Quatschjura zerlegt: Infektion ist via PCR nachweisbar – Pandemie NICHT vorbei

| Corona-Fake | 26. November 2020

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Zentrales Pandemie-Leugner-Argument widerlegt

Die Pandemie-Leugner:innen von Querdenken denken, dass, ja, die Pandemie vorbei sei beziehungsweise nie existiert hätte. Dazu nutzen sie allerlei Fake News, “Quatschjura” und Verschwörungsmythen, aber mit den Monaten haben sie ihre irreführenden Argumente verfeinert. Derzeit fokussieren sie sich auf die PCR-Tests, denn wenn sie deren Unzuverlässigkeit nachweisen könnten, könnten sie, so glauben sie, die ganze Corona-Pandemie für Fake erklären. Dazu versuchen sie sogar anscheinend, uns vor Gericht zu zerren. Alle Fakten zum PCR-Tests haben wir hier:

PCR-Tests sind sehr genau: Teile diesen Text, um die zentralen Lügen der Pandemie-Leugner zu widerlegen

Der Querdenken-Anwalt Ralf Ludwig argumentierte vor wenigen Tagen so: Laut dem neuen Infektionsschutzgesetzt (das bis letzter Woche noch ein “Ermächtigungsgesetz” gewesen sein soll, warum hat plötzlich der Protest aufgehört?) Corona-Maßnahmen nur begründet seien, wenn es Infektionen gibt. Nach Querdenken-Argumentation würde der PCR-Test aber keine Infektionen nachweisen und nach ihrem Quatschjura sei deshalb “de Jura die Pandemie vorbei”.

Er geht sogar so weit, dass sich Mitarbeiter des Gesundheitsamtes “strafbar” machen sollten, wenn sie Maßnahmen erlassen, was natürlich völliger Unsinn ist. Anwalt Jun schaut sich diese auf den ersten Blick logische Argumentation aber genauer an: Denn nur weil einige Punkte logisch und richtig sind, führen einige eingestreute Lügen dazu, dass “Quatschjura” herauskommt.

Maßnahmen werden nicht durch “Infektionen” begründet..

Die zentrale Falschaussage hier: Im Gesetz steht nämlich, dass es sich um eine Infektion handelt, wenn “die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus” vorliegt. Es stimmt zwar, dass ein positiver PCR-Test nicht zwingend aussagt, dass man gerade oder künftig infektiös ist, aber er weißt nach, dass spezifische RNA-Sequenzen, die in der RNA des Sars-CoV-2-Virus vorhanden sind. Der PCR-Test weist also sehr zuverlässig eine Infizierung nach, unabhängig, ob man infektiös ist (Quelle). Damit die PCR ein Virus nachweisen kann, muss es sich irgendwann mal vermehrt haben. Daher weist eine PCR faktisch eine Infektion nach, das ist eine wissenschaftlich sehr große Korrelation (Quelle). Zu infektiös kommen wir gleich noch.

“Querdenker verwechseln hier die Nachweismethode der Anzucht mit einer Infektion”, erklärt Jun. Wenn man das jedes Mal anzüchten müsste, würde das Wochen dauern bis ein Ergebnis da ist, und entsprechend länger müsste also die Quarantäne sein. Selbst wenn die Querdenker mit ihren Argumenten Recht hätten, würde das also nicht zu einer Aufhebung aller Regeln führen, im Gegenteil: Während man auf das Ergebnis wartet, müsste man bei dem Nachweis per Anzucht viel länger in Quarantäne sein. Und in den meisten Fällen heißt es auch: Wenn man infiziert, aber nicht infektiös ist, dann wahrscheinlich weil man erst am Anfang steht.

Corona-maßnahmen gesetzlich gestützt

Aber genau darauf stützt sich auch das Infektionsschutzgesetz und damit sind alle Corona-Maßnahmen auch gesetzlich gestützt. Es handelt sich also wieder mal um das von Jun geprägte “Quatschjura” von Querdenken. Jun stellt aber wieder mal fest, dass der blinde Aktionismus und die Quatsch-Argumente seriös angewendet eine Verbesserung der Maßnahmen ermöglicht werden können.

Die Querdenker behaupten zwar fälschlicherweise, die PCR-Tests seien nicht zuverlässig genug, dabei ist eher das Gegenteil der Fall: Sie sind sehr empfindlich. Da in Deutschland auch Ct-Werte von 41 als positiv gewertet werden, werden damit auch Personen positiv getestet, die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr oder noch nicht infektiös sind. Bisher ist es so, dass diese Menschen vorsichtshalber trotzdem in Quarantäne komme, was ja auch in der Praxis sinnvoll ist. Aber man könnte die Ergebnisse dennoch differenzierter interpretieren und die Maßnahmen detaillierter und gezielter anpassen. Das würde aber eben auch nicht heißen, die Pandemie sei vorbei.

Zum Thema:

5 Fälle, in denen Querdenken versehentlich für Verschärfung von Maßnahmen sorgte!

Artikelbild: Screenshot youtube.com

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