Attila Hildmann erwischt, wie er ein BILD-Interview mit sich gefaked hat

| Aktuelles | 5. Juli 2020

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Hildmann belügt seine Fans

Die Masche des Verschwörungsideologen Attila Hildmann ist den meisten inzwischen bekannt, die antisemitischen Märchen, das rechtsextreme Vokabular und die verschwörungsideologischen Mythen sind gut belegt und widerlegt. Auch der Staatsschutz ermittelt bereits gegen den ehemaligen veganen Kochbuchautor:

Wir haben die Antwort von Verschwörungsideologe Attila Hildmann auf Rezo zerlegt

„Jüdische Weltverschwörung“: Attila Hildmann verbreitet antisemitische Aussagen

Jetzt prüft der Staatsschutz: Wie rechtsextrem ist Attila Hildmann?

Erst gestern postete der Verschwörungsideologe nicht nur eine Reichskriegsflagge, sondern auch den Text der ersten Strophe des Deutschlandliedes.

Der Verschwörungsideologe wurde jetzt wieder einmal bei einer dreisten Lüge erwischt: In seinem Telegram-Kanal postete er den Link zu einem Artikel, der behauptete, ein „BILD-Interview“ mit Attila Hildmann zu sein. Er forderte seine Fans auf, dieses vermeintliche Interview überall zu teilen.

In dem Fake-Interview, das Hildmann wohl selbst geschrieben haben muss, darf er sich und seine Lügenmärchen unkritisch präsentieren. Er wiederholte darin viele direkte Lügen, Merkel war beispielsweise nie Stasi-Mitarbeiterin (mehr dazu). Auch inszenierte er sich als Opfer und sprach ohne jeglichen Beleg von Drohungen und Anrufen.

Fake-Seite ist offline

Dass das Interview ein Fake ist, dafür gibt es unzählige Belege: Bereits beim Besuch auf der Website sah man, dass es sich nicht um die offizielle „BILD“ URL handelt, sondern um einen selbstgemachten WordPress-Blog.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels ist darüber hinaus das Fake-Interview mit Attila Hildmann schon wieder offline – ebenso wie die ganze Fake-Seite.

Auf der echten BILD-Seite hingegen findet sich kein Interview. Kleine ironische Randbemerkung: Ausgerechnet gestern wurde auch die BILD selbst dabei erwischt, ein Interview gefälscht zu haben.

Eigentor für Hildmann

Attila Hildmann behauptet, die angeblichen Drohungen seien der Beweis, dass seine nachgewiesenen Lügen und seine antisemitischen Märchen wahr sein müssten. Umgekehrt muss man allerdings fragen: Wie seriös können die Behauptungen des Verschwörungsideologen „Ich hinterfrage und recherchiere alles“ Hildmann schon sein, der ein Interview auf einer Fake-Seite inszeniert haben muss und seine Anhänger*innen so bewusst hinters Licht führt? Wenn er darüber lügt, dass er ein Interview mit der BILD geführt habe, kann man dann irgendetwas glauben, was dieser Mann behauptet?

Zum Thema:

Teile diese Anleitung, um zu verbreiten, wie man Aluhüte wie Hildmann & Co anzeigt

Artikelbild: dpa-Zentralbild/dpa, Screenshot telegram.com

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