Seperatist Puschilin liefert keine Belege für angeblich geplante Offensive

| Faktencheck | 7. März 2022

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Naive Querdenker fallen auf überführten Lügner herein

Auf Telegram kursiert aktuell der Bericht von einer “Pressekonferenz” mit dem pro-russischen Seperatistenführer Puschilin. Puschilin war mit dabei, als Putin die eigenmächtige Anerkennung der ukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk durchführte – Ja, die inszenierte Sondersitzung, die nachweislich mehrere Stunden aufgezeichnet wurde, bevor es im russischen Fernsehen als „live“ ausgestrahlt wurde (Quelle). Jetzt behauptet er – völlig ohne Beweise, dass plötzlich wieder „Beweise“ aufgetaucht seien, dass die Ukraine Russland angeblich zuerst habe angreifen wollen. Andere Lügen von Puschilin und seinen Leuten mit ähnlichen Behauptungen wurden in der Vergangenheit bereits entlarvt.

In den Kreisen von Querdenker:innen teilt man das begierig – nicht, weil sie glauben, dass es stimmt – sondern weil sie blind alles teilen, was dem “offiziellen Narrativ” widerspricht. Dass sie dabei Propaganda für einen Kriegsverbrecher Putin machen, scheint dabei die Wenigsten zu stören. In der Szene nutzen viele den Angriff auf die Ukraine für ihre Verschwörungsmärchen und teilen Putins Propaganda:

Putins Handlanger: Wieso „Querdenker“ & Impfgegner jetzt Pro Putin sind

Puschilin hat bereits in der Vergangenheit dreist gelogen

Puschilin ist Anführer der Separatisten im Donbass. Diese sind nun schon seit Wochen damit beschäftigt, die Welt mit unfassbar schlechten Fakes davon zu überzeugen, dass Selenskyj angeblich unbedingt den Donbass angreifen wollte. Wir hatten berichtet:

Faktenchecks: Putins False-Flag Fake News über die Ukraine

So erstellten zum Beispiel die Separatisten ein gestelltes Video, welches einen “Angriff” von ukrainischen Saboteuren zeigen sollte. Nur: die Metadaten der Videodateien zeigen, dass die Videos bereits Anfang Februar produziert worden waren (Quelle).

Außerdem ist das zu hörende Gewehrfeuer offenbar nicht echt, sondern aus einem anderen Video hereinkopiert (Quelle), welches das Team von „Bellingcat“ ebenfalls identifizieren konnte:

Sämtliche Belege sind frei verfügbar und jeder kann sich selbst davon überzeugen, dass Puschilin und seine Leute Lügner:innen sind, die unbedingt Vorwände fabrizieren wollen, um Putins Angriffskrieg zu rechtfertigen.

Neuer Fake – widerspricht altem Fake?

Nun behauptet also Puschilin, dass russische Truppen auf einem “Laptop” angebliche Pläne für einen Überfall auf den Donbass am 8. März gefunden hätten. Das ist erstmal nur eine Behauptung mit sehr dünner Beweisdecke, die wir derzeit weder verifizieren noch widerlegen können. Der einzige „Beweis“, der vorgelegt wird: eine deutsche Fahne. Es geht der russischen Propaganda hier aber auch vor allem darum, dass es ja wahr sein könnte. Es geht nicht darum, ihre Behauptungen zu belegen, Verwirrung stiften reicht schon. Wer braucht da schon ordentliche Belege?

Der gefundene „Laptop“ scheint auch nicht so super überzeugend zu sein:

Daher ist es an dieser Stelle wichtig, zu erwähnen, dass Puschilin bereits VOR der russischen Invasion von angeblichen Beweisen für einen bevorstehenden Angriff auf den Donbass gesprochen hat. Er ließ daraufhin per Videobotschaft eine Evakuierung des Donbass starten. Gepostet wurde es am Freitag 18.02., die Meta-Daten zeigen aber, dass dieses Video bereits zwei Tage zuvor aufgenommen wurde – am 16.02.: Mittwoch. Offenbar war die “Evakuierung” nicht ganz so dringend, wie behauptet worden war…? Wieso musste er dann drei Wochen später neue „Beweise“ finden…?

Hier, hier und hier könnt ihr die Metadaten auch selbst überprüfen.

Das liegt der starke Verdacht nahe, dass Puschilin sich eben regelmäßig einfach irgendwelche Daten ausdenkt, an denen er angeblich angegriffen werden wird, um damit den russischen Einmarsch zu rechtfertigen. Naive Querdenker:innen wollen sich aber offenbar gerne verarschen lassen.

Sputnik-Mitarbeiterin verbreitet Putin-propaganda in Deutschland

In Deutschland wurde die Pressekonferenz und die darin aufgestellten Behauptungen vom Kanal “Neues aus Russland” verbreitet. Geleitet wird der Kanal von Alina Lipp. Sie arbeitete kürzlich noch für den vom Kreml kontrollierten Staatssender Sputnik (Quelle).

Ihr Blog wird in Sankt Petersburg, Russland gehostet. Außerdem betreibt sie einen Youtube Kanal “Glücklich auf der Krim”, auf welchem sie davon berichtet, wie super angeblich alles auf der Krim laufe, seitdem Putin das Gebiet 2014 mit Waffengewalt und völkerrechtswidrig annektiert hatte (Quelle). Typisch Propaganda eben.

Noch Ende Januar hat sie jedem erzählt, dass Russland ja super friedlich sei, und keinen Krieg wolle.

Als die Separatisten in der Ostukraine dann eine Kindertagesstätte beschossen, leugnete sie beispielsweise das Kriegsverbrechen und behauptete, es sei ein False Flag Angriff gewesen. Das ist falsch (Quelle). Dabei sind die Belege für alle einsehbar zusammengetragen worden. Die Geschosse kamen aus Richtung der besetzten Gebiete:

Insofern ist also auch extrem naheliegend, sie als eine überführte Pro-Putin-Propagandistin zu bezeichnen, die sogar Putins Angriffe auf Kindergärten leugnet. Noch deutlicher: Außerdem arbeitet(e) sie für das vom Kreml kontrollierte Medium Sputnik.

Angriffskrieg ist durch nichts gerechtfertigt

Putin lässt seine Truppen Krankenhäuser, Kindergärten und Wohngebäude bombardieren. Das ist durch öffentlich verfügbare Quellen (OSINT) zur Genüge belegt.

RT DE leugnet Putins Streubomben gegen Kindergarten, Krankenhaus in der Ukraine

Über Putins Ausreden, warum er das tut, könnte man lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

So wird Putins Rechtfertigung für den Ukraine-Einmarsch verspottet

Und in Deutschland verbreiten naive “Querdenker” Kreml-Nahe Propaganda, um das ganze zu rechtfertigen. Dass Puschilin einfach nur Putins Spiel mitspielt, und in der Vergangenheit bereits Kriegsgründe fabriziert wurden, macht diese Behauptung ohne Beweise extrem fragwürdig. Widerlicher kann es kaum werden.

Artikelbild: Screenshots

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