Hildmann verbreitet Fake-Interview: Seine Ausrede geht nach hinten los

| Aktuelles | 7. Juli 2020

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Hildmann gibt zu, dass er Dinge ungeprüft teilt

Längst ermittelt der Staatsschutz gegen Attila Hildmann, der keine veganen Gerichte mehr kocht, sondern nur noch antisemitischen Märchen und verschwörungsideologischen Mythen, garniert mit rechtsextremen Vokabular verbreitet. So postet der Verschwörungsideologe beispielsweise kürzlich nicht nur eine Reichskriegsflagge, sondern auch den Text der ersten Strophe des Deutschlandliedes.

Diverse Artikel über seine Ideologie haben wir hier gesammelt:

Wir haben die Antwort von Verschwörungsideologe Attila Hildmann auf Rezo zerlegt

„Jüdische Weltverschwörung“: Attila Hildmann verbreitet antisemitische Aussagen

Jetzt prüft der Staatsschutz: Wie rechtsextrem ist Attila Hildmann?

Hildmann gibt zu, nicht zu recherchieren

Vor zwei Tagen berichtete Volksverpetzer darüber, dass der Verschwörungsideologe Hildmann ein gefälschtes Interview mit der BILD in seinem Telegram-Kanal verbreitete. Er forderte seine Fans auf, dieses vermeintliche Interview überall zu teilen.

Wie wir feststellten, handelte es sich dabei um eine WordPress-Seite, die sich mit geklautem Logo als BILD ausgab. Auf der echten BILD-Seite hingegen war kein Interview zu finden. Zwischenzeitlich wurde das Fake-Interview gelöscht. Da wir davon ausgegangen sind, dass Hildmann schließlich wissen müsste, ob er der BILD ein Interview gegeben hat und er schließlich das Fake-Interview mit einer klar gefälschten URL selbst geteilt hat, war die Schlussfolgerung naheliegend, dass der Verschwörungsideologe das Interview selbst gefaked haben muss. Hier unser Artikel:

Attila Hildmann erwischt, wie er ein BILD-Interview mit sich gefaked hat

Hildmann-Ausrede geht nach hinten los

Nach unserem Bericht griffen diverse andere Medien den Vorfall auf, wie beispielsweise n-tv, das titelte: „Hat Hildmann ein „Bild“-Interview gefälscht?“

Als Reaktion auf den n-tv Artikel streute Hildmann weiter Lügenmärchen über eine Verbindung zwischen Volksverpetzer und n-tv und unterstellt uns als Ausrede sogar, hinter dem Fake-Interview zu stecken, weil wir es zwei Tage nach dem Erscheinen aufgedeckt hatten.

Hildmann widerspricht der Aussage, er habe das Interview selbst gefälscht: Er sei hereingelegt worden, behauptet er. Ich hoffe, wir müssen nicht wirklich erklären, dass es überhaupt keinen Sinn ergibt, dass wir eine Fake-Anfrage stellen würden, um auf einer Fake-BILD-Seite ein unkritisches Interview veröffentlichen, in welchem er sich und seine Verschwörungslügen inszenieren darf. Ohnehin ist fraglich, warum ihn jemand ausgerechnet so hereinlegen sollte: Es war eine günstige Möglichkeit für ihn, seine Propaganda zu verbreiten. Dass das Interview Fake war, hat ja niemand seiner naiven Anhänger*innen gemerkt. Laut Hildmanns eigener Aussage ja nicht einmal er selbst.

Hildmann postet „Beweisfoto“

Um zu belegen, dass er hereingelegt wurde und laut eigener Aussage nicht überprüft hat, wem er ein Interview gibt und welche Seiten er teilt, postete er einen Screenshot einer Email, dessen Absender „bild@empfang.email“ lautet und von einem BILD-Redakteur verfasst wurde, den es gar nicht gibt. Laut der eigenen Darstellung behauptet der Verschwörungsideologe also nicht nur, Schriftverkehr mit einem vermeintlichen Betrüger gehabt zu haben, ohne zu merken, dass er nicht mit der BILD schreibt, sondern dass er auch von diesem Betrüger den Link zum gefälschten Artikel erhalten haben muss und diesen völlig unkritisch weiterverbreitet habe?

Diese kleine Geschichte ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Verschwörungslügen Hildmanns funktionieren: Wenn er nicht das Interview gänzlich selbst gefälscht hat, hat er zugegeben, dass ihn Fake-Email-Adressen wie „bild@empfang.email“ und Fake-URLs nicht stutzig machen und dass er diese ohne Überprüfung an seine Follower*innen weiterverbreitet, wenn er glaubt, sie stützen seine Weltanschauung. Attila Hildmann, der von sich selbst behauptet, „alles zu hinterfragen“ gibt zu, dass er nicht einmal eine gefälschte Seite oder gefälschte Mailadresse einer Zeitung erkennen kann.

Um darüber hinwegzutäuschen, macht er stattdessen wilde Anschuldigungen. Und diesem Mann soll man glauben, über komplizierte Verschwörungen seriös aufzuklären? Urteilt selbst.

Zum Thema:

Enthüllungs-Skandal: Attila Hildmann wird von Bill Gates finanziert! Wacht auf!

 

Artikelbild: Christophe Gateau/dpa

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