AfDler beschwerte sich echt wegen „Afrikaner“ in Rügenwalder-Spot: Rücktritt!

Blanker Rassismus

Nun sitzt da also ein „Afrikaner“ in „fröhlicher Genießerrunde“ und isst unsere Wurst. Was der sich erlaubt. Und so gut integriert. Was sich die Rügenwalder Mühle erlaubt. Das stößt dem Pressesprecher des AfD-Kreisverbandes Landkreis Leipzig Horst Juhlemann bitter auf. Er schreibt dem Unternehmen eine Mail.

Und fragt darin: „Produzieren Sie bereits ausreichend HALAL-Produkte für unsere Muslime?“ Er fragt weiterhin, ob die Bundesregierung den Werbespot in Auftrag gegeben hat. Und ob George Soros, ein amerikanischer Milliardär jüdischer Herkunft und modernes Ziel antisemitischer Verschwörungen, seine finanziellen Finger im Spiel hatte.



Halbherzige Entschuldigung der AfD

Der Verband in Leipzig zeigt sich halbherzig entsetzt: Kreisverbandschef Edgar Naujok wusste von der Mail, „habe sie aber nicht gelesen. Meine Priorität liegt auf dem Parteitag am Wochenende und den Wahlen im nächsten Jahr. Nicht unbedingt darauf, was Herr Juhlemann verzapft.“ Herr Juhlemann lehnt übrigens den Austritt aus der Partei ab.

Ein Mann mittleren Alters. Ich frage mich dann immer, wie kommen solche Menschen zu solchen Posten? Sind es Opportunisten, die immer schon etwas gegen „den Afrikaner“ hatten? Und nun in einer noch recht jungen, rechtsdrehenden Partei schnell an Einfluss gewinnen, einfach, weil zu wenig Personal da war? Oder ist das Gedankengut sozusagen system- bzw. parteiimmanent?

Der Bundestagsabgeordnete Lars Herrmann kritisiert allerdings scharf: „Es ist höchst unprofessionell und untragbar. Für den Kreisverband und die AfD insgesamt ist es sehr unangenehm, wie die Partei durch derartige und andere öffentliche Entgleisungen auffällt.“ Inzwischen zog der Verband auch Konsequenzen, Juhlemann musste von seinem Posten zurücktreten. Also, warum denn nun diese Distanzierung von Juhlemann?

AfD hat Angst, vom Verfassungsschutz beobachtet zu werden

Hat es unter Umständen etwas damit zu tun, dass man jede Auffälligkeit vermeiden möchte, die dazu führen könnte vom Verfassungsschutz beobachtet zu werden? In letzter Zeit treten viele AfD-Politiker aus der Partei aus. Zuviel Rechtsruck. Man könnte nun dagegenhalten, dass dieser Rechtsruck über Monate zu beobachten ist. Aber immerhin ziehen nun manche die Konsequenzen daraus und legen den Kern der Partei weiter frei.

Etliche (ehemalige) Neonazis arbeiten immer noch für Bundestagsabgeordnete, interne Chats von Politikern, Kommentare in Facebook-Gruppen belegen, dass das Gedankengut Juhlemanns kein Einzelfall sind. Die Rügenwalder Mühle reagiert großartig auf all das:

Moin zusammen,vielleicht habt ihr es bereits auf unseren Social-Media-Kanälen gesehen oder in den Medien verfolgt, dass…

Gepostet von Rügenwalder Mühle am Freitag, 7. Dezember 2018

„Diese Mail hat uns zutiefst empört. Wir, die Rügenwalder Mühle, sind seit 184 Jahren ein Familienunternehmen und wir werben seit mehreren Jahren mit unseren Mitarbeitern. Da bei uns Menschen mit knapp 20 verschiedenen Nationalitäten arbeiten, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir dies auch in unserer Werbung genauso darstellen.“

Der „Afrikaner“ ist übrigens Deutscher.

Artikelbild: Screenshot Youtube

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Freiburg: So versuchen Rechte Andersdenkende mit Lügen mundtot zu machen

Fake & Hetze nach Freiburg

In der letzten Woche berichteten wir über den Freiburger Stadtrat Sebastian Müller, der zu einer Kundgebung „gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen und gegen die Instrumentalisierung des Opfers“ aufrief. Es folgte ein Shitstorm, dem er nicht mit Herr wurde bzw. alleine nicht Herr werden konnte.
In seinem Blog (Hier) bereitet er die Ereignisse noch einmal chronologisch auf:

Es wird deutlich, dass Facebook eben nicht nur eine Ansammlung von Menschen ist, die einfach ihre Meinung schreiben. Aber der Reihe nach.



Chronologie der Ereignisse

Am Sonntag, den 14.10.2018, wird ein Mädchen in Freiburg das Opfer einer scheußlichen Gruppenvergewaltigung. Am Mittwoch (17.10.2018) veröffentlicht die Polizei eine Pressemitteilung (PM). Die zweite PM vom 26.10.2018 (15:04 Uhr) enthält dann Angaben zu den Nationalitäten der Tatverdächtigen: Sieben Syrer, ein Deutscher. Bereits um 17:33 Uhr und dann um 20:42 Uhr ruft die AfD zu einer Demonstration auf.

Tenor: „Es kann nicht sein, dass Menschen in unser Land kommen und dieses Land, seine gutmütige Gastfreundschaft und seine Mädchen missbrauchen. Wir müssen uns wehren!“ Der AfD-Politiker Stefan Räpple spricht in seinem Aufruf von „sieben polizeibekannten Syrern“. Und: „Wir haben euch gewarnt! Nazis habt ihr geschrien! Am Bahnhof habt ihr geklatscht!“ Den deutschen Tatverdächtigen verschweigt er. Und mal unter uns: Diese Häme ist einfach nervig!

Fokus nur auf die (nicht-deutschen) Täter

Die Wortwahl und die auf die Nationalität abzielende Empörung sollen die Wut letztlich gezielt in eine Richtung lenken. Das Opfer tritt dabei schon in den Hintergrund. Sebastian Müller hat da schlicht keine Lust und formuliert um 22:07 Uhr einen Aufruf, der sich explizit gegen sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen richtet. Sicher, es war eine Reaktion auf die Instrumentalisierung der Tat, allerdings ist nicht zu erkennen, dass die Demonstration gegen die AfD oder gegen Rechts gerichtet ist.

Freiburg: Rechte lügen über Demo-Aufruf eines Grünen-Politikers

Im Grunde wäre es sogar möglich gewesen, dass Anhänger und Politiker der Partei diesem Aufruf folgen. Machen sie aber nicht. Warum? Weil sie dann eines ihrer Feindbilder aufgeben müssten: Den „bösen Ausländer!“

Folgerichtig reagiert der Chefredakteur der Jungen Freiheit sowie der Blog philosophia-perennis am darauffolgenden Samstagvormittag (27.10.2018) und verdrehen den Aufruf derart: „Nach Gruppenvergewaltigung von Freiburg: Grünenpolitiker ruft zu Demo gegen Rechts auf!“, und erläutern: „Bei den Tätern handelt es sich allerdings nicht um Rechte oder AfD-Politiker, wie man aufgrund der Aktion Müllers annehmen sollte, sondern um größtenteils polizeibekannte Asylbewerber, v.a. aus Syrien.“

Weiterhin wird dort unterstellt, Müller sei „weniger über die Tat [entsetzt], sondern darüber, dass die Menschen nun endlich Konsequenzen in der Flüchtlingspolitik fordern, um weitere solcher Fälle zu verhindern.“ Damit nicht genug, auch der Austragungsort „Platz der Alten Synagoge“ sei unsensibel gewählt, „gehören doch die Juden – neben Homo- und Transsexuellen, Frauen und Ex- Muslimen – zu den Opfergruppen, die unter der mit der Immigration untrennbar verbundenen Islamisierung unseres Landes am meisten leiden.“

Nun wird es zynisch

Die Redaktion des Blogs merkt an, „Müller kommt derzeit mit dem Löschen unliebsamer Kommentare auf Facebook nicht mehr hinterher. Wir haben hier seinen Aufruf verlinkt, um unseren Text nachprüfbar zu gestalten u. bitten beim Kommentieren höflich zu bleiben!“

Man muss wissen, dass der genannte Blog eine beachtliche Reichweite hat und häufig in entsprechenden Gruppen geteilt wird. Die Verlinkung auf die Seite von Sebastian Müller, verbunden mit der indirekten Aufforderung zu kommentieren, hat dann zu dem geführt, was kommen musste: Shitstorm. Und die üblichen Gewaltphantasien ließen auch nicht lange auf sich warten. Einige Beispiele finden sich im verlinkten Blog von Müller.

Lügen säen, Hass ernten

Es ist erschreckend zu sehen, was für eine Eigendynamik aus solchen geteilten, verdrehten Beiträgen entsteht. Es ist erschreckend, wie sich hunderte Kommentare auf einen Menschen stürzen. Ihn verdrängen, beschimpfen und letztlich zur Aufgabe zwingen wollen. Sawsan Chebli kann davon auch ein Lied singen.

Rechte „empört“, weil Chebli eine Rolex trägt, das Netz schlägt zurück

Jeder, der diese Dynamik immer noch als ein Online-Problem abtut, unterschätzt die möglichen Auswirkungen. Feindbilder dienen dazu, „Notwehr“ zu legitimieren. Das Land vor „Invasionen“, „unsere Frauen und Kinder“ vor dem „bösen triebgesteuerten Araber“ (sic) zu schützen.

Wenn sie konsequent gewesen wären, dann hätten sich die Kommentatoren, Blogger und Politiker dem Aufruf von Sebastian Müller angeschlossen, anstatt heuchlerisch und grinsend, mit Daumen nach oben, zur eigenen Demonstration zu fahren:

So feiern Rechte die Gruppenvergewaltigung in Freiburg – Euer Ernst?

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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Freiburg: Rechte lügen über Demo-Aufruf eines Grünen-Politikers

Wieder Rechte Fake News

„Der Sinn von Politik ist Freiheit“ (Hannah Arendt) ist das Lieblingszitat des Freiburger Stadtrates Sebastian Müller (Junges Freiburg/Die Grünen), sagt seine Facebook-Seite. Der wiederum ruft genau dort zu einer Demonstration am Montag mit den Worten auf:

„Ich bin es leid, dass in Freiburg und anderswo immer wieder Gruppen versuchen unsere Trauer und unser Entsetzen über schreckliche Verbrechen politisch auszuschlachten. Meine Gedanken und Mitgefühl sind mit dem Opfer. Deshalb rufe ich auf am Montag gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen und gegen die Instrumentalisierung des Opfers zu demonstrieren.“



Lügen der Rechten:

Rechte Blogs und vor allem eine Vielzahl von Facebook-Gruppen machen daraus folgendes: „Grünenpolitiker ruft zur Demo gegen de AfD auf.“ Wahlweise wird behauptet, er rufe zu einer „Demo gegen Rechts auf“. Nicht verwunderlich ist daher die Masse an Kommentaren (mit entsprechend vielen Likes), die ihm vorwerfen, ein „Einzeller“ oder „unterbelichtet“ zu sein.

Ein weiterer Vorwurf lautet, er positioniert sich gegen Rechts und nicht gegen die „Messermigranten“. Das alles gerne mal verbunden mit Vergewaltigungswünschen, gerichtet an Kommentatorinnen. Ich habe das Zitat mehrmals gelesen. Ich finde da keinen Hinweis, dass die Demonstration, explizit „gegen Rechts“ oder die „gegen AfD“ gerichtet ist. Die Demonstrationsaufruf richtet sich an all jene, die sexuelle Gewalt gegen Frauen verurteilen.

Der Nachsatz sollte eigentlich ebenfalls Konsens sein:

Man instrumentalisiert so etwas nicht einseitig, um weiter Wut gegen eine Menschengruppe zu schüren. Ich beobachte solcherlei nicht in diesem Ausmaß, wenn Tatverdächtige weiß sind. Selbstverständlich sollte es sein, dass sich die Gesellschaft mit dem Opfer solidarisiert und den Rechtsstaat seine Arbeit machen lässt. Die Gesellschaft darf sich über verurteilte Täter empören, das muss sie sogar.

Es ist aber auch die Aufgabe der Gesellschaft, keine Sippenhaft oder pauschalisierenden Vorurteile gegenüber Menschengruppen zuzulassen. Was auf der Facebook-Seite von Sebastian Müller passierte, war ebenso beschämend wie der Mechanismus, der sich nach solchen Taten in Gang setzt, und der letztlich dazu führen kann, dass tatsächlich Freiheiten in Gefahr geraten.

Artikelbild: Screenshot facebook.com

So treffend rechnet Dunja Hayali mit den Freiburg-Hetzern ab

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Facebook sieht kein Problem an einer „Kopftuchverbrennung“ am 9. November

Hallo Facebook,

der 09. November war immer schon ein ereignisreicher Tag: Neben dem Fall der Mauer (1989) beginnt im Jahr 1330 die Schlacht bei Posada. Außerdem flieht der böhmische König Friedrich I. 1620 nach Breslau. 1918 beginnt die Novemberrevolution und 1729 wird der Krieg zwischen Spanien und England beendet. Weil dieser 09.11. immer so ereignisreich war, ist euch eventuell der 09.11.1938 durch die Lappen gegangen. Die Pogromnacht.

Kurz zusammenfasst: Im gesamten Deutschen Reich beginnt die Jagd auf Juden. Sie werden inhaftiert, in Konzentrationslager verschleppt, ermordet, in den Selbstmord getrieben. Ihr Eigentum wird verbrannt. Kurzum: Es war der Beginn, Deutschland „judenfrei“ zu machen. Nun finde ich zufällig eine Veranstaltung, auf Facebook, die am 09.11.2018 zur „Kopftuchverbrennung“ aufruft. Bundesweit.



Facebook löscht nach 20 stunden

Kaum Zusagen, immerhin. Aber gemeldet haben einige Facebook-Nutzer diese Veranstaltung trotzdem. Es ist zu offensichtlich, was mit diesem „Event“ gemeint ist. Eine religiöse Gruppe soll wieder mal gejagt werden. Das Kopftuch steht genau dafür symbolisch, falls noch immer jemand auf dem Schlauch steht. Und Facebook sagt: Die Veranstaltung verstößt nicht gegen die Gemeinschaftsstandards. Ich weiß nun nicht, wer das da genau geprüft hat, mehrfach, aber man muss wirklich fragen: Was soll das?!

Edit: Facebook hat reagiert und nun die Veranstaltung endlich gelöscht. Diese und weitere Erfahrungen hinsichtlich der Facebook-Gemeinschaftsstandards machen deutlich, wie sehr auch Facebook lernen muss, mit der sich ändernden Sprache umzugehen. Ich weiß aber auch, dass dort sehr gute Menschen arbeiten, die daran interessiert sind, etwas zum Positiven zu verändern.    

Artikelbild: Screenshot facebook.com

Facebook löscht Post über rassistischen Vorfall und sperrt das Opfer

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Pegida auf Demo über Moscheen: „Abreißen! Abreißen!“ – Merkt ihr noch was?

In Dresden gibt es gerade mal 3 Moscheen

Wie viele Moscheen gibt es wohl in Deutschland? Kurz recherchiert: Neben 24.500 Katholischen und 21.100 Evangelischen Kirchen gibt es ca. 2.660 sogenannte nicht klassische Moscheen und ca. 150 klassische Moscheen, die dann auch eine Kuppel oder ein Minarett haben. Die meisten Moscheen sind Räumlichkeiten, die umfunktioniert wurden.



(Quelle: statista.com)

Der Anteil von Muslimen an der Gesamtbevölkerung Sachsens beträgt ungefähr irgendwas zwischen 0,5 und 1%. Dresden hat übrigens gerade mal drei Moscheen, die islamische Gemeinde in Dresden gibt es seit den 1980er Jahren. Da hatte noch niemand protestiert. Durfte man wahrscheinlich nicht.

Brüder im Geiste – Pegida und IS

Ausschnitt aus der Rede von Wolfgang Taufkirch am 21.10.2018 bei Pegida in Dresden. Man möchte Moscheen abreißen. So sieht man gut, wie gleich sich in einigen Dingen der IS und Pegida sind. Islamisten wollen Kirchen niederreißen, Pegida möchte Moscheen abreißen und der Mob brüllt es dann auch. #nonazis #noafd #nopegida

Gepostet von Frank Stollberg am Dienstag, 23. Oktober 2018

Da aber Zahlen nunmehr kaum eine Rolle spielen, tönt der PEGIDA-Redner Wolfgang Taufkirch, dass man zunächst die „Koran-gläubigen Islamfanatiker aus dem Land schmeißen“ möchte und den Rest versucht, „einigermaßen in unsere Gesellschaft einzugliedern“. Was Herr Taufkirch dann unter „eingliedern“ versteht, erklärt er im Anschluss: „Man kann Moscheen nicht nur bauen, man kann sie auch wieder abreißen!“ Dann hätten sie (also die Spaziergänger) gewonnen.

Pegida auf Demo: „Absaufen! Absaufen!“ – Habt ihr sie noch alle?

Es scheint so, als stünden da die gleichen Menschen, die „Absaufen! Absaufen!“ skandierten, und so schallt es gleichklingend erst unsicher, dann immer lauter aus hunderten (wieviel Teilnehmer hat PEGIDA überhaupt noch?!) Kehlen in leicht sächsischem Akzent:

„Abreißen! Abreißen! Abreißen!“

Verfassungswidrige Doppelmoral

Neben dem verlassenen Boden des Grundgesetzes (beispielhaft mal Artikel 4: oder Artikel 2) springt mir eine gewisse Doppelmoral entgegen. Einerseits kritisieren sie zurecht, dass Kirchen in einigen vom Islam geprägten Staaten nicht so gerne gesehen sind. Aber andererseits plärren sie dann mitten in der „Kunst- und Kulturstadt von Weltrang“ (so Wikipedia), ein zentrales Element des Islam in Schutt und Asche legen zu wollen. Wollen sie dann nicht genau das gleiche machen? Sind das dann nicht Brüder im Geiste? Müsste man sie mal fragen.

Diese 6 Punkte beweisen, dass die AfD islamistisch ist

Ich weiß, die PEGIDA-Menschen haben Angst und man soll ihre Sorgen ernst nehmen. Sie fürchten die Islamisierung und den Moslem. Und sie werden sagen, wir sollen doch mal ins Ruhrgebiet gucken. Und sie wollen diese Zustände nicht in ihrer Heimat und ihre Identität ist in Gefahr. Und so weiter. In Deutschland leben derzeit ca. 5 bis 6 Millionen Muslime. Die „gefühlte“ Anzahl liegt ca. viermal so hoch.

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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Das ist Alltag: So widerlich und schamlos hetzen Rechtsextreme in Social Media

Wo soll das alles enden?

Wir alle können froh sein, dass es die Blickwinkelkanone aus Douglas Adams´ „Per Anhalter durch die Galaxis“ nicht gibt, oder? Denn ansonsten, wären wir stellenweise ziemlich verloren, überträgt sie doch die Gefühle des Abfeuernden auf den Getroffenen.

Der Grünen-Politiker Wolfgang Wetzel aus der Region Zwickau hatte eine ganz schöne Idee: Er bestellte für sich und seinen Lebensgefährten jeweils eine Kippa in London. Sie wollen am 09. November die Zwickauer „Stolpersteine“ putzen, die der zwischen 1933 und 1945 ermordeten Jüdinnen und Juden gedenken.

„Wir müssen das Wissen um die Geschichte wach halten. Antisemitismus gibt es heute auch noch, bis in die Mitte der Gesellschaft. Egal ob völkisch-rassistisch motiviert oder wegen falsch verstandener Religion: Man muss sich dagegenstellen.“

Heute hat die Post unsere neuen Kippas – Bestellung aus England – gebracht. Wir sind beide keine Juden und wollen diese…

Gepostet von Wolfgang Wetzel am Mittwoch, 17. Oktober 2018



Ein Blick ins „Hetzer-Facebook“:

Was dann im russischen Pendant zu Facebook, „vk.com“, zu lesen ist, ist nichts anderes als judenfeindlich, schwulen- und menschenverachtend. Ich habe keine Ahnung, was sich Menschen dabei denken, solche Posts und vor allem solche Kommentare zu schreiben. Das russische „Facebook“ hat übrigens über 100 Millionen Nutzer. Es lässt sich nur erahnen, wie es dort um sowas wie Gemeinschaftsstandards, geschlossene und/oder geheime Gruppen bestellt ist, wenn wir sehen, was dort alles stehen bleiben darf.

(Man muss glaube ich nicht extra dazu sagen, dass das nicht stimmt)

Und diese Posts stehen seit Tagen online. Zugegeben: Die genannten Beispiele sind sicher Extrembeispiele und nicht unbedingt repräsentativ für den vorpolitischen, öffentlichen Raum bei Facebook. Allerdings wissen wir nicht, was sich in geheimen Gruppen abspielt. Ich wette dort gibt es ähnliche Postings.

Wollen wir uns tatsächlich die Gesellschaft ständig und immer weiter vergiften lassen?

Was gibt erstens Menschen das Recht, sich so abwertend über andere Menschen zu äußern? Aber vielmehr zweitens: Warum das alles? Was für eine Befriedigung erlangen sie, sich über homosexuelle Männer lustig zu machen, die an ermordete Jüdinnen und Juden erinnern wollen? Was ist daran überhaupt lustig? Und was haben diese Männer diesen Menschen überhaupt getan?

Ich habe heute gehört, dass es sowas früher an Stammtischen immer schon gab. Das Internet richte nun aber den Scheinwerfer auf solcherlei Ergüsse. Mh. Mag sein. Auf der anderen Seite gab es aber früher nicht die Angst im Bekanntenkreis, dass „unsere Kinder später mal ein Kopftuch tragen müssen“. (Quatsch!) Dieser Sprech ist also in unseren Alltag eingezogen, und er trägt bereits dazu bei, unsere Gesellschaft zu vergiften.

Insofern kann man fast sagen, dass die Blickwinkelkanone dann doch existiert: Auch, wenn die Auswirkungen von sogenannten Echokammern umstritten sind, so bin ich der festen Überzeugung, dass man sich dort aufschaukelt, bestätigt, aufwiegelt, und das nur mit dem Ziel, aus einer kleinen Minderheit heraus, einer ganzen Gesellschaft zu schaden. Und darauf habe ich echt keine Lust.

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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Zentralrat der Juden distanziert sich von AfD – wird Opfer von rechtem Shitstorm

Der Zentralrat der Juden veröffentlicht eine gemeinsame Erklärung verschiedener jüdischer Verbände und Organisationen.

Gemeinsame Erklärung gegen die AfD!AfD – keine Alternative für Juden!Die AfD versucht seit geraumer Zeit, mit ihrer…

Gepostet von Zentralrat der Juden in Deutschland am Donnerstag, 4. Oktober 2018

Darin rufen sie alle demokratischen Kräfte innerhalb und außerhalb der jüdischen Gemeinschaft auf, sich offen und sichtbar gegen jede Form von antidemokratischem, antisemitischem, rassistischem und völkischem Gedankengut zu engagieren.

Konkret beziehen sich die Ersteller dieser Erklärung auf die gegründete Vereinigung „Juden in der AfD“, und stellen fest: „Nein, die AfD ist keine Partei für Juden!“



Es folgte ein riesiger Shitstorm

Die Kommentator*innen echauffieren sich darüber, wie sich der Zentralrat gegen eine Partei stellen kann, die sich angeblich schon immer für die Juden und gegen Antisemitismus eingesetzt hat. Das führt sogar soweit, dass sich die AfD-Fans als „neue Juden“ sehen, die bald einen „blauen Stern tragen müssen.“

AfD fühlt sich „diskriminiert“ und hält sich für „die neuen Juden“ – Dass ich nicht lache!


Für die Neuen Rechten sind Juden nur ein Mittel zum Zweck

Die Rechtspopulisten oder die Neuen Rechten betonen schon seit langem, dass sie an der Seite von Israel stehen. Der Grund ist eigentlich ganz einfach: Die Juden sind Mittel zum Zweck!

Die Vordenker der Neuen Rechten haben sich bereits vor vielen Jahren eine Strategie überlegt, wie man ein neues Feindbild kreieren kann, ohne dabei sehr die nationalsozialistische Geschichte von Deutschland in den Köpfen der Menschen zu triggern. Was liegt da nahe? Der Schutz der Juden! Wer mag Juden nicht so? „Der Moslem“!

Und schon entsteht das Narrativ vom „massenhaft importierten Antisemitismus“. Juden müssen von uns vor dem Islam geschützt werden. Praktischerweise können wir so auch gleich noch Europa vor dem Islam schützen.

Die vielen antisemitischen Aussetzer der AfD

Gleichzeitig allerdings gibt es in der AfD und bei den Verbündeten der Neuen Rechten immer wieder antisemitische Aussetzer zu beklagen. Herr Gauland verharmlost die Zeit des Holocaustes und reduziert die industrielle Tötung von Menschen auf lediglich eine Zeitdauer von 12 Jahren. Auf einem Zeitstrahl ist das tatsächlich nicht viel. Bewertet man diesen Zeitstrahl aber, etwa mit „Toten pro Jahr“, dann erscheinen diese 12 Jahre in einem ganz anderen Licht. Das Ziel ist doch ganz klar: Er will die Geschichte verwässern. „Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit“ heißt es in Orwell „1984“.

Der AfD-Abgeordnete Petr Bystron verbreitete eine Karikatur von Anetta Kahane, der Vorsitzenden der Amadeu-Antonio-Stiftung. Über die selbst die „Junge Freiheit“ schreibt: „Es hilft nicht darum herumzureden: Diese Karikatur entspricht dem antisemitischen Klischee, wie einst Ferdinand Marians Darstellung in Veit Harlans „Jud Süß“.“

Bei einem Besuch einer AfD-Delegation im Konzentrationslager Sachsenhausen kommt es zu Verharmlosungen und störenden Unterbrechungen, immer an der Grenze, zu dem, was justiziabel gewesen wäre. Der AfD-Politiker Wolfgang Gedeon verglich Holocaust-Leugner wie Horst Mahler mit Dissidenten in China oder schrieb, dass „die talmudischen Ghetto-Juden der innere Feind des christlichen Abendlandes“ seien.

Es gäbe wohl noch einige Beispiele zu solchen Äußerungen. Da haben wir noch nicht mal über Bernd Höcke und „das Denkmal der Schande“ oder die von ihm gewünschte „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ geredet oder im Allgemeinen über die Verschwörungstheorien um George Soros, die von allen Neuen Rechten in Europa erzählt werden.

Der Kern dieser Erklärung des Zentralrates der Juden lautet übrigens:

„Die AfD agitiert unumwunden gegen Muslime und andere Minderheiten in Deutschland. Dabei versucht die AfD, „die“ Muslime als Feinde der westlichen Welt oder „der“ Juden darzustellen. Muslime sind nicht die Feinde der Juden! Die Feinde aller Demokraten in diesem Land sind Extremisten, egal ob aus rechtsextremer, linksradikaler oder radikal- muslimischer Gesinnung heraus. Wir lassen uns von der AfD nicht instrumentalisieren.“

Und noch ein Funfact zum Abschluss: Eine kurze Analyse hat ergeben, dass ca. 1/3 der Accounts in diesem Shitstorm sehr wahrscheinlich Sympathisanten der Identitären Bewegung waren. 

Ich frage mich, wo die liberalen AfD-Politiker sind, die das manipulative Spiel in den sozialen Netzwerken satt haben und die vor allem unsere demokratischen Grundwerte mit uns verteidigen wollen. Angriff auf die Medien („Lügenpresse“) oder die Jagd auf Künstler oder Lehrer gehören irgendwie nicht dazu.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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Verdächtiges Schweigen: Über diese Terrorzelle sprechen die Rechten nicht

Ich will nicht von NeoNazis „verteidigt“ werden!

Immer wieder Ärger mit jungen Männern. Heute Morgen wurden Sten, Martin, Marcel, Hardy Christopher, Tom und Christian festgenommen. Alle im besten Alter zwischen 27 und 31 Jahren. Sie stehen im Verdacht, einen Anschlag für den Tag der Deutschen Einheit geplant und vorbereitetet zu haben. Die jungen Männer wollten, so sagen es die Medienberichte übereinstimmend, am 03. Oktober „die Mediendiktatur und deren Sklaven“ attackieren. Wieder Neonazi-Terror.

Die Ermittler gehen davon aus, dass militante Anschläge auf Ausländer, Journalistinnen und Journalisten, Politiker*innen und Menschen, die in der Öffentlichkeit für den freiheitlichen Rechtsstaat einstehen, folgen sollten. Die „Revolution Chemnitz“ sieht den NSU lediglich als „Stümpertruppe“, „blutige Anfänger“. Sie hingegen wollten die ganze Gesellschaft umwälzen. So zynisch es klingt, aber der NSU „führt“ 10:0 nach Toten und 3:0 nach Bomben. Die „Revolution Chemnitz“ scheint vorerst beendet zu sein.



Rechtsextremer Größenwahn?

Nun muss man sich aber besorgt fragen, was genau, die aus der Rechtsextremen-, Neo-Nazi und Hooligan-Szene ideologisch stammenden Männer zu der Annahme bewogen hat, sie könnten übermorgen einen Staatsstreich anzetteln. Wie groß wähnten sie denn Rückhalt und Zustimmung zu ihrem Plan? In welchen Echokammern waren sie denn unterwegs, dass sie sich überhaupt ermächtigt fühlten, unser System umstürzen zu müssen?

Und angenommen, sie hätten ihr schreckliches Vorhaben umsetzen können: Was wäre danach passiert? Haben sie auf eine Kettenreaktion gehofft? In den Kommentar-Spalten bei Facebook jedenfalls wird diese Nachricht erstaunlich kommentiert: Entweder mit Whataboutismen wie „aber die RAF/Antifa/Schwarzer Block“. Oder es wird sogar behauptet, dass „die Regierung“ nun etwas liefern muss, um von den Messerstechern abzulenken. Propaganda 2.0 und so. Blanke Verschwörungstheorien!

Ich möchte nicht von einer Neo-Nazis-Bürgerwehr „verteidigt“ werden!

Aber was bitte geht in Köpfen vor, die einen Bürgerkrieg herbeisehnen, die Politiker*innen, Journalistinnen und Journalisten, generell Andersdenke eliminieren wollen? Die Typen haben das sogar geprobt, als sie vor einigen Wochen als selbsternannte Bürgerwehr in einem Chemnitzer Park Ausweise von Deutschen, Iranern und Pakistaner kontrollierten, sie einkreisten, bedrohten und beleidigten

Ich möchte nicht von einer Neo-Nazis-Bürgerwehr „verteidigt“ werden! Ich möchte nicht, dass sich Neo-Nazis befugt fühlen, eine ganze Gesellschaftsordnung auf den Kopf stellen zu müssen! Wer setzt denen denn sowas ins Hirn? Ist das eigentlich das Ziel von Politikern wie Bernd Höcke, wenn sie sich neben die Identitäre Bewegung stellen, deren gemeinsames Ziel auch der Umsturz unseres Systems ist?

Ist das der Plan: Rechtsextreme in Anzügen umgarnen die Wählerschaft, in dem sie polarisieren, Feindbilder schaffen, Ängste schüren. Parallel werden in Facebook-Gruppen Echokammern geschaffen, die all das immer wieder bestätigen, bis dann man Christian, Marcel und Co. auf die Idee kommen, mit halbautomatischen Waffen loszuziehen und alles niederzuballern, was denen nicht in den Kram passt?

Die AfD schweigt, Verschwörungstheorien

Was mich neben all dem zusätzlich sehr schockiert, sind die Kommentare, die selbst bei diesem konkreten Verdacht, alles kleinreden. Fun Fact: Ich habe mir die Facebook-Seiten der sonst so Post- und meme-freudigen AfD, Frau Dr. Weidel, Herrn Prof. Meuthen und Herrn Höcke mal kurz angeschaut. Die Themen heute: „Horror-Freitag auf der Wiesn: Wer schützt unsere Frauen?“

Es geht um einen Pakistani, einen Inder und darum, dass sich ein „anderer Kulturkreis breitmacht“. Weiteres Thema: „Klassen mit Ausländeranteil von 100% in Sachsen Anhalt – Unsere Lehrer werden blutig geschlagen“. Weiter: Merkel, Erdogan und „60% weniger illegale Migranten in der Schweiz“. Ich bin mir sicher, die Überschriften sähen bei einem etwas anders gelagerten Sachverhalt anders aus. Nunja.

Ich bin zumindest gespannt, was die Ermittlungsergebnisse zu Tage fördern. Und ich bin froh, dass die Sicherheitsbehörden so schnell reagiert haben. Und ich wiederhole mich vielleicht: Ich will nicht von Neo-Nazis verteidigt werden!

Artikelbild: Von wellphoto, shutterstock.com

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So hasserfüllt hetzen Rechte in geheimen Gruppen gegen Andersdenkende

#niewieder

Wir leben wohl in einer Zeit, die so sehr von der Doppelmoral geprägt ist, wie keine zuvor. Zumindest konnten wir das früher nicht auf den ersten Blick erkennen. Facebook macht es aber möglich, die fortschreitende Polarisierung zu beobachten. Und wir befinden uns in einem Kreislauf, der eigentlich nicht enden kann, wenn wir, die Demokraten, es nicht verhindern.

Einsatz Prominenter für Seenotrettung

In den letzten Wochen solidarisierten sich viele Künstler*innen und auch Bands mit den NGOs der Seenotrettung. Aktuelle Beispiele sind Herbert Grönemeyer, Tocotronic, Marteria, Jasmin Tabatabai, Die Toten Hosen, Jan Böhmermann, Die Höchste Eisenbahn oder auch Bastian Pastewka. Sie alle mahnen zu mehr Menschlichkeit.

Sie alle appellieren an den gesunden Menschenverstand, an den Anstand und an die Vernunft. Menschen, die sich auf dem Meer in Seenot befinden, müssen gerettet werden! Absaufen lassen ist keine Option. Es geht um die Sekunde, in der sich Menschen in Not befinden. Alles, was sich davor und danach abspielt ist Sache der Institutionen, der Staaten, der Regierungen. Der Weltgemeinschaft, falls es die noch gibt.



Rechte hassen Menschen, die aufrufen, Menschenleben zu retten?

Aber in dieser Sekunde, in der Menschen auf einem wackeligen Boot über ein riesiges Meer gondeln und dabei in Gefahr geraten zu kentern, ist ihnen zu helfen. Das tun NGOs wie die SOS Mediterrane. Die Neuen Rechten bezeichnen die NGOs als „Schlepper“. Sie sagen, sie würden dazu anspornen, loszufahren, weil sie ja da sind.

Die Neuen Rechten würden gerne ein Experiment durchführen: NGOs bzw. Seenotrettung einstellen und gucken, wie lange es dauert, bis sich keiner mehr auf den Weg macht. In der Zwischenzeit? Keine Ahnung. Weiß keiner. Ist ja keiner mehr da, um die Toten zu zählen. Oder aber die Identitären fahren mal gucken. (Hier der persönliche Bericht, wie es wirklich aussieht)

Screenshot Facebook.com

Nun sammeln die oben genannten Prominenten Spenden für die NGOs, für die Menschlichkeit. In rechten, geheimen Gruppen in Facebook, die lustige Namen wie „Die Patrioten“ tragen, wird nun zum Beispiel aufgerufen, bei Pastewka „Kotzemogies“ (?!) und „Gifs ;)“ zu verteilen. Pastewka wäre der neue „Systemling“, und man ruft #Spendethirn. Er brauche Aufmerksamkeit, er solle sein Geld, das er von Deutschen eingenommen hat, spenden und vor Ort helfen, er sei ein „Importeur“, usw. Das ist nur ein Bruchteil von dem, was in solchen Gruppen passiert.

Hetze gegen Andersdenkende

In der einen Sekunde rufen sie dort danach, CDs der Künstler nicht mehr zu kaufen, gar zu verbrennen. Sie feiern den Aufruf eines Berliner AfD-Politikers, Schlecky Silberstein und sein Team zu verfolgen, sie veröffentlichen das Foto eines ZDF-Kameramannes, um ihn zur Jagd freizugeben, posten Memes und Fake-Bilder über Politiker*innen (z.B. Claudia Roth) mit schlimmen Behauptungen. Die AfD Hamburg hat ein Melde-Portal eingerichtet: Lehrer*innen, die in Verdacht stehen, ihre Schüler*innen „links zu indoktrinieren“ sollen gemeldet werden. Die AfD hilft dann weiter und gibt Tipps. Na dann!

Screenshot Facebook.com

In der nächsten Sekunde wüten sie in diesen Gruppen, wenn der Schauspieler Frank Kessler auf einer eine AfD-Demo in Rostock gesehen wird. Der wiederum kämpft um seinen guten Ruf und erklärt sich. (http://www.maz-online.de/Nachrichten/Panorama/Schauspieler-Frank-Kessler-kaempft-um-seinen-Ruf) Er sieht sich ebenso einem Shitstorm ausgesetzt. Das ist selbstverständlich nicht in Ordnung, denn niemand kennt die tatsächliche Motivation und überdies muss es andere Mittel geben, politisch zu kritisieren, gerade, weil niemand die Opferrolle so gut beherrscht wie die AfD und ihre Anhänger.

Zurück zur Doppelmoral und zu diesem Kreislauf:

Diejenigen, die in der Wahl der Mittel zu persönlichen Attacken greifen, um politische Gegner einzuschüchtern, werden keinen Erfolg haben. Einer Aktion folgt die Reaktion. Eine Provokation lebt nur von der Reaktion. Es geht also immer weiter, der Strudel, in den sich eine Gesellschaft begibt, zieht vieles mit sich: Vertrauen in die Medien, die Politik, den Arbeitskollegen, den Nachbarn, den Onkel, die Mutter, den Bruder, die Schwester.

Ich hoffe, wir sind schlau genug, um diesen Kreislauf zu durchbrechen. Indem wir nicht die Mittel derer verwenden, die wir kritisieren. Unsere Aufgabe ist es vielmehr, solche Vorgänge aufzuzeigen, zu benennen, darauf hinweisen. Und wenn Künstler in ihrer Freiheit eingeschränkt werden oder wegen ihrer Meinung diffamiert und beleidigt werden, dann sollte die Zivilgesellschaft aufhorchen. Denn gerade die Künstler waren und sind es, die Finger in Wunden legen und damit natürlich als erstes mundtot gemacht wurden (und werden).

#niewieder!

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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Lügen & Einschüchterung: AfD veröffentlicht Adressen von Satire-Gruppe

Liebe AfD,

Ende April 2017 postulierte eure heutige Parteichefin, dass ihr euch nicht den Mund verbieten lasst und die politische Korrektheit auf den „Müllhaufen der Geschichte“ gehört. Das meint ihr offensichtlich ernst. Ihr lasst es euch nämlich nicht nehmen, einen offensichtlichen Satire-Beitrag, in dem kleine Ereignisse aus bereits bekannten Video-Schnipseln rund um die Berichterstattung aus Chemnitz, überspitzt aufbereitet wurden, absichtlich falsch zu verstehen.



Das ist der Satire-Beitrag, um den es geht

Volksfest in Sachsen

Nazis, Politik, Medien und Musikfreunde: Chemnitz war für alle ein voller Erfolg.

Gepostet von Bohemian Browser Ballett am Montag, 17. September 2018

Da ist der Hutbürger. Der Hase, der da bleiben soll. Da sind die unmöglichen Theorien, die Hitler grüßenden Männer wären Provokateure, und vieles andere mehr. Es macht Spaß, alle Referenzen zu suchen, fast wie bei Filmen wie Hot Shots oder Die Nackte Kanone. Jede Szene existiert irgendwo auf YouTube oder hat Bezug zur Realität.

Aber, liebe AfD, euer Auftritt dauert 2 Sekunden

Und ihr tut so, als ob sich das gesamte Video um euch dreht. Das tut es ja irgendwie auch, und die getroffenen Hunde bellen. Übrigens tauchen die Verfechter des #wirsindmehr-Konzertes ebenso auf. Ich höre von denen gar nichts.

Jedenfalls reicht euch das schon, um loszuziehen und mit einer Kamera auf das Namensschild eines Teammitgliedes zu zielen, das beim Dreh der Satire beteiligt war. Dieses Bild teilt ihr fleißig über eure unzähligen Kanäle und Gruppen, zusammen mit dieser hanebüchenen Verleumdungstheorie. Euch ist bewusst, was ihr da tut? Ihr gebt Privatpersonen zum Abschuss frei (Der Bericht).

Künstler an den Pranger stellen

Ihr verliert langsam jedes Maß und nehmt es in Kauf, dass nur einer eurer tausenden Follower durchdreht und ein Leben terrorisiert. Ihr scheint nicht zu ahnen, was eine Filterblase ist, in der unreflektiert so ein Schmarren geglaubt wird. Nun sollen gar die Juden schuld sein, weil der Name jüdisch klingt? Anhänger lechzen nach Mord.

Wisst ihr überhaupt, was da in euren Gruppen abgeht? Wenn ja, dann solltet ihr tatsächlich vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Denn keine Partei, die auf dem Boden unseres Grundgesetzes steht, würde solcherlei Wünsche und Kommentare sanktionslos gestatten. Auf der anderen Seite: Ihr scheint es euch ja zu wünschen. Denn anders kann ich mir die „investigative Recherche“ des AfD Hansel aus Berlin nicht erklären.

„Wir werden sie jagen“, sagte Alexander Gauland. Es scheint so, als wenn er das wörtlich meinte. Ausländer werden gejagt. Journalisten werden gejagt. Künstler werden gejagt.

Packt euch mal!

Artikelbild: Screenshot AfD

„Fake-Video“: Hält die AfD ihre Anhänger für komplett bescheuert?

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