Anwalt: Quatsch-Klage von Fuellmich gegen Drosten ist völlig aussichtslos & nur “PR-Aktion”

| Videos | 18. Dezember 2020

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Anwalt enttarnt Fuellmich-Klagedrohung als “PR-Aktion”

Pandemie-Leugner Fuellmich inszeniert sich derzeit prominent in der realitätsfernen Szene der Pandemie-Leugner:innen als Star-Anwalt gegen Regierung, Wissenschaft und alle, die die Fantasiewelt der “Querdenker” und Co widerlegen. Von so ziemlich der gesamten deutschen Presselandschaft, die die Quatsch-Aussagen Wodargs zur Pandemie widerlegt hat, wollte Fuellmich ausgerechnet uns kleinen Blog mit einer extrem dubiosen Argumentation verklagen, um darin irgendwie die zuverlässigen PCR-Tests zu diffamieren. Wir hielten das damals bereits für einen PR-Stunt und fast einen Monat später haben wir noch nichts offiziell von der angeblichen Klage gehört.

Klage! Sie machen ernst: Fuellmich will sich wohl vor Gericht gegen uns blamieren

Fuellmich scheint derweil zum nächsten PR-Stunt übergegangen zu sein: Jetzt möchte er im Namen einer Karaoke-Bar den weltweit angesehenen Corona-Experten Dr. Drosten auf Schadensersatz verklagen. Die Argumentation ist nicht neu: Bereits im Sommer sammelte Fuellmich Geld für eine “Corona-Sammelklage”, die er in den USA einreichen wollte, um unter anderem von Drosten Schadensersatz einzuklagen. Wer sich fragt, warum ein Gericht in den USA überhaupt anhören sollte, ob der Deutsche Drosten durch seine Beratung der Bundesregierung anderen Deutschen Schaden zugefügt hätte, stellt bereits die richtigen Fragen: Es scheint sich um eine weitere Quatsch-Klage nur zu PR-Zwecken zu handeln. Bis heute ist nicht bekannt, ob daraus überhaupt irgendetwas geworden ist. Mehr dazu:

Quatsch-Corona-Sammelklage: Werden naive “Querdenker” einfach abgezockt?

Anwalt Jun analysiert nächste Quatsch-Klagedrohung von Fuellmich

Anwalt Jun, der derzeit regelmäßig das “Quatsch-Jura” der Pandemie-Leugner:innen analysiert, hat sich auch die Schadensersatzforderung der Karaoke-Bar gegen Drosten angeschaut. Er stellt gleich zu Beginn richtig fest, dass die realitätsfernen Pandemie-Leugner:innen sich aufgrund ihres geschlossenen Weltbildes von der Analyse nicht überzeugen lassen werden und alle vernünftigen Menschen sowieso sehen, dass es eine juristisch nicht haltbare Quatsch-Klage ist. Dennoch erklärt er die Argumentation von Fuellmich und warum sie völlig aussichtsl0s ist.

Fuellmich und eine „Green Mango GmbH“ (eine Karaoke-Bar in Berlin) beklagen die „grob unverhältnismäßigen […] Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie“ und den dadurch entstandenen „erheblichen Schaden“. Weiter heißt es: „Für diesen Schaden sind Sie persönlich verantwortlich.“ Fuellmich fordert im Namen der Karaoke-Bar von Drosten, seinen „fehlerhaften Beitrag zur Politikberatung im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise richtigzustellen sowie unserer Mandantin den bereits entstandenen Schaden zu ersetzen“.

Anwalt Jun stellt dazu fest: “Die Argumente sehen aus wie Jura, klingen wie Jura, aber sie sind Quatsch.” Denn damit die Klage auch nur einen Ansatz an Erfolg haben könnte, müsste ein staatliches Gericht feststellen, dass die gesamte Pandemie nur Fake und inszeniert sei. Das mögen vielleicht wirre Querdenker:innen glauben, aber hier in der Realität machen wir nicht Lockdown nur zum Spaß. Auch die tausenden Toten in den letzten Tagen sterben nicht einfach nur aus Fake.

“Selbst der Kläger wird aber nicht so verrückt sein, die Klage einzureichen”

Zuerst stellt Jun fest, dass die juristische Argumentation von Fuellmich völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Die Klagenden müssten nämlich nachweisen, dass Drosten & Co. wissentlich und vorsätzlich Corona und die ganze Pandemie erfunden hätten beziehungsweise genau gewusst haben müssen, dass PCR-Tests Corona nicht nachweisen würden oder derartiger Unsinn. Sobald das nicht nachgewiesen werden könnte, ist die Klage tot. Und hier in der realen Welt ist allen klar, dass Drosten sich Corona nicht ausgedacht, sondern alle seriösen Expert:innen der ganzen Welt und unzählige Studien auf seiner Seite hat.

Denn selbst wenn wir in einem Jahr feststellen sollten, dass alles nicht so schlimm gewesen sei, haben alle jetzt nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und daraus kann man ihnen keinen juristischen Strick drehen. Jun ist überzeugt, dass die Abmahnung ein reines “Schauspiel” ist, womöglich, damit Fuellmich im Gespräch bleibt und möglicherweise Spenden einsammelt. Der Kläger müsste “verrückt sein”, diese Klage wirklich einzureichen: Drosten könnte nämlich sofort eine negative Feststellungswiderklage mit Millionenstreitwert erheben. “Der PR-Gag kostet dann 43.389,80 EUR. Der Querdenken-Anwalt hatte zwar versucht, das Risiko mit einer Teilforderung von 50.000 EUR zu begrenzen, dabei aber nicht daran gedacht, die Forderung zu begrenzen.”

Wieder mal scheint hinter den groß inszenierten Ankündigungen der Pandemie-Leugner:innen nur heiße Luft zu stecken. Nicht nur wissenschaftlich, sondern auch juristisch. Es wäre nicht das erste Mal.

Mehr dazu:

Wie Querdenken aus Versehen argumentiert, dass Covid 10-mal tödlicher ist

Artikelbild: Christophe Gateau/dpa / Screenshot Youtube

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