Du wirst nicht glauben, was für 69 Monster Seehofer abgeschoben hat!

Kolumne Schwer verpetzt

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Entschuldigung, da ging der Sarksasmus mit mir durch

Man kann Innenminister Seehofer fast dankbar sein, dass er bei den jüngsten Abschiebungen der 69 Afghanen sich darüber amüsierte, dass er genau am gleichen Tag 69 wurde. Denn das haben viele Medien zum Anlass genommen, herauszufinden, wer diese 69 Menschen denn eigentlich waren, die abgeschoben wurden. Und dann ist endlich das passiert, was die ganze Zeit gefehlt hat: Die Zahlen wurden zu Menschen.

Diese Menschen waren Schüler, Azubis, Arbeiter. Mindestens 50 der 69 haben keine Straftaten begangen, waren keine „Gefährder“ oder so etwas. 4 waren Schüler aus Illertissen in Bayern, sollen „freundlich und zielstrebig“ gewesen sein. Marof G., 32, hat bei einer Metallbau-Firma in Schwaben gearbeitet. „Er war höflich, absolut zuverlässig und fleißig. Er hat unsere Werte angenommen und mich als weibliche Chefin total akzeptiert“, sagt die Geschäftsführerin.



Man schiebt gut integrierte Menschen ab

Elias W., 25, besuchte eine Berufsintegrationsvorklasse. Er war Klassensprecher. Bei der Fußball-WM war er für Deutschland. Er stand kurz vor dem Schulabschluss. Nawid A., 24 hätte am Tag der Abschiebung seine mündliche Prüfung für den Hauptschulabschluss in Neu-Ulm gehabt. Auch ein junger Mann aus Altenstadt hatte einen Ausbildungsvertrag als Altenpfleger und wurde abgeschoben. Und so weiter (Hier und hier noch viel mehr Schicksale)

Wir diskutieren immer über die „Gefahr“, die von Schutzsuchenden ausgeht. Aber fast 98% aller hier lebenden Asylsuchenden begeht nie eine Straftat. Wer als Flüchtling anerkannt wird, ist sogar weniger kriminell als der Durchschnittsdeutsche. Aber reden wir auch mal über die Menschenleben, die von ihnen gerettet wurden? Über die Arbeitsplätze, Erfahrung und Geschichten, die sie uns bringen? Und wenn man rein wirtschaftlich denkt: Über die Steuereinnahmen und Wirtschaftsleistung?

Im verzweifelten Versuch vor allem der CSU, ihren historischen Absturz bei der kommenden Landtagswahl (erfolglos) abzuwenden, wird eine fiktive „Asylkrise“ inszeniert und gut integrierte, fleißig lernende und arbeitende Menschen werden aus der Gesellschaft gerissen und in ein Land zurückgebracht, dass trotz gegenteiliger Behauptungen nicht sicher ist. Einer der 69 hat sich aus Verzweiflung das Leben genommen.

Und die AfD jubelt (auch wenn sie das nie zu geben würde, ihre Opferrolle ist ihr Markenzeichen): Ihre menschenverachtende Politik wird umgesetzt, und sie ist noch nicht mal an der Macht. Die CSU zerstört Menschenleben, macht die Politik der AfD und nimmt ihr nicht einmal Wählerstimmen weg. Es ist traurig, was in unserem Land derzeit geschieht. Und dass so viele nur das schlechteste in den Menschen sehen wollen, die bei uns Hilfe und eine Zukunft suchen.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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