AfD beklagt ihren abgebrannten LKW, aber diese ganzen Anschläge verschweigt sie

| Politik | 23. Oktober 2019

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Opferhaltung nur für sich selbst

Die AfD gibt wieder einmal als das arme, isolierte Opfer von Gewalt. Sie sei das Opfer von „Anschlägen“, und niemand störe sich angeblich daran. Breit wird ein Vorfall von der Nacht von Samstag auf Sonntag ausgeschlachtet. Ein Lkw der AfD ist in Reinsdorf in Flammen aufgegangen. Die Polizei geht bisher von Brandstiftung aus und einem politischen Motiv aus. Sie hat jedoch noch keine Hinweise auf Tatverdächtige (Quelle). Und natürlich ist eine derartige Brandstiftung zu verurteilen, völlig egal, was welchem Motiv sie passiert ist. Die AfD schlachtet den Vorfall auch breit aus:

Screenshots

In den meisten Beiträgen sind natürlich eindrucksvolle Bilder des brennenden LKW dabei. Die Empörung ist groß. Arme AfD, die mit unfairen Mitteln angegriffen werde. Pazderski ging sogar noch einen Schritt weiter und vorverurteilte die Medien und Politik. Und behauptete einfach, dass diese diesen Vorfall nicht verurteilen würden. Mit schwingt die „Lügenpresse“ und der Vorwurf, dass solchen Methoden stillschweigend gebilligt werden würden.



Und was ist damit? Heuchelei von der AfD

Aber diesen Vorwurf muss man aber umdrehen: Wo bleibt der Aufschrei der AfD gegen diese ganzen Vorfälle?

  • In der gleichen Nacht wurde eine Flüchtlingsunterkunft von einem Auto heraus beschossen (Quelle). Reaktionen der AfD: Keine.
  • Der CDU-Spitzenkandidat Mohring bekam Morddrohungen (Quelle). Reaktionen der AfD: Keine.
  • Grünen-Fraktionschef Dirk Adams bekam ebenfalls Morddrohungen (Quelle). Reaktionen der AfD: Keine.
  • Auch Morddrohungen gegen den Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent (Quelle). Reaktionen der AfD: Keine.
  • In der Nacht auf Montag wurden Brandsätze auf eine Moschee in Dortmund geworfen (Quelle). Reaktionen der AfD: Keine.
  • Anschlag auf ein Wahlkreisbüro eines CDU-Bundestagsabgeordneten (Quelle). Reaktionen der AfD: Keine.

Wo bleibt der Aufschrei der „unaufrechten Demokraten“? Natürlich ist die Brandstiftung gegen den AfD-LKW zu verurteilen. Doch die AfD betreibt ein falsches Spiel, wenn sie immer ausschließlich die Vorfälle gegen sich selbst erwähnt. Und alles andere selbst verschweigt. Oder diese gar selbst inszeniert:

Opferinszenierung: AfD erwischt, wie sie eigenen Infostand zerlegt – Schuld sei „die Antifa“

Die AfD erwartet Mitleid und Solidaritätsbekundungen, wenn jedoch ihre politischen Gegner – auch nach ihrer Hetze – angegriffen werden, schweigt sie bewusst. Im Gegenteil, dort wird Relativierung betrieben, gelogen oder sogar Spott verbreitet. Wie beim rechtsextremen Attentat von Halle:

Ernsthaft? AfD Sachsen verbreitet Fake News über den Halle-Terroristen

Manipulation durch Schweigen

Es ist eine geheuchelte und manipulierende Strategie der AfD: Alle Berichte, die sich nicht in ihrem Sinne instrumentalisieren lassen, verschweigen und gleichzeitig unabhängige und kritische Medien diffamieren („Lügenpresse“). Wenn dann ihre AnhängerInnen nur noch AfD-nahe Medien konsumieren, die systematisch alles verschweigen, was nicht ins Weltbild passt und alles ausschlachten, was sie als Opfer darstellt, wird auch ohne Lügen (von denen es aber auch genug gibt) ein völlig falsches Bild gezeichnet. Die AfD macht das bereits seit Jahren mit der selektiven Erwähnung von (vermeintlicher) Kriminalität von Nicht-Deutschen, wie Statistiken deutlich zeigen:

Kriminalität: So realitätsfern ist die „alternative“ Sicht der AfD-Wähler

Die AfD möchte immer nur das Opfer spielen. Sie sei das Opfer von Anschlägen, von Kriminalität von bösen Ausländern. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Die AfD ist der Täter. Die AfD hetzt auch durch diese Methode gegen politische Gegner und gegen Minderheiten. Und so kommt es zu „täglichen Einzelfällen“ gegen Migranten und politischen Gegner*innen. Zu Angriffen, Anschlägen, Morden, Übergriffen und Morddrohungen. Durch diejenigen, die auf diese AfD-Propaganda hereinfallen. Zu Anschlägen wie in Halle. Mit denen die AfD dann wiederum aber nichts zu tun haben will oder ignoriert.

Fazit

Es ist ein durchschaubares Spiel. Wenn sie und ihre Anhänger versuchen, immer wieder ihre Manipulationen in den Mittelpunkt zu rücken. Bei einem Bericht der WELT über die Morddrohungen gegen Mohring kommentierten die Anhänger, dass man doch lieber über die AfD reden solle. Wo ist da die Verurteilung der Gewalt gegen ihre politische Gegner? Nicht nur das, der CDU wurde teilweise sogar eine Lüge unterstellt. Es ist unglaublich pervers.

Die AfD möchte, dass man ihr die Opferrolle zugesteht, dabei ist sie der Täter. Sie hat kein Mitgefühl für die Opfer auch ihrer Stimmungsmache, für die Morddrohungen und die Anschläge gegen die Minderheiten, gegen die sie hetzt. Es ist eine riesige Heuchelei, von der wir uns nicht beeindrucken lassen sollten.

Artikelbild: Marcos Mesa Sam Wordley, shutterstock.com

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