Auch CDU-Bildungsminister Tullner aus Sachsen-Anhalt teilt AfD-Fake-Grafik – Und reagiert so

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Irreführende Wetterkarten

Ein Beitrag, der mit „Fühlen sie sich manipuliert“ [sic] überschrieben ist, soll suggerieren, dass „früher“ die Wetterkarten der Tagesschau noch nicht rot eingefärbt worden waren, auch nicht bei hohen Temperaturen. Dazu wird ein Bild der Tagesschau von 2009 mit einem von 2019 verglichen. Das verbreiteten AfD-Accounts, auch AfD-Politiker wie der Bundestagsabgeordnete Jan Nolte. Dabei wurde einfach nur die 3-Tage-Vorschau mit dem des nächsten Tages verglichen, die schon lange unterschiedlich eingefärbt sind. Wir haben darüber berichtet:

Fake: AfD manipuliert ihre Wähler & teilt irreführende Grafik des Wetterberichts der Tagesschau

Doch auch der CDU-Politiker Marco Tullner, ausgerechnet Bildungsminister von Sachsen-Anhalt, hat die irreführende Grafik mit den Manipulationsvorwürfen an die Tagesschau verbreitet.

Screenshot twitter.com
„Warum wurden eigentlich die Wetterkarten von grün auf glutrot, bei selben Temperaturen, umgestellt? Das geistert ja gerade durch das Netz“



Ironie? Missverständnis?

Laut einigen Kommentierenden solle es sich dabei um Ironie gehandelt haben. Watson-Reporter Felix Huesmann berichtet, ein Pressesprecher des Bildungsministeriums Sachsen-Anhalt habe gesagt, es sei ein „Missverständnis“ gewesen: „Marco Tullner hat dem Leiter der MDR-Onlineredaktion lediglich eine Frage gestellt. Dabei ging es nicht darum, sich damit gemein zu machen.“

Auch die Verbreitung der Grafik habe nur zur Illustration gedient. Die Wortwahl des Tweets zeige, dass sich Tullner mit der Grafik nicht gemein machen wollte, so der Ministeriumssprecher. Wie Huesmann richtig feststellt, hat Tullner aber nicht gefragt: „Stimmt diese Behauptung“, sondern: „Warum?“ Er erkennt an, dass es stimmt, was die AfD da behauptet. Und Ironie? Worauf hätte sich diese beziehen sollen? Auch die patzige Reaktion wirft kein gutes Licht auf ihn:

In Zusammenhang mit Rezo und auch erst kürzlich mit der Kritik am Lobby-Video mit Klöckner und Nestlé (Hier) scheint die CDU nicht nur immer wieder negativ mit dem Verbreiten von Falschaussagen aufzufallen, sondern auf berechtigte Kritik beleidigt zu reagieren und den Fehler bei anderen zu suchen.

CDU & Fake News: FridaysForFuture möchten nicht „alles abschalten“

Artikelbild: Mark Nazh, shutterstock.com/Screenshot twitter.com

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