Rechter Shitstorm: Eklige Hetze gegen WDR-Journalist Georg Restle

| Social Media | 22. Juli 2021

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Wie Georg Restle durch einen Tweet zur erneuten Zielscheibe der Rechten wurde

Georg Restle ist bekannt als Moderator des ARD-Politmagazins „Monitor“, aber auch als regelmäßiger Kommentator der Tagesthemen. Ende April kommentierte er beispielsweise die Aktion #allesdichtmachen, zu der wir auch schon ausführlich berichteten (Quelle). Er vertrat die Meinung, dass wir aus so einer Aktion lernen sollten: „(…) Dass dieses plumpe Schwarz/Weiß-Denken endlich aufhört, mit dem wir uns reflexartig gegenseitig in Ecken treiben, aus denen dann keiner mehr rauskommt.“ (Link)

Konstruktiver Journalismus

Restle vertritt in seinen Beiträgen keine radikalen Positionen, sondern versucht stets konstruktiven Journalismus zu betreiben – für viele Menschen ist er dennoch zu radikal. So kassiert er immer wieder Attacken von rechten und querdenkenden Menschen, nie jedoch von der Mitte oder links, obwohl er auch an sie appelliert, verbal abzurüsten und auch mal „grau“ zuzulassen. Am 20. Juli postete Georg Restle folgenden Tweet:

Was darauf folgte, war heftiger als alle bisher da gewesenen Attacken auf ihn. Es hieß dort unter anderem, er solle „sich beenden“, wird als Mensch von der „Resterampe“ oder „peinliches Würstchen“ bezeichnet und man wünscht ihm mehrfach den Tod. Oftmals in Form von sogenannten DrüKos (Drüber-Kommentaren). Ein technischer Kniff, da die Autor:innen von Tweets zwar die DruKos (Drunter-Kommentare) ausblenden können, bei DrüKos geht dies aber nicht. Auch das Blocken der Accounts hilft nicht, da der zitierte Retweet dennoch stehen bleibt.

Hass und Hetze der widerlichsten Art

Häufig erfolgen die Hetze und die strafbaren Beleidigungen von Accounts, welche das Schema „Vorname plus lange Zahlenreihe“ aufweisen und bereits vor 5-10 Jahren angelegt wurden, aber in der Vergangenheit nur wenig Interaktionen aufwiesen. Es gibt zwar auch Drunter-Kommentare von AfD-Abgeordneten, diese jedoch in einem verbal halbwegs gemäßigten Ton. Eine kleine Auswahl widerwärtiger Kommentare zu ihm folgt hier (Triggerwarnung!):

(Alle Screenshots Quelle: twitter)

„Querdenker“ missbrauchen Flutkatastrophe

Georg Restle wird auch Scheinheiligkeit und Doppelmoral vorgeworfen: Er selbst würde sicher nie zuvor eine Gesinnungsprüfung machen, wenn es um sein Überleben geht. Doch davon spricht Restle auch gar nicht. Er bezieht sich auf die aktuellen Erkenntnisse der Katastrophengebiete, dessen Berichte mittlerweile zuhauf vorliegen.

Querdenker instrumentalisieren Flut: Sie kassieren ab, verhöhnen Flutopfer & verbreiten Lügen

Der Hashtag #KatastrophenTerroristen war zeitweilig auf Platz 1 der Twitter-Trends, Augenzeugenberichte von Menschen vor Ort bestätigen die Instrumentalisierung von rechts ebenfalls, wie dieser Twitter-Thread zeigt:

Auch die Polizei Koblenz bestätigt, dass die Einsatzfahrzeuge aufgrund zugeparkter Zufahrten kaum noch zu den Einsatzstellen durchkommen:

Rechte Cancel Culture

Wenn Georg Restle also davon spricht, dass Rechtsextreme und „Querdenker“ vor Ort die Arbeit der ausgebildeten Helfer:innen blockieren, dann hat er nun einfach mal Recht. (Extreme) Rechte, die daraus einen Shitstorm basteln, wollen einfach nur unliebsame Wahrheiten mundtot machen. Und betreiben genau jene „Cancel Culture“, die sie sonst vermeintlich beklagen.

Ken Jebsen & Trump: Was wirklich hinter Cancel Culture steckt – und wann sie sinnvoll ist

Artikelbild: Henning Kaiser/dpa

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