Die inzwischen verdammt lange Liste an Dingen, die Rechte boykottieren

Kolumne Schwer verpetzt

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Eine Lange Liste

Alle Cola-Sorten, Becks, Vodafone und jetzt auch Toblerone: Die Liste an Dingen, die rechte inzwischen boykottieren „müssen“, ist lang. Und ziemlich lächerlich. Wer einen Einblick in die triste Welt der Rechten haben möchte, kann sich unsere Top 10 der Boykott-Aufrufe von Rechten ansehen.



1. So ziemlich Alle Cola-Sorten

Es fing alles mit einem Anti-AfD-Fake-Plakat von Coca Cola an, das „nicht falsch“ war. Und dann eskalierte die ganze Softdrink-Branche. Die ganze Geschichte und alle Cola-Marken, die sich von der AfD distanziert haben könnt ihr hier nachlesen:

Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken

2. Toblerone:

Ein neuer Tag, ein neuer sinnloser Boykott von Rechten. Jetzt Toblerone: Die Schokolade ist jetzt halal-zertifiziert. Die rechte Szene eskaliert, Boykottaufrufe, Weltuntergangsstimmung. Der Witz dabei: An der Rezeptur wurde gar nichts geändert. Die ganze Geschichte:

Rechte eskalieren mal wieder: Jetzt folgt Toblerone-Boykott!

3. Vodafone

Das muss ja furchtbar sein, ein Nazi zu sein. Da sieht man einen süßen Weihnachts-Spot von Vodafone, in dem alle glücklich sind und die sehen nur „linksgrünversiffte Propaganda“ und „Rassenmischung“. Und jetzt „müssen“ sie ihre Vodafone-Verträge kündigen. Mir tun die Rechten wirklich leid.

Völlig verrückt? Nazis halten netten Vodafone-Spot für „Propaganda“

4. Der Klassiker: Weihnachtsmärkte

Wir sind mitten in der Weihnachtszeit. Und ihr wisst, was das bedeutet: Bei der Kälte im Warmen zu sitzen, mit der Familie Zeit zu verbringen, Glühwein zu trinken und auf Facebook gegen Muslime zu hetzen. Wie meine Freunde bei Mimikama bereits letztes Jahr erklärt haben: Der Lichtermarkt in Elmshorn heißt bereits seit 2007 (!!) Lichtermarkt – Als Rebranding nach dem ihr Weihnachtsmarkt keine Besucher anzog und sie gemeinsam mit Unternehmen in der Stadt eine Beleuchtungsaktion starteten – Ergo der Name. Kann man hier nachlesen. Aber Fakten? Pff, langweilig! Muslime sind schuld!

Alle Jahre wieder: Rechte eskalieren wieder mal wegen „Lichtermarkt“

Also „boykottieren“ Rechte jetzt alle Weihnachtsmärkte die „plötzlich“ (seit Jahren oder niemals) nicht mehr „Weihnachtsmärkte“ heißen. Ich meine, wow. Was hat die Kommerzialisierung einer christlichen Feier mit Kultur und Tradition zu tun? Und warum ist dann die Fortführung dieser Kommerzialisierung dann nicht mehr Kultur und Tradition? Aber ok, dann kann ich meinen Glühwein übrigens ungestört schlürfen. Übrigens bei mir in Augsburg auf einen „Christkindlesmarkt“.

5. Rechte glauben, Schokolinsen sind Schuld an Vergewaltigungen

Klar, auf der Packung steht „(Ja! zu) Vielfalt & Toleranz“. Und dann sind die Schokolinsen der Eigenmarke von REWE auch noch bunt, das geht gar nicht. Wie jeder weiß, sind „Vielfalt“ und insbesondere „Toleranz“ ja ganz schlechte Eigenschaften. Rechte wollen auf jeden Fall intolerant sein und überziehen REWE jetzt mit einem Shitstorm und rufen zum Boykott auf. Ja, wegen Schokolinsen.

Genau das 🖓und eure "super " "wir sind ja alle so tolerant" Propagandadurchsagen in euren Märkten, bestätigt meine…

Gepostet von Manuela Kokott am Mittwoch, 31. Oktober 2018

Es wird sogar noch besser: Wisst ihr, wo deren Problem liegt? Sie sehen bunte SCHOKOLINSEN zuerst als Statement für Migration und Einwanderung und folgern daraus, dass REWE direkt dafür verantwortlich sein soll, dass Straftaten von Nicht-Deutschen begangen werden. WTF! Und natürlich geht keiner der „Patrioten“ jetzt zum REWE einkaufen. Um Deutschland zu retten und so.

Die Whataboutismen und die Korrelationsfindung der Rechten drehen jetzt völlig frei. Und wir haben noch nicht mal darüber geredet, dass es auch schon Quatsch ist, irgendjemand anderem die Schuld an einer Straftat zu geben als dem Straftäter selbst. Aber jetzt sind SCHOKOLINSEN daran schuld? Kommt schon. Es macht keinen Spaß mehr zu sehen, wie diese Leute immer mehr in ihrer Wahnwelt versinken.

6. und dann auch noch Waschmittel

Jetzt meldet sich auch der Waschmittelhersteller Frosch und schließt sich der Botschaft an. In einem Post auf Facebook schreiben sie: „Wir von Frosch lieben Vielfalt! 💙💚💜🧡 Menschen mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen, den unterschiedlichsten Geschichten und Kulturen bereichern unser aller Leben, sind geschätzte Kollegen und Freunde! […]Von uns gibt es ein klares Ja zu Toleranz und ein klares #jazuvielfalt 👍“

Wir von Frosch lieben Vielfalt! 💙💚💜🧡 Menschen mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen, den…

Gepostet von Frosch am Montag, 12. November 2018

In rechten Gruppen ist das natürlich sofort angekommen und ein lächerlicher „Sturm der Empörung“ macht sich breit. Sie äußern Boykottaufrufe von Frosch. Und wieder einmal werden wahnwitzige Kausalzusammenhänge zwischen positivistischen Botschaften und Kriminalität gezogen.

7. Und sie fühlen sich von „braunen Flaschen“ angesprochen

Anfang November startet Beck’s eine Kampagne mit Augenzwinkern: Mit dem Label „Gegen braune Flaschen“ – Ein Stich gegen die Konkurrenz, da Beck’s seine Falschen ja grün vermarktet – machte sie Werbung. Die Doppeldeutigkeit mit dem Statement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus war natürlich gewollt. Die „Patrioten“ bekamen das natürlich in den falschen (Flaschen-)Hals & boykottieren seit dem die Biermarke.

8. Dieser Boykottaufruf der Rechten hat einen ernsten Denkfehler…

Der jüngste Boykottaufruf: Als „Große Protestaktion“ haben sie es angekündigt: Am Montag, den 26. November soll ein Tankstellenboykott stattfinden. In rechten Gruppen wirft es haufenweise geteilt: Alle „Patrioten“ sollen an diesem Tag nicht tanken, weil die Spritpreise so teuer sind. Aber: „Wer tanken muss, sollte das Sonntags am 25. November noch machen.“

Checkt das keiner? Bin ich der einzige? Was zur Hölle nutzt euch ein Tank-Boykott wenn alle einfach am Tag vorher tanken gehen?! Was bringt es, wenn am Montag weniger getankt wird, wenn dafür am Sonntag mehr getankt wird? Schnallt das keiner von denen? Und davon, dass dieser Kettenbrief ein „Zeichen agieren“ will (??) will ich gar nicht anfangen.

9. McDonald’s fällt auch weg

„Besorgte Burger? Nicht bei uns! Gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz“: Das McDonald’s-Plakat ist Fake. Der Aussage stimmt McDonald’s allerdings „100%“ zu, hier die ganze Geschichte:

„100% unsere Haltung!“: McDonald’s reagiert genial auf Anti-Rassismus-Plakat!

10. Zipfelmann von Penny

Und zu guter letzt: Der islamisierte „Zipfel-Mann“ von Penny. Seit Jahren, aber auch irgendwie auch erst plötzlich „wegen der Muslime“ gibt es beim Penny einen Zipfelmann. Es ist die „Unterwerfung!“. Die ganze Geschichte:

Wer hat Angst vorm Zipfelmann?

Und vieles mehr

Unsere Freunde von #HassHilft haben noch eine Top 30 an Boykotten zusammengestellt:

Ist es schwer, ein Rechter zu sein? Sehr sogar. Und das ist gut so. Es geht nicht darum, jedes Unternehmen in den Himmel zu loben, weil es sich gegen Rassismus ausspricht. Auch einige der Unternehmen und Produkte auf dieser Liste haben durchaus den ein oder anderen Dreck am Stecken.

Aber global agierende Unternehmen kommen mit Intoleranz und Rassismus nun mal nicht weit. Die Zeiten sind (hoffentlich bald ganz) vorbei. Und wenn der letzte Rechte irgendwann bei Wasser und Brot merkt, dass das auch halal und vegan ist, haben wir die Welt vielleicht ein klein bisschen besser gemacht.

Artikelbild: Screenshots facebook.com, twitter.com, Dreamsquare, shutterstock.com, Prostock-studio. shutterstock.com, changes were made

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