Sorry Querdenker: Corona-Impfung hat 20 Millionen Leben gerettet!

| Corona-Fake | 18. Juli 2022

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Das werden Querdenker verzweifelt verschweigen

Das wird Querdenkern nicht schmecken. Corona-Impfungen haben weltweit im ersten Jahr seit Beginn der Impfkampagne 20 Millionen Menschenleben gerettet.

To be fair: Das sagt eine wissenschaftliche Studie. Also eine, die nachvollziehbar macht, wie sie vorgegangen ist. Die transparent damit umgeht, wenn sie nicht genug Daten hat. Und deren Ziel es ist, gut begründete Aussagen über die Realität zu treffen. Und nicht ein Meme auf Telegram oder ein ins Ausland geflüchteter Hochstapler oder so. Wer nicht an Wissenschaft glaubt, sondern lieber an gefühlte Wahrheiten oder Anekdoten, braucht also gar nicht erst weiterzulesen.

Für alle anderen:

Die Studie wurde im Juni im The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht, einer führenden wissenschaftlichen Zeitschrift für Forschung zu Infektionskrankheiten. Durchgeführt wurde sie von einem Team von Forschenden des Zentrums für die Analyse globaler Infektionskrankheiten des Imperial College London, einer der forschungsstärksten und renommiertesten Universitäten der Welt (Quelle). Das Zentrum forscht zur Verbreitung verschiedenster Krankheiten, in dem Modelle entwickelt werden, die verschiedene Berechnungen ermöglichen.

Das Vorgehen der Forschenden

Wie viele Leben haben die Corona-Impfungen gerettet? Um das zu errechnen, wendeten die Forschenden mathematische Modelle an. Zunächst berechneten sie, wie sich die Todeszahlen in den einzelnen Regionen ohne Impfung entwickelt hätten. Grundlage dafür war das Wissen über die Verbreitungsdynamiken von Corona. Um die Werte für einzelne Regionen zu berechnen, wurden außerdem Informationen etwa über den Zugang und die Qualität des Gesundheitssystems und das Alter der Bevölkerung mit beachtet.

In einem nächsten Schritt betrachteten die Forschenden die tatsächlichen Todeszahlen durch die Corona-Infektion, wie sie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet wurden. Die Forschenden gingen allerdings davon aus, dass die dort gemeldeten Zahlen oft unter den tatsächlichen Werten liegen. Deswegen beachteten sie auch Zahlen, die angaben, wie viel Menschen in dem Zeitraum mehr gestorben sind, als zu erwarten war (Übersterblichkeit).

Schließlich zogen sie die Impfquoten der jeweiligen Länder mit in die Berechnung ein. So konnten sie im Modell die Differenz ermitteln zwischen den tatsächlichen Todeszahlen und den ohne die Impfung zu erwartenden Todeszahlen.

Die Ergebnisse

Die Berechnungen ergaben, dass durch die Impfungen für den Zeitraum Dezember 2020 bis Dezember 2021 19,8 Millionen Corona-Tote vermieden wurden. Ohne Impfung hätte es laut den Forschenden 31,4 Millionen Tote gegeben. Dank der Impfung gab es somit 63 % weniger Tote, als ohne Impfung zu erwarten gewesen wären.

Besonders in Ländern mit niedrigen Einkommen hätten aber wesentlich mehr Menschen gerettet werden können. Dort ist nämlich die Impfquote relativ niedrig. Die Impfung rettete also vor allem Leben in Ländern mit hohem Einkommen, in denen mehr Menschen geimpft sind. Dies zeigt wieder einmal, wie wichtig ein weltweiter gerechter Zugang zu Gesundheitsversorgung und Impfstoffen ist. Darüber könnte man sich doch mal aufregen, oder?

Querdenker haben aber andere Prioritäten. Sie haben lieber haltlosen Quatsch über die Impfungen erzählt (mehr dazu) und falsche Panik verbreitet (mehr dazu) – sie haben sogar behauptet, dass alle Geimpften sterben würden (und strenggenommen nun schon seit fast einem Jahr tot sein müssten, mehr dazu). Wir haben dagegen schon sehr oft aufgezeigt, warum diese Aussagen Quatsch sind und die Impfung sinnvoll ist (zum Beispiel hier und hier).

Trotz Impfung sind wir nicht nur immer noch nicht alle tot, es wurden dazu noch 20 Millionen Leben gerettet!

Weitere Faktenchecks:

Wir leben alle noch: Warum Querdenker immer noch Wendler & Co. glauben

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