Querdenker wollen gegen 3G protestieren – mit freiwilligem Lockdown!

| Social Media | 27. August 2021

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Querdenker protestieren gegen 3G – mit Lockdown

Wir haben Verschwörungsideolog:innen, Rechtsextremist:innen und selbst erklärte „Querdenker:innen“ als irrationale, naive und selbstgerechte Maßnahmen-Gegner:innen kennengelernt, die für die Freiheit, mit kollabierenden Lungen auf der Intensivstation zu sterben, pauschal jegliche Maßnahmen ablehnten und das Maskentragen als Zeichen einer Diktatur betrachteten. Dass sich die Telegram-Rebellen durch das Stützen auf in sich widersprüchliche Mythen und ständig wechselnde Lügen in eine wirre Parallelwelt verabschiedet haben, ist nichts Neues. Mit den neuen 3G/2G-Regeln führt das allerdings zu witzigen Stilblüten.

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Mit Lockdown gegen… die Corona-Regeln?

Auf Telegram zirkulieren in den Kreisen der Verschwörungsideolog:innen natürlich dauerhaft Proteste und Gejammer über die neuen 3G- und 2G-Regeln: Dass mancherorts nur noch Geimpfte/Getestete/Genesene zugelassen werden, oder wie in Hamburg nicht einmal mehr Getestete (Quelle). Eine Idee, die Hunderttausende gesehen haben: Einfach Etablissements, die 3G oder 2G-Regeln haben, boykottieren! Man (und das ist eine winzig kleine, radikale Minderheit, die sich dieser Tatsache wirklich nicht bewusst ist) will im September die Wirtschaft komplett lahmlegen.

Besonders in rechtsextremen Kreisen werden ja gerne Boykotte ausgerufen. Gegen alles Mögliche. Die meisten derjenigen, die eisern Unternehmen und Personen „bestrafen“ wollen für unliebsame Meinungen (ist das diese „Cancel Culture“ oder machen das nur die bösen Linken?), dürften selbst vergessen haben, was sie alles so boykottieren. Wir hatten vor ein paar Jahren mal eine Liste gemacht:

Die inzwischen verdammt lange Liste an Dingen, die Rechte boykottieren

In jedem Fall ist dieser neue „Boykott“, der eine vollständige Selbstisolation für 14 Tage ist, ja nichts anderes als der selbst auferlegte Lockdown. Und im letzten Jahr hatten wir noch vergeblich versucht, diesen Leuten zu erklären, warum es enorm der Gesellschaft und ihren Mitmenschen helfen würde, wenn wir uns alle mal nur 14 Tage gut isolieren, um Corona einzudämmen und dann wieder neue Freiheiten zu gewinnen.

Wer mehr Freiheiten möchte, muss jetzt für einen harten Lockdown sein

Die wirren QAnons gegen den Rest der Welt

Die Verschwörungsideolog:innen wissen Bescheid: „Erzieht Ihnen das Geld“ [sic]. Wer 3G-Regeln befolgt, der wird boykottiert! Diese Menschen würden wirklich lieber die ganze Republik pleite gehen sehen, bevor sie einen Corona-Test machen oder sich impfen lassen. Gibt es wirklich noch größere Heulsusen?

Natürlich sind das nur ein paar wenige Aufrufe, die auch in den Telegram-Kreisen nicht unkritisch gesehen werden, aber es ist echt: Um dagegen zu protestieren, dass die geimpften Deutschen wieder ganz normal einkaufen und sicher und in Freiheit gesund leben, wollen sich die letzten Telegram-Verwirrten lieber selbst einsperren. Nach dem Gesundheitsrisiko, das diese Leute darstellen, sagen wir nur: Ja, bitte! Selten stimmen wir Querdenker:innen so vollumfänglich zu, aber bitte geht 14 Tage in den Lockdown! Das würde uns allen guttun, auch euch, denn auf den Intensivstationen liegen derzeit fast nur Ungeimpfte. Und ein finanzieller Schaden dürfte auch niemandem entstehen. Denn: Diese Schlauberger planen ja, sich vorher für 14 Tage mit allem Notwendigen einzudecken für ihren „Ausstieg“. Das ist kein „Boykott“, diese Leute kaufen einfach nur alles, was sie in den 14 Tagen bräuchten, vorher schon ein…

Zum Thema:

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Artikelbild: Volksverpetzer/Screenshot

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