Greta wohl infiziert: So widerlich hetzen AfD-Fans & wünschen ihr den Tod

| Kommentar | 25. März 2020

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Greta wohl infiziert

Wie die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gestern auf ihrer Instagram-Seite erklärte, vermutet sie, mit dem Coronavirus infiziert gewesen zu sein. Sie wurde noch nicht getestet, hatte nach ihrer letzten Reise gleichzeitig mit ihrem Vater Grippe-Symptome gezeigt. Sie sei deshalb jetzt zwei Wochen in Quarantäne gewesen. Greta erklärt, dass in Schweden ein Test auf Covid-19 nicht möglich sei, wenn man nicht akut medizinische Hilfe benötige. Sie ruft abschließend dazu auf, zu Hause zu bleiben und auf Gesundheitsexpert*innen zu hören.

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The last two weeks I’ve stayed inside. When I returned from my trip around Central Europe I isolated myself (in a borrowed apartment away from my mother and sister) since the number of cases of COVID-19 (in Germany for instance) were similar to Italy in the beginning. Around ten days ago I started feeling some symptoms, exactly the same time as my father – who traveled with me from Brussels. I was feeling tired, had shivers, a sore throat and coughed. My dad experienced the same symptoms, but much more intense and with a fever. In Sweden you can not test yourself for COVID-19 unless you’re in need of emergent medical treatment. Everyone feeling ill are told to stay at home and isolate themselves. I have therefore not been tested for COVID-19, but it’s extremely likely that I’ve had it, given the combined symptoms and circumstances. Now I’ve basically recovered, but – AND THIS IS THE BOTTOM LINE: I almost didn’t feel ill. My last cold was much worse than this! Had it not been for someone else having the virus simultainously I might not even have suspected anything. Then I would just have thought I was feeling unusually tired with a bit of a cough. And this it what makes it so much more dangerous. Many (especially young people) might not notice any symptoms at all, or very mild symptoms. Then they don’t know they have the virus and can pass it on to people in risk groups. We who don’t belong to a risk group have an enormous responsibility, our actions can be the difference between life and death for many others. Please keep that in mind, follow the advice from experts and your local authorities and #StayAtHome to slow the spread of the virus. And remember to always take care of each other and help those in need. #COVID #flattenthecurve

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„Verrecke du votze“

Die Meldungen über die Information von Greta Thunberg verursacht das in den rechtsextremen und AfD(-nahen) Gruppen, was jede Meldung dort verursacht, die eines ihrer Feindbilder beinhaltet: Hass, Hetze, Beleidigungen, Häme und ganz viele Todeswünsche. „Verrecke du votze“ [sic], „Weg mit diesem dummen Balg!“ oder „Hoffentlich …“ jubeln die rechtsextremen Menschenhasser in Gruppen wie „Anti Islamische Allianz Abendland AiAA“ [sic], „Freunde und Verbündete der AfD“ und „AfD Bundespartei-Talk“, wie die Recherchegruppe „DieInsider“ dokumentiert.

Der ganz normale, tägliche Hass in den AfD-Gruppen

Wer diese Todeswünsche, Fäkalsprache und Beleidigungen entsetzlich findet wie ein normaler Mensch, dem sei gesagt, dass dies Alltag in den rechtsextremen Hass-Gruppen der AfD ist. Genauso hasserfüllt reagierten sie auch bei Cem Özdemir (Quelle), Angela Merkel, Friedrich Merz (Quelle) oder Jutta Ditfurth (Quelle), als diese infiziert wurden oder im Verdacht standen. Hier einige Beispiele allein aus den letzten Wochen – es wird schamlos über Tote gejubelt und Todeswünsche formuliert und sie machen auch vor Kindern nicht halt:

Hass gegen Merkel:

So irre reagieren AfD-Fans auf Covid-19: Todeswünsche & Verschwörungsmythen

Mehr Todeswünsche gegen Merkel:

Todeswünsche: Nur ein Bild von Merkel reicht & AfD-Fans rasten aus

Jubel über getötete Schutzsuchende:

Widerlich! AfD-Fans bejubeln getöteten Syrer an der Grenze in Griechenland

Schadenfreude über den Anschlag aus Hanau:

Widerlich! So schadenfroh & relativierend reagieren AfD & Co auf Hanau

Gewaltwünsche gegen ein Kind:

Gewaltwünsche: So widerlich hetzen AfD-Anhänger gegen 14-jährigen!

In den Hassgruppen ist das völlig normal und wird nicht als falsch angesehen. In vielen Gruppen sind auch AfD-Politiker*innen, die zu den Zuständen schweigen oder einfach direkt mithetzen:

Merkel in Quarantäne: So hasszerfressen reagieren AfD-Abgeordnete

Diese Hass-Gruppen sind gefährlich. Denn sie werden zu Brutkammern für Hass, Verschwörungsmythen, Fake News und rechtsextreme Weltbilder. Über Jahre isoliert in rassistischen Echokammern radikalisieren sich die Anhänger*innen (und wohl auch Politiker*innen) der AfD immer weiter. Kein Wunder, dass rechte Gewalt laut Verfassungsschutz immer weiter zunimmt (Quelle), ebenso wie rechtsextreme Terroranschläge. In den Gruppen werden die Menschen antrainiert, nur beim Anblick der Feindbilder wie Greta Thunberg, Hass zu entwickeln. Es ist eine brodelnde Bedrohung für unsere Demokratie.



Artikelbild: Greta Thunberg / Screenshots DieInsider

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