So ekelhaft fordern AfD-Sympathisanten Erschießung eines Schutzsuchenden

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Ekelhaft.

Ich kann einfach nicht begreifen, warum die AfD direkt und indirekt so viel Einfluss auf unsere Gesellschaft hat. Man muss nur einmal ein paar Minuten in ihren geschlossenen Hass-Brutstätten, die sich Facebook-Gruppen nennen, stöbern, um ihr wahres Gesicht zu sehen. Da wird nicht über Politik diskutiert. Da werden keine konstruktiven Studien gepostet. Es werden keine Zukunftsmodelle entwickelt. Da werden einfach nur Schutzsuchende und politische Gegner beschimpft und Gewaltfantasien formuliert.

Der fremdenfeindliche Kern der AfD-Sympathisanten und -wähler wird sich durch keine politische Maßnahme der Welt wieder in das demokratische Spektrum „zurückholen“ lassen. Eine Diskussion ist sinnlos. Jede Obergrenze der Union und jede weitere Asylverschärfung ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Und sägt an unseren Menschenrechten, für nichts. Im Gegenteil, es wird als Anerkennung gesehen, dass man doch Recht hatte mit seinem blinden Hass. Der wird erst befriedigt sein, wenn alle aus dem Land geworfen oder getötet wurden, die nicht zu ihrer „In-Group“ gehören.



AfD-Sympathisanten fordern Erschießung eines Schutzsuchenden

Der Titel des Artikels ist hunderprozentig wahr. Aber auch eine Meldung mit dem gleichen Informationsgehalt wie „Heute morgen ist die Sonne aufgegangen“. Das passiert jeden Tag, hunderte Male, wenn man sich ansieht, was die Recherchegruppe #DieInsider in den geheimen und geschlossenen Gruppen der Rechten zu Tage fördert. Aber nehmen wir ein aktuelles – obwohl eigentlich nicht aktuelles – Thema.

In einer Gruppe, die buchstäblich „AfD-Sympathisanten“ heißt (Das war keine Unterstellung von mir, sondern Selbstbezeichnung), und von einigen AfD-PolitikerInnen administriert wird, wurde gestern ein Artikel der BILD gepostet über einen Fall aus dem letzten November. Der Artikel wurde gleichzeitig in diversen anderen rechten Gruppen verbreitet.

Sie posten immer wieder alte Artikel

Erstens einmal: Der BILD-Artikel ist vom November, nicht aktuell. In Dorstfeld gab es seinerzeit einen Streit in einer Asylunterkunft, bei der der Täter zum Messer griff. Ein Polizeibeamter bezwang den Mann daraufhin mit einem Beinschuss, nachdem Pfefferspray wirkungslos war. (Quelle) Es ist eine weit verbreitete Taktik in rechten Gruppen: Inzwischen werden weniger Fake News verbreitet, sondern es werden immer wieder alte Artikel mit Berichten von Vorfällen von neuem verbreitet. Auf das Datum guckt sowieso niemand.

So soll neben Lügengeschichten und der selektiven Auswahl weiter der Eindruck entstehen, die Kriminalität sei dramatisch angestiegen – Natürlich nur wegen der Schutzsuchenden. (Nichts davon ist der Fall). Durch das Füttern täglicher Meldungen will man weiter Hass schüren. Nun, die Reaktionen auf den Artikel waren alle gleich. Und wir haben uns nicht Kommentare herausgepickt. Das sind alle Kommentare, wie sie angezeigt wurden. Keiner hat widersprochen, auch keiner der Admins, die teilweise AfD-Mitglieder sind.

Verbannt diesen Faschismus aus unseren Diskursen!

Mir will doch keiner sagen, dass diese Leute „besorgt“ sind. Oder sich nur über vermeintliche Kriminalität beklagen. Jeder, der diese Anhänger ernst nimmt, ist entweder naiv oder findet so einen Hass und Gewaltfantasien in Ordnung. Und beides disqualifiziert jemanden in meinen Augen für einen sinnvollen Diskurs. Erst kürzlich feierten sie den Bottrop-Attentärer, wo sie doch angeblich so besorgt wegen Anschlägen seien. (Wir berichteten hier) Liebe LeserInnen, das ist das Gesicht der AfD. Nicht mehr und nicht weniger. Alles andere ist Fassade.

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Artikelbild: fizkes, shutterstock.com, Screenshot facebook.com/#DieInsider

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