und der "Wiking-Jugend".
Nach dem Verbot der ANS 1983 schloss sich Worch der später ebenfalls verbotenen "Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei" (FAP) an und beteiligte sich an Gary Laucks NSDAP-Aufbauorganisation / NSDAP/AO, einer in den USA ansässigen Organisation, die vorgab, eine legitime Nachfolgeorganisation der NSDAP zu sein. Seit 1984,
Worch, der bis 2017 Vorsitzender von Die Rechte war, hatte in seinen Zwanzigern zusammen mit dem damals wohl bekanntesten deutschen Neonazi Michael Kühnen die "Aktionsfront Nationaler Sozialisten" (ANS) gegründet. Die ANS verstand sich als Fortsetzung von NSDAP und SA und hatte deren Ideologie übernommen, zu der auch die Unterstützung der antisemitischen Rassengesetze des Dritten Reiches gehörte, und suchte den Kontakt zu anderen neonazistischen Gruppen wie SS-Veteranenorganisationen und der "Wiking-Jugend".
Nach dem Verbot der ANS 1983 schloss sich Worch der später ebenfalls verbotenen "Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei" (FAP) an und beteiligte sich an Gary Laucks NSDAP-Aufbauorganisation / NSDAP/AO, einer in den USA ansässigen Organisation, die vorgab, eine legitime Nachfolgeorganisation der NSDAP zu sein.
Im Wettbewerb um ehemalige DVU-Mitglieder, die sich einer der verschiedenen rechtsextremen Minderheitenparteien anschließen wollten, positionierte sich Die Rechte zwischen der neonazistischen NPD und gemäßigteren rechtspopulistischen Parteien wie der Pro-Bewegung oder Die Republikaner. Das war nur ein Jahr vor dem durchschlagenden Erfolg der Alternative für Deutschland, als sie 2013 aufkam.
Am 20. April 2019 veröffentlichte Die Rechte auf ihrer Website eine Nachricht, dass es ein Treffen in Sofia, Bulgarien, gegeben habe, an dem Deyda als außenpolitischer Vertreter des DR teilgenommen habe.8 Bei dem Treffen beschlossen die folgenden Gruppen ein Bündnis mit dem Titel "Festung Europa":
1. Бытарски Национален Съюз (БНС) / Bulgarian National Union (BNS) - Bulgarien
2. Die Rechte - Deutschland
3. Les Nationalistes / Die Nationalisten - Frankreich
4. Légio Hupgária / Legion Ungarn (NSF) - Ungarn
5. Národní a sociální fronta (NSF) / Nationale und Soziale Front (NSF) - Tschechische Republik
6. Szłurm I Assault - Polen
"Vom 20. bis 21. April 2019 fand in der bulgarischen Hauptstadt Sofia ein Vernetzungstreffen statt, an dem Nationalisten aus verschiedenen europäischen Ländern teilnahmen, zu denen zum Teil schon langjährige Kontakte bestehen. Während der internationale Austausch oft nur lose ist, hat sich die Vernetzung zwischen verschiedenen Parteien und Organisationen in den letzten Jahren weiterentwickelt und ein neues Niveau erreicht: Das internationale Bündnis "Festung Europa", das unter dem Slogan "Unsere Nationen - Unser Europa" agiert, wurde ins Leben gerufen. Künftig sollen länderübergreifend Kampagnen koordiniert und der Kontakt in einem immer enger zusammenwachsenden Europa intensiviert werden. Gründungsmitglieder des Bündnisses sind die Organisationen "Бытарски Национален Съюз (БНС) / Bulgarische Nationale Union (BNS)" (Bulgarien), DIE RECHTE (Deutschland), "Les Nationalistes" (Frankreich), "Légio Hupgária / Legion Ungarn" (Ungarn), "Národní a sociální fronta (NSF) / Nationale und Soziale Front (NSF)" (Tschechien) und "Szłurm I Assault" (Polen). Die Gründungserklärung, die im Rahmen einer Pressekonferenz am Ostersonntag verkündet wurde, wurde in Bulgarien von zahlreichen Fernsehsendern ausgestrahlt, ein Vertreter der Bulgarischen Nationalen Föderation wurde sogar zu einer der größten Talkshows des Landes eingeladen. Auch mehrere deutschsprachige Medien (zum Beispiel "Der Standard" und ORF sowie "Deutschlandfunk") haben bereits über das neue Bündnis berichtet, das auch im Vorfeld des Europawahlkampfes 2019 aktiv sein wird.
Als deutscher Vertreter nahm der außenpolitische Sprecher von DIE RECHTE, Matthias Deyda, der auch auf der 'Liste des nationalen Widerstands' seiner Partei für die Europawahl am 26. Mai 2019 steht, an dem Vernetzungstreffen teil und berichtete von einer echten Aufbruchstimmung. Neben den sechs Gründungsmitgliedern sollen Gespräche mit weiteren Organisationen und Parteien geführt werden, um das Bündnis in Zukunft auf eine noch stabilere Basis zu stellen."
Matthias Deyda in Sofia, Bulgarien, bei der Gründung des Bündnisses "Festung Europa" am 20. April 2019. - https://die-rechte.net/lv-nordrhein-westfalen/kv-dortmund-dortmundecho/internationales-buendnis-festung-europa-unter-beteiligung-der-partei-die-rechte-gegruendet/
Mitglieder der Legion Ungarn, die dem Bündnis "Festung Europa" die Treue halten. - https://die-rechte.net/lv-nordrhein-westfalen/kv-dortmund-dortmundecho/25-mai-in-dortmund-europaeische-aktivisten-kommen-zur-demo-anreisetreffpunkte-stehen-fest/
Teilnahme an allen "Querdenken" Demonstrationen ob nun Berlin oder Leipzig.
2021
Teilnahme an diversen Querdenken Demonstrationen, u.a. Berlin, Leipzig, aber auch in diversen anderen Städten. Teilweise selbst angemeldet oder durch Strohmann Gruppierungen aus dem Rechtsextremen Umfeld.
Wie vergangenen Sonntag bewirbt die extrem Rechte Partei "Freie Sachsen" 48 "Spaziergänge" und Versammlungen für den folgenden Montag. Neben größeren Städten sind auch viele Kleinstädte benannt. https://t.co/zNctFw0OD3pic.twitter.com/3ReBOVaDBw
2013
Die Partei wurde am 28. September 2013 in Heidelberg gegründet. Zum ersten Vorsitzenden der Partei wurde der ehemalige NPD-Funktionär Klaus Armstroff gewählt. Die Partei ist ein Sammelbecken einer relativ kleinen, aber sehr aktiven Gruppe von radikalen völkischen Nationalisten, die zuvor in der Kameradschaft Freies Netzwerk Süd aktiv waren. Der Großteil der rund 500 Parteimitglieder ist in den Bundesländern Bayern, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen aktiv. In Bayern spiegelten die sechs sogenannten "Stützpunkte" 2014 die Zentren der ehemaligen Kameradschaft des FNS wider.9
2015
Im September 2015 trat der französische Neue-Rechte-Ideologe und Gründer des heidnisch-neonazistischen Thule-Seminars als Redner einer Der III. Weg Veranstaltung mit dem Titel "Community Day 2015: Bismarcks Erbe - Unsere Mission "26. In einer Veranstaltungszusammenfassung auf der Der III. Weg -Website heißt es:
Der eigens aus Frankreich angereiste Festredner Pierre Krebs von der Thule-Gesellschaft zeichnete in seinem Vortrag "Weltanschauliche Basis für ein neues Reich" die kulturellen und historischen Ursprünge der Deutschen auf und erläuterte die politische, wirtschaftliche und militärische Struktur eines neuen, unabhängigen Deutschlands.
2017
Am 15. Juli 2017 vertrat Der III. Weg im Rahmen des rechtsextremen Festivals "Rock gegen Überfremdung" die Reconquista-Bewegung. In einem Beitrag auf der Facebook-Seite des Interregnum-Intermariums, der über die Veranstaltung berichtet, heißt es:
Auch die Reconquista-Bewegung, die kürzlich ihre 1. Paneuropa-Konferenz in Kiew abhielt, war auf der Veranstaltung vertreten. Am Stand der Partei Der Dritte Weg, dem Verbündeten der Bewegung, konnten die Besucher Flugblätter (dt., engl.) erhalten, die über die Aktivitäten und Pläne der Reconquista informierten.
Die ins Deutsche übersetzten Texte [auf dem Flugblatt] werben mit einer militanten Sprache dafür, sich "in die Reihen der Besten" einzureihen, um "Europa vor dem Untergang zu retten." Biletskys "Ränge der Besten" bieten eine paramilitärische Ausbildung für die "Reconquista" - die Rückeroberung Europas. Vor allem in verschiedenen sozialen Netzwerken zeigen "Asow"-Mitglieder unverhüllt, welches politische Bild zurückerobert werden soll: Unzählige Fotos zeigen martialische "Asow"-Soldaten mit dem Nazigruß, SS-Symbolen und Hakenkreuz-Tätowierungen.
Der III. Weg während des jährlichen Marsches der Nation am 14. Oktober 2018 in Kiew zusammen mit Olena Semenyaka (National Corps, Azov, Reconquista) und Pascal Lassalle (Nouvelle Droite). - https://www.facebook.com/photo.php?fbid=2172099052800295
2018
Der III. Weg hatte einen Stand bei der Neonazi-Veranstaltung "Jugend im Sturm" am 7. Juli 2018 in Kirchheim (Thüringen). Es existiert ein Bild, das Olena Semenyaka zusammen mit dem Neonazi-Musiker und verurteilten Mörder Hendrik Möbus sowie Jerome Döring, einem Leipziger Neonazi-Webshop-Besitzer und Software-Entwickler, vor dem Der III. Weg-Infostand. Olena Semenyaka ist die außenpolitische Ansprechpartnerin des Asow-Regiments, einer bewaffneten Miliz von Neonazis, die im Ukraine-Konflikt kämpfen.
Am 15. Oktober 2018 waren Mitglieder von Der III. Weg waren bei der 2. Paneuropa-Konferenz in Kiew, Ukraine, anwesend. Dort hielt Julian Bender, "Gebietsleiter Westdeutschland von Der III. Weg", einen Vortrag mit dem Titel "Deutschland - Revolution oder Untergang".28
Anfang 2018 reiste eine Delegation von Der III Weg nach Rom, um am jährlichen Acca Larentia-Marsch teilzunehmen, der an den Tod von drei Mitgliedern der Jugendfront der Italienischen Sozialbewegung (MSI), einer italienischen rechtsextremen Partei, am 7. Januar 1978 in Rom erinnert.
2020
Am 18. August 2020 erschien ein Artikel auf der Website von Der III. Weg, in dem die neu gegründete ukrainische Miliz Centuria,30 die vom neonazistischen Asow-Bataillon, das jetzt Teil der ukrainischen Nationalgarde ist, ins Leben gerufen wurde, vorgestellt wurde.31 Nachfolgend ein Auszug aus dem Artikel:
"Alles oder nichts, Glaube oder Verderben" - das Motto der Organisation [Centuria] bezieht sich auf die Geschichte Roms und der Wiege der europäischen Zivilisation. Sie steht gegen das Chaos, für den Zusammenhalt, gegen die Trennung und für patriarchale Werte der Brüderlichkeit gegen die Verweichlichung und Zügellosigkeit der Massen.
Eine neue Organisation mit ewigen Werten - vielleicht genau das, was in der politischen (und vor allem metapolitischen) Arena Osteuropas fehlte, wo die Herzen der widerständigen Menschen schlagen ...
Vertreter des Nationalen Korps [Asow-Bataillon] sagten, dass sich diese Organisation in den Reihen ihrer Bewegung entwickelt habe, weil der Einfluss der anti-ukrainischen Kräfte sehr stark zugenommen habe und die korrupten Kräfte immer lauter den Wunsch äußerten, ihre revolutionäre Bewegung zu verbieten.
Centuria scheint also als Ersatz für die Azov-Miliz geschaffen worden zu sein, die international als Neonazi-Miliz anerkannt ist und deren Image irreparabel beschädigt wurde. Die Bilder, die bisher von der Centuria-Miliz aufgetaucht sind, scheinen in keiner Weise weniger martialisch und neonazistisch zu sein als ihre Vorgängerin.
Am 29. August 2020 nahmen Mitglieder von Der III. Weg an einer Massendemonstration von Corona-Leugnern in Berlin teil, darunter Hardcore-Neonazis, Reichsbürger, Identitäre, Anti-Vaxxer, Anhänger der Qanon-Verschwörungstheorie und andere unter einem antiwissenschaftlichen und verschwörungstheoretischen Dach in die "Querfront" gelockte Anhänger.32
#Kubitschek und andere Autor*innen der “Sezession” biedern sich seit Monaten den “Querdenker*innen”/Corona-Leugner*innen an, auch durch Anwesenheit (zB. Leipzig am 9.11.20). Das Video vom Freitag zeigt Kubitschek in #Mücheln/#Saalekreis bei einer solchen Demo. #IfSdichtmachen 1/2 pic.twitter.com/fvnWiZ4UEl
Martin Sellner ist das bekannteste Gesicht der österreichischen Identitären Bewegung (IM). Bereits als Teenager war Sellner in die österreichische Neonazi-Szene involviert und wurde zum Protegé eines der radikalsten und gefährlichsten Rechtsextremisten des Landes, des Holocaust-Leugners Gottfried Küssel, der den größten Teil seines Erwachsenenlebens wegen Nazi-Wiederbetätigung im Gefängnis verbrachte.
Sellner ist ein hauptberuflicher rechtsextremer Aktivist, der neben der Leitung des österreichischen IM-Ablegers Bücher schreibt, einen extremistischen Webshop2 und einen YouTube-Kanal3 betreibt und die Welt bereist, um auf rechtsextremen Veranstaltungen zu sprechen, manchmal zusammen mit gleichgesinnten White Supremacists, wie Jared Taylor, Kevin MacDonald oder Greg Johnson. Sellner ist in der rechten Burschenschaftsszene aktiv und extrem gut vernetzt mit prominenten rechtsextremen Politikern und Persönlichkeiten in Österreich und Deutschland.
Sellner arbeitet eng mit dem deutschen Neue-Rechte-Aktivisten, Schriftsteller und Verleger Götz Kubitschek zusammen. Von seinem Landsitz in Schnellroda in Sachsen-Anhalt aus, wo er mit seiner Frau Ellen Kositza und den sieben Kindern lebt, leitet er seine verschiedenen Projekte, wie das "Institut für Staatspolitik" (IfS), das als wichtigster Think Tank der Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum gilt. Sellner hat mehrere Wochen in Kubitscheks Landsitz gelebt, schreibt seit 2015 für dessen Zeitschrift Sezession, und hat zwei Bücher in Kubitscheks Antaios Verlag veröffentlicht: Gelassen in den Widerstand und Identitär. (Christine Eckes, “Ausbreitung der ‘Identitären Bewegung’ in Europa und ihre ideologischen Grundzüge,” EXIT-Deutschland, Volume 4, 2016, 110ff.)
Sellner ist mit der Amerikanerin Brittany Sellner (geb. Pettibone) verheiratet, und beide sind veritable Prominente in der rechtsextremen Szene. Brittany Sellner lebt zwar mit ihrem Mann in Wien, pflegt aber beste Verbindungen zur amerikanischen Alt-Right und betreibt einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem sie hauptsächlich antifeministische Positionen vertritt.
Nach Recherchen des SWR2 hatte Sellner "VIP"-Status in der Discord-Gruppe "Reconquista Germanica", einer mehrere tausend Mann starken rechtsextremen "Troll-Armee", die im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 entstanden ist. Sellner sagte dazu in einem Interview: "Ich denke, das sind eigentlich normale Manöver im Informationskrieg. Hetze und Trolle gehören einfach zum Revier dazu. Wenn man damit nicht umgehen kann, sollte man dieses Revier nicht betreten."
Zeitleiste
2014
Im November 2014 stellten Martin Sellner und Alexander Markovics die Identitäre Bewegung Österreich in einem ausführlichen Interview der deutschen rechtsextremen Zeitschrift Zuerst! vor, herausgegeben von Manuel Ochsenreiter. (Julian Bruns, Kathrin Glösel, Natascha Strobl et al., Die Identitären: Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa, 2017, p. 187.)
2015
Im Oktober 2015 nahm Sellner an einer Konferenz teil, die vom rechtsextremen Compact-Magazin von Jürgen Elsässer organisiert wurde. Dort wurde er von dem russischen rechtsextremen Netzwerker Yuri Kofner interviewt.
Die ideologischen Überschneidungen zwischen dem Christchurch-Attentäter und den Identitären sind offensichtlich. Immer wieder sprechen die Identitären vom "großen Austausch". Die Bewegung behauptet, dass europäische Ureinwohner mehr oder weniger systematisch durch Einwanderer ausgetauscht werden. Auch der Christchurch-Attentäter, der bei seiner grausamen Tat 50 Muslime tötete, nannte sein Manifest "The Great Replacement". Er könnte im Internet auf die Identitären gestoßen sein. Ob er und Sellner sich persönlich kannten, ist unklar. Mehrere Medien berichteten, der Attentäter sei vor einigen Monaten durch Österreich gereist und habe auch Fotos von dort gepostet. Sellner sagt aber, er habe ihn nicht getroffen.
2020
Im März 2020 reiste Sellner zusammen mit einer Gruppe von Identitären, darunter seine amerikanische Frau, das Alt-right-Postergirl Brittany Sellner (ehemals Pettibone), an die türkisch-griechische Grenze, um einen einwanderungsfeindlichen Medienstunt zu inszenieren. Begleitet wurden sie von drei weiteren österreichischen IM-Mitgliedern aus der Region Steiermark: Harald Wiedner, Clemens Lorber und Erik Freischütz.
Im August 2020 nahm Sellner an einer Massendemonstration von Corona-Leugnern teil, darunter Hardcore-Neonazis, Reichsbürger, Identitäre, Anti-Vaxxer (Impfgegner), Anhänger der Qanon-Verschwörungstheorie und andere unter einem antiwissenschaftlichen und verschwörungstheoretischen Dach in die "Querfront" gelockte Anhänger. Bereits einen Tag vor der Hauptdemonstration, am 28. August 2020, erschien er direkt neben dem Herausgeber des rechtsextremen Compact-Magazins, Jürgen Elsässer.
Identitäre Galionsfigur Martin Sellner (blaues T-Shirt) und Herausgeber des rechtsextremen Compact-Magazins (weiße Haare) bei der Ankunft in Berlin einen Tag vor der großen Corona-Leugner-Demonstration. Bildquelle: https://twitter.com/democ_de/status/1299386721302466561
In dem Spiel müssen sich die spielbaren Charaktere Alex Malenki, Martin Sellner, Outdoor Illner und der dunkle Ritter durch eine dystopische Zukunftsvision bewegen, in der die Globohomo Corporation das öffentliche Leben und sogar die Köpfe der Bürger kontrolliert.
Mehr als ein Jahr lang entwickelte der patriotische Spieledesigner Kvltgames exklusiv für "One Percent", das Sie ab dem 15. September auf der Website www.heimat-defender.de für Windows und Mac kostenlos herunterladen können. Wir arbeiten auch an einer Veröffentlichung des Spiels über die Plattform Steam, um noch mehr junge Menschen zu erreichen.
Damit sein Mitarbeiter den Bundestag betreten kann, hat Droese einen Bundestagsausweis für Fiß beantragt. Nach Informationen von ZEIT ONLINE wurde diesem Antrag bisher nicht stattgegeben, weil die Bundestagspolizei noch prüft, ob Fiß ein Sicherheitsrisiko darstellt. Daniel Fiß' politische Wurzeln liegen in der Neonazi-Szene in Mecklenburg-Vorpommern. Er war zunächst Mitglied bei den Jungen Nationaldemokraten, der Nachwuchsorganisation der NPD, und lief auf rechten Demonstrationen mit. In den vergangenen fünf Jahren, während seines Politikstudiums in Rostock, wurde er zu einer führenden Figur der Identitären Bewegung und wurde Mitglied des Bundesvorstandes.
Daniel Fiß erscheint im "russophilen" rechtsextremen Orbit von Manuel Ochsenreiter, Yuri Kofner, Patrick Poppel und anderen. Auf einem Bild von Juri Kofner auf Facebook, das für eine Ausgabe von Jürgen Elsässers Querfront-Magazin "Compact" wirbt, vom Oktober 2015, ist Daniel Fiß neben Manuel Ochsenreiter, Kai Homilius, Martin Sellner, Patrick Poppel, Alexander Markovics und Jürgen Elsaesser getaggt.
Daniel Fiß am Mikrofon neben dem Identitären Führer Martin Sellner zu seiner Rechten. Screenshot aus einem Youtube-Video des Jüdischen Forums. - https://www.youtube.com/watch?v=pY3lM47s7B8
Im April 2019 wurde bekannt, dass Fiß von einem anderen AfD-Politiker, dem Co-Vorsitzenden der AfD, Dennis Augustin, finanziell unterstützt wurde.
Der Neonazi Mario Müller (Mitte) bei der Demonstration am 29. August 2020 in Querdenken. Hinter ihm der "ehemalige" Co-Chef der Identitären Bewegung in Deutschland, Daniel Fiß. - https://twitter.com/IbDoku/status/1300479139535872004
Kandel ist eine Kleinstadt in Rheinland-Pfalz, in der am 27. Dezember 2017 ein afghanischer Asylbewerber seine Ex-Freundin Mia erstochen hatte. Der Vorfall wurde als Hauptanker genutzt, als die Kandel-Kampagne gestartet wurde. Seitdem organisiert die Initiative unter dem Hashtag #kandelistüberall Kundgebungen in ganz Deutschland, denen sich verschiedene rechtsextreme Gruppen anschließen.
Sie geben Einblick in eine hasserfüllte und menschenverachtende Gedankenwelt eines Mannes, der Demokratie, Juden und Ausländer verachtet. Die Chat-Korrespondenzen erstrecken sich über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren. Protagonisten sind Mitarbeiter populärer AfD-Politiker, verschiedene Mitglieder der Neuen Rechten, NPD-Funktionäre und Mitglieder rechter Studentenverbindungen, insbesondere der Burschenschaft Germania Marburg, in der Grauf selbst Mitglied ist. All die persönlichen Botschaften bilden zusammen ein Universum des intellektuellen Faschismus, der ein Europa der Nationalstaaten unter Führung eines starken Führers anstrebt.
In seiner Internetkorrespondenz äußert Grauf seine Bewunderung für Adolf Hitler und Mussolini sowie seine Zustimmung zum Massenmörder Breivik und zum Rechtsterrorismus im Allgemeinen. Die Chat-Protokolle sind durchtränkt von fremdenfeindlichen, antiislamischen und antisemitischen Äußerungen. Afrikaner werden als "Neger" bezeichnet, Araber als "Sandneger", Muslimen wird generell "untermenschliches Verhalten" attestiert, das auf ihre "Rasse" zurückzuführen sei. Behinderte Menschen werden als "Mongos" bezeichnet. Geldprobleme könnten durch die Besteuerung von Juden gelöst werden, so Grauf, der im Februar 2016 einen Freund fragte, ob er lieber Sophie Scholl oder Anne Frank vergewaltigen würde. Hier sind nur zwei Zitate:
Ich freue mich so sehr auf einen Bürgerkrieg mit Millionen von toten Menschen. Frauen, und Kinder. Das ist mir egal. Die Hauptsache ist, dass er bald beginnt .... Es wäre so schön. Ich möchte auf Leichen pissen und auf Gräbern tanzen. SIEG HEIL!
Wir haben mittlerweile so viele Ausländer, dass ein Holocaust an der Zeit wäre.
Den AfD-Job bekam Grauf mit Hilfe seines Burschenschaftsfreundes Philip Stein, ebenfalls Mitglied der Germania Marburg.4 Stein ist Teil des Netzwerks um den Verleger Götz Kubitschek, der wichtigsten Verbindungsfigur zwischen AfD und Neuer Rechter.
Lineup der "Kandel ist überall"-Kundgebungen im Frühjahr 2018.
Bei den Kundgebungen in Kandel war die Deutsch-Identitäre Bewegung unter den Teilnehmern sichtbar präsent.8 Bei einer der Demonstrationen konnte man ein IM-Transparent sehen, auf dem zu lesen war: "Remigration! Multi-Kulti ist gescheitert."
Am 9. April 2018 hielt der AfD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff, der in diesem Jahr Wahlbeobachter bei der russischen Präsidentschaftswahl war, eine Rede bei einer "Kandel ist überall"-Veranstaltung in Hannover, wo jeden zweiten Montag auf dem zentralen Opernplatz eine Kundgebung stattfindet.
Dr. Fiechtner, Mitglied des Landtags in BW fordert zum Staatsstreich und Revolten wie im #Capitol auf: „Dann gilt es vllt. ernst zu machen mit den Parlamenten. Nicht diese Show-Veranstaltungen, wie vor 2 Tagen im Capitol....“. pic.twitter.com/mGzksgF5e8
Das Ganze Querdenken Umfeld war schon immer in ihrem Themenschwerpunkt radikal. Übergriffe auf Pressevertreter gab es auf allen Demonstrationen, ob Berlin oder Leipzig oder eben auf anderen Demonstrationen ähnlicher Art.Unabhängig ob Querdenken in Deutschland oder auch in Österreich, eine zunehmende Art der starken Radikalisierung liegt in diesem Umfeld vor.
Wir dokumentieren hier einen der zahlreichen Angriffe auf Pressevertreter:innen bei der heutigen Demonstration in #Wien. Ein rechtsextremer Demonstrationsteilnehmer tritt einer Journalistin die Kamera aus der Hand. #w3101#w311https://t.co/xsmOzAfiorpic.twitter.com/9ftuzQXxTV
Eine Radikalisierung findet in dem Maße statt, dass eben auch Rechtsextremisten vor Ort sind. Sie wollen einen Umsturz und nutzen auch die Querdenken Basis, da sie auch keinerlei Protest aus dieser Basis erwarten. Es schweißt der Hass auf die Regierung diese Querfront von Rechts zusammen, man lässt sich durch leicht und geschmeidig “führen”. Sich selbst sieht man aber nicht als Faschist oder als radikal rechtsextremistisch an.
Durch den Zusammenschluss mit dem Autokorso befinden sich jetzt bis zu 600 Personen an der Siegessäule, die aktuell ohne Abstand und nur teilweise mit Masken zur Musik von Björn Banane tanzen. Rechtsextremisten wie der Volkslehrer und „Aktivist Mann“ sind in der Menge. #b3101pic.twitter.com/e3a3ibd7LN
Nachfolgend die rechtsextremen Teilnehmer, die bei den Protesten in und um Querdenken identifiziert wurden:
A AfD
Rund ein Dutzend Politiker der rechtsextremen Partei AfD konnten unter den Demonstranten ausgemacht werden, darunter Ulrich Oehme (AfD-Bundestagsabgeordneter); Rüdiger Imgart (AfD Weilheim-Schongau); Hansjörg Müller (AfD-Fraktion); André Poggenburg (EX AfD MdL); Hugh Bronson (AfD Berlin); Robby Schlund (AfD MdB); Thomas Rudy (AfD MdL); Gunnar Lindemann (AfD Berlin); Markus Frohnmaier (AfD MdB); Björn Höcke (AfD MdL) und Steffen Kotré (AfD MdB).
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Hansjörg Müller (links) griff gemeinsam mit den rechten Rappern Chris Ares/Christoph Zloch (rechts) & Primus/Andre Laaf (Mitte) die Polizeiabsperrung in der Friedrichstraße an. - https://twitter.com/IbDoku/status/1301779654471286784
Weitere Fotos zeigen den Kontext des Angriffs: Davor 1. Zloch, Naggert & Laaf provozieren Polizisten am Gitter, #AfD-MdB Müller im Hintergrund dabei Danach 2. Laaf tritt mit voller Wucht gegen das Gitter 3. Polizei verteidigt Gitter, Rechte weichen zurück.#nonazis#b2908#noafdpic.twitter.com/mjtxndZTd9
— Rechercheplattform zur Identitären Bewegung (@IbDoku) September 4, 2020
Auf den ersten Blick erscheinen die "Siedler" der Anastasia-Bewegung als harmlose ökologisch orientierte Aussteiger. Sie präsentieren sich als unpolitische Bewegung, die so ökologisch und nachhaltig wie möglich im Einklang mit der Natur leben will. Ihre Ideologie basiert jedoch auf Antisemitismus, Verschwörungstheorien und einem reaktionären sowie rassistischen Weltbild. Mitglieder der Anastasia-Bewegung hatten bereits an der ersten Querdenken-Demonstration am 1. August 2020 teilgenommen.
Anti-Antifa
"Anti-Antifa" ist die Selbstbezeichnung mehrerer rechtsextremer Gruppen, die seit Mitte der 1990er Jahre in Deutschland entstanden sind, mit dem erklärten Ziel, Antifaschisten und Linke zu bekämpfen, insbesondere Teilnehmer von Gegendemonstrationen bei rechtsextremen Kundgebungen, aber auch andere Gegner wie linke Politiker, Journalisten oder Wissenschaftler.
Bei den von ihm organisierten Demonstrationen präsentierte sich der Stuttgarter Ballweg zunächst als Verfechter der Grundrechte, polemisierte aber auch gegen das Tragen von Masken und einen angeblichen Zwangsimpfungsplan. Inzwischen hat er auch Sympathien für die vor allem in den USA bekannte Verschwörungsgruppe QAnon geäußert.
Stephan Bergmann hat wiederholt Inhalte gepostet, in denen er vor einer "Vermischung der Rassen" warnt. In einem Fall warnt er vor der Züchtung einer "hellbraunen Rasse in Europa". Durch genetische Vermischung würde der Intelligenzquotient der weißen Bevölkerung sinken. Um die "großen Zusammenhänge des Weltgeschehens" zu verstehen, empfahl Bergmann auch ein Video, in dem beschrieben wird, wie das deutsche Volk durch den Import von "Stammeskriegern aus Afrika" und "Massen von Muslimen" systematisch ausgerottet werden solle.
Bernhard, Marc
Bernhard, Marc – AfD Baden-Württemberg, Anwalt; zuvor Themen wie Dieselfahrverbote, „Klimawahnsinn“ oder Migration, jetzt sehr engagiert gegen Coronamaßnahmen und gegen die Presse.
Böhringer, Peter – AfD Bayern, Autor; schreibt u.a. für seine Website „Goldseiten“, die mit der „neurechten“ Zeitschrift „eigentümlich frei“ Artikel tauscht, sowie für den rechts-esoterischen „Kopp Verlag“; zeitweilig Vorstandsvorsitzender der Desiderius-Erasmus-Stiftung; Verschwörungsgläubiger, u.a. glaubt er an „Neue Weltordnung (NWO)“, Freimaurer (vgl. Welt), warnt u.a. auf seinem Blog vor „kulturellen Überfremdung durch Wirtschaftsflüchtlinge“ und „Umvolkung“; ab 2018 gelangten eine Reihe von Boehringer verfasster und abgesendeter E-Mails an die Öffentlichkeit, in der er sich antifeministisch und muslimfeindlich äußerte und Vokabular verwendet, das an den Nationalsozialismus erinnert (vgl. Spiegel online).
Die Herren #AfD MdBs #Boehringer, #Frohnmaier, #Hess und Frau MdB #Cotar #b2908
Braun, Jürgen – AfD Baden-Württemberg, Kommunikationsberater; bestritt im Bundestag 2018 den Völkermord an den Rohingya in Myanmar, weil die Rohingya muslimischen Glaubens sind.
#AfD MdB Jürgen #Braun #b2908
Bühl, Marcus – AfD Thüringen, Medieninformatiker; fragte 2018 nach der Freilassung des Journalisten Deniz Yücel aus türkischer Haft, ob und welche Kosten das für „deutsche Steuerzahler“ verursacht hätte.
Herr #AfD MdB Marcus #Bühl (hinten Mitte, Basecap, dunkles Shirt) . Hier unter Nicht-Einhaltung der Abstandsregeln mit einer Reisegruppe aus Thüringen. Vorne links MdL Birger #Groening #b2908
Büttner, Matthias – AfD Sachsen-Anhalt, IT-Systemkaufmann, äußert sich auf Social Media über „Migrantenkriminalität“ und gegen den Rundfunkbeitrag.
Herr #AfD MdB Matthias #Büttner (dunkelgrauer Kapuzenpulli) (hier zusammen mit Herrn MdL (Sachsen-Anhalt) Ulrich #Siegmund #b2908
Baden-Württemberg AfD
„Aufstehen gegen Rassismus Offenburg“ berichtet, dass Stefan Räpple, AfD-MdL, nicht nur auf der Demonstration war, sondern dort auch eine Portion Pfefferspray ins Gesicht bekam – ein Selfie-Video davon stellte er selbst ins Internet. „Diese Schweine, aus Steuergeldern bezahlt“, sagt der Abgeordnete für den Wahlkreis Kehl wohl über einen Polizisten, „der W*chser hat mir voll ins Gesicht gespritzt, voll in die Fresse“, jammert Räpple (das Video befindet sich in diesem Post in den Kommentaren).
C
Compact Magazin
Die Demonstration vom 29. August wurde von verschiedenen rechtsextremen Medien beworben, zum Beispiel von der Zeitschrift Compact, die die ganze Titelseite ihrer September-2020-Ausgabe zur Verfügung stellte, um Querdenken mit dem "Q" von Qanon in Verbindung zu bringen. Die Schlagzeile lautet: "Q - Querdenker - Wird die Freiheitsbewegung die Corona-Diktatur stürzen?"
Das Team des rechtsextremen Compact-Magazins hielt eine Fahne hoch, die das Q von Qanon mit Querdenken, der Organisation hinter der Demonstration, in Verbindung brachte. - Bildquelle: https://twitter.com/democ_de/status/1299386721302466561
Cotar, Joana – AfD Hessen, Veranstaltungsmanagerin, eher blass, engagiert sich zunächst gegen Geflüchtete und jetzt stark gegen Coronamaßnahmen der Regierung.
Droese, Siegbert – AfD Sachsen, Hotelkaufmann, zeitweise Mitglied der völkischen „Patriotischen Plattform“, Unterzeichner der „Erfurter Resolution“, wurde zum „Flügel“ gezählt; trat 2017 bei „Legida“ in Leipzig auf und warb für die Zusammenarbeit von AfD und Pegida; machte Wahlwerbung mit einem PKW mit KfZ-Kennzeichen „L-AH1818“ („Adolf Hitler AH AH“ in der rechten Szene), ein anderen PKW in der Aktion hatte „L-GD3345“ („Großdeutsches Reich 1933-1945“), aber Droese sagte, dassei ihm nicht bekannt gewesen; lies sich bei einem Besuch in Adolf Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze mit Hand auf dem Herz ablichten (vgl. Frankfurter Rundschau)
Herr #AfD MdB Siegbert #Droese via @heutejournal
Friedhoff, Dietmar – AfD Niedersachsen, Ingenieur; wird im Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz für die Einstufung der AfD als Prüffall namentlich erwähnt, weil er äußerte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel das deutsche Volk „auslöschen“ wolle und man dies „radikal“ bekämpfen müsse (vgl. VS-Gutachen).
Herr #AfD MdB Dietmar #Friedhoff (hier auf Schmusekurs mit Frau MdHmbgB Olga #Petersen #b2908
Frohnmeier, Markus – AfD Baden-Württemberg, Pressesprecher; 2016 wurden Kontakte zur rechtsextremen und gewaltbereiten Hooliganszene bekannt („German Defence League“) (vgl. Badische Zeitung). Beschäftigte als Mitarbeitende im Abgeordnetenbüro u.a. ein Frau, die zuvor beim rechtsradikalen Traditionsverlag „Lesen & Schenken GmbH“ gearbeitet hatte und Manuel Ochsenreiter, ehemaliger Chefredakteur der rechtsextgremen Zeitschrift „Zuerst!“, bis die Berliner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Ochsenreiter wegen des Verdachts der Anstiftung zu schwerer Brandstiftung einleitete (vgl. Welt).
Die Herren #AfD MdBs #Boehringer, #Frohnmaier, #Hess und Frau MdB #Cotar #b2908
Nana Domena
Nana Domena ist Moderator und Agitator bei Querdenken-Veranstaltungen und war auch bei der Demonstration am 29. August 2020 anwesend. Er wurde an diesem Tag als "jemand, der schon am 1. August hier war, vorgestellt. Sie kennen ihn. Er ist eigentlich das Gesicht, das zeigt, dass angeblich bei Querdenken niemand rassistisch ist. "Denn einer unserer Frontmänner und Entertainer ist so schwarz wie die Nacht dunkel ist." Als Domena die Bühne betrat, begann er mit den Worten: "Gut gebräunt, ich habe hier noch nie etwas von Rassismus gehört. Es gibt keinen Rassismus, es gibt kein rechts, kein links, kein schwul, kein hetero. Es gibt Menschen, und dafür bin ich stolz, hier zu stehen." Nach Recherchen von Correctiv arbeitet Domena seit Jahren mit dem Rechtsextremisten Frank Kraemer zusammen, mit dem er einen Podcast (Multikulti trifft Nationalismus) produziert.
Weiterführende Informationen zum Rechtsextremisten Frank Krämer:
Quelle Blick nach Rechts: Erwähnung findet in der Antwort der Landesregierung auch die Vermischung von neonazistischer und neurechter, rechtsextremistisch-intellektueller Szene. Unter anderem wird auf die „Identitäre Aktion“ (IA) sowie deren Nachfolger „Freundeskreis Rhein-Sieg“ eingegangen. Diese Gruppen bildeten sich einst rund um Melanie Dittmer (nun Westerwald, Rheinland-Pfalz) und dem Gründungsmitglied der Rechtsrocks-Band „Stahlgewitter“, Frank Kraemer. Vernetzt mit verschiedenen Spektren werden den wenigen Mitgliedern von IA und „Freundeskreis“ 24 Ermittlungsverfahren zugeordnet.
Der „Identitären Bewegung“ (IB) hingegen gehören in NRW rund 20 Aktivisten an, hinzu kommen rund 30 Sympathisanten. Zwischen 2018 und Januar 2020 listet die Landesregierung hier 33 Ermittlungsverfahren auf.
„Arcadi“ als mediales Bindeglied
Quelle Blick nach Rechts: Zu strukturierten, aber parteiungebundenen Kräften, die es landesweit auf 650 Angehörige bringen, werden auch die Aktivisten der „Identitären Bewegung“ gezählt, deren Zuspruch sich von 70 auf 50 Mitstreiter reduziert hat. Der Kern davon umfasst 20 Personen. Teile davon sind auch als „Defend Ruhrpott“ oder als Filmgruppe „Ruhrpott Roulette“ anzutreffen. Als mediales Bindeglied ist das Online- und Print-Magazin „Arcadi“ aus dem Publicatio e.V. anzusehen, das neuerdings auch namensgleich als Musiklabel agiert.
Auffällige Neonazi-Gruppierungen sind die „Volksgemeinschaft Niederrhein“ aus Kamp-Lintfort sowie der „Freundeskreis Rhein-Sieg“, hervorgegangen aus der „Identitären Aktion“, mit Frank Kraemer als Bandmitglied von „Stahlgewitter“ als einem der Hauptaktivisten.
Zu den Hauptbetätigungsfeldern der unstrukturierten, subkulturellen rechten Szene zählen Musik-Aktivitäten. Dieser Personenkreis ist immerhin von 1350 auf 1600 angewachsen. Gezählt wurden drei Rechtsrock-Konzerte, 22 Liedermacherabende und 15 „sonstige“ Musikveranstaltungen, also etwa Parteiversammlungen mit musikalischen Programmpunkten. Kamen 2019 in der Summe 40 Musik-Events zusammen, waren es im vorhergehenden Berichtsjahr nur 26.
E
Ein Prozent
Die Kampagne Ein Prozent für unser Land ist eine deutsche Kampagne, die der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) nahesteht. Der Name ist eine Anspielung auf die Idee, dass es nur ein Prozent der Bevölkerung braucht, um Deutschland zu verändern. Ein Prozent versucht, verschiedene rechtsextreme Initiativen zu vernetzen, indem es Veranstaltungen organisiert und Petitionen initiiert, die sich vor allem gegen die deutsche Einwanderungspolitik richten. Ein Prozent unterstützt auch Projekte wie den Aufbau einer "patriotischen Gewerkschaft". Die Organisation wurde 2015 als Scharnier zwischen der AfD und der Identitären Bewegung von dem Publizisten Götz Kubitschek (Antaios-Verlag, Sezession, Institut für Staatspolitik etc.), Jürgen Elsässer (Compact-Magazin) und dem AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider gegründet.
Der Herausgeber des rechtsextremen Compact-Magazins, Jürgen Elsässer, trat gemeinsam mit einer prominenten Galionsfigur der österreichischen Identitären Bewegung, Martin Sellner, auf. Unter anderem am 29.08.2020 in Berlin.
Hampel, Armin Paul – AfD Niedersachsen, Journalist, war von November 2013 bis Januar 2018 Landesvorsitzender der AfD Niedersachsen, dann wurde der zerstrittene Landesvorstand vom AfD-Bundesschiedsgericht des Amtes enthoben.
Die Herren #AfD MdBs #Hampel und #Hartwig
Hartwig, Roland – AfD NRW, Rechtsanwalt, Klimawandel-Skeptiker, veröffentlichte eine Handreichung zum Umgang mit dem Verfassungsschutz, mit der festgeschrieben werden soll, was AfD-Mitglieder öffentlich äußern dürfen.
Die Herren #AfD MdBs #Hampel und #Hartwig
Hemmelgarn, Udo – AfD NRW, Industriekaufmann, Gründungsmitglied der Desiderius-Erasmus-Stiftung, wehrt sich dagegen, von Expert*innen als Anhänger der Reichsbürger-Ideologie bezeichnet zu werden (vgl. Focus)
Die Herren #AfD MdBs Harald #Weyel und Udo #Hemmelgarn
Hess, Martin – AfD Baden-Württemberg, Polizei-Ausbilder; 2019 wurde parteiintern darüber spekuliert, ab der Verfassungsschutz ihn eingeschleust habe, was Hess von sich wies (vgl. Badische Zeitung); aktiv gegen Linksextremismus.
Die Herren #AfD MdBs #Boehringer, #Frohnmaier, #Hess und Frau MdB #Cotar
Hilse, Karsten – AfD Sachsen, Polizist; gehörte zum gemäßigten Teil der AfD, lehnte z.B. rassistische Äußerungen von Alexander Gauland und Jens Maier öffentlich ab; kandidierte im Jahr 2020 dreimal erfolglos für das Amt des stellvertretenden Bundestagspräsidenten; trat 2020 mehrfach als Redner bzw. Organisator bei Demonstrationen und Protestaktionen gegen Corona-Beschränkungen auf. Unter anderem behauptet er dort wiederholt: „Die Corona-Toten sind erstunken und erlogen.“ (vgl. Sächsische Zeitung)
MdB #Schlund und #Hilse mit dem mit Abstand geschmacklosesten Auftritt
Hollnagel, Bruno – AfD Schleswig-Holstein, Bauingenieur, macht Wirtschaftsthemen
Martin Sellner leitete die Aktion, war aber unzufrieden mit dem fleckigen und schlaffen Gesamteindruck und der geringen Aufmerksamkeit. Außerdem anwesend: Mario Müller (Fotograf), Dawid Ratajczak (Filmer), Daniel Sebbin (Organisation), Maximilian Thorn, Daniel Fiss, Thorsten Görke...
J
Junge Alternative
Die Junge Alternative für Deutschland (JA) ist die Jugendorganisation der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD), bleibt aber rechtlich unabhängig. Seit 2019 stuft der deutsche Inlandsgeheimdienst Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die JA als "Prüffall" ein, was bedeutet, dass die Behörde die öffentlichen Aktivitäten der JA überwacht. Gavin Singer von der JA (siehe unten) gehörte zu denjenigen, die die Menge aufstachelten, die das Reichstagsgebäude "stürmte".
Jongen, Marc – AfD Baden-Württemberg, Dozent, gilt als „Philosoph“ der AfD, gegen Gleichstellung (Wo „Gleichstellung“ stehe sei „Gleichschaltung“ nicht weit), völkische Ideologie, Kontakte zur „Neuen Rechten“ („Institut für Staatspolitik“), kommentiert seine Wahl zum kulturpolitischen Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion auf seiner Website: Er wolle als Teil der „Abteilung Attacke“ nun „die Entsiffung des Kulturbetriebs in Angriff“ nehmen. Also mit NS-Vokabular.
Der prominenteste Redner der Veranstaltung war Robert F. Kennedy jr., Sohn von Robert F. Kennedy und Neffe des ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy, ein prominenter Anti-Vaxxer. Er ist Leiter der Organisation Children's Health Defense, die gerade dabei ist, nach Europa zu expandieren. Kennedy begann seine Rede mit der Aussage, dass er im Gegensatz zu dem, was ihm gesagt wurde, nicht zu einer Menge von 5000 Neonazis spricht, und begann dann mit einer verschwörungstheoretischen "Anti-Establishment"-Tirade darüber, warum Regierungen Pandemien lieben. Bill Gates und Anthony Fauci, die die Pandemie geplant hatten, hätten "einen sehr guten Job gemacht, die Quarantäne zu nutzen, um 5G in alle unsere Gemeinschaften zu bringen" und "den Prozess zu beginnen, uns alle auf eine digitale Währung umzustellen, was der Beginn der Sklaverei ist", so Kennedy. Es überrascht nicht, dass er in seiner Rede auf den berühmten "Ich bin ein Berliner"-Spruch seines Onkels Bezug nahm.
Keuter, Stefan – AfD NRW, Bankkaufmann, verschickte 2017 über „Whatsapp“ sieben Bilder, die den Nationalsozialismus verherrlichten. Gab hinterher an, dies sei zu Recherchezwecken an einen Mitarbeiter geschehen (vgl. NRZ, stern). 2019 soll er bei einem Gedenkstättenbesuch geäußert haben, man müsse die Euthanasie im Dritten Reich aus der Zeit heraus als gerechtfertigt verstehen (vgl. Tagesspiegel).
Komning, Enrico – AfD Mecklenburg-Vorpommern, Rechtsanwalt, zuvor „Schill-Partei“, FDP; in einem 2020 veröffentlichten Mitschnitt von 2016 aus einer internen Runde von AfD-Politikern aus MV sagt er: „… parlamentarischer Staat, oder wie auch immer diese Demokratie heißt, … die wollen wir ja aber gar nicht. Die wollen wir doch abschaffen.“ (vgl. Spiegel)
Herr #AfD MdB Enrico #Kommning (vorne, weißes Shirt) (hier zu sehen, wie er sich von #Reichsflagge|nträger distanziert. Nicht.)
Kotré, Steffen – AfD Brandenburg, Ingenieur, 2017 beschrieb er in einem Interview die aktuelle Zuwanderungspolitik als einen „Fahrplan zur Überfremdung“ – und zwar im rechtsextremen Magazin „Zuerst“.
Maier, Jens – AfD Sachsen, Richter, „Flügel“-Mitglied und Obmann (2019 bis Auflösung 2020), bezeichnet sich selbst als „kleiner Höcke“; Stil: sprach 2017 über die „Herstellung von Mischvölkern“, durch die die „nationalen Identitäten“ ausgelöscht werden sollten, was „einfach nicht zu ertragen“ sei; bezeichnete er die Aufarbeitung der NS-Verbrechen als „gegen uns gerichtete Propaganda und Umerziehung, die uns einreden wollte, dass Auschwitz praktisch die Folge der deutschen Geschichte wäre.“ Er erkläre diesen „Schuldkult“ für „endgültig beendet“ (vgl. Tagesspiegel).
Herr #AfD MdB Jens Maier ( hier mit Frau MdL Brdbg. Birgit #Bessin und Hintergrundclown) #b2908
Miazga, Corinna – AfD Bayern, Juristin, unterschrieb 2015 die von Björn Höcke vorgelegte „Erfurter Resolution“; verantwortlich dafür, dass „Campact“ die Gemeinnützigkeit aberkannt wurde.
Müller, Hansjörg – AfD Bayern, Volkswirt, wurde dem Flügel zugerechnet, verbreitet Verschwörungserzählungen mit „Belegen“ von „Freidenker-Seiten im Internet“ (vgl. FAZ); verweigerte den Applaus, als die Auschwitz-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch am 31. Januar 2018 in der Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eine Rede im Bundestag hielt (vgl. Spiegel).
Oehme, Ulrich – AfD Sachsen, Versicherungsmakler, Ex-„Die Freiheit“, wurde dem Flügel zugerechnet, plakatierte im Bundestagswahlkampf Plakate mit dem verbotenen Wahlspruch der SA („Alles für Deutschland“), wollte diesen Zusammenhang aber nicht kennen.
Otten, Gerold – AfD Bayern, Berufssoldat a.D., scheiterte 2019 bei der Wahl zum Bundestagsvizepräsidenen und 2020 bei der Wahl zum Wehrbeauftragen der Bundesregierung.
Peterka, Tobias– AfD Bayern, Jurist, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe
Herr #AfD MdB Tobias #Peterka #b2908
Podolay, Paul – AfD Bayern, Eurokritiker, Präsident der Deutsch-Slowakischen Wirtschaftsunion
Herr #AfD MdB Paul #Podolay (sehr schön hier zu sehen auch das Einhalten der Demo-Auflage "Abstand halten")#b2908
Protschka, Stephan – AfD Bayern, Vertrieb, hatte einen Mitarbeiter der Mitglied der schlagenden Berlinder Burschenschaft Gothia war, zwei andere Mitarbeiter beteiligten sich an Aktionen der „Identitären Bewegung“ (vgl. ZEIT, taz)
Herr #AfD MdB Stephan #Protschka (lila Brille) . #b2908
R
Reichardt, Martin – AfD Sachsen-Anhalt, Ex-SPD, wurde dem „Flügel“ zugerechnet; eine seiner Mitarbeiterinnen arbeitet zuvor beim rechtsalternativen „Compact“-Magazin (vgl. ZEIT)
Herr #AfD MdB Martin #Reichardt (hier mit Frau MdLBrdbg. Birgit #Bessin) #b2908
Renner, Martin – AfD NRW, schreibt auf dem islamfeindlichen Blog „Politically Incorrect“ eine regelmäßige Kolumne
Herr #AfD MdB Martin #Renner. Ohne Foto, aber mit Infos
S
Schlund, Robby – AfD Thüringen, Arzt, Ex-FDP, wurde dem „Flügel“ zugerechnet, druckte zur Demonstration die „Schuldig“-Plakate (s.u.)
MdB #Schlund und #Hilse mit dem mit Abstand geschmacklosesten Auftritt #b2908
Seitz, Thomas – AfD Baden-Württemberg, Jurist, wurde dem „Flügel“ zugerechnet, äußert sich wiederholt rassistisch und islamfeindlich.
Frau #AfD MdB Corinna #Miazga und Herr MdB Thomas #Seitz (rechts) #b2908
Sichert, Martin – AfD Bayern, Kaufmann, „nationalkonservativ“, relativierte auf seiner FB-Seite Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg (vgl. Abendzeitung).
Die Herren #AfD MdBs #Keuter, #Kestner, #Spaniel und Frau MdB #MalsackWinkemann #b2908
W
Weyel, Harald – AfD NRW, Ökonom, stellte als MdB als Mitarbeiter Erik Lehnert ein (zuvor Geschäftsführer des rechtsextremen „Instituts für Staatspolitik“); Kuratoriumsmitglied der „Desiderius-Erasmus-Stiftung“ (vgl. ZEIT)
Die Herren #AfD MdBs Harald #Weyel und Udo #Hemmelgarn #b2908
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