Drostens Doktorarbeit: Corona-Leugner mit einfacher Google-Suche widerlegt

| Analyse | 11. Juli 2020

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Corona-Leugner verzweifelt

Corona-Leugner, Maßnahmen-Gegner und Seuchenfreunde sind verzweifelt: Die Reputation des weltweit hoch angesehenen Corona-Experten Prof. Dr. Drosten ist weiterhin zu gut. Und die Versuche, dessen Qualifikationen oder Forschung wie seine Doktorarbeit in den Dreck zu ziehen, um die eigenen Lügen über die Pandemie glaubwürdiger erscheinen zu lassen, erweisen sich reihenweise als Reinfälle, wie auch kürzlich die BILD feststellen musste.

Keiner nimmt sie mehr ernst: BILD-Hetze gegen Drosten geht nach hinten los

Während vermeintliche „Experten” wie Schwindel-Ärzte groben Unfug über Corona verbreiten oder über Buch-Verkäufe Geld mit der Ignoranz der Menschen verdienen wollen, versucht ein neues Sharepic mit einer blanken Lüge wieder Dr. Drosten zu diffamieren.

“Was ich nicht sehe, existiert auch nicht.”

Dieses Sharepic behauptet einfach, die Doktorarbeit Drostens sei „nicht auffindbar”. Der volle Text: „Woran erkennst Du, dass in Deutschland wirklich alles schief läuft? Wenn die Doktorarbeit des Chef-Virologen und Regierungsberater in Pandemiefragen nicht auffindbar ist.” Ok, vielleicht ist es keine Lüge: Denn dass Corona-Leugner unfähig zu sein scheinen, Fakten selbstständig zu recherchieren und stattdessen einfach unkritisch alles glauben, was ihnen Betrüger*innen vorsetzen, scheint ja wirklich verbreitet zu sein.

Paar Minuten Google-Suche reichen

Die Logik dahinter ist so: Hast du Drostens Doktorarbeit mal gesehen? Nein (wer denn schon?)? Dann könnte es sein, dass es sie nicht gibt und das alles nur ein großer Schwindel ist!!? Wir glauben lieber diesem Typen auf Youtube, der Unsinn erzählt, der uns aber in den Kram passt.

Na gut. Wer jetzt einfach dem Sharepic glaubt, dass es keine Doktorarbeit von Drosten geben kann, wenn man nicht mal danach gesucht hat, der glaubt schließlich auch, dass die Pandemie-Maßnahmen, die dafür gedacht waren, die Ausbreitung von Corona zu verlangsamen, nicht nötig gewesen sind, weil sie die Ausbreitung von Corona zu verlangsamt haben. Aber seien wir mal nicht so. Kann man Drostens Doktorarbeit denn finden? Ähm, ja, natürlich.

Wo hat Dr. Drosten studiert? An der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, findet man auch in seinem Lebenslauf. Wenn man jetzt im OPAC der Universität Frankfurt einfach mal nach Drosten sucht, findet man da: „Etablierung von Hochdurchsatz-PCR-Testsystemen für HIV-1 und HBV zur Blutspendertestung“ (Quelle). Fast so, als hätte er eine Doktorarbeit geschrieben. Verrückt.

Die ganze Doktorarbeit muss man sich natürlich in der Zentralbibliothek der Universität ausleihen – (Kostenlose) Onlineveröffentlichungen sind in der Wissenschaft nicht üblich. Was ich mit meinem Master zu meinem Leidwesen aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Hier kann man sie ausleihen (Sie ist gerade sehr beliebt und ständig vergriffen)

Wer sucht, der findet. Wer dumm bleiben will, wird dumm bleiben

Also ja, das Sharepic zeigt wirklich, was in diesem Land schief läuft: Dass es viel zu viele Menschen gibt, die völlig unkritisch irgendwelchen Behauptungen auf Sharepics glauben, anstatt für sich selbst zu denken und Dinge zu überprüfen. Nur weil ihr etwas nicht finden könnt (, weil ihr z.B. nicht mal danach sucht), heißt das nicht, dass es nicht da ist. Es gibt einen Grund, warum Expert*innen wie Dr. Drosten jahrzehntelang forschen – nur weil sich jemand hinstellt, und ein Youtube-Video und Sharepic macht, heißt das nicht, dass derjenige Ahnung hat, wovon er oder sie redet.

Zum Thema:

Hey, ihr Corona-Schwurbler: Ihr seid nicht „kritisch“, ihr seid peinlich!

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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