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Studien widerlegen den nächsten Impfgegner-Mythos: „Plötzlich & unerwartet“

von | Mai 21, 2023 | Faktencheck

Von Clara Hoheisel

Und die nächste Impfgegner-Verschwörungserzählung hat sich nicht bewahrheitet: Geimpfte haben noch Monate nach der Impfung ein geringeres Sterberisiko, und neue Studien fanden keinen Zusammenhang zwischen Herzinfarkten und Impfungen. Wohl aber mit Corona Infektionen. Geimpfte sind „plötzlich und unerwartet“ viel sicherer.

„Plötzlich und unerwartet“ sind Geimpfte viel sicherer

Die Querdenker:innen bedienen sich – neben dem Lügen und Hetzen – einer perfiden Taktik, um ihre zynischen und falschen Behauptungen zur Impfung zu verbreiten: die Hundepfeifen. Sie nutzen eine verschlüsselte Sprache, die von verschiedenen Zielgruppen unterschiedlich interpretiert wird. Dadurch können sie versteckte Botschaften an ihre Anhänger:innen senden, während sie für Nicht-Eingeweihte neutral erscheinen.

Diejenigen, die unaufhörlich die Gefahren von COVID-19 herunterspielen und die Anzahl der Todesfälle leugnen, greifen nun zu immer verzweifelteren Maßnahmen, um gegen Impfungen zu hetzen. Ihre Fokussierung auf einzelne Geschichten, die emotional ausgeschlachtet werden, ist bezeichnend für ihre manipulative Vorgehensweise. Diese perfide Taktik zeigt sich an Beispielen wie Damar Hamlin und der Krankenschwester Tiffany Dover Volksverpetzer berichtete:

Damar Hamlin, ein NFL-Spieler, erlitt am 2. Januar einen Herzstillstand während eines Spiels. Die „Querdenker:innen“ erklärten ihn daraufhin fälschlicherweise für tot und nutzten den Vorfall, um gegen die COVID-19-Impfung zu hetzen. Ein ähnlicher Fall ereignete sich bei der Krankenschwester Tiffany Dover, die nach ihrer Impfung erwiesenermaßen wohlauf war – aber von den Lügner:innen einfach für Tod erklärt wurde. Weil die Tatsache, dass sie doch lebte und wohlauf war, das Zerrbild dieser Leute zerstörte, wurde die arme Frau monatelang terrorisiert.

Das „Plötzlich und unerwartet“ – Märchen

Diese Einzelfälle wurden von den Querdenker:innen dramatisiert und emotional ausgeschlachtet, um ihre falschen Behauptungen zu untermauern. Aber die Einzigen, die tragischerweise „plötzlich und unerwartet“ gestorben sind, sind die Millionen Toten durch eine Coronavirus-Erkrankung. Auch die AfD versuchte, mit Lügengeschichten dieses Narrativ zu belegen – und scheiterte peinlich.

Eine weitere Studie entlarvt nun die falschen Behauptungen der Impfgegner:innen. Angeblich hätte es überproportional viele Todesfälle junger Menschen nach einer COVID-19-Impfung gegeben. Eine neue Studie aus Australien hat diese Behauptungen untersucht und die Todesfälle junger Menschen 30 Tage nach ihrer Impfung unter die Lupe genommen. Ergebnis: Es konnte kein Zusammenhang zwischen der Impfung und Herzstillständen außerhalb des Krankenhauses festgestellt werden. Tja, die nächste Verschwörungserzählung, die nie wahr geworden ist.

Studie aus England widerlegt „Querdenker“-Lügen: geringere Risiken nach Impfung

Auch neue Erkenntnisse aus England bringen die Wahrheit ans Licht. Eine umfangreiche Studie in England untersuchte den Zusammenhang zwischen der COVID-19-Impfung und dem Risiko von Herzkrankheiten bei jungen Menschen im Alter von 12 bis 29 Jahren. Die Auswertung nationaler elektronischer Gesundheitsdaten ergab, dass es in den 12 Wochen nach der Impfung weder einen signifikanten Anstieg der Herzerkrankungen noch der Gesamtsterblichkeit gab. Doch es gibt noch viel mehr Studien: Geimpfte haben sogar Monate bis zu einem Jahr später ein geringeres, allgemeines (!) Sterberisiko als Ungeimpfte. Eine weitere große Studie zeigte auch weder vermehrte Totgeburten noch häufigere Schwangerschaftsabbrüche in der Impfgruppe.

Dank der Impfungen wurden weltweit alleine innerhalb des ersten Jahres fast 20 Millionen Menschen vor dem Tod durch COVID-19 bewahrt. Zu unerwünschten Nebenwirkungen bei der Corona-Impfung gab es im vergangenen Dezember eine große Meta-Studie. Diese zeigte: Es gibt kaum bis gar keine Unterschiede zwischen Impfungen und Placebos, was angebliche Nebenwirkungen angeht! „Einmal Impfen ist weniger riskant als eine Woche Skiurlaub.“

In extrem seltenen Fällen können schwere Komplikationen im Zusammenhang mit der Impfung auftreten. Laut den Daten nach der Zulassung von Pfizer liegt die Rate schwerer Nebenwirkungen bei etwa 0,02 Prozent. Expert:innen gehen jedoch davon aus, dass die Komplikationsrate bei den Covid-Impfstoffen nicht höher ist als bei anderen Impfungen. Im Gegenteil, bei Hirnvenenthrombosen und auch bei Myokarditis ist das Risiko viel größer, wenn du ungeimpft Corona kriegst.

Und: Unlängst behauptete eine Arbeit, negative Auswirkungen von Atemschutzmasken zu finden. Es wurde spekuliert, Long Covid Symptome könnten in Wahrheit vom Maskentragen stammen. Jetzt wurde die Arbeit zurückgezogen, weil sie halt völliger Quatsch war.

Die düsteren Aussichten für Impfgegner:innen

Impfgegner:innen und Querdenker:innen leben in ständiger Angst, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Man könnte sagen: Sie haben Angst, sich einzugestehen, dass das längst passiert ist. Da ihre Behauptungen immer wieder widerlegt werden, müssen sie neue Wege finden, um ihre Anhänger:innen bei der Stange zu halten. Sie setzen alles daran, Unsicherheit und Angst zu verbreiten und scheuen sich nicht davor, gefälschte Ereignisse zu erfinden.

Es ist an der Zeit, dieser Flut an Falschinformationen Einhalt zu gebieten. Wir alle können dazu beitragen, indem wir die Wahrheit verbreiten und Faktenchecks teilen. Gemeinsam können wir der Verbreitung von Fake News entgegentreten und eine informierte Gesellschaft aufbauen! Und hört auf, die Märchen von Impfgegner:innen noch ernst zu nehmen.

Artikelbild: Canva.com