Münster: Mitglied von „Corona-Rebellen“ ruft zum Mordanschlag auf

| Social Media | 14. Juni 2020

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Anzeige wegen Aufruf zum Anschlag

Die Gruppe „Eklat Münster“ erklärt, bei der Beobachtung der Telegram-Chats einer Corona-Rebellen-Gruppe einen erschreckenden Beitrag entdeckt zu haben. Wie sie berichten (Link), vernetzen sich die Organisatoren der so genannten „Hygiene-Demos“ aus Münster in einem Telegram-Kanal, den diese für Austausch nutzen. Am 5. Juni schrieb ein Mitglied namens „Michael“ der Gruppe in Bezug auf die bundesweit stattfindenden Black Lives Matter Demonstrationen: „Mit dem Auto rein fahren. Nummernschild ab und Vollgas hupend rein in diese Menge“. Eine Distanzierung seitens anderer Mitglieder fand in der Gruppe nicht statt, ein weiteres Mitglied kommentierte mit „Ist so.“, heißt es.

Screenshot via Eklat Münster

Die Pressesprecherin der Gruppe Eklat Münster erklärt: „Hier ist eine neue Eskalationsstufe erreicht. Das ist ein Aufruf zu einem terroristischen Anschlag. Völlig bewusst und offen wird hier zum massenhaften Mord an Menschen aufgerufen, die sich mit den Protesten um George Floyd solidarisieren.“ Nach eigenen Angaben hat die Gruppe jetzt Anzeige bei der Polizei erstattet gegen die Verschwörungsideolog*innen, die Mythen über „Chemtrails“, „Impfzwang“ oder die vermeintliche Gefahr von 5G austauschen.

Mitglieder der Gruppe des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis Münster“ fordern eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Thematik der „Corona-Rebellen“ auch in Münster: „Ich denke, wir sollten als Gesellschaft gelernt haben, dass Anschlagsdrohungen besonders aus verschwörungsideologischen Milieus niemals auf die leichte Schulter genommen werden sollten.“ Und weiter: „Ob in den Chatverläufen oder in den öffentlichen Redebeiträgen auf dem Domplatz – jede Woche können wir antisemitische und rassistische Hetze im Zusammenhang mit den sog. Hygiene-Demos beobachten. Dafür ist kein Platz in Münster.“

Antisemitismus & Gewaltaufrufe der Corona-Rebellen

Die verschiedenen verschwörungsideologischen Gruppen der „Corona-Rebellen“ fallen öfter mit Gewaltaufrufen oder Antisemitismus auf. Die bekanntesten Verschwörungserzähler*innen verbreiten teils offen antisemitische Mythen, wie die Nationalsozialisten sie auch propagierten (mehr dazu).

“Jüdische Weltverschwörung”: Attila Hildmann verbreitet antisemitische Aussagen

Besonders beliebt ist der holocaustrelativierende Vergleich der „Corona-Rebellen“ mit der Unterdrückung der Juden. Sie spinnen sich aus nicht existierenden „Impfzwängen“ zu Impfungen, die es noch nicht einmal gibt, eine Unterdrückung wie im Dritten Reich zusammen, womit sie den millionenfachen Mord verharmlosen (mehr dazu).

Impfgegner, die sich mit Juden vergleichen: Ihr seid widerliche Holocaust-Relativierer!

Es gab bereits mehrere gewaltsame Auseinandersetzungen auf den Demos der „Corona-Rebellen“, die Neonazis teilweise mit organisierten (mehr dazu). Die Gruppe aus Münster ist auch nicht die einzige, die nicht nur Feindbilder mit unglaublichen Anschuldigungen aufbaut und damit die Gefahr von Gewalt und stochastischem Terror streut, sondern teilweise und bisher ohne Konsequenzen zu Widerstand mit Waffengewalt aufruft (mehr dazu).

 

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Es ist wichtig, derart extremistischen Tendenzen der Verschwörungserzähler*innen der „Corona-Rebellen“ anzuzeigen, damit die Behörden sie strafrechtlich verfolgen können. Bevor etwas passiert.



Artikelbild: Screensot via Eklat Münster

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