Querdenker am Ende – sind verzweifelt, werfen hin, suchen neue Jobs

| Social Media | 21. Oktober 2021

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Querdenken geht immer weiter zu Grunde

Die extremistische „Querdenken“-Bewegung scheint sich in den letzten Auflösungserscheinungen zu befinden. Die Bewegung, die schon immer Rechtsextremist:innen tolerierte und auf Fake News und Verschwörungsmythen basierte, war von Anfang an dem Untergang geweiht, doch das Chaos und die Unsicherheiten der Pandemie sorgten für genug Auftrieb. Das ist vorbei, nachdem Deutschland im internationalen Vergleich betrachtet gut durch die Pandemie kam und glücklicherweise schnell sichere und wirksame Impfstoffe entwickelt wurden. Auch die Panikmache über Impfungen ist verpufft, nachdem Milliarden Menschen weltweit jetzt bequem und sicher vor der Pandemie sind. Untergangsszenarien wie das vom „Massensterben“ sind völlig ausgeblieben.

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Nachdem die Pandemie fast nur noch ein Problem von Ungeimpften ist (mehr dazu) und die sich ohnehin schon in der Minderheit befindende „Querdenken“-Bewegung weiter schrumpft, macht sich das bemerkbar. Kanäle der größten Extremist:innen wie Hildmann wurden gelöscht, einige flohen ins Ausland. Untereinander herrschen Streit und Anschuldigungen.

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Andere, die offenbar viele Spendengelder gesammelt haben, sind regelrecht untergetaucht. Auf die könnten auch noch heftige Prozesse wegen Betruges zukommen.

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Inzwischen geht es weiter bergab. Die Bewegung schrumpft unaufhaltsam. Der Bedarf nach Lügen und Verschwörungsmythen nimmt ab. Telegram ist vom Wut- und Hetzmedium zu einem Heul-Medium geworden, könnte man meinen, wenn man dieser Tage so einige Posts sieht.

„Bitte Leute. Ich brauche einfach nur einen Job!“

Die verbliebenen Stimmen in den Kanälen klagen sich gegenseitig ihr Leid. Alle Freunde seien geimpft, niemand höre auf die Lügenmärchen der Querdenker:innen. Natürlich sind alle anderen „dumm“ und „verstehen“ es „gar nicht mehr“. Wenn einem ganz viele Geisterfahrer entgegen kommen…

Sie erkennen, dass sie in einer kleinen Blase leben, niemanden erreichen und es ihnen schwer fällt, ihren sinnlosen Kampf gegen die Realität weiter zu führen.

„Ich weiß keinen Rat.“ Viel zu viele (in deren Augen) seien geimpft. Es ist fast schon traurig, wenn man kurz vergisst, dass das eine radikale, hasszerfressene und Lügen streuende Bande aus Extremist:innen ist.

Wer nicht aussteigt und aufgibt, der radikalisiert sich weiter. Viele deuten schon an, dass ein „Kampf“ erforderlich wäre.

Aus solchen Einstellungen wächst die Verzweiflung und die Radikalität, mit der dann auch mal ein Tankstellenangestellter erschossen wird, um „ein Zeichen zu setzen“. Bei aller Schadenfreude über diese Extremist:innen darf man nicht vergessen, dass diese Wahnwelt im schlimmsten Fall zu Mord führen kann. Und die wenigen Verbliebenen radikalisieren sich weiter.

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Sie geben auf und machen Pause

Auch große Querdenken-Namen sind dabei. Die bekannte Querdenkerin Eva Rosen postet resigniert, dass ihr niemand die Konsequenzen gesagt hat, wenn sie alles für eine derart wahnhafte Bewegung hinwirft. Und sucht jetzt offenbar dringend einen Job. In einer Sprachnachricht sagt sie anscheinend: „Ich möchte einfach wieder arbeiten und die schrecklichen traumatischen Ereignisse der letzten Monate verarbeiten können. Ich habe mich oft gefragt, ob meine Entscheidungen falsch waren gegen das Unrecht auf. stehen.“ Sie beantwortet die Frage zwar mit „Nein“, aber stellt fest, dass sie ziemlich alleine da steht.

Auch Querdenker Bodo Schiffmann, der wieder nach Tansania gereist ist (womöglich, um Ermittlungen wegen Betrugs zu entkommen? mehr dazu), macht „Pause“, weil die Teilnehmerzahlen der Demos so gering sind. Ihm bleibt nur noch beten.

Andere, kleinere Querdenken-Kanäle hören auch gleich ganz auf. Sie haben „Federn gelassen“, während es der großen Mehrheit der vernünftigen Deutschen „bestens erging“. Nun gut, wir würden nicht „bestens“ sagen, denn nicht zuletzt auch wegen Querdenken-Narrativen gab es unnötig lasche und langwierige Maßnahmen, vermeidbare Ansteckungen und die Impfquote ist niedriger als sie hätte sein können.

Auch einer der Querdenker-Anwälte erklärt, immer weniger ihrer Pseudo-Verfahren zu führen, weil sie merken, dass es einfach sinnlose Zeitverschwendung ist und die Aussichten auf Erfolg gering sind.

 

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Fazit: Querdenken am Ende

Die Bewegung ist am Ende, das ist offensichtlich. Die Gründe sind vielfältig, aber darüber haben wir die letzten 1,5 Jahre auch pausenlos berichtet. Es ist aber nicht nur Grund zur Schadenfreude, denn der letzte, verbliebene Rest kann sich weiter radikalisieren. Und kann zu schrecklichen Morden wie in Idar-Oberstein führen. Der Hass und der Wahn sind nicht verschwunden. Einige wechseln auch in benachbarte „Lager“ und gehen zu Rechtsextremist:innen und/oder Klimawandelleugner:innen. Dennoch ist der Niedergang von Querdenken eine erfreuliche Entwicklung.

Artikelbild: Prostock-studio

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