AfD-Anfrage-Reinfall: Die meisten deutschen Messer-Täter heißen Michael, Daniel & Andreas

| Bericht | 29. März 2019

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AfD Reinfall

Die AfD möchte dir Angst machen. Angst vorm „schwarzen Mann“. Sie erzählt das Märchen, dass „Ausländer“ mit Messern mordend durchs Land ziehen. Und dass nur die AfD dich davor retten kann. Die Taktik ist typisch für Rechtsextreme: Zuerst ein Problem erzeugen und sich dann als Lösung dieses Problems präsentieren. Doch wenn man Fakten heranzieht, bleibt nicht viel von den Märchen der AfD übrig.

Aktivisten haben sich alle Fälle angeschaut, in der die AfD „Messerstechereien“ durch „Migranten“ beklagt und insgesamt 564 Fälle überprüft. Die Fälle haben sie alle von der AfD-Website gesammelt. Die komplette Liste aller Fälle haben sie hier in einer Excel-Datei gelistet. Ihre Ergebnisse sprechen Bände.

87% aller Fälle sind falsch. Bei 310 Fällen handelt es sich überhaupt nicht um Messerstechereien. Und bei weiteren 178 Fällen fehlt eine Angabe über die Herkunft der Täter. Die AfD hat lediglich unterstellt, dass es sich um Nicht-Deutsche handele. Somit bleiben lediglich 76 Einzelfälle. Das heißt: Wenn die AfD einen Messerangriff eines Migranten anprangert, ist es höchstwahrscheinlich falsch.



Zahlen für das Saarland

Im letzten Sommer wurden im Saarland umfassende Zahlen zum Mythos vorgestellt. Im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 30. April 2018 (über 2 Jahre) gab es im Saarland 1490 Straftaten mit Messern und Stichwaffen. Daraus geht hervor, dass 70% aller Straftaten nicht von Nicht-Deutschen begangen werden. Deutsche Opfer werden hauptsächlich von Deutschen angegriffen, Angriffe von Syrern oder Afghanen richten sich ebenfalls hauptsächlich auf Landsleute, so der saarländische Innenminister. Mehr dazu:

Die Grafik, die die AfD vertuschen will: Wer wirklich mit Messern angreift

Doch die AfD wollte das nicht wahrhaben und war sich sicher: Die Deutschen Täter seien alles gar keine „richtigen“ Deutsche, sondern Deutsche mit Migrationshintergrund. Diese Argumentation ist zwar völliger Quatsch, denn wer von „Passdeutschen“ redet, redet wie ein Nazi (Mehr dazu), aber das sei einmal dahin gestellt. Deswegen fragte der AfD-Abgeordnete Rudolf Müller die Landesregierung im Februar 2019 schriftlich: „Gibt es bei den im Lagebild als Täter aufgeführten 842 deutschen Staatsbürgern Häufungen bei Vornamen?“

Und ja, es gibt Häufungen von Vornamen. Und stellte die Top Ten Liste der häufigsten Vornamen vor:

Bild von Hasshilft

Nur 14 von 842 haben Doppelpass

Und nicht nur das: Die AfD hatte nämlich auch wissen wollen, wie viele der 842 deutschen Täter noch eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen. Auch hier ist das Ergebnis eindeutig: 14 der 842 Deutschen haben noch einen weiteren Pass (Quelle). Die Realität stimmt wohl erneut kein bisschen mit den rassistischen Wahnvorstellungen der vom Verfassungsschutz teilweise bereits beobachteten Partei zusammen. Sorry AfD, aber eure „Messermigration“ ist Fake!

Artikelbild: ShotPrime Studio, shutterstock.com, Screenshots twitter.com

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