Viel Lärm um Nichts: 99,3% aller Schutzsuchenden hat zu Recht Asyl erhalten

Bericht

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Kaum falsch ausgestellte positive Asylbescheide.

Wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Linken.-Abgeordneten Ulla Jelpke zugab, gab es von 43.000 abgeschlossenen Prüfverfahren nur 307 Fälle, in denen ein bereits gewährter Asylstatus wieder widerrufen wurde. Das sind damit nur 0,7% der Fälle. Eine sehr magere Bilanz für die große mediale Aufregung des „Bamf-Skandals“ von vor einigen Monaten.

Der Fall ist ein großes mediales Versagen. Verurteilungen rechter und rechts fischender Politiker erweisen sich als heiße Luft. Keine der Anschuldigungen von Bestechungen oder systematischer Korruption oder Betrugs hat sich erhärtet (Das gesamte Ausmaß haben wir hier beschrieben). Die mediale Aufregung basierte im Grunde genommen auf Fake News.



Dabei gab es 2017 immerhin 37.000 fehlerhaft abgelehnte Asylbescheide

Perfider wird es, wenn man beachtet, dass es durchaus große Fehlerquoten beim BAMF gibt. Jedoch in der Regel zu Ungunsten von Schutzsuchenden. 37.000 Asylbescheide wurden zu Unrecht abgelehnt Gerichte haben 32.500 davon gekippt, der Rest wurde von den Ämtern revidiert. Wenn es zu Unrecht ausgestellte Bescheide gibt, dann vor allem zum Ungunsten von Asylbewerbern.

Dabei soll nicht einmal böse Absicht unterstellt werden, immerhin hat das BAMF 2017 fast 100.000 Überstunden angehäuft, was ein Indikator für die Überarbeitung der Mitarbeiter darstellt und Fehler in großem Maße erklären könnte. In Anbetracht dessen war die Fehlerquote von 0,7% falsch positiv ausgestellten Anträgen großartig. Die Fehlerquote bei falschen Ablehnungen beträgt hingegen eher 44%. Dabei sind es teilweise völlig abstruse Gründe, wie wir hier gesammelt haben.

Mediales Versagen: Schutzsuchende Leidtragende

Leidtragende sind nach diesem Skandal und den politischen Konsequenzen, wie verstärkte Abschiebungen nach Afghanistan, nun aber Schutzsuchende selbst. Ein Skandal, der keiner war, müssen Menschen ausbaden, die zu Unrecht abgeschoben werden. Im laufenden Jahr sind es schon 5 Personen, wie aus einer Anfrage der Grünen hervorgeht.

So viel bleibt vom so genannten „Bamf-Skandal“ übrig

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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