So entsetzt sind Querdenker über den Querdenken-Whistleblower Lejeune

| Aktuelles | 8. Oktober 2021

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Querdenker entsetzt, weil einer der ihren die Wahrheit sagt

Auf T-Online erschien ein exklusives Interview mit Martin Lejeune, einem bekannteren Kopf der „Querdenken“-Bewegung. Lejeune bezeichnet sich als freier Journalist, ist aber schon seit Jahren Verschwörungsideologe und erhielt dafür 2017 bereits den „Goldenen Aluhut“, eine satirische Auszeichnung für Verschwörungsideolog:innen (Quelle). Ihm wurde Antisemitismus vorgeworfen, er sei Terroristenfreund und Erdogan-Verehrer. In der Corona-Pandemie wurde er zum Maßnahmen-Gegner und war unter den „Querdenkern“ ein gern gesehener Gast. Im Interview mit t-Online gesteht Lejeune, geimpft zu sein, wirft der Führung von Querdenken Extremismus und Gewaltförderung vor und dass alles nur eine Masche sei, um Geld zu kassieren.

Lejeune packt aus

Damit bestätigt der Insider aus der Querdenken-Bewegung die Vorwürfe, die man an die immer radikalere Bewegung schon länger gemacht hat. Dass Querdenken-Gründer Ballweg mit Reichsbürgern gemeinsame Sache macht oder es immer nur ums Geld ging.

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Lejeune ist im letzten und in diesem Jahr auf nahezu allen „Querdenken“-/Pandemie-Leugner:innen-Demos unterwegs gewesen. Er berichtete oft live von den Veranstaltungen im Sinne der Bewegung. Außerdem führte Lejeune Interviews mit der gesamten Szene, weshalb er innerhalb der Bewegung eine gewisse Bekanntheit genießt. Man sieht ihn mit Querdenken-Chef Michael Ballweg, Ballwegs rechter Hand Ralf Ludwig, dem AfD-Bundestagsabgeordneten Paul Hampel oder sogar mit dem verurteilten rechtsextremen Holocaust-Leugner Nikolai Nerling.

Und übrigens auch mit BILD-Chef Julian Reichelt, dessen Fake News und Desinformation faktisch nicht mehr von Querdenken-Rhetorik zu unterscheiden ist und der extrem rechte Alt-right Propaganda retweetet.

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Auch gibt Lejeune jetzt der „Querdenken“-Bewegung, in welcher er von Anfang an dabei war, eine Mitschuld am neuen Querdenken-Terrorismus, wie Anschlägen auf Impfzentren. Der terroristische Mord von Idar-Oberstein sei der Auslöser gewesen, mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit zu gehen. Es ginge Querdenken nur noch um „verbales Aufrüsten, um Klicks“, ums Geld. Diese Radikalisierung wurde ihm zu viel. Dass die Verschwörungsideolog:innen nur noch ihre Lügen verbreiten, weil es ein Geschäftsmodell ist, zeigen wir bei Volksverpetzer seit Monaten. Jetzt bestätigt es auch ein Whistleblower.

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Querdenker:innen sind entsetzt über das Lejeune-Interview

Das Interview ist in den Telegram-Blasen der Extremist:innen enorm eingeschlagen und hat für viel Aufruhr gesorgt. Denn hier sind die gleichen Vorwürfe und Anschuldigungen an die Bewegung zu hören, die die Öffentlichkeit seit Monaten kennt – aber diesmal aus dem Mund eines ihrer eigenen Aktivist:innen. Die Reaktionen ist Entsetzen.

Und natürlich machen die Verschwörungsgläubigen das, was Verschwörungsgläubige nunmal tun: Weil sie die Wahrheit nicht sehen können, muss das alles Teil der Verschwörung sein. Er sei von Anfang an ein „Schläfer“ gewesen, ein „V-Mann“. Diese Leute merken nicht einmal mehr, wie absurd ihre Ausreden werden.

Hier wird beschrieben, warum die Wahrheit aus dem Mund Lejeunes so hart trifft: Weil es so aussieht, als ob die Querdenker:innen die ganze Zeit Unrecht hatten (Ach echt?). Was in deren Augen natürlich automatisch gelogen sein muss.

Und plötzlich – kaum, dass Lejeune Dinge sagt, die sie mal nicht hören wollen – werden sie „kritisch“. Nach 1,5 Jahren Pandemie, in welchem man seine Videos und Interviews gefeiert hatte, fällt ihnen auf, in seine Vergangenheit zu schauen, und sich zu fragen, ob er überhaupt seriös ist.

Genau so funktioniert „Querdenken“: Man glaubt solange alles völlig naiv, wie es das eigene Weltbild bestätigt. Kaum ist das nicht mehr der Fall, wird man „kritisch“. Und fragt sich, was dahinter stecken könnte.

Die (verbliebene) Führung von Querdenken greift auch sehr offensiv an, unterstellt in dem Interview ein Ablenkungsmanöver von der Corona-Politik, und teilt wild aus gegen alle bekannten Feindbilder. Die Vorwürfe werden geleugnet, lächerlich gemacht – typische Reaktionen eben ohne jegliche Grundlage. Andere Querdenker sind sich sicher, dass das Lejeune-Interview „ganz klar von Anfang an so geplant war.“ Ja sicher, man hat einen Maulwurf in die Querdenken-Bewegung eingeschleust, der schon vor Jahren keine Anstellung mehr bei seriösen Medien bekommen hat und hat mit der Enthüllung gewartet, bis kurz vor Ende der Pandemie?

Querdenken am Ende

Die Bewegung der extremistischen Pandemie-Leugner:innen hat sich extrem verkleinert, immer mehr Ratten verlassen das sinkende Schiff. Die übrig gebliebenen radikalisieren sich weiter. Sie werden aggressiver, gewalttätiger, weil sie auf verlorenem Posten sind und nur so ihr Weltbild aufrecht erhalten können. Der Rest der Bevölkerung merkt es im Alltag. Und zahlt teilweise einen hohen Preis.

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Geld für Lügen

Die Desinformationsverbreiter:innen verdienen Geld damit, weiter zu machen, die Gläubigen erhalten ihr Weltbild mit den Lügen aufrecht. Es ist ein gefährliches Ökosystem aus Hass und Lügen. Auf diese Art und Weise können die Leugner-Anführer:innen noch den ganzen Winter über weiter Geld für nicht-vorhandene Klagen einsammeln, sich als inszenierte Widerstandskämpfer:innen blamieren oder Lügen-Bücher voller Unwahrheiten an ihre Anhänger:innen verkaufen. Der Rubel rollt nur noch, solange die Ungeimpften weiter an die Lügen der Pandemie-Leugner:innen glauben. Lejeune sagt es selbst vorsichtig:

„Es könnte ja sein, das ist aber jetzt reine Spekulation, dass einige Leute so sehr gegen die Impfung mobil machen, damit das Ende der Pandemie und das damit verbundene Ende der Maßnahmen nicht erreicht wird, weil das das Ende des Geschäftsmodells ‚Protest‘ bedeuten würde.“

Sonst haben diese Leugner:innen ja nichts. Man sieht es doch an den Wahlergebnissen der Querdenken-Partei “Basis” (mehr dazu). Der Großteil der Bevölkerung glaubt diesen Leuten kein Wort.

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Nur muss eben der geimpfte Rest von uns auch noch unter diesem miesen Geschäftsmodell leiden. Es ist unfassbar, dass hier Geld damit verdient wird, Millionen Menschen ungeschützt einem tödlichen Virus auszusetzen. Und damit voraussichtlich unser Gesundheitssystem an die Grenze der Belastbarkeit zu bringen. Das erkennen jetzt auch einige aus der Querdenken-Szene selbst: Lejeune sagt, die Impfung führt uns aus der Pandemie.

Artikelbild: Screenshots

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