Wie ihr Masken richtig verwendet & vor welchen Mythen ihr aufpassen müsst

| 24. April 2020

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Corona ist gerade in aller Munde – und genau das ist das Problem.

Gastbeitrag von Franziska Kaschner

Um die Pandemie weiter einzudämmen und dabei dennoch einen Schritt weiter zur „neuen Normalität“ zu kommen, wurden und werden jetzt bundesweit für verschiedene öffentliche und halböffentliche Bereiche (wie zum Beispiel Supermärkte und im ÖPNV) pflichtweise Masken eingeführt.  Dabei sollte man allerdings einige Dinge beachten, damit uns nicht eine zweite Welle droht (Quelle).

Aus der Ecke der professionellen Realitätsverweigerer kam prompt Gegenwehr gegen den Mundschutz. Eine sogenannte Doktorarbeit der TU München aus dem Jahr 2005 sollte der Beweis sein, dass das Tragen eines Mundschutzes gar die Gesundheit gefährdet (siehe dazu den Beitrag von uns). Das ist natürlich Blödsinn. Weder für Erwachsene noch für Kinder stellt ein Mundschutz eine Gefahr dar. Aus gesundheitlicher Sicht gibt es damit keine Einwände gegen ein allgemeines Gebot, einen Mundschutz im öffentlichen Raum zu tragen (Quelle).

Viel mehr wirkt die Verbreitung der Dissertation wie ein weiterer verzweifelter Versuch, gegen die Beschlüsse der Regierung zu pöbeln. Denn der wochenlange Versuch des Relativierens scheitert allmählich in der Timeline vieler Schwurbler durch auffallend konsequente Inkonsequenz: Denn durch das Infragestellen der Sicherheit der Masken, gibt man ja irgendwie zu, dass das Virus doch gefährlich ist. Da man sich das Virus durch „Fake“-Aufschreie nicht mehr vom Leib halten kann, versucht man es mit dem Aufbegehren der Grundrechte. Die Absicht dahinter bleibt jedoch bei vielen fraglich.

Das große Problem bei Covid-19?

Wir wissen kaum etwas. Obwohl jede Woche 1000 wissenschaftliche Artikel weltweit erscheinen, sind viele Dinge noch im Dunkeln. Immer klarer wird man sich aber, wie gefährlich diese neue Erkrankung ist, nicht nur für die Lungen. So zeigen sich u. a. auch Auswirkungen auf das Herz, die Leber und das Hirn – mit tödlichen Folgen.

Dabei ist noch lange nicht klar, wie genau sich das Virus im Körper ausbreitet und sich auf die Gesundheit auswirkt (Quelle). Gerade weil die Erkrankung so gefährlich ist, gilt es, diese so gut es geht einzudämmen. Eine neue Methode dabei soll jetzt ein verpflichtender Mundschutz sein. Die Grundidee ist dabei nicht verkehrt: Insbesondere wenn man selbst unwissend infiziert ist, lässt sich so die Ansteckungsgefahr verringern, da Tröpfchen beim Ausatmen und Sprechen von der Maske aufgefangen werden (Quelle).

Wenn alle weiteren Maßnahmen, insbesondere die Abstandshaltung, eingehalten werden, ist es immer besser, eine Maske zu tragen (Quelle). Und genau das ist der Punkt: Wenn. Denn die Masken sind nur dann sinnvoll, wenn sich die Menschen strikt an die entsprechenden Vorkehrungen halten. Und diese sind umfangreich.

Die wichtigsten Regeln:

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat eine Übersicht mit den wichtigsten Regeln herausgegeben:

– Die sogenannten Community-Masken sind ausschließlich für den eigenen Gebrauch und den Fremdschutz, sie bieten keinen Eigenschutz vor Ansteckungen.
– Der Sicherheitsabstand von 1,50 m sollte unbedingt weiterhin eingehalten werden.
– Die Hinweise des BZgA bezüglich des Infektionsschutz sollten weiterhin befolgt werden (Quelle).
– Die Innenseite der Maske darf beim Anlegen nicht kontaminiert werden, die Händen sind vorher gründlich mit Seife zu reinigen.
– Die Maske muss über dem Mund, der Nase und den Wangen platziert werden und eng anliegen, es darf keine Luft von der Seite eindringen.
– Sind die Masken durchfeuchtet, sind sie abzunehmen und durch eine frische zu ersetzen.
– Nach dem Abnehmen sollte die Maske luftdicht (z.B. in einem Beutel) aufbewahrt oder sofort gewaschen werden (mindestens bei 60°C, besser bei 95 °C).
– Sofern diese vorhanden sein sollten, sind die Herstellerangaben zu beachten.

Auch das BfArM stellt ganz deutlich klar:

„Den besten Schutz vor einer potentiellen Virusübertragung bietet nach wie vor das konsequente Distanzieren von anderen, potentiell virustragenden Personen. Dennoch kann die physische Barriere, die das richtige Tragen einer Community-Maske darstellt, eine gewisse Schutzfunktion vor größeren Tröpfchen und Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen bieten.“ (Quelle)

An dieser Stelle zeigt sich das große Problem der Maskenpflicht: Selbstgenähte Masken sind keine professionellen FFP-Masken. Sie bieten keinen Eigenschutz und haben keine oder kaum nachgewiesene Schutzfunktion. Eine Studie, die allerdings nur vier Probanden genutzt und einen Abstand von 20 cm genutzt hat, sagt, dass Masken keinen Effekt auf die Verbreitung der Viren haben (Quelle).

Demgegenüber steht eine weitaus umfangreichere Studie, die zwar nicht mit SARS-CoV-2, allerdings mit verwandten Coronaviren, arbeitet, dass Masken durchaus einen positiven Effekt besitzen, indem sich die Tröpfchen durch das Nutzen einer Maske schlechter verteilen (Quelle). Durch die Nutzung der Masken kann es ebenfalls zu einem gesteigerten Gefühl der Sicherheit kommen, wodurch andere Maßnahmen, wie z.B. Abstand einhalten, vernachlässigt werden können (Quelle). Dies um so mehr, wenn statt Masken Schals oder Tücher genutzt werden, wie es beispielsweise Sachsen zulässt.

Masken allein helfen nicht!

Daher stellt auch das Robert-Koch-Institut klar, dass „[d]as Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung […] ein zusätzlicher Baustein sein [kann], um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. Allerdings nur, wenn weiterhin Abstand (mind. 1,5 Meter) von anderen Personen, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten werden.“ Auch sollten Masken, wie man es gerade häufig sieht, nicht um den Hals getragen werden (Quelle)

Entgegen vieler Verschwörungsideologen ist eine Gesichtsmaske nicht gefährlich für Leib und Leben, sondern kann ein hilfreicher Baustein sein, um Covid-19 weiter zu bekämpfen (und von juristischer Seite gibt es auch keine Probleme mehr, hier mehr dazu).

Dafür fehlt von der Politik jedoch die genaue Instruktion, wie diese zu nutzen sind. Verbunden mit den Lockerungen im Alltag wirken die Masken daher eher nicht wie eine zusätzliche Maßnahme. Setzt sich bei den Menschen der Gedanke durch, dass durch das Tragen der Masken gleichzeitig eine Normalität wieder möglich ist, können diese kontraproduktiv wirken und die Gefahr einer zweiten Welle erhöhen. Daher sollte man sich im Zweifel vielleicht eher an Christian Lindner halten: Es ist besser, keine Maske zu tragen, als sie falsch zu tragen.



Text: Franziska Kaschner. Artikelbild: pixabay.com, CC0

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