Wie helfen? So könnt ihr euren Beitrag in der Coronakrise leisten

| Kommentar | 23. März 2020

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Wie andere helfen und was du tun kannst

Corona lässt uns nicht los, unsere Gewohnheiten ändern sich nur ganz langsam, viel zu langsam. Unsere Freund*innen aus Italien scheinen uns erfolglos zu warnen:

Virales Video zur Coronakrise aus Italien: Emotionale Warnung an uns!

Manche Parks sind immer noch voll, die Menschen bei Ermahnung uneinsichtig, wir drängeln uns immer noch in Züge, so wie ich es vorgestern am eigenen Leib am Frankfurter Flughafenbahnhof erleben musste.

Quelle: Marcello Orlik

Manche treffen sich immer noch in größeren Gruppen, genießen das schöne Wetter, horten mehr Toilettenpapier und Desinfektionsmittel, als wir in Jahren verbrauchen könnten (mehr dazu). Ja, auch ich bin kein großer Fan von Regeln, auch ich rebelliere gerne. Aber hier geht es um Leben und Tod, da hört der Spaß dann einfach auf, bitte werdet endlich vernünftig und nehmt die Lage ernst. Wir können hier nur noch einmal unseren Appell wiederholen. Bleibt bitte endlich zuhause, wenn es bei euch irgendwie geht. Es betrifft uns absolut alle, ausnahmslos jede*n von uns:

Ihr wollt keine Ausgangssperren? Dann bleibt gefälligst freiwillig zu Hause!

Was Geschäfte & Lieferdienste machen

Selbst kleine Geschäfte, gar nicht so präsent im Weltgeschehen, haben den Ernst der Lage erkannt.

Quelle: Marcello Orlik

Lieferdienste haben bei mir auf kontaktlose Lieferung umgestellt, auch Zahlung sollte so kontaktlos wie möglich über die Bühne gebracht werden. Nutzt auch euer Smartphone zum Bezahlen, ihr könnt euch die unhygienische PIN-Eingabe an der Kasse oder am Geldautomaten oft sparen. Lieferung in Zeiten von Corona: „Ich stell dir deine Lieferung in den Aufzug und schicke ihn hoch. Bleib‘ gesund!“ Irgendwann werde ich das gesammelte Trinkgeld meinen tapferen Lieferant*innen übergeben.

Quelle: Marcello Orlik

In der Zwischenzeit darf auch jede*r Fahrer*in gerne den persönlichen paypal.me-Link irgendwo vermerken. Ich weiß ja, welche Rolle Trinkgeld in dieser hart umkämpften Branche spielt, das wird schon extrem schmerzen.
Eine schwangere Kellnerin, deren Restaurant in Berlin sie freistellte, während ich letzte Woche noch dort aß, hat jetzt beispielsweise sehr reale Existenzängste, da das Kurzarbeitsgeld vorne und hinten nicht reichen wird, um die Kosten ihrer kleinen Familie nach dem nötigen Umzug in eine neue Wohnung zu decken.

UNGLAUBLICHE SOLIDARITÄT

Ein längst vergessenes Zauberwort erlebt eine unerwartete Renaissance: „Solidarität“. Menschen halten zusammen, um diese schwere Zeit zu überstehen. Menschen helfen, Menschen unterstützen, Menschen sind Menschen.
Ich möchte euch einmal Beispiele aufzählen, die ich einen guten und starken Hinweis darauf geben, woran ihr dies heutzutage wirklich festmachen könnt. Folgende Initiativen haben mich bisher in der Coronakrise besonders stark beeindruckt.

#hsbestrong Mit ihnen ging alles los, der Kreis Heinsberg war als erstes und am heftigsten betroffen, es wurde und wird sich schnell organisiert und vorbildlich und nachbarschaftlich schnell geholfen, wo es nötig war und ist:

Link

#4330 hilft Eine Idee engagierter Admins und Helfer*innen einer großen lokalen Mülheimer Facebookgruppe, die im Ruhrgebiet vorbildlich agiert, Telefonservice anbietet und jegliche Hilfe organisiert, die benötigt wird.
Selbst Dolmetscher sind im umfangreichen Hilfsangebot vermittelbar.

Link

Nicht nur im Ruhrgebiet ist man solidarisch, es gibt wahnsinnig viele tolle Aktionsgruppen, auch in Südhessen wird hier volles Engagement gelebt. Eine Gruppe in Obertshausen bei Hanau ragt hier besonders hervor.
Es werden Übersichten über Bestellmöglichkeiten gegeben, es werden Einkaufshilfen organisiert und es wird darauf geachtet, dass niemand in der aktuellen Situation mit seinen akuten Themen alleine gelassen wird. „Obertshausen hilft“ findet ihr unter diesem Link.

Kunst & Nachbarschaftshilfe

Auch deutschlandweit gibt es Künstler*innen, die im Moment besonders unter realen Existenzängsten leiden, sie geben dennoch künstlerisch alles, um andere und sich selbst aufzumuntern.

Der Quarantänesong!!

Wir sind ein Zusammenschluss aus Künstlern aller Gewerke, gegründet von der Schauspielerin und Kabarettistin Christina Baumer. Die Coronakrise betrifft uns alle. Um die Stimmung hochzuhalten, sind wir ab sofort auf allen Kanälen für euch da. Folgt uns auch auf YouTube, Instagram und Twitter 🙂 Idee, Produktion: Christina Baumer Gesang: Viktoria Lein Arrangement, Text, Musikproduktion: Martin Gerke Schnitt: Francesco Oldenbourg Titelbild: Tamara Skudies

Gepostet von Quarantänekunst am Donnerstag, 19. März 2020

Auch Bielefeld zeigt sich solidarisch, insbesondere im Fall der Eventlocation Lokschuppen: Da im Moment keine Events stattfinden, verlieh man benötigte Stühle, räumte seine Läger an Hygieneartiken und ist ebenfalls in der Nachbarschaftshilfe sehr aktiv, die über eine TelegramGruppe organisiert ist.

+++ Bielefeld solidarisch gegen Corona -Telegramgruppe+++Wie in vielen anderen Städten formieren sich gerade auch in…

Gepostet von Lokschuppen Bielefeld am Mittwoch, 18. März 2020

Berlin-Friedrichshain hilft sich im Kleinen ebenfalls mit Sammlungen für Bedürftige.

Woanders werden rein privater Natur waschbare Baumwollschutzmasken genäht, die zwar keiner Norm entsprechen, aber trotzdem einen gewissen Schutz gewährleisten können. Tolle Aktion.

Liebe Menschen wie Cat Renaline trotzen Klischees und unterstützen ihr Umfeld, wo sie es können, durchaus auch finanziell, dies macht großen Mut und mich ein bisschen stolz auf unsere Gesellschaft.

Liebe Beamte (und natürlich auch alle anderen, die eine definitiv gesicherte Bezahlung haben und keine Angst vor…

Gepostet von Cat Renaline am Mittwoch, 18. März 2020

Auch konkurrierende Jugendorganisationen aus dem demokratischen Spektrum von Junge Union bis zu Linksjugend vergessen temporär ihre Diversität und Konkurrenz und helfen gemeinsam, wo Hilfe gebraucht wird (Mehr dazu).

Und dann gehen wir einmal in den professionellen Bereich der Wirtschaft und des Sports:

Trigema und Wolfgang Grupp sind, spätestens durch die umstrittenen Spots mit den Affen und seinen eindringlichen Kampf gegen die AfD, sicherlich ein Begriff. Bei Trigema stellt man nun spontan die Produktion auf Masken um, die nach Dringlichkeit und Bedürftigkeit ausgeliefert werden (mehr dazu).

Es entwickeln sich absolut neue spannende Kooperationen zwischen Großkonzernen, die man nicht unbedingt für möglich gehalten hätte, die aber Menschen in Arbeit halten sollen. So von McDonald’s und ALDI. Auch hier: Chapeau (Quelle).

Die Fussball-Bundesligaprofis von Borussia Mönchengladbach preschten in Europa hervor, mittlerweile werden wohl einige folgen. Um den Verein und die Jobs der Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle zu sichern, schlugen sie vor, auf einen Teil ihrer Gehälter zu verzichten und machen dies nun. Das Management folgte ebenfalls, alle ziehen an einem Strang für die gemeinsame Sache, für den Erhalt des Vereins. Und da Fußball halt nicht das Leben ist, folgen jetzt viele Fans ihrem solidarischen Beispiel, die auf Rückerstattung von Karten verzichten, obwohl Spiele ausgefallen sind und weiter ausfallen werden (Quelle). Sportdirektor Max Eberl dazu:

Gesundheit und Menschlichkeit

Danken wir den Menschen, die den Laden (wie unsere Kanzlerin sagte) „am Laufen halten“, wie z. B.

Danken wir dem hart arbeitenden Einzelhandel, den Menschen für unsere Ver- und Entsorgung und allen, die sonst professionell oder ehrenamtlich dabei sind, einfach „nur“ solidarisch sind, obwohl sie selber wahrscheinlich Existenzängste umtreiben wie z. B. dieser Kinobetreiberin in Neuwied.

Seid kreativ, bringt euch ein, zusammen schaffen wir auch diese Krise bestmöglich. Nehmt euch ein Beispiel, manchmal sind Lösungen so einfach und in diesen Zeiten halt auch mal etwas unbürokratischer als sonst lösbar.
Diese Aktion ist der absolute kreative Wahnsinn und wird garantiert Leben retten:

[Updating] Italian hospital saves Covid-19 patients lives by 3D printing valves for reanimation devices

UND VERGESST BITTE NICHT

Im Moment kümmern wir uns, menschlich nachvollziehbar, sehr um uns, und das, was uns nah ist die Corona-Pandemie innerhalb unserer europäischen Grenzen. Bitte vergesst aber auch nicht die Menschen außerhalb  Europas. Auch sie leiden, leiden oft natürlich mehr als wir, sie leiden aber auch unter der Pandemie. Bitte vergesst sie nicht und helft auch dort, wenn irgendwie möglich, so wie Erik Marquardt dies vor Ort tut. Sie können nicht alles selbst lösen und haben eine ungewisse Zukunft wie sie ungewisser nicht sein könnte. Auch sie zeigen uns Solidarität auf einem extrem Level. #LeaveNoOneBehind

Wir berichteten schon über sein unglaubliches Engagement.

Video & Petition: Wie wir die Hilfebedürftigsten vor Corona retten können

WER SO ETWAS MACHT, DER IST MENSCH!

Nicht die, die populistische Parolen verbreiten und hetzen. Die hämisch über Merkels Quarantäne frönen, wie die Politiker der AfD. Die Fake News und Verschwörungsmythen verbreiten. Die, die sachlich aufklären, die ihre Mitmenschen unterstützen und die zu Hause bleiben, wenn es nicht weiter nötig ist. Danke für euren Einsatz. Bleibt gesund und motiviert!



Artikelbild: Screenshots twitter.com

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