Fünf Beispiele von Zivilcourage gegen die zweite Welle

| Kommentar | 10. Oktober 2020

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gegen die zweite Welle

Parallel zur Corona-Pandemie läuft auch die Fake-News-Pandemie. Um eine zweite Welle zu verhindern  (, wenn das nicht schon zu spät ist), ist es umso wichtiger, Zivilcourage zu zeigen. Wir haben fünf Beispiele von Fällen, in welchen Leute gegen unwissenschaftlichen Unsinn aufgestanden sind und ihren Teil geleistet haben, dass wir alle sicher durch die Pandemie kommen können.

1. Die gesamte Belegschaft eines Arztes hat ihm gekündigt, weil er gegen die Maskenpflicht ist

Ein Schweizer Arzt, der auf Pandemie-Leugner-Demos Reden hält und behauptet, es sei erwiesen, “dass die Maske nicht schützt”, musste jetzt seine Praxis schließen. Warum? Weil alle seine Angestellten, zwei Ärztinnen und drei medizinische Praxisassistentinnen wegen seiner Einstellung gekündigt haben. Er behauptet, er “habe bisher keine Studie gesehen, die mich vom Gegenteil überzeugt” (Quelle).

2. Mehrere Mathe-Professoren der Uni Dresden widerlegen einen Kollegen, der den Lockdown für “überflüssig” erklärt hat:

Ein Mathematik-Professor hat eine statistische Analyse angefertigt, welche er mit “Falsche Panik vor Corona” überschrieben hat. Mehrere andere Mathematiker der TU Dresden sind geschockt wegen den falschen Grippe-Vergleichen darin und haben eine Replik veröffentlicht, die sie als “abwegig und gefährlich” bezeichnen. Sie bezeichnen dessen Argumentation als “wissenschaftlich nicht haltbar”.

“Es ist selbstverständlich legitim, die Frage zu stellen, ob auch weniger einschneidende Maßnahmen ausgereicht hätten, um in Deutschland eine größere Katastrophe zu verhindern. Aber selbst wenn man dies als Tatsache ansehen könnte – was es nicht ist –, widerspricht es jedem Prinzip der Logik, wie man hieraus einen „nicht entschuldbaren Fehlalarm“ ableiten kann. Schließlich stand dieser Rückblick Anfang März keinem Entscheidungsträger zur Verfügung. Das Argument ist von ähnlicher Qualität wie die Aussage: „Da ich bis jetzt nicht an Grippe erkrankt bin, war meine Grippeimpfung vor fünf Monaten überflüssig.“ (Quelle).

Es ist wichtig, dass die vielen seriösen Wissenschaftler:innen ihren Kolleg:innen auf Irrwegen widersprechen und die Verdrehungen und Fehler aufzeigen. Denn mit deren Doktortiteln verleihen sie der faktenfreien Pandemie-Leugner-Bewegung nur unnötig Selbstbestätigung, die sie nicht verdient haben. Aber ein Doktortitel schützt einen nicht davor, völligen Unsinn zu verfassen.

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3. Uni Kiel: Fakultät und Fachschaft widersprechen Bhakdi-Unsinn

Die “überwältigende Mehrheit” der Fakultät und Fachschaft Medizin der Uni Kiel distanziert sich von Karina Reiß und Sucharit Bhakdi und wirft ihnen für das Buch “Corona Fehlalarm” vor, unbelegte und im Gegensatz zu internationaler Forschung stehenden Behauptungen zu verbreiten (Quelle).

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4. Busfahrerin beschreibt auf Twitter, wie sie Zivilcourage gegen Maskengegner zeigt

Doch man muss kein:e Expert:in an einer Uni sein, um gegen den Pandemie-Leugner-Unsinn im Alltag vorzugehen. Eine Busfahrerin aus Hamburg berichtet auf Twitter, wie sie ihren Teil dazu beiträgt, dass Maskengegner:innen nicht andere Leute in Gefahr einer zweiten Welle bringen. Jedes bisschen hilft:

5. Und der fünfte Fall?

Haben wir nicht gesagt fünf Fälle? Nun DU bist der 5. Fall. Jeden Tag. Indem du auf andere achtest, eine Maske trägst, die Corona-Warn App laufen lässt und auf Partys in großen Gruppen verzichtest, leistest du deinen Beitrag, dass die Pandemie uns nicht das Wasser reichen kann. Dass wir vielleicht doch eine zweite Welle vermeiden. Dass wir den bisher glimpflichen Verlauf der Pandemie in Deutschland im Vergleich zum Rest der Welt als Erfolg verbuchen und nicht als Beweis, dass die Maßnahmen unnötig waren. Widersprecht Fake-News-Schleudern, bleibt kritisch.

Wir haben ein paar Tipps aufgeschrieben, worauf ihr achten müsst:

Wie man am besten reagiert, wenn Freunde & Verwandte Corona-Fake News verbreiten

Tut einfach euren Teil im Alltag. Macht den Mund auf, hört auf Expert:innen. Am besten auf die, die auch wissenschaftlich arbeiten. Tut einfach das, was ihr könnt. Ihr müsst aber nicht jede Diskussion führen oder alle Fakten selbst recherchieren, wenn ihr nicht könnt oder wollt. Dafür gibt es ja Seiten wie uns. Zusammen gegen eine zweite Welle!

Text: Philip Kreißel, Thomas Laschyk. Artikelbild: Faber14

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Unsere Autor:innen nutzen die Corona-Warn App des RKI: