Erwischt: Wie Boris Reitschuster mit Fake-News seine Fans in die Irre führt

| Faktencheck | 28. Juni 2021

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Reitschuster bei neuem Fake erwischt

Wieder einmal versucht Boris Reitschuster mit absichtlich irreführendem Framing seine Fans zu täuschen. Die Methoden von Reitschuster haben wir bereits ausführlich analysiert, er täuscht vorsätzlich:

Der große Reitschuster-Faktencheck: Warum der Blog reitschuster.de keine seriöse Seite ist

Mal etwas Falsches zu sagen oder zu verbreiten ist nicht schlimm, wir sind alle Menschen, das passiert jedem einmal. Die Frage ist immer: Wie geht man damit um, wenn sich Informationen als falsch herausstellen? Hier unterscheidet sich Reitschuster von anderen Medien oder auch von uns (auch wir machen Fehler): Er korrigiert seine Falschbehauptungen nicht, sondern hält an seinen Falschdarstellungen und seiner Desinformation fest.

Er fällt aktuell erneut damit auf, Falschinformationen zu streuen und die Fakten zu verdrehen.

Reitschuster bastelt aus korrigierten Fehler in einem BMG Tweet „Fake News“

Aus einem Fehler, der dem Bundesgesundheitsministerium auf Twitter passiert ist, macht Reitschuster einen Skandal. Dabei stellte das Ministerium den Tweet nach nur wenigen Stunden richtig. Es ging um einen Tweet, in dem stand, dass Günther Jauch geimpft sei. Daraus übertreibt Reitschuster „Wie Spahn mit Fake-News die Menschen in die Irre führt“:

„Zugegeben: Diese Überschrift von mir ist hart“, Reitschuster gesteht also eigentlich schon ganz am Anfang, dass es nicht so ganz stimmt, was er schreibt. Typisch Reitschuster-Methode: Skandal aufbauschen und im Text (der eh nicht gelesen wird, weil die Leute nur die Headline lesen) dann die Überschrift relativieren. Günther Jauch ist wie Uschi Glas Teil einer Werbekampagne der Bundesregierung, die fürs Impfen werben soll. Die Fotos wurden bereits vor Monaten aufgenommen:

Uschi Glas ist geimpft: Impfgegner verstehen nicht, wie Werbe-Bilder funktionieren – Peinlich!

Nun ist dem Bundesgesundheitsministerium ein unnötiger Fehler unterlaufen: Es wurde ein Foto von Jauch verbreitet, in dem stand, dass Jauch sich impfen hat lassen, obwohl das nicht stimmen kann:

Doch das Ministerium stellte nach ein paar Stunden ihren Tweet mit dem Kommentar „Günther Jauch »will« sich impfen lassen“, richtig. Jauch war bereits an COVID-19 erkrankt und muss deshalb länger bis zu seiner Impfung warten (Quelle).

Halten wir also fest: Dem Ministerium ist letztendlich ein dummer Fehler unterlaufen.

Das ist aber kein Skandal, wie ihn Reitschuster gerne fabrizieren wollen würde. Reitschuster täuscht darüber, wie Faktenchecks eigentlich funktionieren. Fake News beinhalten die Absicht zur Täuschung. Fehler, die jemand richtigstellt, muss man nicht factchecken.

Reitschuster vs. Volksverpetzer

Dass Reitschuster aus einem richtiggestellten Fehler „Fake News“ basteln will, zeigt, dass immer noch ER selbst der wahre Fake-News-Verbreiter ist. Unserem Blog wirft er vor, dass wir eine solche Falschmeldung nicht thematisieren. Aber was gibt es zu checken, wenn ein Fehler bereits korrigiert wurde, das müssen wir nicht gegenchecken.

Was Reitschuster macht, ist nicht nur einen Fehler zu einem Skandal hochzuschreiben, sondern auch Fakes über uns zu streuen, wir würden Fake News von Spahn nicht korrigieren. In seinem Artikel schreibt Reitschuster:

Besonders bezeichnend: Die ganze Armada von so genannten „Faktencheckern“, die sich auf kritische Medien und Journalisten stürzen und ihnen regelmäßig Falschmeldungen unterstellen und sie diffamieren, verhielten sich bei dieser ganz offensichtlichen Falschmeldung völlig ruhig. Nach ihrer eigenen Logik müssten nun Portale wie der „Volksverpetzer“, die sich für ihre Hetze gegen Regierungskritiker auch noch indirekt vom Steuerzahler subventionieren lassen durch ihre Gemeinnützigkeit, Spahn ständig als Fake-News-Verbreiter bezeichnen.

Nochmal: Dem Gesundheitsministerium ist ein dummer Fehler unterlaufen. Das ist aber kein Grund, Jens Spahn als Desinformationsverbreiter zu bezeichnen. Anders hingegen Boris Reitschuster, der fortlaufend dabei erwischt wird, die Fakten zu verdrehen.

Außerdem ist es ja nicht so, als wäre nicht über den Fehler des Ministeriums berichtet worden. Das ist ein Fehler, über den gesprochen und berichtet werden muss, aber das sind keine Fake News. Reitschuster heuchelt, wenn er diesen Fehler als Fake News verkaufen möchte:

Reitschuster ist selbst eine „Propaganda-Maschine“

Das Ganze war ein Fehler, aber keine vorsätzliche Fake News. Am Ende seines Artikels besitzt Reitschuster noch die Frechheit, den Fehler des Ministeriums als „Propaganda-Maschine“ zu bezeichnen:

Screenshot Reitschuster Blog

Dabei ist Reitschuster derjenige, der seit Monaten Lügenpropaganda betreibt.

Erst vor Kurzem wurde er live bei der Bundespressekonferenz von Regierungssprecher Stefan Seibert dafür bloßgestellt, Falschinformationen zu streuen:

WHO-Zitat verdreht: Fake-News-Blogger Reitschuster von Regierungssprecher Seibert zerlegt

Dem BMG ist ein unnötiger Fehler unterlaufen, den man durchaus kritisieren muss. Daraus aber eine „Spahn führt Menschen in die Irre“ Story zu stricken, ist völlig übertrieben. Denn die Ironie bei der ganzen Sache ist doch, dass Reitschuster genau mit solchen Überschriften seine Fans in die Irre führen möchte und nicht, wie er behauptet, Faktenchecker wie wir, die an der Wahrheit und Aufklärung interessiert sind.

PS: Zugegeben, die Überschrift mit „erwischt“ ist etwas hart. Aber wir wollten einfach mal satirisch aufzeigen, wie Reitschuster arbeitet.

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Artikelbild: dpa

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