Fake über #FridaysForFuture: Rechten Hetzern drohen jetzt Anzeigen & Geldstrafen

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zu früh gehetzt

Bundesweit sind am Freitag über 300.000 Schüler*innen bei #FridaysForFuture auf die Straße gegangen, um für die Rettung des Klimas zu demonstrieren. Wie wir gestern berichteten (Hier) wurden bald schon rechte Fakes über die Demo verbreitet, um die Schüler*innen zu diskreditieren. So verbreitete unter anderem die AfD diese Bildfälschung, die angebliche Plakate der #FridaysForFuture Demo zeigen soll:

Screenshot (Post inzwischen gelöscht).

Die Fälschung kann man noch (Hier) finden. Das Originalbild erschien unter anderem in der Märkischen Allgemeinen (Hier). Der AfD Kreisverband, der bereits in der Vergangenheit Fälschungen verbreitete (Quelle), hat den Beitrag inzwischen wieder gelöscht. Die Nachfrage der MAZ, warum man die offensichtliche Fälschung überhaupt erst teilte, ließ die AfD unbeantwortet (Quelle).



Fake eines vorbestraften hetzers

Beim Profil, das den Fake geteilt hat, handelt es sich eindeutig um ein rechtes Troll-Profil. Er postete die Fälschung bewusst mehrmals, auch heute wieder, und kommentierte Hinweise darauf, dass es sich um einen Fake handelte mit einem Lach-Smiley. Andere Beiträge enthielten Slogans wie „Merkel muss weg“ oder dem AfD-Logo. Die fast unleserliche Signatur der Fälschung liest sich: „In Satira by Uwe Ostertag“. Ostertag ist ein Troll, über den wir schon mehrfach berichteten (Quelle), er tut so, als seien seine Fakes „Satire“, was offensichtlich nicht der Fall ist (Mehr dazu). Allein schon, wenn man den angeblichen Pseudo-Satire-Hinweis derart versteckt.

Ostertag wurde deshalb in der Vergangenheit auch zu 22 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt. Nicht nur das, als die Polizei ihn aufsuchte, weil er sich weigerte, eine Geldstrafe wegen Volksverhetzung zu zahlen, bedrohte er die Beamten mit einem Messer und verletzte einen damit (Quelle). Nur um einmal Kontext dafür zu bekommen, was das für Menschen sind, die diese Lügen erstellen und verbreiten.

Jetzt drohen rechtliche Konsequenzen

Die „Märkische Allgemeine Zeitung“ und der Journalist Jan Russezki, deren Foto für die Fälschung verwendet wurde, behalten sich laut eigener Aussage (Quelle) rechtliche Schritte vor. „Wir können nur unsere Bildrechte geltend machen“, sagt Martin Schlaak, Justiziar der Zeitung. „Die unberechtigte Weiterverbreitung würde untersagt, sobald eine Zustellungsadresse eines Anspruchsgegners vorliege“.

Schlaak weiter: „Die Abgebildeten können in jedem Fall dagegen vorgehen. Sie sind gut zu erkennen und werden mit dem Text diffamiert“. Demnach hätten die SchülerInnen gute Erfolgsaussichten, da man sie gut erkenne und es sich um Diffamierung handele. Dann drohen nicht nur dem Ersteller, sondern allen, die es geteilt haben sogar Geldstrafen, neben einer Unterlassungsklage. Hetze ist eben nicht folgenlos.

Einer der betroffenen Schüler ist auch empört: „Meine Meinung wird damit manipuliert und die Leute, die nicht wissen, was wir dort gemacht haben, denken, dass wir irgendeinen Schnulz verbreiten wollen“, sagte Edwin (ganz rechts) der MAZ. Auch den Kommentar der AfD, der die Jugendlichen als „verblödet“ bezeichnet, empfindet der 16-Jähre als „Frechheit“. Doch es zeigt ihm: Die #FridaysForFuture-Demos müssen wohl Wirkung zeigen. „Ich werde mich davon auf keinen Fall beeinflussen lassen“ – Selbst wenn die AfD ein Problem damit hat.

Artikelbild: Jan Russezki, Screenshot facebook.com

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