Corona-Demo 29.08.: Die gesamte rechtsextreme Szene mobilisiert (AfD, NPD & Co)

| Aktuelles | 26. August 2020

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So rechtsextrem wird die Corona-Demo am 29.08. in Berlin

Nachtrag: Direkt als wir diese lange Recherche fertiggestellt haben, haben die Berliner Behörden die geplante Demo am 29.08 verboten (Quelle). Dennoch kann man wohl trotzdem von Demonstrationen am Samstag ausgehen, weshalb wir hoffen, dass diese Informationen dennoch nützlich sein dürften.

Die Frage ist nicht, ob „Querdenken“ die unzähligen Neonazi-Strukturen auf ihren Demonstrationen kennt, sondern wie tief diese in die Strukturen verwoben sind. Am Samstag, den 29.08. wollen Pandemie-Leugner:innen wieder eine Anti-Corona-Maßnahmen-Demonstration in Berlin veranstalten und dort u.a. gegen eine fiktive “Diktatur” und andere Verschwörungsmythen demonstrieren. Während die Corona-Fake News durchaus ein breiteres Publikum ansprechen, so war die rechtsextreme Unterwanderung bereits bei der letzten Demonstration deutlich zu sehen. Unser Bericht:

Corona-Demo: AfD, NPD, III. Weg, Antisemiten, Holocaustleugner, Neonazi-Kameradschaften

Doch diesmal soll keine:r gesagt haben, er oder sie habe von nichts gewusst: Bereits im Vorfeld der Demo am 29.08. mobilisiert die gesamte rechtsextreme Szene ihre Anhängerschaft. Wer am 29.08. mitmarschiert, macht das bewusst mit Neonazis. Und zeigt damit deutlich, wo er ideologisch steht. Denn nicht nur sind es nicht “wenige”, wie diese Recherche zeigen wird, sie sind auch eng verknüpft mit den Veranstalter:innen und deren Gedankengut.

Zum Veranstalter-Team zählt z.B. Stephan Bergmann, der sich esoterisch zu inszenieren versucht. Laut Tagesspiegel leitet er via Facebook rassistisches Gedankengut weiter oder empfiehlt entsprechende Beiträge. So rechtsextrem wird die Demo am 29.08:

Aufrufe von Rechtsextremisten

Neben militanten Neonazis u.a. von “Anti-Antifa-Worldwide” und der vom Verfassungsschutz überwachte “III Weg”, rufen auch unter anderem der rechtsextreme “Flügel”-Chef Björn Höcke, Alice Weidel und AfD-Chef Timo Chrupalla auf, um an der Demonstration am 29.08.2020 in Berlin teilzunehmen.

Aufruf der neonazistischen Partei der III Weg zur Demonstration am 29.08.2020

AfD

Im speziellen ruft hier u.a. Björn Höcke auf, am 29.08.2020 in Berlin teilzunehmen. Auch bei der ersten Demonstration nahm der Thüringische Landesverband der AfD teil. Gerade der Kreisverband Eichsfeld (Thorsten Heise hier wohnhaft, genauso wie Björn Höcke) war bei der Demonstration vom 01.08.2020 stark vertreten.

Natürlich ruft auch Alice Weidel zur Demonstration am 29.08.2020 auf. Auch weitere Bundestagsabgeordnete der AfD beteiligen sich fleißig an den Aufrufen. Busse sind organisiert und werden wohl auch entsprechend durch die AfD gesponsort, ist anzunehmen. (Soviel zum Thema, Parteien würden z.B. “die Antifa” sponsern, wer bezahlt denn die Busse der Demoteilnehmer:innen am 29.08.2020?)

Neben Chrupalla, Höcke und Weidel ruft auch MdB Brandner zur Teilnahme an der Demonstration am 29.08.2020 auf.

MdL Lars Günther

Auch das MdL des brandenburgischen Parlaments, Lars Günther, wird natürlich bei der Demo am 29.08. zugegen sein. Günther ist seit März auf vielen Querfront-Veranstaltungen anzutreffen, so auch vor der Volksbühne.

“Lars Günther taucht das erste Mal wahrnehmbar 2014 im Zuge der sogenannten Friedensmahnwachen in Berlin auf. Günther war bereits bei den ersten Mahnwachen dabei und fing schnell selbst an aktiv zu werden, bspw. durch das Verteilen von Flyern. Unter den verschiedensten rechten und verschwörungstheoretischen RednerInnen war auch der rechte Publizist Jürgen Elsässer. Elsässer war jedoch einigen „MahnwächterInnen“ zu rechts, daraufhin gründete er den „Arbeitskreis Berlin“ (AK Berlin). Diese wollte laut eigener Aussage die Bewegung vervielfältigen, war jedoch eine klare rechte Abspaltung. Dort wurde Günther nun aktiv und meldete im April 2014 seine erste Demo in diesem Kontext an.

Die anfängliche Querfrontmanier jenseits von rechts und links ließ er schnell hinter sich. Da Elsässer als häufiger Gast seine Positionen vertrat, wundert es kaum, dass Günther sich immer weiter nach rechts verortete. Im Juli 2014 hielten Elsässer und er gemeinsam auf einer von Günther organisierten Demonstration auf dem Alexanderplatz Reden. Hier betreute Günther auch den Lautsprecherwagen. An geschichtsträchtigen Tagen organisierte er vor dem Kanzleramt Kundgebungen, am 03. Oktober 2014 unter anderen mit dem Verschwörungstheoretiker, Reichsideologe und Sänger Xavier Naidoo. Aufgrund seines Prominentenstatus konnte Naidoo die Verschwörungstheorien der „MahnwächterInnen“ mehrfach zum Beispiel in Talk-Shows vertreten.

Die Veranstaltungen rückten immer weiter nach rechts und bildeten ein Sammelbecken für Verschwörungstheorien und Reichsbürgerideologien. Bereits hier zeigt sich, dass Günther keine Berührungsängste zu klaren Neonazis wie Sebastian Schmidtke hat. 2015 fand er dann zur AfD und nahm an der AfD Großdemonstration in Berlin teil.”

Lars Günther  und die “Friedensmahnwachen”

“Die unter den Namen „Mahnwachen für den Frieden“, „Friedensbewegung 2.0“ oder „Montagsmahnwachen“ veranstalteten Kundgebungen entstanden im Zuge der Ukraine-Krise 2014 um Lars Mährholz herum. Während versucht wurde sich in die Tradition der Bürgerrechtsbewegung der DDR und ihrer Montagsdemonstrationen zu stellen, fielen sie stattdessen durch Antiamerikanismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien auf. Schuld an Krieg und Leid seien fremde Mächte und die Geldgier der Banken. Ebenfalls sei Deutschland bzw. das deutsche Volk von diesen unterjocht und nicht souverän.

Schnell wurde klar, dass die Kundgebungen nicht nur anschlussfähig für sogenannte ReichsbürgerInnen und VerschwörungstheoretikerInnen sind, sondern diese das Publikum dominierten. Die Teilnehmenden und OrganisatorInnen für diese Veranstaltungen kamen aus allen politischen Richtungen, es wurde aktiv versucht sich als Bewegung jenseits von links und rechts darzustellen. Diesem Kontext entstammt der Begriff „Querfront“. Neben Lars Mährholz, trat auch immer wieder der Publizist Jürgen Elsässer, aber auch der Berliner NPD-Vorsitzende und „Nationaler Widerstand Berlin“ Aktivist Sebastian Schmidtke, auf.”

Lars Günther und Compact 

Schon 2019 hat Inforiot dazu eine längere Abhandlung veröffentlicht, aus der wir hier kurz zitieren werden:

“Die unter den Namen „Mahnwachen für den Frieden“, „Friedensbewegung 2.0“ oder „Montagsmahnwachen“ veranstalteten Kundgebungen entstanden im Zuge der Ukraine-Krise 2014 um Lars Mährholz herum. Während versucht wurde sich in die Tradition der Bürgerrechtsbewegung der DDR und ihrer Montagsdemonstrationen zu stellen, fielen sie stattdessen durch Antiamerikanismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien auf.

Schuld an Krieg und Leid seien fremde Mächte und die Geldgier der Banken. Ebenfalls sei Deutschland bzw. das deutsche Volk von diesen unterjocht und nicht souverän. Schnell wurde klar, dass die Kundgebungen nicht nur anschlussfähig für sogenannte ReichsbürgerInnen und VerschwörungstheoretikerInnen sind, sondern diese das Publikum dominierten. Die Teilnehmenden und OrganisatorInnen für diese Veranstaltungen kamen aus allen politischen Richtungen, es wurde aktiv versucht sich als Bewegung jenseits von links und rechts darzustellen. Diesem Kontext entstammt der Begriff „Querfront“. Neben Lars Mährholz, trat auch immer wieder der Publizist Jürgen Elsässer, aber auch der Berliner NPD-Vorsitzende und „Nationaler Widerstand Berlin“ Aktivist Sebastian Schmidtke, auf.”

Lars Günther Arm in Arm mit Jürgen Elsässer | Quelle: Facebook

Nicht zu übersehen sind bei den von Günther organisierten Kundgebungen und Demonstrationen die vielen Schilder des rechten Compact-Magazins. Wie bereits erwähnt pflegt Günther eine enge Freundschaft zu Jürgen Elsässer, dem Verleger des Compact-Magazins.

Rechtsextremes Magazin

Die Konsequenz dieser Freundschaft scheint die Mitarbeit Günthers bei dem Magazin zu sein – so tauchen auf der Compact-Webseite Artikel, Fotos und Interviews, angefertigt von Günther, auf. Darüber hinaus vertritt er das Compact-Magazin auch bei Veranstaltungen durch das Betreuen von Infotischen oder hält selbst Reden auf Konferenzen.

So nimmt er beispielsweise an der jährlich stattfindenden Compact-Konferenz teil, oder besuchte die Grenzschutz-Konferenz 2018, genauso wie die antisemitische Bilderberger-Konferenz 2016. Diese Tätigkeiten sind nicht zu unterschätzen: Durch die Arbeit für das Magazin bzw. im Umfeld des Magazins, hat Günther zahlreiche Möglichkeiten sich umfangreich im Sammelbecken der neuen Rechten zu vernetzen, oder auch selbst in Erscheinung zu treten. So lassen sich auch die überregionalen Kontakte Günthers erklären. Laut eigener Aussage auf seiner Facebook Präsenz, arbeitet Lars Günther mittlerweile als verlagskaufmännischer Angestellter für das Compact-Magazin. (Quelle InfoRiot)

Günther betreut einen Infostand für Compact | Quelle: Facebook

Das Magazin bzw. der Herausgeber Jürgen Elsässer scheint für Günther seit dem Beginn seiner Politisierung eine Art inhaltlicher roter Faden zu sein. So ist er seit 2014 mindestens offen für Verschwörungstheorien und knüpft teilweise an diese an. Jedoch wurden sie nie zum Mittelpunkt seiner Politik. Er bedient und nutzt Verschwörungstheorien, soweit sie gegen die Regierung, insbesondere gegen Merkel, oder auch in antisemitischer Manier gegen „die da oben“ gehen.

In erster Linie seien hier die angeblich von der Regierung gewollte bzw. gesteuerte Migration oder die BRD bzw. das deutsche Volk unter der Knechtschaft von EUUSA oder internationalen Banken genannt. Darüber hinaus hält sich Günther bis auf Einzelfälle – wie auch das Compact-Magazin – bedeckt, obwohl stets verschwörungstheoretische Elemente im Subtext auftauchen. (Quelle InfoRiot)

AfD Landes- und Kreisverbände

Auch größere Landesverbände wie die AfD Mittelsachsen rufen zur Teilnahme auf.

 

Die AfD Thüringen Eichsfeld wird wie beim 01.08.2020 wieder stark vertreten sein. Man organisiert mindestens eine Busladung Richtung Berlin.

 

Neben Höcke und Weidel rufen auch extrem viele Kreisverbände der AfD auf, so viele dass wir hier nur einen kleinen Teil zeigen können.

Video von Kathrina Edl / AfD

 

NPD

Neben der AfD war auch die NPD am 01.08.2020 vor Ort. Hier noch der Hinweis, dass der hier genannte Udo Voigt enge Kontakte zur Holocaustleugner-Szene in Guthmannshausen hat.

Auch die NPD mobilisiert stark für den 29.08.. Es sollte jedem bewusst sein, wer hier aufruft, es ist eine Gemengelage von ganz Rechts, und diese Leute werden nicht zu wenig vor Ort sein. Hier bedarf es auch endlich mal entsprechenden Widerstand, falls denn der Schulterschluss nicht erwünscht sein sollte. Wer mit der NPD auf derselben Demonstration mit läuft, der kann zumindest nicht sagen, er habe dies im Vorfeld nicht gewusst.

Daniel Lachmann NPD

NPD Landesvorsitzender Daniel Lachmann (NPD Hessen) ruft Deutschlandweit zur Demonstration auf.

UDO VOIGT (NPD)

Voigt trat 1968 der NPD bei und war zunächst von 1970 bis 1972 im Kreisvorstand Viersen (NRW) und von 1978 bis 1992 Kreisvorsitzender in Freising.

Auch NPD Grande Udo Voigt ruft für den 29.08.2020 auf. Er selbst war auch schon bei der ersten Demonstration am 01.08.2020 vor Ort und Teil unser ersten Recherchere. Unteranderem seine Nähe zum Holocaustleugner Netzwerk um Nehrling und Guthmannshausen.

 

Seit 1982 Mitglied des bayerischen Landesverbandes der NPD, wurde er dort 1984 Mitglied des Präsidiums der Landespartei. Von 1986 bis 1993 leitete er das „Nationaldemokratische Bildungszentrum“ in Iseo in Oberitalien.

Ebenfalls 1986 wurde er in den Bundesparteivorstand der NPD und 1992 zum Landesvorsitzenden der NPD in Bayern gewählt. Vier Jahre später kandidierte Voigt erfolgreich für den Posten des Bundesvorsitzenden seiner Partei. Beim NPD-Bundesparteitag, der im März 1996 in Bad Dürkheim stattfand, konnte er sich knapp mit 88 zu 83 Stimmen als Nachfolger des bisherigen NPD-Bundesvorsitzenden Günter Deckert durchsetzen.

Letzterer war bereits im Herbst 1995 abgesetzt worden und verbüßte zum Zeitpunkt der Wahl eine Gefängnisstrafe wegen Volksverhetzung.

Nachdem Deckert im Oktober 2000 seine Haftstrafe abgesessen hatte, versuchte er den an Voigt verlorenen Parteivorsitz wieder zurückzuerlangen. Bei einem unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagenden Parteitag der NPD im März 2002 in Königslutter musste sich Deckert jedoch Voigt mit 42 zu 155 Stimmen geschlagen geben.

UDO VOIGT UND GUTHMANNSHAUSEN

„Quelle Thüringen Rechtsaußen: Am 23. Juli 2016 fand in der geschichtsrevisionistischen Gedenkstätte Guthmannshausen im Landkreis Sömmerda erneut ein Neonazi-Treffen um den NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt statt, wir hatten im Vorfeld darüber berichtet. Laut der Neonazi-Gruppe „Wir lieben Sachsen / Thügida“ nahmen daran u.a. „Mitglieder der NPD, der Partei DIE RECHTE, der AfD (PatriotischePlattform), der DSU und Bürgerinitiativen“ teil. Auch die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck hielt eine Rede.

Das Treffen der extremen Rechten mit Beteiligung aus mehreren europäischen Ländern wurde als „Zeichen der Einigkeit, gegen den schon krankhaften Distanzierungswahn“ bezeichnet. Auf einem Foto im Zentrum der Gedenkstätte posiert eine Frau im schwarzen Jacket gemeinsam mit den NPD-Aktivisten Karl Richter und Udo Voigt. Bei der Frau handelt es sich um Uta Nürnberger, die für die AfD bei der Leipziger Stadtratswahl 2014 kandidierte und an der Ausarbeitung des AfD-Landtagswahlprogramms beteiligt war.“

Die Verbindungen der AfD zur Holocaustleugnerszene in Guthmannshausen haben wir in mehreren Recherchen zu Andreas Kalbitz belegt.

Die gesamte rechtsextreme Biografie von Andreas Kalbitz

NPD Spektrum

Auch im parteigebundenen Nazispektrum der NPD wird sich positiv auf die Corona-Demos in Berlin bezogen und offenbar wittern auch gewalt- und aktionsorientierte Neonazis wie Sanny Kujath die Chance auf eine Eskalation bei der Demonstration am 29.08..

Identitäre Bewegung

Das Umfeld der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung ist stark vertreten. Genauso wie die NPD und eben auch anderen rechtsextremen Parteien wie Organisationen, ruft dass komplette Identitäre Umfeld um Rechtsrapper Ares zur Teilnahme an der Demonstration in Berlin auf.

Die Identitäre Bewegung (IM) ist eine paneuropäische Rechtsextremistenbewegung, die ihren Ursprung in Frankreich hat und sich gegen außereuropäische, insbesondere muslimische Einwanderung wendet und den Anspruch erhebt, eine weiße europäische “Identität” zu verteidigen. Die Autorin und Forscherin Natasha Strobl stellte fest, dass die Identitaristen “Flüchtlinge als Eindringlinge darstellen, als gefährliche Soldaten des Islam, die hierher kommen, um Europa zu zerstören”. Nach Angaben eines ehemaligen Mitglieds des deutschen IM strebt die Organisation einen Bürgerkrieg gegen Muslime an.

Hier der direkte Aufruf von Rechtsrapper Ares auf seiner Facebookseite.

Chris Ares, ein rechtsextremer Rapper, der der neurechten “Identitären Bewegung” nahesteht, ruft über “Telegram” zur Teilnahme auf. Auch er sieht Deutschland bereits auf dem Weg in eine Diktatur und bezeichnet sich und sein Mitstreiter*innen als “patriotische Jugend”. Diese Jugend, um sein Label “Neuer Deutscher Standard”, sieht sich verfolgt und denunziert. Ares gehört zu einer Szene, die versucht, jungen, hippen und rechten Lifestyle salonfähig zu machen und über Rap mit rechtsextremem Gedankengut in den musikalischen Mainstream einzudringen. Wie der “Tagesspiegel” berichtet wird Ares bereits am Freitag bei einer Auftaktveranstaltung des Magazins “Compact”, welches vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft wird, als Redner auftreten.

Die Identitäre Bewegung und die IB-Rechtsrapper Chris Ares und Kai Naggert/Prototyp rufen auf, nach Berlin zu fahren:

Auch Martin Sellner fordert das in seinem Newsletter “Alles nach Berlin”

 

Aufruf von Martin Sellner Identitäre zur Demonstration in Berlin / Quelle Antifa Recherche

Kontrakultur und die Identitäre Bewegung

Auch das Umfeld von Mario Müller und Kontrakultur Halle ruft zur Teilnahme an der Demonstration am 29.08. auf.

Kontrakultur Halle (“Gegenkultur Halle”) war eine deutsche Neonazi-Gruppierung, die in der Stadt Halle (Sachsen-Anhalt) aktiv gewesen ist und sich mit der Identitätsbewegung identifiziert. Gründer der “Kontrakultur Halle” ist der verurteilte Rechtsextremist Mario Müller, ehemals im Jugendkader der neonazistischen NPD aktiv, der derzeit als Journalist für das rechtsextreme Magazin “Compact” von Jürgen Elsässer arbeitet. KH gehört der “Neuen Rechten” an, die sich in Aussehen und Erscheinung gegen gängige Auffassungen des Neonazismus wendet und hinter verschlossenen Türen die gleichen gewalttätigen Ansichten vertritt.

Der Rechtsextreme Torsten Hahnel stellte in einem Artikel der Belltower News fest, dass etwa zwei Drittel der Mitglieder der Kontrakultur Halle und der IM allgemein aus organisierten neonazistischen Strukturen, vor allem aus der NPD-Jugendorganisation, stammen. “Sowohl die Identitätsbewegung als auch die Kontrakultur sind Anlaufstellen für Menschen aus rechtsextremen und neonazistischen Strukturen, die sich von diesen Szenen strategisch distanzieren wollen”, so Hahnel.

 

Verschiedene Online-Auftritte von Kontrakultur Halle. Dokumentiert von IBster Watch.
Bildquelle
https://ibster.noblogs.org/elsterfunken-leipzig/

Kontrakultur Halle (KH)

Nach Angaben des Verfassungsschutzes des Landes Sachsen-Anhalt war die Kontrakultur Halle (KH) eine regionale Abteilung der Identitären Bewegung (IM), wurde aber gegründet, bevor die IM in Deutschland Fuß fasste. Die Annäherung Kontrakulturs an die IM geht mindestens bis ins Jahr 2014 zurück, als sich KH-Mitglieder mit Identitären in einem gemeinsamen Sommerlager trafen.

Wie die IM wird Kontrakultur vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt überwacht (Verfassungsschutzbericht 2016, Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt, November 10, 2017, p. 50 ff.) . Ein antifaschistischer Blog hat die Namen aller identifizierten KH-Mitglieder veröffentlicht.

Im Zentrum der Aktivitäten der Gruppe steht das “Haus der identitären Bewegung in Halle”, ein Hausprojekt, das Neonazis, rechtsextreme Politiker und IM-Mitglieder unter einem Dach beherbergt und manchmal auch als Kontrakultur Halle bezeichnet wird.

Am 6. Juni 2017 wurde das Hausprojekt offiziell auf den Websites der Kampagne “Ein Prozent für unser Land” und der Zeitschrift Sezession angekündigt. Beide, Ein Prozent und Sezession, sind Projekte des Verlegers der Neuen Rechten Götz Kubitschek, der als strategischer Leiter auch für das Hausprojekt maßgeblich verantwortlich ist.

Ziel ist es, neben dem “Institut für Staatspolitik” (IfS) in Schnellroda und der “Bibliothek des Konservatismus” in Berlin eine weitere Anlaufstelle für die Neue Rechte zu schaffen. Neben einer Büroetage beherbergt das Gebäude ein Filmstudio, einen Veranstaltungssaal und einen Konferenzraum. Für Renovierung, Sicherheitsmaßnahmen und Betriebskosten wurden Spenden eingeworben.

Als Standort für das rechtsextreme Hausprojekt wurde ein Gebäude im Steintorviertel, gegenüber dem geisteswissenschaftlichen Campus der Universität Halle-Wittenberg, gewählt.

Das Haus soll zusammen mit dem 404 m² großen Grundstück 330.000 Euro gekostet haben und seit dem 1. Januar 2017 Helmut Englmann aus Johannesberg in Bayern gehören. Englmann ist Gründer der Titurel-Stiftung mit Sitz im hessischen Bad Nauheim, die als Förderinstrument des IfS fungiert.

Stifter Englmann

Über den Stifter Englmann, der öffentliche Auftritte vermeidet, ist sehr wenig bekannt. Englmann schrieb zahlreiche Leserbriefe für die rechtsextreme Wochenzeitung “Junge Freiheit” und die Monatszeitschrift “Nation und Europa”. Nach Informationen aus dem A.I.D.A.-Archiv zählt der Ortsverband der neonazistischen NPD in Aschaffenburg-Miltenberg Englmann offiziell zu seinem Kreis. Ein Leserbrief in Nation und Europa weist ihn um 1998 als “Regionalsprecher Unterfrankens” der rechtsextremen “Deutschland-Bewegung” aus.

Andreas Lichert (AfD), der auch Vorsitzender des “Vereins für Staatspolitik” ist, wird als Ansprechpartner der Titurel-Stiftung genannt. Nach Recherchen der Welt in den Grundbuchakten fungierte Lichert Lichert mit Kaufvertrag vom 14. April 2016 als Bevollmächtigter des Käufers. Andreas Lichert, der als Kandidat der hessischen AfD für den 19. Bundestag kandidierte, bestritt noch im August 2017, dass er das Haus in Sachsen-Anhalt zur Nutzung durch die Identitätsbewegung gekauft habe. “Die ‘Identitätsbewegung’ ist weder Mieterin noch Betreiberin der Immobilie”, sagte Lichert damals.

Im Frühjahr 2017 zogen Mitglieder der Identitätsbewegung in das Haus ein. Nach Angaben von Beobachtern aus Halle trat die IM erstmals 2015 in der Stadt öffentlich in Erscheinung, als Mitglieder vor der Marktkirche Flugblätter verteilten.

Bundesweite Aufmerksamkeit erregte die Gruppe, als sie zwei Tage vor der Landtagswahl 2016 in Sachsen-Anhalt den Eingang eines Hauses in Halle zumauerten, in dem die Kampagne “Ich wohne hier, ich wähle hier” eine Probeabstimmung für Menschen organisierte, die dauerhaft in Deutschland leben, dort aber nicht wahlberechtigt sind.

Sie hatten ein weiteres “Wahllokal” mit Ketten blockiert, teilte die Kontrakultur Halle damals mit. Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte KH ein Bild der Aktion und einen Pressespiegel mit Links zu Medienberichten. Drei Monate nach der Aktion stellte die Staatsanwaltschaft Halle die Ermittlungen ein, weil die Täter nicht identifiziert werden konnten.13

Eingang zu einer Bildungseinrichtung für Einwanderer, die im März 2016 von Mitgliedern der Kontrakultur Halle zugemauert wurde.
Bildquelle
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-03/sachsen-anhalt-landtagsw…

Mosaik Kommunikation

Das Haus diente auch als Hauptsitz einer Werbeagentur namens Mosaik Kommunikation. Die Unternehmenswebsite wirkt auf den ersten Blick professionell, ohne sichtbare Verbindung zum IM, bietet aber das gesamte Spektrum der von der Bewegung genutzten Marketing-Instrumente: von Webdesign und Textildesign über Filmproduktion bis hin zu Social-Media-Auftritten. Die “Lichert GmbH” von Andreas Lichert fungiert als gemeinsames Dach der Werbeagentur.

Die Web-Domain der Agentur ist auf Simon Kaupert registriert, der Quellcode der Seite verweist auf zwei weitere Unternehmen “Kontrast Werbedesign” und “Mosaik Werbedesign”, die nicht mehr bzw. noch nicht existieren. Beide Domains sind auf den Co-Leiter des österreichischen Identitätsführers Martin Sellner registriert.

Es ist davon auszugehen, dass die Agentur hauptsächlich dazu benutzt wird, Aktivisten- und Auftragsarbeiten mit Partnern wie Ein Prozent, aber auch der AfD abzurechnen. So produzierten Kaupert und Sellner 2016 ein Video für die AfD Bitterfeld, später waren identitäre Filmemacher auch bei einem AfD-Treffen im Landtag zu sehen.

Dennoch ist nicht auszuschließen, dass die Werbeagentur auch Projekte außerhalb der extremen Rechten abwickelt, was für die IM finanziell vorteilhaft sein kann.

Darüber hinaus werden Räume des rechtsextremen Hausprojektes von einer Werbeagentur, dem rechtsextremen Modelabel Radical Ésthetique und der 2015 gegründeten Ein-Prozent-Initiative genutzt, die sich selbst als “rechte NGO” versteht. Der ehemalige Vorsitzende des NPD-Jugendkaders, Michael Schäfer, ist Berichten zufolge Mitarbeiter in den dortigen Ein-Prozent-Büros.

AfD-Mitglied Hans-Thomas Tillschneider

Das AfD-Mitglied Hans-Thomas Tillschneider unterhält ein Büro im ersten Stock des Hauses. Außerdem wurde ein Büro des Götz Kubitschek-Verlags Antaios zugewiesen.16

Mehrmals kam es zu Zusammenstößen zwischen Bewohnern des Hauses und Gegendemonstranten. Hinter der Haustür des Hauses werden Projektstäbe gelagert, die Fenster sind doppelt verglast und die Türen mit Stahlstreben verstärkt. Am Haus sind mehrere Überwachungskameras angebracht.

Laut Der Freitag hat sich Halle zu einer Art “Modellregion” für die formelle und informelle Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gruppen des neurechten Spektrums entwickelt, darunter die Identitätsbewegung, das Institut für Staatspolitik, die “Bruderschaft Halle-Leoben Germania” (HLB) und eine “beispiellose Anzahl von AfD-Politikern mit direktem Mandat”.

” Auch David Begrich von der “Arbeitsstelle Rechtsextremismus” räumt ein, dass das Hallenser Projekt “Modellcharakter” habe.Laut Christoph D. Richter vom Deutschlandfunk war das Clubhaus Halle das wichtigste Projekt für die Identitätsbewegung im deutschsprachigen Raum. Das Haus wolle “eine Art Hipster-Club für die rechte Tinder-Generation sein “.

Timeline

Im Juli 2014 trafen sich Identitätsbewusste aus Norddeutschland zu einem Netzwerktreffen mit Kontrakultur unter der Überschrift “Metapolitik – Das Schlachtfeld der Ideen “ . Wie auf dem Teaserbild des von ihnen produzierten Videos zu dieser Veranstaltung zu sehen ist, gehen neonazistische Utensilien wie Thors Hammer Seite an Seite mit dem moderneren Branding der Identitätsbewegung.

  • Mitte Januar 2017 hielten sich mehrere Mitglieder von Kontrakultur Halle (Philip Thaler, Florian Müller, Mario Müller, Andreas Karsten, Melanie Schmitz, Dorian Schubert) in Paris auf, wo sie am 14. Januar 2017 an einer Demonstration der Génération Identitaire teilnahmen.
Mitglieder der Kontrakultur Halle besuchen Mitglieder der Génération Identitaire im Januar 2017 in Paris.
Bildquelle
https://lsa-rechtsaussen.net/ein-identitaeres-haus-fuer-die-kontrakultur-halle/
CasaPound-Konferenz am 21. und 22. April 2017 in Rom. Bildquelle https://identitaereinbochum.noblogs.org/netzwerke/

Mario Müller (rechts) und Jonathan Stumpf (links) über Lesbos im März 2020.

NIKOLAI NERLING und das Holocaustleugner-Umfeld von Guthmannshausen

Selbstverständlich ruft auch der “Volkslehrer” zur Demonstration am 29.08. auf.

Nerling gründete am 22. September 2017 den YouTube-Kanal Der Volkslehrer, auf dem er Videos mit antisemitischen und verschwörungsideologischen Positionen veröffentlichte.Neben eigenen Beiträgen veröffentlichte er unter anderem auch Interviews mit bekennenden Holocaustleugnern wie beispielsweise Ursula Haverbeck und Gerhard Ittner sowie Personen der Reichsbürgerbewegung.

Auch berichtete er über seine Teilnahme an rechtsextremen Veranstaltungen und Demonstrationen, auf denen er mit eigenen Flugblättern und Plakaten über eine angebliche „zionistisch-jüdische Weltverschwörung“ aufzuklären versuchte.

Der Kanal wurde im April 2019 von YouTube gesperrt, doch kurz darauf waren einige seiner Videos auf einem neuen Kanal erreichbar.

Vor der Sperrung seines ersten Kanals hatte Nerling über 60.000 Abonnenten. Einzelne Videos wurden über 100.000 Mal abgerufen.Nerling betreibt eine eigene Internetseite sowie Kanäle auf dem Messaging-Dienst Telegram und dem Videoportal BitChute. Im März 2020 war der ursprüngliche Kanal wieder auf YouTube erreichbar.

Nach Einleitung staatlicher Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie in Deutschland veröffentlichte Nerling Mitte März 2020 ein Video mit dem Titel „Corona Conto Holocaust“, in dem er das deutsche Infektionsschutzgesetz als „Werkzeug der Bundesregierung“ darstellte, „sich unliebsamer Bürger zu entledigen“. Es sei zudem nicht sicher, ob das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 überhaupt existiere.

Referent in Guthmannshausen

Wie alle Protagonisten steht auch der „Volkslehrer“ im besten Kontakt zu den Holocaust-Leugnern in Guthmannshausen.

Weitere Protagonisten aus dem Umfeld:

DR. BJÖRN CLEMENS

Der Düsseldorfer Anwalt, der auch Rechtsextremisten verteidigt (aktuell Markus H. im Mordfall Lübcke), ist Burschenschafter und im Vorstand der Gesellschaft für Freie Publizistik. Da verwundert es nicht, dass er auch Reden in Guthmannshausen hält, wie für dieses Jahr 2020 geplant, aber wegen Corona abgesagt. Er war Bundesvize der der vom Verfassungsschutz beobachteten Republikaner.

Zusammen mit Wolfram Narath wollte er dieses Jahr im März einen “sinnigen Abend” mit deutscher Dichtung und klassischer Musik gestalten.

WOLFRAM NARATH

Das NPD-Mitglied Wolfram Narath war bis zum Verbot der Wiking-Jugend 1994 deren Vorsitzender und danach für die Heimattreue Deutsche Jugend tätig.

Der Jugendbund, in den Kalbitz nach eigenen Angaben als “Gast” gewesen sein will. Vieles spricht aber dafür, dass der ehemalige Bundeswehrausbilder Kalbitz auch Ausbilder bei der Heimattreuen Deutschen Jugend war, deren Führungskader sich aus der verbotenen Wiking-Jugend rekrutierten.

2009 hielt Narath die Trauerrede auf der Beerdigung von Jürgen Rieger. Als Rechtsanwalt verteidigte er auch Rechtsextremisten und Holocaustleugner, wie Ralf Wohlleben oder Silvia Stolze.

EINSCHÄTZUNG DES VERFASSUNGSSCHUTZES

VS-Bericht Thüringen 2011

Der Verfassungsschutzbericht Thüringen schreibt 2011 (Link)

Immobilienerwerb in Guthmannshausen Eine als Privatperson auftretende Käuferin erwarb im Mai 2011 eine zuvor in Landesbesitz befindliche Immobilie in Guthmannshausen/Landkreis Sömmerda (ehemaliges Rittergut). Seit August 2011 ist sie als Eigentümerin des Areals im Grundbuch eingetragen. Hinweise auf Verbindungen der Käuferin zum rechtsextremistischen Spektrum lagen zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht vor. Im Nachhinein wurde bekannt, dass sie seit 2010 dem rechtsextremistischen Verein „Gedächtnisstätte e. V.“ als Mitglied angehören soll.

Der Verein wurde im Mai 1992 in Vlotho (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Gemäß Satzung verfolgt er das Anliegen, eine „würdige Gedächtnisstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern“ zu betreiben. Von Beginn an engagierten sich bekannte Rechtsextremisten und Holocaustleugner wie Ursula HAVERBECK-WETZEL59 (Nordrhein-Westfalen) in dem Verein. Sie stand ihm bis Februar 2003 vor. Danach übernahm Klaus-Wolfram SCHIEDEWITZ (Niedersachsen) diese Funktion. Von 2007 bis 2009 lag der Wirkungsschwerpunkt des Vereins in Borna (Sachsen).

Als das dort genutzte Objekt von der Eigentümerin Ende 2009 jedoch veräußert wurde, zog man sich aus der Region zurück. Der Verein „Gedächtnisstätte e. V.“ führte im September 2011 erstmals eine Veranstaltung im Objekt in Guthmannshausen durch. Dabei soll Ursula HAVERBECK-WETZEL zur Thematik „Die Vertragsbrüche der Bundesregierung“ referiert haben. Ähnlich wie in Borna scheint eine gelegentliche Nutzungsüberlassung der Immobilie an andere rechtsextremistische Personenzusammenschlüsse nicht ausgeschlossen.

So wurde bereits im Zusammenhang mit der Bekanntgabe, dass man im „Herrensitz auf dem ehemaligen Rittergut Guthmannshausen“ eine „neue Heimstatt gefunden“ habe, angekündigt, diese auch der SJ[Fußnote 60] zur Verfügung stellen zu wollen. Der Freistaat Thüringen hat den Kaufvertrag mit Schreiben vom 21. Dezember aufgrund arglistiger Täuschung angefochten. Zeitgleich wurde beim Landgericht Erfurt Klage zur Grundbuchberichtigung und Herausgabe des Grundstücks eingereicht.“

In der genannten Fußnote zur SJ (Schlesischen Jugend) wird auf Kapitel 4.4.4 desselben Berichts verwiesen. Dort heißt es über die SJ:

„ „Schlesische Jugend – Landesgruppe Thüringen“ (SJ-Thüringen) Die SJ-Thüringen ist eigenem Bekunden nach eine „Jugendorganisation, in der sich interessierte Jugendliche mit der schlesischen Kultur, den dortigen Sitten und Gebräuchen, der Mundart, der Geschichte, dem Schicksal der aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen und allem, was noch über Schlesien zu wissen ist, beschäftigen und auseinandersetzen.“

Unter dem Deckmantel eines Vertriebenenverbands wird die SJ-Thüringen allerdings inzwischen von aktiven Rechtsextremisten für Bestrebungen missbraucht, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung und den Gedanken der Völkerverständigung, insbesondere gegen das friedliche Zusammenleben der Völker, gerichtet sind. Führungsfunktionäre der SJThüringen waren vormals in dem mittlerweile verbotenen Verein „Heimattreue Deutsche Jugend e. V.“ (HDJ) aktiv. Zahlreiche andere Mitglieder stammen aus dem sonstigen rechtsextremistischen Spektrum und üben dort zum Teil auch Führungsfunktionen aus.

Der Vorstand der SJ-Thüringen ist zudem in ähnlicher Funktion auch im Vorstand der „Bundesgruppe der Schlesischen Jugend“ (SJ-Bund) aktiv. So fungiert der Vorsitzende der SJ-Thüringen, Fabian RIMBACH, zugleich als Vorsitzender der SJ-Bund. Die inhaltliche Ausrichtung der SJ-Thüringen ist vor allem durch gebietsrevisionistische und revanchistische Bestrebungen geprägt. In ihren Veröffentlichungen finden sich Äußerungen wie: „[…] die Wichtigkeit unserer Arbeit und die Erhaltung des Deutschtums jenseits von Oder und Neiße, als ein unauslöschlicher Teil Deutschlands […]“. Schlesien wird als „polnisch besetztes Gebiet des alten deutschen Kulturlandes“ bezeichnet.

Eigenem Bekunden nach führt die SJ-Thüringen regelmäßig Veranstaltungen mit vorgeblich traditioneller Ausrichtung (Erntedankfeste, Tanzlehrgänge), gemeinsame Wanderungen und Fahrten zur Erkundung der Heimat und der Natur durch.“

VS-Bericht Niedersachsen 2013

Der Verfassungsschutzbericht Niedersachsen schreibt 2013 (Link)

Seit 2011 nutzt der Verein für seine Veranstaltungen die Räumlichkeiten auf einem Rittergut im thüringischen Guthmannshausen. Regelmäßig führt der Verein dort Vortragsveranstaltungen mit Zeitzeugen und Historikern durch, darunter auch bekennende Revisionisten und Holocaustleugner wie HAVERBECK-WETZEL. Darüber hinaus bestehen Kontakte zu diversen rechtsextremistischen Organisationen, u. a. Schlesische Jugend e. V. (SJ), Freundschafts- und Hilfswerk Ost e. V. (FHwO) und Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) sowie NPD und neonazistische Freie Kräfte. Diese Kontakte zeigen die Bemühungen des Vereins, ein organisationsübergreifendes Netzwerk aufzubauen.

Der rechtsextremistisch eingestufte Verein “Gedächtnisstätte e.V.” agitiert gegen den demokratischen Verfassungsstaat und versucht, geschichtsrevisionistisches Gedankengut zu verbreiten.

Seit dem Kauf des ehemaligen Rittergutes in Guthmannshausen im Mai 2011 durch ein Vereinsmitglied fanden dort zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt, bei denen überregional bekannte Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugnerinnen und -leugner bei Vortragsveranstaltungen auftraten.

Quelle Endstation Rechts: Die Polizei stand auch vor den Türen des Alten Ritterguts in Guthmannshausen (Landkreis Sömmerda), wo der neonazistische und geschichtsrevisionistische Verein Gedächtnisstätte e.V. eine Tagungsstätte betreibt. Der Vorsitzende Wolfram Schiedewitz beklagte sich, das Haus sei von der Polizei „überfallen“ worden. Dabei habe die Razzia nicht dem Verein, sondern dem Hausmeister gegolten – der sei laut Schiedewitz Mitglied der EA. Seine Beschwerde erschien an passendem Ort, in der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ (Nr. 9/2017).

die “Europäische Aktion” (EA)

Ebenso zeichnet sich die “Europäische Aktion” (EA), welche in Thüringen mit mehreren “Stützpunkten” aktiv ist, durch eine besonders ausgeprägte antisemitische und revisionistische Agitation aus.

In die Führungsstruktur der EA sind ebenfalls überregional bekannte Rechtsextremisten eingebunden, die über weit-reichende Verbindungen in alle Spektren des Rechtsextremismus verfügen. Dabei dienen Objekte wie das “Hufhaus” in Ilfeld und die ehemalige “Erlebnisscheune” in Kirchheim als Örtlichkeiten, um Vortragsveranstaltungen und Treffen stattfinden zu lassen.

Bei der 1960 von ehemaligen Funktionären der NSDAP und Offizieren der SS gegründeten “Gesellschaft für freie Publizistik” (GfP) handelt es sich um eine weitere Organisation, die regelmäßig in Thüringen ihre Jahreskongresse abhält und durch eine Art “Aufklärungsarbeit” versucht, eine angeblich verzerrte Darstel-lung der Zeitgeschichte (NS-Diktatur) zu korrigieren.

Darüber hinaus traten in Thüringen wiederholt auch rechtsextremistische Einzelpersonen, welche den Holocaust leugnen, bei Szeneveranstaltungen als Redner in Erscheinung.

VS-BERICHT NIEDERSACHSEN 2014

Der Verfassungsschutzbericht Niedersachsen schreibt 2014 (Link)

„Der Verein Gedächtnisstätte e. V. wurde 1992 gegründet. Erste Vorsitzende war die Holocaustleugnerin Ursula HAVERBECK-WETZEL. Seit 2003 leitet Wolfram SCHIEDEWITZ aus Seevetal (Landkreis Harburg) den Verein mit dem Ziel, eine würdige Gedächtnisstätte zu errichten. Gleichzeitig werden jedoch in geschichtsrevisionistischer Manier deutsche Kriegsverbrechen relativiert und die Schuld des NS-Regimes am Krieg geleugnet.Am 02. und 03.08.2014 beging der Verein im thüringischen Guthmannshausen die Feierlichkeiten zum 22jährigen Bestehen und zur Einweihung des Denkmals für „12.000.000 deutsche Opfer durch Bomben des Weltkrieges II, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern“.

Den beiden Veranstaltungstagen wohnten 150 bis 200 Personen bei, darunter HAVERBECK-WETZEL und der Deutschlandleiter der Europäischen Aktion (EA), Dr. Rigolf HENNIG sowie weitere nationale und internationale Gäste. In seiner Rede kritisierte der Vorsitzende SCHIEDEWITZ eine angebliche Einseitigkeit deutscher Geschichtsbetrachtung wie auch im Gedenken an die Opfer:„Wir fragen zu Recht, wieso stößt man bei der Geschichtsforschung über die Zeit der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf so viel Widerstand, warum werden von der verordneten Sichtweise abweichende Forschungsergebnisse teilweise sogar juristisch verfolgt?

Wieso finden viele von den Siegermächten des 2. Weltkrieges geäußerte Kriegssprüche keinen Eingang in unsere Geschichtsbücher? Warum ist man bemüht, die Opferzahlen der Unterlegenen des 2. Weltkrieges herunterzustufen, während man andererseits die Opferzahlen der Sieger nicht hoch genug ansetzen kann.“ SCHIEDEWITZ sieht dabei sich selbst und seinen Verein im Kampf gegen eine angebliche Meinungsdiktatur zur Unterdrückung der geschichtlichen Wahrheit:„Lüge und Verleumdung haben trotz Verboten und Paragraphen keinen dauerhaften Bestand …

Zur Überwindung der großen geschichtlichen Lügen, die uns durch unsere ehemaligen Gegner und die von ihnen herrschenden Massenmedien auch heute noch – fast täglich – aufgetischt werden, braucht es Mut, Wissen und einen aufrechten Charakter.“In weiterer revisionistischer Diktion stellte der Mitbegründer Paul LATUSSEK in seiner Festrede die Verantwortung Deutschlands für den Ausbruch des Ersten und des Zweiten Weltkriegs in Frage. Die deutsche Geschichte werde andauernd falsch wiedergegeben und auf die „12 Jahre“ reduziert.Seit 2011 nutzt der Verein für seine Veranstaltungen die Räumlichkeiten auf einem Rittergut in Guthmannshausen.

Regelmäßig führt der Verein dort Vortragsveranstaltungen mit Zeitzeugen und Historikern durch, darunter auch bekennende Revisionisten und Holocaustleugner wie HAVERBECK-WETZEL. Darüber hinaus bestehen Kontakte zu diversen rechtsextremistischen Organisationen, u. a. Schlesische Jugend e. V. (SJ), Freundschafts- und Hilfswerk Ost e. V. (FHwO) und Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) sowie zur NPD und zu neonazistischen Freien Kräften, aber auch zur EA. Diese Kontakte zeigen die Bemühungen des Vereins, ein organisationsübergreifendes Netzwerk aufzubauen.“

URSULA HAVERBECK-WETZEL

Ursula Haverbeck-Wetzel lebte nach eigenen Angaben vier Jahre in Schweden, studierte danach Pädagogik, Philosophie und Sprachwissenschaften, unter anderem zwei Jahre in Schottland.

Bildquelle AntifaInfoblatt / Apabiz / Antifa Bielefeld West um 2006/2008

1970 heiratete sie Werner Georg Haverbeck, der von 1929 bis 1932 in der Reichsleitung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) und von 1933 bis 1934 in der Reichsleitung der NSDAP mitgearbeitet hatte.

Weltbund zum Schutz des Lebens

Ursula Haverbeck war von 1983 bis 1989 Präsidentin des Weltbundes zum Schutz des Lebens, Sektion Deutschland, und offenbarte in diesem Amt ihre ablehnende Haltung gegenüber dem westlichen System in der Bundesrepublik Deutschland.

Der Weltbund zum Schutze des Lebens BRD e.V. (WSL-D) ist bis 1985 die BRD-Sektion des Weltbundes zum Schutze des Lebens International (WSL-I). Seitdem ist diese ein eigenständiger Verband, der zwar in Landesverbände untergliedert ist, jedoch zentral von Vlotho aus geleitet wird. Bis 1974 arbeitet die Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung als Arbeitskreis Humangenetik (Jürgen Rieger!, Dr. Siegward Knof (Zweiter Vorsitzender), Dr. Wielant Hopfner ) im WSL-D mit. Wichtige Mitglieder sind Baldur Springmann und Dieter Vollmer.

1958 gründet Günther Schwab den in Österreich ansässigen WSL-I. 1960 folgt die Gründung des WSL-D durch den Euthanasiearzt Walter Gmelin.

In den 70er Jahren steht der WSL-D im Zentrum der entstehenden Ökologiebewegung. Im (ideologischen) Umfeld des WSL-D und räumlich im Collegium Humanum (CH) finden die Vorfeldgespräche zur Gründung sowohl der Grünen als auch der Unabhängigen Ökologen Deutschlands statt. 1980 veröffentlicht der WSL-D in seiner Publikation Lebensschutzinformationen das Memorandum Gastarbeiter als Ökologisches Problem, welches später auch in Nation und Europa abgedruckt wird.

Krefelder Appell

Die Unterschrift des WSL-D findet sich auch unter dem Krefelder Appell. 1981-1982 kommt es durch die offen antisemitischen und rechtsextremistischen Aktivitäten des damaligen Präsidenten Cohrs zu einer innerverbandlichen Krise, infolge derer viele Personen und ganze Landesverbände austreten. Dadurch kommt es zu einer Stärkung der rechtsextremen Gesamttendenz. 1985 wird der WSL-D vom WSL-I ausgeschlossen und arbeitet seitdem eigenständig. Bis heute ist der WSL-D im ökologischen Bereich aktiv und versucht die dortigen rechten Entwicklungen zu begleiten und zu fördern.

Seit 1969 erscheinen als Organ des WSL-D die Lebensschutzinformationen – Stimme des Gewissens ( L S I ) mit einer monatlichen Auflage von mehreren tausend Exemplaren.Die LSI wird vom WSL-D und CH gemeinsam herausgegeben. Hauptautoren sind Ursula Haverbeck-Wetzel, Ernst Otto Cohrs und Werner Georg Haverbeck.

Neben Beiträgen zu Umweltschutz, AKW-Technik und Gentechnik finden sich in der Zeitung auch »geschichtsrevisionistische« Artikel zur Bombardierung Dresdens, wie z.B. Plädoyers für einen neuen Patriotismus mit einem Artikel von Alfred Mechtersheimer.

Der WSL-D ist mit dem Collegium Humanum verflochten: Das CH stellt seine Räumlichkeiten für Seminare und Treffen zur Verfügung, die neben dem WSL-D auch von anderen Gruppen genutzt werden. Zu nennen sind der Bund Heimattreuer Jugend, der Bund der Goden, das Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers, der Witikobund und der Verein Gedächtnisstätte. Enge Verbindungen bestanden zur Freisozialen Union. Durch Haverbeck bestanden Kontakte zur Gustav Heinemann Initiative und zum Deutschen Rat für Umweltschutz.

VEREIN COLLEGIUM HUMANUM

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1999 übernahm sie zahlreiche seiner Funktionen, so auch den Vorsitz des mit ihm 1963 als „Heimvolkshochschule für Umwelt und Lebensschutz“ gegründeten und seit Mai 2008 verbotenen Collegium Humanum in Vlotho. Die „Heimvolkshochschule“ wurde ein für viereinhalb Jahrzehnte viel besuchter Tagungsort.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat das CH am 7. Mai 2008 verboten. Das Verbot betrifft den Verein „Collegium Humanum“ einschließlich seiner Teilorganisation „Bauernhilfe e.V.“ sowie den „Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“.

Quelle Belltower News: Das Verbot erfolgt gemäß § 3 des Vereinsgesetzes. Beide Vereine richten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik Deutschland und verstoßen durch ihre fortgesetzte Leugnung des Holocaust gegen geltendes Recht“, so die Begründung des Ministeriums.

Das Haus „Collegium Humanum“ in hatte rund 50 Betten und Räume für etwa 150 Personen. Die Vorsitzende Ursula Haverbeck-Wetzel ist eine verurteilte Holocaustleugnerin und zugleich stellvertretende Leiterin des „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV). Sowohl der VRBHV als auch die rechtsextreme Reichsbürgerbewegung und neonazistische Kameradschaften nutzten das CH regelmäßig als Tagungsstätte. Auch Auftritte rechtsextremer Bands fanden dort statt. Mehrfach wurde der Rechtsextremist Horst Mahler für Vorträge eingeladen.

Die vom CH herausgegebene Zeitschrift Stimme des Gewissens mit rund 3000 Exemplaren enthält laut Verfassungsschutz zahlreiche revisionistische Aufsätze. 2003 wurden zwei Ausgaben wegen Holocaustleugnung beschlagnahmt.

VEREIN ZUR REHABILITIERUNG DER WEGEN BESTREITENS DES HOLOCAUST VERFOLGTEN (VRBHV)

Bereits vor der Wende 1989 pflegte sie Verbindungen zu politisch rechten Gruppierungen wie der NPD mit dem Ziel einer großen nationalen Sammlungsbewegung in Deutschland. Diese Ausrichtung verstärkte sich in den Folgejahren. So wurde sie als stellvertretende Leiterin in dem Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten (VRBHV) aktiv, der am 9. November 2003, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, in Vlotho gegründet wurde.

Vorsitzender ist der Schweizer Holocaustleugner Bernhard Schaub. Daneben haben fast alle bekannten Leugner des Holocaust, darunter Ernst Zündel (Kanada), Robert Faurisson (Neonazi aus Frankreich), Germar Rudolf, Jürgen Graf, der österreichische Neonazi Gerd Honsik, Wilhelm Stäglich, Fredrick Toben (Australien), Andres Studer, Hans-Dietrich Sander, der Rechtsterrorist Manfred Roeder, Frank Rennicke und Anneliese Remer an der Gründung mitgewirkt.

GEDÄCHTNISSTÄTTE E. V.

1992 gründete Haverbeck den rechtsextremen Gedächtnisstätte e. V. in Seevetal. 2014 eröffnete der Verein eine „Gedächtnisstätte für die deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs“ in Guthmannshausen. Der Verein wird vom Verfassungsschutz Niedersachsen beobachtet.

Der Verfassungsschutz Niedersachsen schreibt 2011 (Link)

„Ein weiteres Beispiel für revisionistische Organisationen ist der 1992 gegründete Verein Gedächtnisstätte e. V. Vorsitzende war zunächst die Rechtsextremistin Ursula HAVERBECKWETZEL, 2003 folgte Wolfram SCHIEDEWITZ aus Seevetal (Landkreis Harburg). Gemäß Satzung will der Verein eine würdige Gedächtnisstätte für die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern errichten. Der Verein arbeitet eng mit verschiedenen rechtsextremistischen Verbänden und Vereinen ähnlicher Zielsetzung, u. a. der Schlesischen Jugend, zusammen.

[…]

Von 2007 bis 2009 unterhielt der Verein Räumlichkeiten im sächsischen Borna, die er verschiedenen rechtsextremistischen Gruppierungen zur Verfügung stellte. Im September wurde bekannt, dass der Verein im thüringischen Guthmannshausen Räumlichkeiten über ein Vereinsmitglied erworben hat. Als Referentin der ersten Veranstaltung sprach die Holocaustleugnerin HAVERBECK-WETZEL.“

Ursula Haverbeck/ Verein Gedächtnisstätte e.V und die AfD

In welchem Umfang Ursula Haverbeck direkt Kontakte in die oder im Umfeld der AfD hat, ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Prominente AfD-Funktionäre (wenn man von Doris von Sayn-Wittgenstein mal absieht), werden es vermeiden, die Gedächtnisstätte in Guthmannshausen als Redner zu besuchen. Aufschlußreich dürfte allerdings eine Rede von Björn Höcke auf einer Kundgebung sein, in der er Ursula Haverbeck verteidigte:

Bei einer Kundgebung empört sich der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke über die Gefängnisstrafe der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Es spricht von “Meinungsdelikt”. Höcke verharmlost  also das Leugnen der Massenvernichtung der Juden im Dritten Reich als „Meinungsdelikt“. Das Deutsche Strafrecht kennt natürlich keine “Meinungsdelikte”, sondern “Äußerungsdelikte”, die gegen die Menschenwürde oder die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet sind. Auch hier gilt wieder: Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

Björn Höcke provoziert gerne. Der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende gehört in der Partei zum völkisch-nationalen Flügel und weiß, wie man auf der Klaviatur des Nationalismus spielt, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Quelle Panorama: Am 28.10.2016 hat Höcke auf einer Kundgebung in Gera die Holocaust-Leugnerin verteidigt, die wegen eines “Meinungsdeliktes” für mehrere Jahre ins Gefängnis gehe, während Vergewaltiger mit dem “richtigen” Hintergrund auf Bewährung frei kämen.

notorische Holocaust-Leugnerin

Bei dieser Kundgebung in Gera beklagte sich Höcke, dass eine fast 90-jährige (die heute 91 Jährige war zu diesem Zeitpunkt 88 Jahre alt) Seniorin von einem Gericht zu elf Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden ist.

Sie habe öffentlich einen „historischen Sachverhalt“ geleugnet. Was Höcke in seiner Rede verharmlosend als „sogenannte Meinungsdelikte“ bezeichnete, ist die Leugnung des Holocausts. Die Frau, die er verteidigt, ist die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Die Frau ist inzwischen acht Mal wegen Volksverhetzung verurteilt worden.

Im Umfeld der AfD agiert die Volksliedertafel Dresden, die direkten Kontakt nach Guthmannshausen vorweisen kann, besagte Volksliedertafel, trat auch bei Veranstaltungen der Jungen Alternative auf, und im Vorprogramm der Dresdner Rede im Ballhaus Watzke von Höcke in 2018.

Quelle Fuchsenrot: Allerdings tritt die Gruppe nicht nur bei Pegida auf. 2016 wurde auf der Sonnenwendfeier des Chemnitzer Vereins „Heimattreue Einsiedel e.V.“ musiziert, 2017 als Rahmenprogramm zu Björn Höckes bekannter Dresdner Rede im Ballhaus Watzke und 2018 bei Veranstaltungen von „Zukunft Heimat“ in Cottbus und Sagritz. Auch für interne Veranstaltungen der Jungen Alternative Sachsen (August 2018) sowie des Dresdner AfD-Verbands (Dezember 2017) lassen sich Auftritte nachweisen.

Der im nordvogtländischen Reichenbach gegründete Freundeskreis hat zum Ziel, den ehemaligen NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt wieder an die Spitze der rechtsextremen Szene zu bringen. Laut dem sächsischen Verfassungsschutz haben die Mitglieder des Freundeskreises eine Verbindung zur Kameradschaft „Revolutionäre Nationale Jugend“.  (Quelle Endstation Rechts)

Quelle Fuchsenrot: Im Jahr zuvor – am 9. Dezember 2017 – gab die Volksliedertafel Dresden gemeinsam mit dem Nazi-Liedermacher Frank Rennicke das Rahmenprogramm einer Lesung des NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt in Guthmannshausen. An einem anschließenden Gedenkritual mit Fackeln und Fahnen nahm mindestens ein Volksliedertafel-Musiker teil.

WOLFRAM SCHIEDEWITZ

Der Landschaftsarchitekt Wolfram Schiedewitz mit Büros in Seevetal-Ramelsloh und Schwerin ist Vorsitzender vom Verein “Gedächtnisstätte“, der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft und seit Jahren beobachtet wird.

Der Verein residiert auf dem ehemaligen Rittergut Gutmannshausen (Thüringen). Auf einer ersten Veranstaltung vom Verein sprach dort die verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.

Die Telefon- und Fax-Nummer des rechtsextremistischen Vereins “Gedächtnisstätte” sind identisch mit den Büroanschlüssen vom Landschaftsarchitekten Schiedewitz in Seevetal-Ramelsloh.(Stand 2012 Drucksache 16/4649)

Quelle Drucksache16/4649: Wolfram Schiedewitz, der Verein „Gedächtnisstätte“ und seine Aktivitäten im Land Niedersachsen Wolfram Schiedewitz ist Vorsitzender des Vereins „Gedächtnisstätte“, der von den Sicherheitsbehörden als rechtsextremistisch eingestuft und seit Jahren beobachtet wird. Schiedewitz und sein Verein gehören einem bundesweiten Netzwerk von Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten an. In einer Antwort auf eine Anfrage mit dem Titel „Geschäftsbeziehungen des Landschaftsarchitekten Wolfram Schiedewitz mit dem Land Niedersachsen“ räumte die Landesregierung ein, dass das Land Niedersachsen mit Schiedewitz in den 1980er- und 1990er-Jahren Geschäftsbeziehungen pflegte.

bundesweites Netzwerk aus Holocaust-Leugnern und Geschichtsrevisionisten

Schiedewitz gehört nach Angaben der Sprecherin des niedersächsischen Verfassungsschutzes zu einem bundesweiten Netzwerk aus Holocaust-Leugnern und Geschichtsrevisionisten. Der Landschaftsarchitekt gibt auf seiner Internetseite unter Referenzen eine Vielzahl von öffentlichen Auftraggebern an, darunter auch die Gemeinde Rosengarten (Stand 2012 Drucksache 16/4649).

Quelle Drucksache 16/4477: Der Landschaftsarchitekt Schiedewitz ist Ende der 1980er- bis in die 1990er-Jahre mehrmals von den früheren Staatshochbauämtern, die später im Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide aufgegangen sind, beauftragt worden. Bei den ermittelten Aufträgen des Büros handelt es sich überwiegend um Leistungen in Liegenschaften, die bereits vor längerer Zeit abgegeben wurden und vom Staatlichen Baumanagement nicht mehr betreut werden.

Die Vertragsunterlagen liegen nicht mehr vor, da die Aufbewahrungs-fristen für die Verträge bereits abgelaufen sind. Den Erinnerungen älterer bzw. ehemaliger Mitarbeiter des Staatlichen Baumanagement zufolge hat das Büro folgende Aufträge bearbeitet. Da es sich um Gedächtnisangaben handelt, kann für die Vollständigkeit der Aufzählung keine Gewähr übernommen werden

Desweiteren tauchte Schiedewitz im Umfeld der Hamburg Harburger Gelbwesten auf. Die Linke stellte

Quelle Antrag der Linke Hamburg: Seit Ende 2018 wurde eine von der sogenannten Gruppe „Gelb-Westen Sektion Hamburg“  organisierte Kundgebung regelmäßig sonnabends um 14  Uhr auf dem Harburger Rathausplatz abgehalten. Maßgeblich beteiligt an dieser Gruppe ist nach Aussage der Gruppe „Harburger Bündnis Einig gegen Rechts“ auf ihrer Facebook-Seite der als rechtsradikal bekannte Klaus-Wolfram Schiedewitz, der Vorsitzender des rechtsextremen Vereins „Gedächtnisstätte e. v.“ im thüringischen Guthmannshausen ist.

Schiedewitz gehört laut Aussage der Verfassungsschutz-Sprecherin Maren Brandenburger in einem Artikel der „Morgenpost“ von 2012 zu einem „Netzwerk von Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten, die das nationalsozialistische Deutschland von Schuld reinwaschen“ wollen. Die Gruppe um Schiedewitz hängt sich an die Protestaktionen der französischen „Gelbwesten“ an, um in Harburg öffentlich rechtsradikale Parolen zu verbreiten, In ihrem Flugblatt fordern sie u. a.  die „Abschaffung des Volksverhetzungsparagraphen“, ein „Europa der Vaterländer“ und die „Beendigung der Besetzung unseres Landes“, was die Gruppe auch in die Nähe der sogenannten „Reichsbürger“ rückt.

Zwar haben sich die „Gelbwesten“ nach antifaschistischen Protesten am 9. Februar momentan vom Harburger Rathausplatz zurückgezogen, sie sind aber nach wie vor aktiv, so traten sie mittlerweile auch vor dem Kaufhaus „Saturn“ in der Hamburger Innenstadt in Erscheinung. Es ist deshalb wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder öffentlich im Bezirk Harburg auftreten.

PAUL LATUSSEK

Paul Latussek war von 1992 bis 2001 Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen (BdV) und 1990 bis 2001 dessen Landesvorsitzender in Thüringen. Er war bis 2001 auch Landesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien. Außerdem war er 1990 Abgeordneter der Volkskammer der DDR sowie Landesvorsitzender der Deutschen Sozialen Union (DSU) und wollte als AfD.Mitglied 2013 den AfD-Kreisverband Ilm ohne Mandat der AfD gründen. Latussek ist ein verurteilter Volksverhetzer. Und er ist aktuell Schatzmeister des Vereins Gedächtnisstätte e.V., der in Guthmannshausen die Gedächtnisstätte betreibt.

Latussek publizierte in zahlreichen rechtskonservativen oder rechtsextremen Zeitschriften wie Nation und EuropaDeutsche Wochenzeitung und Junge Freiheit. 1995 erschien ein Beitrag Latusseks in einem Buch des Hohenrain-Verlags, einer Tochter des als rechtsextrem eingestuften Grabert-Verlags. Bei einer Veranstaltung der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik (GfP) trat er 1997 als Referent auf. 1998 soll Latussek die Finanzierung einer Werbetafel im Ilm-TV, einem regionalen Fernsehsender, übernommen haben, mit der zur Teilnahme an einer Demonstration der NPD und militanter Freier Kameradschaften am 1. Mai in Leipzig aufgerufen wurde.

Für das Personal der neu gegründeten Alternative für Deutschland (AfD) wäre das gewiss noch eine milde Bezeichnung. In Thüringen beispielsweise taucht mit dem 77-jährigen Paul Latussek ein Mann bei dieser Partei auf, der seit den neunziger Jahren eine ziemlich bräunliche Spur hinterließ. In Ilmenau initiierte er jetzt die Gründung eines Ilmkreis-Verbandes der AfD.

Im Thüringer Landtag verteilte Latussek am 16. Mai 2000 ein Flugblatt mit dem Titel „Was jeder Deutsche wissen sollte“.

Hierbei beklagte er unter anderem eine „willkürliche Verschiebung der deutschen Ostgrenze an die Oder und Neiße“, weil dies einen „Gebietsverlust des Gebietes des Deutschen Reiches“ bedeutet habe.

Außerdem warf er Polen und Tschechien eine „Misshandlung von Kindern und Jugendlichen bei der Zwangspolonisierung und Zwangstschechisierung“ vor und schrieb vom „Völkermord an den ostdeutschen Stämmen“.

Von dem Flugblatt, das nach dem Empfinden der allermeisten Abgeordneten einen „deutschtümelnden und geschichtsverfälschenden“ Inhalt hatte, wollte sich Latussek nicht distanzieren. Der zunehmende öffentliche Druck führte unter anderem dazu, dass er am 7. November 2001 als Redner beim „Tag der Heimat“ des BdV in Düren wieder ausgeladen wurde.

Für Ende Mai 2004 wurde Latussek, der sich trotz Nichtwiederwahl weiterhin als Landesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien bezeichnete, als Referent beim „2. Freiheitlichen Kongreß“ des „Deutsche Stimme-Verlags“ der NPD angekündigt. Er ist außerdem Unterzeichner eines Aufrufes des „Instituts für Staatspolitik“ unter dem Titel „8. Mai 1945 – Gegen das Vergessen – 8. Mai 2005“.

Rechtsextremist Sven Liebich

Auch der Rechtsextrimist Sven Liebich ruft auf für den “Tag der Freiheit”, und bietet in seinem Shop natürlich entsprechendes “Material” an.

Anastasiabewegung

Der Kanal Vedische Weltanschauung, ein Projekt der rechtsextremen Sekte Anastasiabewegung, bewirbt die Coronademo am 29.08. in Berlin.

Die Anastasia-Bewegung ist eine neue religiöse Bewegung im rechtsesoterischen Spektrum,basierend auf der Anastasia-Buchreihe, einer Roman-Serie des russischen Autors Wladimir Megre mit esoterisch-spirituellen, verschwörungsideologischen, rassistischen und antisemitischen Inhalten.

Über die esoterisch-spirituellen, verschwörungsideologischen, rassistischen und antisemitischen Inhalte dieser Gruppierung kann man sich hier deutlich informieren:

Blut und Boden Mentalität – kein Problem bei dieser völkischen Sekte.

Die Anastasia-Buchreihe als Quelle der Bewegung (Quelle Antifainfo)

Die Anastasia-Bewegung beruht auf der Buchreihe „Die klingenden Zedern Russlands” von Wladimir Megre. Auf einer Geschäftsreise in die russische Taiga traf der 1950 in Russland geborene Megre 1994 angeblich eine Frau namens Anastasia, die einsam in der Wildnis lebe.

Über seine Begegnung mit ihr berichtet Megre in insgesamt zehn Bänden, die in den Jahren 1996 bis 2010 auf russisch erschienen sind und mittlerweile auch auf deutsch vorliegen. Laut infoSekta, der schwei­zerischen Fachstelle für Sektenfragen, ist die Anastasia-Strömung eine „esoterische Bewegung mit einer stark nationalistischen, verschwörungstheoretischen und rechtsesoterischen Ausrichtung“.

Die Grundidee ist simpel: Jede Familie (bestehend aus Mann, Frau und Kindern) soll einen Hektar Land, den sogenannten Familienlandsitz, bewirtschaften und darauf ihr Haus bauen. Wenn alle Menschen diese Idee verfolgen würden, wären angeblich die Probleme dieser Welt gelöst und die Erde ein Paradies.

Doch zwischen diesen fantastisch anmutenden Elementen finden sich auch immer wieder antisemitische, rassistische und sexistische Aussagen. Megre zeichnet eine stark vereinfachte Welt, in der böse Mächte und die Technokratisierung schuld an allem Übel sind.

„Tochter der Taiga”

Im ersten Band der Anastasia-Reihe „Tochter der Taiga” wird ausführlich von der Begegnung Megres mit Anastasia berichtet. Neben Ausführungen über ihre Wunderkräfte, die Bedeutung eines eigenen Gartens und von selbstgezogenem Gemüse finden sich auch zahlreiche Andeutungen über dunkle Mächte, gepaart mit einem ausgeprägten Sexismus: „Zum Beispiel ist es mir unbegreiflich, wie die dunklen Kräfte es schaffen, die Frauen dermaßen zu verdummen, dass sie ahnungslos die Männer mit ihren Reizen anziehen und ihnen somit die richtige Wahl unmöglich machen, die Wahl der Seele.”

Während dem Mann die schöpferische  Rolle zugeschrieben wird, gesteht Megre der Frau nur die passive Rolle der Muse zu. In den weiteren Bänden geht es um die Bedeutung von Bäumen und Steinen, um Pädagogik, „die Schöpfung“ und das Wesen der Menschen. Im dritten Band „Raum der Liebe“ wird das Konzept der Schetinin-Schule vorgestellt. Inspiriert von der Anastasia-Lektüre, entwickelte der Lehrer Michail Petrowitsch Schetinin das Konzept, in dem davon ausgegangen wird, dass Kinder allwissend sind und nur noch den Zugang zu ihrem Wissen finden müssen.

Dann sei die sonst 11-jährige Schulausbildung auch in nur einem Jahr schaffbar. Zusätzlich zu dem Druck, den dieses Grundverständnis auf jedes einzelne Kind ausübt, kommt ein starker Militarismus und Nationalismus in der Ausbildung. Im europäischen Kontext wurde das Prinzip der Lais-‚Schulen‘ (in Wirklichkeit handelt es sich um Lerngruppen, da es keine Schulzulassung gibt) entwickelt, das der Schetinin-Schule ähnelt, aber auch einige Unterschiede aufweist. Der Begriff ‚Lais‘ soll aus dem Gotischen stammen und übersetzt „ich weiß“ heißen.

Ignaz Bearth

Ignaz Bearth ist ein rechtsextremer Schweizer Politiker. Er war Mitbegründer und einziger Präsident der ehemaligen Kleinpartei Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS).

Bearth war Mitglied der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS), für die er auch öffentlich auftrat.Er war Mitbegründer und einziger Präsident der Direktdemokratischen Partei Schweiz.Im Frühling 2013 unterstützte Bearth die rechtsextreme Jobbik im ungarischen Wahlkampf.

Bearth kandidierte bei den Nationalratswahlen am 18. Oktober 2015 für die DPS St. Gallen und erreichte nach dem vorläufigen Wahlergebnis 0,1 % der abgegebenen Stimmen.Im Februar 2016 wollte Bearth bei den Kantonsratswahlen in St. Gallen im Wahlkreis Wil antreten. Seit der Fusion der DPS mit der Partei national orientierter Schweizer 2017 ist Bearth wieder Mitglied der PNOS.

Compact Magazin

Auch das rechtsextreme Compact Magazin ruft dazu auf an der Demonstration am 29.08. teilzunehmen.

Compact ist eine monatlich erscheinende politische Zeitschrift in Deutschland. Chefredakteur ist Jürgen Elsässer, Redaktionssitz ist Berlin. Geschäftsführer der Compact-Magazin GmbH ist der Verleger Kai Homilius. Sitz der Redaktion ist Waldheim, ein Ortsteil der brandenburgischen Stadt Falkensee. Wissenschaftler und Journalisten bewerten die Zeitschrift als verschwörungsideologisches Querfront-Magazin und ordnen sie dem Rechtspopulismus zu.

Seit 2015 präsentiert sich Compact als Sprachrohr der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) und der islamfeindlichen Pegida-Bewegung. Seit März 2020 listet der Bundesverfassungsschutz das Magazin als Verdachtsfall.

Compact und die Identitäre Bewegung (Mario Müller)

Mario Müller ist ein prominentes Gesicht in der deutschen Identitätsbewegung und tritt als einer der wichtigsten Organisatoren rechtsextremer Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus auf. Müller ist Gründer der Kontrakultur Halle, einem Ortsverband der deutschen Identitätsbewegung in der Stadt Halle, dessen umstrittenes Clubhaus laut Christoph D. Richter vom Deutschlandfunk als wichtigstes Projekt der Identitätsbewegung im deutschsprachigen Raum gilt. Das Hallenser Clubhaus soll “eine Art Hipster-Club für die rechte Zundergeneration” sein.

Müller wuchs in Delmenhorst, nahe der Stadt Bremen, auf und war als Jugendlicher in der lokalen Neonazi-Szene aktiv (Aktionsgruppe Delmenhorst), stand aber auch in Verbindung mit den rechtsextremen “Autonomen Nationalisten”, einem Sammelbegriff für Neonazis, die einige Organisationskonzepte der extremen Linken übernommen haben. Bevor Müller nach Sachsen-Anhalt zog, um in Halle Geschichte und Politikwissenschaft zu studieren, war er im Jugendkader der neonazistischen NPD, der “Jungen Nationaldemokraten”, tätig. Derzeit arbeitet er als Journalist für das rechtsextreme Magazin Compact von Jürgen Elsässer.

Compact und Kontrakultur Halle

Kontrakultur Halle (“Gegenkultur Halle”) war eine deutsche Neonazi-Gruppierung, die in der Stadt Halle (Sachsen-Anhalt) aktiv war und sich mit der Identitätsbewegung identifiziert.

Gründer der “Kontrakultur Halle” ist der verurteilte Rechtsextremist Mario Müller, ehemals im Jugendkader der neonazistischen NPD aktiv, der derzeit als Journalist für das rechtsextreme Magazin “Compact” von Jürgen Elsässer arbeitet. KH gehört der “Neuen Rechten” an, die sich in Aussehen und Erscheinung gegen gängige Auffassungen des Neonazismus wendet und hinter verschlossenen Türen die gleichen gewalttätigen Ansichten vertritt.

Der Rechtsextreme Torsten Hahnel stellte in einem Artikel der Belltower News fest, dass etwa zwei Drittel der Mitglieder der Kontrakultur Halle und der IM allgemein aus organisierten neonazistischen Strukturen, vor allem aus der NPD-Jugendorganisation, stammen. “Sowohl die Identitätsbewegung als auch die Kontrakultur sind Anlaufstellen für Menschen aus rechtsextremen und neonazistischen Strukturen, die sich von diesen Szenen strategisch distanzieren wollen”, so Hahnel.

Compact und Phillip Stein (DB)

Philip Stein (geboren 1991 in Fritzlar) ist ein deutscher Verleger und Aktivist der Neuen Rechten, der sowohl der Identitätsbewegung als auch der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) verbunden ist. Er gilt als “ultra-rechter Burschenschafter”, “nationalistischer Stratege” und “rechter Netzwerker”. Stein leitet die ausländerfeindliche Petitions- und Kampagnenplattform “Ein Prozent für unser Land ” und betreibt den Verlag Jungeuropa.

Stein studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Marburg, brach sein Studium jedoch ohne Abschluss ab.6 Während seines Studiums wurde er Mitglied der “Marburger Burschenschaft Germania “7 und wurde in der Folge zu einer bekannten Figur in der deutschen Burschenschafterszene. Derzeit ist er Pressesprecher der “Deutschen Bruderschaft” (Deutsche Bruderschaft).

Stein kann offenbar von seinem rechtsextremen beruflichen Engagement leben. Er leitet die ausländerfeindliche Petitionsplattform “Ein Prozent für unser Land”, ein Projekt, das von einigen der berüchtigtsten Persönlichkeiten der deutschen Neuen Rechten mitbegründet wurde, darunter Götz Kubitschek, Jürgen Elsässer, Herausgeber des rechtsextremen Verschwörermagazins Compact, und Hans-Thomas Tillschneider, Funktionär und ehemaliger Vorsitzender der inzwischen aufgelösten “Patriotischen Plattform”, einer rechtsextremen Fraktion der Partei “Alternative für Deutschland” (AfD).

FSN

Auch das FSN ist ein rechtsextremes Medienportal aus der Oberpfalz mit bundesweiter Wirkung. Es wurde 2006 vom Neonazi Patrick Schröder gegründet und 2012 um den Live-TV-Streaming-Kanal FSN.TV erweitert. 2014 untersagte die Bayerische Landeszentrale für neue Medien den Streaming-Betrieb wegen fehlender Lizenz. Mittlerweile produziert und streamt FSN jedoch wieder Sendungen. Schröder ist seit 2004 NPD-Politiker und in der Szene der Freien Kameradschaften aktiv.

Götz Kubitschek

Auch Höckes Freund Götz Kubitschek ruft in der Sezession auf, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Einer der führenden Köpfe der „Neuen Rechten“, Götz Kubitscheck, ruft über die von ihm herausgegebenen Zeitschrift, „Sezession“, ebenfalls zur nötigen Teilnahme an der Demonstration in Berlin auf.  Das Netzwerk um seinen „Verlag Antaios“ und das von ihm mit gegründete “Institut für Staatspolitik” in Schnellroda gilt als einflussreicher ideologischer Akteur innerhalb der „Neuen Rechten“ und nimmt auch Einfluss auf die „AfD“.

 

Aufruf von Kubitschek in der Sezession

 

Scientology

Im Nachgang zu #b0108 kam das Thema Scientology auf. Ob Scientology nahe Gruppen, auch beteiligt sind kann aktuell nicht genau gesagt werden, aber zumindest sollte man die Augen offen halten.

Quellenverzeichnis

Identitäre Bewegung / Kontrakultur Halle

Philip Stein und das Compact Magazin

Anastasia-Bewegung

Netzwerk Nerling/ Guthmannshausen

Ignaz Bearth

Artikelbild: Screenshots facebook.com/twitter.com

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