6 Gründe, warum Impfungen NICHT wie der Holocaust sind – Leitfaden für Impfgegner

| Glosse | 31. Oktober 2021

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Praktischer Leitfaden für Impfgegner:innen

Nicht wenige Impfgegner:innen vergleichen Impfungen mit dem Holocaust und behaupten, sie würden verfolgt wie Juden, Roma und andere im Dritten Reich. Impfgegner:innen ziehen sich deshalb sogar selbst Judensterne mit „Ungeimpft“ an und tragen sie stolz mit sich herum.

In Online-Shops verkaufen sie sogar Shirts mit dem Motiv. Ihr wisst schon, genau wie die Juden damals im dritten Reich, die ihre Judensterne auch selbst hergestellt, verkauft und sich freiwillig angezogen haben… NICHT.

Wir haben uns den Rat der Querdenker:innen und Impfgegner:innen zu Herzen genommen, einfach mal gegooglet und kritisch für uns selbst nachgedacht. Dabei haben wir einige überraschende Unterschiede gefunden zwischen freiwilligen Impfungen gegen eine tödliche Seuche und der industriellen Ermordung von Millionen Menschen. Wir haben unsere völlig überraschenden Erkenntnisse in einem praktischen Leitfaden für Impfgegner:innen zusammengefasst.

1. Im Holocaust waren die Menschen Opfer, ihr seid einfach nur egoistische Vollpfosten

Es ist ein subtiler Unterschied, aber es wird deutlich, je genauer man sich mit der Thematik beschäftigt. Auf der einen Seite haben wir Menschen, die wegen ihrer Ethnie, Religion oder politischen Einstellung ermordet wurden und auf der anderen Seite haben wir selbstgerechte Vollidioten, die sich für unterdrückt halten, weil andere Menschen freiwillig mit einer sicheren Impfung geimpft werden und sie in einigen Cafés nicht Kaffee trinken dürfen, weil sie sich und andere mit ihrem Egoismus potentiell gefährden.

„Rothschild-Wissenschaftler“ … aber ja, ihr kämpft gegen Antisemiten und seid sie nicht selbst, sicher…

Also ihr seid vielleicht schon „Opfer“, aber nicht eines Holocausts. Eher von gezielten Lügen und Desinformation.

2. Im Holocaust wurden Millionen Menschen ermordet. In der Pandemie dürfen Impfgegner:innen wegen ihrer eigenen Entscheidung nicht in jede Bar.

Du magst vielleicht glauben, diese Dinge seien ähnlich, aber wir haben nachgeschaut und Expert:innen befragt: Es gibt einen verdammt großen Unterschied. Eine kleine Unbequemlichkeit für dich, die du einfach damit umgehen könntest, dich selbst impfen zu lassen, gegenüber einem Todesurteil für Millionen Menschen. Ich habe das vage Gefühl, die Opfer in den Konzentrationslagern hätten gerne mit dir getauscht. Es gibt bis heute, nach Milliarden verabreichter Impfdosen, null Beweise, dass Impfungen ungewöhnlich gefährlich seien. In Deutschland starben bis August wahrscheinlich 48 Menschen ursächlich an den Folgen einer Impfung (Quelle), bis Oktober erklärt das PEI, das “ keine wesentliche Änderung zur Auswertung der vorhergehenden Sicherheitsberichte“ gebe (Quelle). Studien zeigen sogar, dass Geimpfte statistisch weniger häufig verstorben sind als Ungeimpfte (mehr dazu). Euer Gejammer beruht einfach auf Lügen und unbelegter Panikmache. Stell dir vor, es ist „Massentötung“ und alle überleben…?

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3. Die Ermordeten im Holocaust hatten keine Wahl. Du kannst machen, was du willst

Sie hatten keine Wahl. Niemand wurde gegen seinen oder ihren Willen geimpft. Dass du Schnarchzapfen das nicht gemacht hast, ist doch das beste Beispiel dafür. Ich glaube nicht, dass Juden sagen konnten: Ich glaube, ich warte lieber noch auf Langzeitdaten, als die SS an ihre Tür geklopft hat, du holocaust-verharmlosende Intelligenzbestie. Du kannst dich auch verdammt noch mal einfach impfen lassen, die Juden konnten auch nicht aufhören, Juden zu sein.

Und ihr seht doch auch keine Leute ohne Führerschein rumlaufen und verkünden, sie seien „die neuen Juden“, weil sie diskriminiert werden, weil sie nicht Auto fahren dürfen. Sie könnten aber einfach einen Führerschein machen. Und die Wahrscheinlichkeit wird verringert, dass sie sich und andere auf der Straße gefährden. Die Analogie ist eigentlich ziemlich gut, nur dass im Gegensatz zur Prüfung die Impfung kostenlos ist. Im Gegenteil, ihr sagt uns doch fünfmal in jeder Diskussion, dass es hier ein freies Land sei und die Impfung freiwillig sei und ihr das Recht hättet, sie zu verweigern. Ja, dann schieb dir deinen Holocaust-Vergleich sonst wo hin – ganz freiwillig!

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4. Im Holocaust wurden Menschen ermordet, die Impfung rettet Leben

Nochmal zum Mitschreiben und auf den ersten Blick mag der Unterschied schwer erkennen zu sein: Aber wenn du genau hinsiehst, sind diese beiden Dinge GENAU DAS VERDAMMTE GEGENTEIL. Sie könnten buchstäblich nicht gegensätzlicher sein. Unzählige Studien zeigen, dass die Vakzine ziemlich effektiv vor Corona schützen. Die Impfungen schützen zu etwa 90 % davor, dass ein schwerer Verlauf von Covid-19 auftritt (Quelle). Studien zeigen eine Effektivität gegen Hospitalisierung von über 90% in den USA und in Großbritannien (QuelleQuelle). Das relative Todesrisiko sinkt auch enorm, seit Februar wurde in Deutschland lediglich 11 Corona-Todesfälle unter Geimpften unter 59 Jahren registriert (Quelle), bei der Gruppe über 60 schützt sie zu 91% vor Tod (Quelle). Kurz: Voll geimpft ist man im Schnitt 9 mal besser geschützt vor Corona als ohne. Geimpfte sterben eindeutig viel seltener an Corona als Ungeimpfte. Normalerweise haben Genozide die verdammte gegenteilige Wirkung.

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5. Die Opfer des Holocausts wurden in Konzentrationslager gesteckt. Man bittet dich, zwei Arzttermine auszumachen

Eine aufgezwungene Reise in ein Todeslager unter Androhung von Waffengewalt oder ein kurzer Trip zum Arzt oder in ein Impfzentrum, wo du dir eine Spritze abholst und dann nach Hause gehst? Wir haben nachgeschaut: Du wirst vielleicht überrascht sein, aber diese beiden Dinge sind tatsächlich nicht mal im Ansatz miteinander zu vergleichen. Echt merkwürdig, nicht wahr?! Falls du dir Sorgen machst, dass das nur Zufall war: 55 Millionen Deutsche haben das schon mitgemacht und sind gesund und munter zu Hause angekommen. Und stecken sich jetzt zufällig weniger mit Corona an, während zuvor über 90.000 Deutsche an Corona gestorben sind. In einigen Ländern wurden bis 1945 hingegen bis zu 95% der jüdischen Bevölkerung ermordet (Quelle). Merkst du den Unterschied, du überprivilegiertes, weinerliches Baby?

6. Juden wurden gezwungen, den Judenstern zu tragen. Du spielst Halloween

Dein selbstgebastelter Judenstern hat mehr gemeinsam mit Menschen, die sich heute an Halloween als Zombies und Hexen verkleiden. Fun fact: Das sind nicht wirklich Zombies, die sind nicht wirklich tot. Mit deinem selbstgebastelten Judenstern ist es ähnlich. Es sollte offensichtlich sein, aber dein freiwillig getragenes Cosplay eines Gefangenen im Konzentrationslager mag vielleicht viel Aufmerksamkeit in deiner realitätsfernen, egoistischen und menschenverachtenden Filterblase sein, aber es ist eigentlich scheiße grotesk und widerlich.

IHR verharmlost verdammt noch mal den Holocaust

Wenn ihr euch als ermordete Juden verkleidet und bequem, sicher und gesund von zu Hause aus twittert, dass ihr vergleichbar wärt mit den Opfern der Verbrechen der Nazis, während Millionen andere Deutsche kostenlos, problemlos und ohne große negative Folgen sich gegen eine gefährliche Seuche schützen haben lassen, dann spuckt ihr auf die Gräber der Opfer des Holocausts, die von Nazis ermordet wurden. Ihr verhindert nicht, dass so etwas nochmal passiert, ihr macht genau das Gegenteil. Antisemitische Vorfälle nehmen zu – auch wegen euren Protesten (Quelle). Nazis fühlen sich bestärkt, wenn der Holocaust durch euch verharmlost wird. Aber ich nehme an, wenn man gemeinsam marschiert, ist das Symbiose.

Und das ist nicht nur unsere Meinung, das ist sogar ein Strafbestand in Deutschland. Fotomontagen mit dem Tor von Auschwitz, die Judensterne und eure unsäglichen Holocaust-Vergleiche könnte in Zukunft öfter juristische Konsequenzen haben. Denn nicht nur ihr habt Rechte, der Rest der Gesellschaft muss sich nicht von euch Jammerlappen terrorisieren lassen, während ihr gleichzeitig rumopfert: In München wurden schon Ermittlungen und sogar Hausdurchsuchungen wegen eurer „Impfen-macht-frei“-Scheiße gegen einen Mann eröffnet (Quelle). In Berlin wurde ein Lehrer freigestellt und hat sogar Hausverbot bekommen (Quelle), weil er den Holocaust durch diese Impfgegner-Propaganda verharmloste. Ein anderer Berliner ist wegen des „Ungeimpft“-Judensterns schon wegen Volksverhetzung verurteilt worden (Quelle).

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Ihr seid weinerliche Jammerlappen und verharmlost den Holocaust

Wie ihr selbst tausendfach in die Kommentarspalten brüllt: Ihr habt das Recht, euch nicht zu impfen. Ja, das stimmt. Das ist auch schon der endgültige Gegenbeweis, dass ihr diskriminiert werdet wie im Dritten Reich, ihr egozentrischen, rücksichtslosen Jammerlappen. Wir haben übrigens auch das Recht, euren Lügen zu widersprechen. Euer Geschrei und euer hasserfülltes Gejammer ändert aber nichts an der Realität und den Fakten. Impfungen sind sicher und sie wirken ziemlich gut. Ihr werdet nicht diskriminiert, wenn ihr freiwillig keine Impfung bekommt und der Rest der Gesellschaft nicht nur ohne euch, sondern aktiv gegen euch arbeiten muss, um Risikogruppen vor Corona zu schützen.

So argumentierst du am besten mit Impfgegnern

Impft euch nicht, ihr habt eh erklärt, ihr werdet euch von eurem verblendeten Egotrip ohnehin nicht mehr mit Fakten überzeugen lassen (Quelle). Ihr habt ein Recht auf eure eigene Entscheidung. Aber ihr habt nicht ein Recht auf eure Lügen, Verschwörungsmythen und echt widerliche Holocaust-verharmlosende Vergleiche. Wenn ihr aus Bequemlichkeit oder warum auch immer nicht euch und andere schützen wollt, von mir aus. Aber lasst den gigantischen Rest der Bevölkerung mit euren Lügen und eurem volksverhetzenden Gejammer in Ruhe. Wir versuchen hier drüben in der Realität halt ohne euch die Pandemie zu beenden. Danke für Nichts.

Übrigens:

Die Idee zu diesem Artikel war nicht von mir, sondern von der australischen Satire-Seite The Shovel. Der Text des Artikels stammt ganz aus meiner Feder, aber die Idee und die sechs Gründe sind von dort inspiriert. Wir haben aber hierzulande auch das Problem. Und man möchte meinen, zumindest die Deutschen wären sich ihrer historischen Schuld bewusst, um so eine Scheiße zu unterlassen.

Artikelbild: Anastasia Tikhomirova für Volksverpetzer

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