Enthüllt: Soko Chemnitz ist in Wahrheit eine Falle für Rechtsextreme gewesen!

ReingefalleN!

Am Montag startete die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ (ZpS) vermeintlich den Aufruf, TeilnehmerInnen der rechtsextremen Demos in Chemnitz Ende August öffentlich zu machen. Und bei ihren Arbeitgebern zu melden. (Wir berichteten) Als ich gestern eine lange Liste an Fällen aufgezählt habe, in der Rechte selbst öffentliche Fahndungen und Anprangerungen erstellt haben (Artikel hier), um deren Heuchelei in der Kritik an der Aktion aufzuzeigen, hat sich jetzt meine dort formulierte Vermutung bestätigt.

Natürlich war das Ganze nicht wirklich ein Aufruf, Rechtsextreme zu „verpetzen“. Selbstverständlich machten sie das nicht wirklich. Das ist eine Künstlergruppe, deren Aktionen nie das waren, was sie zunächst behaupteten zu sein. Eine Aktion, die mit Crowdfunding eine Brücke als Fluchtweg über das Mittelmeer errichten sollte, war lediglich Satire. Auch die vermeintliche Überwachung des Hauses von AfD-Mann Höcke war letztlich inszeniert.



Honey Pot für Rechte

Ziel der Aktion war natürlich, Aufmerksamkeit zu erregen. In meinem Artikel vermutete ich Kritik an den Behörden, die wenig bis gar kein Interesse zeigten, staatsgefährdende Akteure der rechtsextremen Szene zu belangen, oder Straftaten zu verfolgen. Oder Satire auf die privaten Anprangerungen der Rechten, wie auch das Meldeportal der AfD für LehrerInnen.

Wie die Gruppe auf ihrer Seite auflöst, war aber das eigentliche Ziel, Empörung und Angst bei den Rechtsextremen zu wecken. Die AfD, die rechtsextreme Gruppe Pro Chemnitz und andere Gruppierungen echauffierten sich. Sie drohten mit juristischen Folgen für die Gruppe, viele andere sendeten Mord- und Gewaltdrohungen. (Quelle)

Rechte haben sich selbst „geoutet“

Warum sollten sie sich empören? Damit sie selbst auf der Seite nachschauen, ob sie oder ihre Freunde „enttarnt“ wurden. Und damit unfreiwillig die Datenbank mit ihren eigenen Namen füllten! Wie die Gruppe mitteilt, haben sie die eingegebenen Daten gespeichert und gesammelt. Und daraus Profile erstellt, da die Rechtsextremen im Schnitt neben sich selbst noch 6 Freunde gesucht hatten.

Dadurch erstellten sie eine Liste mit überwiegend Rechtsextremen und wie diese miteinander verknüpft sind. Heraus kam eine Netzwerkanalyse und Datenvisualisierung. Jetzt will die Gruppe die Daten genauer auswählen und Eingaben von nicht-rechtsextremen Namen herausfiltern.

Also haben sie die Rechtsextremen reingelegt und sie dazu verlockt, selbst freiwillig alle Daten auszuhändigen! Was wollen sie jetzt damit machen? Laut eigener Angabe könnte das ZpS diese Daten dann an den Verfassungsschutz weiterleiten. Die Kritik daran ist, dass eine private Gruppe KünstlerInnen in drei Tagen mehr Daten über die rechtsextreme Szene sammeln konnte als der Verfassungsschutz in drei Monaten. Über 2,5 Millionen Besucher zählte die Seite.

Sie wären froh, wenn ihre Daten beschlagnahmt werden

Falls die Polizei wieder plötzlich so schnell reagiert wie Montag und die Daten der Gruppe beschlagnahmt, sind sie darauf vorbereitet. Nicht nur wurden die Daten bereits anderswo gesichert, wie uns mitgeteilt wurde. Auch wäre die ZpS regelrecht froh, wenn man ihre Daten beschlagnahmt. Dann könnte die Polizei nicht mehr behaupten, sie wüsste nicht genug über die rechtsextreme Szene.

Und jetzt? Die Gruppe hat Medien, Rechte und Sicherheitsbehörden gehörig an der Nase herumgeführt. Sie hat eine wichtige Debatte über den Rechtsextremismus in Deutschland angestoßen und aufgezeigt, dass dieser von Behörden und Medien viel zu sehr ignoriert wird. Stichwort ist hier die „Hannibal“-Recherche der taz, die ein großes rechtsextremes Untergrundnetzwerk in Polizei und Verfassungsschutz aufdeckte – und für die sich anscheinend kaum jemand interessiert. (Unser Bericht dazu) Wir berichten über die weiteren Entwicklungen!

Artikelbild: Screenshot https://soko-chemnitz.de

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