Frontal 21: Pegida-Pöbler in Wahrheit Mitarbeiter der Polizei!

Bericht

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„Sie haben mich ins Gesicht gefilmt!“

Der Vorfall aus Dresden erregte großes Aufsehen. Pegida-AfD-Anhänger pöbelten Journalisten an, die die Demo filmten. Anschließend riefen die Demonstranten die nahe stehende Polizei zu Hilfe, die wiederum eine polizeiliche Maßnahme verhängte. Jedoch ohne den Journalisten eine Begründung zu geben. (Wir berichteten)

update: Aufgrund der vielen Kommentare musste ich von öffentlich auf Freunde von Freunden umstellen, ich weise daraufhin, dass jegliche Hasskommentare gelöscht werden und der betreffende Nutzer gesperrt wird. Besten Dank für das Verständnis!Eigentlich wollten wir für #ZDF Frontal21 nur am Rande des Besuchs der Kanzlerin in Dresden drehen. Doch dann fühlten sich einige Pegida-AfD-Anhänger von unseren Dreharbeiten gestört und forderten die Polizei auf, einzuschreiten. Die sächsischen Beamten kamen dem nach und plötzlich befanden wir uns in einer polizeilichen Maßnahme. Etwa 45 min dauerte das Ganze. Polizeibeamte machen sich zur Exekutive der Pegida-Bewegung. Zeitungsjournalisten aus Dresden berichten von ähnlichen Vorfällen.

Gepostet von Arndt Ginzel am Freitag, 17. August 2018



Die Identitäten der Pegida-Pöbler

Wie das Sächsische Kriminalamt heute zugegeben hat, handelt es sich bei dem Pegida-Pöbler mit der Deutschland-Mütze um einen Tarifbeschäftigten des LKA. Dieser sei gerade im Urlaub und privat auf der Veranstaltung gewesen. Der Betroffene wird jetzt zu den Vorfällen angehört werden.

Doch was heißt das jetzt? Das heißt konkret, dass ein Mitarbeiter der Polizei, der es eigentlich besser wissen müsste, bewusst Journalisten bei ihrer Arbeit gestört hat. Und dass er seine Kollegen zu Hilfe gerufen hat, um Journalisten grundlos bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten zu behindern. Und diese ihm sogar dabei geholfen haben. Wie einige Rechtsexperten feststellten, handelten die Polizisten unrechtmäßig.

Nicht das einzige bekannte Gesicht

Der Mann im braunen Shirt, der die Anzeige gegen die Journalisten meldete (für einen Bestand, der nachweislich falsch ist), ist auch kein Unbekannter. Dabei handelt es sich um René Seyfried, der Betreiber der rechten „Bürgerinitiative Freital“, die Sympathien zur Terrorzelle Freital zeigte.

Es ist äußerst bedenklich, dass Polizei-Mitarbeiter in ihrer Freizeit auf fremdenfeindlichen Demonstrationen unterwegs sind. Dort Journalisten bei ihrer rechtmäßigen Arbeit bedrängen und dann auch noch von anderen Polizisten unterstützt werden. Nicht nur das, der Ministerpräsident Sachsens sah in dem Verhalten der Beamten auch keinen Fehler. Das sind beängstigende Zustände in Dresden.

Artikelbild: Screenshot Facebook

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% S Kommentare
  1. Gegenüberdrunter sagt

    Da hilft nur eins: Entlassung. Sonst ist mit glaubwürdigkeit vorbei.

  2. Detta sagt

    Ich sehe kein Fehlverhalten der Beamten! Da hier Jemand die Polizei ruft, liegt der Verdacht einer Straftat nah. Dem muss die Polizei nachgehen. Immer nur Beamte Fehler zu unterstellen langweilt langsam. Selber mal bei sich Fehler suchen wie zum Bsp. fehlende Verfremdung der Aufnahmen, das wäre mal erfrischend. Wenn man auf seine Grundrechte pocht sollte man auch die anderer Mirbürger achten (Immanente Schranken des Grundgesetzes).

  3. Thomas Laschyk sagt

    Rechtsexperten würden Ihnen widersprechen, die Beamten haben Fehler gemacht: https://www.volksverpetzer.de/kommentar/dresden-anschreien/
    Verfremdungen sind nicht nötig, da es sich erstens inzwischen um eine „Person der relativen Zeitgeschichte“ handelt und zweitens dessen Bild sowieso schon überall verbreitet ist.

  4. Detta sagt

    Sie würden sich auch freuen auf dem Weg zur Venus nicht frontal aufgenommen zu werden. Nur weil es Andere machen ist es noch lange nicht richtig. Aber im Strafrecht ist es sehr objektiv geregelt. Empfindet Jemand subjektiv das Rechtsnormen gebrochen werden sind Strafverfolgungsbehörden nun mal zuständig. Also die Beamten zur Verfolgung verpflichtet. Was auch gut ist. Übrigens auch als Legalitätsprinzip bekannt. Also wenn das Gut Pressefreiheit ausgeübt werden will, ist die informationelle Selbstbestimmung des Anderen nicht weniger wert. Da unsere Polizei sowohl für den einen als auch für den Anderen da ist, sehe ich also immer kein Fehlverhalten.

  5. Feind sagt

    😂😂😂 wie lustig… Herumlaufen mit Deutschlandkappe auf einer öffentlichen Demonstration, angestellt beim Landeskriminalamt und mit sehr schlechtem Deutsch ausgestattet 🤔 Schade das wegen einem leicht aggressiv eingestellten Depp sich wieder alle aufregen. Am Ende betrifft diese Sache nur eine Hand voll Leute, die sich mehr oder weniger richtig verhalten haben. Jetzt die gesamte Polizei, bzw. die Berichterstattung anzuprangern ist einfach, aber nicht richtig. Obwohl, für eine gescheite Hetzkampagne reicht das. Ich stricke mir jetzt ein paar Socken, wenn die nicht passen, liegt es an mir 😏

  6. Lal sagt

    Ahhhhh (kurzer Aufschrei)
    Auch wenn ich ausländische Wurzeln habe…. egal was ich nun sagen würde- ich würde ohnehin mit der Nazi-Keule gestraft! Das ist politisch gewollt und ich kann den Medien-Zombies keine Vorwüfe machen. Seit froh… sonst hätte ich bald sahen können:…. „ich hab’s euch gesagt“… 🙂

  7. Carsten sagt

    Also, der Mann rennt im vollen Bewusstsein in die Kamera.
    Er wendet sich nicht ab oder verbirgt sein Gesicht, im Gegenteil. Er bringt sich selbst in den Mittelpunkt des Geschehens mit seinen rechtlich unhaltbaren Äußerungen.
    Er liegt vollkommen falsch, denn er hat sich am Rande der Demonstration selbst in den Mittelpunkt gerückt, mit voller Absicht.
    Da gibt es rechtlich keinerlei Zweifel und das ist ja im Video deutlich zu sehen.
    Er ist eine „Attention Whore“, eine Aufmerksamkeits-Hure.

    Er wollte sich selbst darstellen und es ist ihm gelungen. Rechtlich gesehen gebührt ihm damit die volle Aufmerksamkeit der Presse.
    Er hätte, wenn es ihm wichtig gewesen wäre, die peinlichen Aufnahmen seines Antlitz verhindern können.
    Das hat er nicht, weil er nämlich WOLLTE, dass er gefilmt wird.

    Dass er mit seiner Meinung zum deutschen Recht falsch liegt, konnte er in seiner Dummheit als Rechtsradikaler in dem Moment nicht wissen, denn es ist ja bekannt, dass Neonazis in solchen Situationen sehr irrational reagieren.
    Man kann eben von AFD-Wählern und Pegida keine Intelligenz und keine Bildung erwarten. Genau das hat dieser „LKA-Mitarbeiter“ hier absichtlich deutlich demonstriert.
    Wie kann man nur so blöd sein. Absichtlich in die Kamera laufen und seine Dummheit öffentlich zeigen?

    Das geht nur bei AFD. Alice und Volker haben es ja auch schon gemacht.

  8. Carsten sagt

    Alexander habe ich ja ganz vergessen. Der ist ein Musterbeispiel für die Peinlichkeit der rechten. Siehe Sommerinterview.
    Auf einer solch hohen Ebene eine derartige Dummheit der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, das ist nicht nur dumm, das ist dumme Frechheit.

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