So cool lässt Prof. Drosten BILD und andere Hater abblitzen

| Medien | 29. Mai 2020

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Die Hetze lässt Dr. Drosten kalt

Ein Grund, warum die ganze Welt mit Neid auf Deutschland und seinen bisher vergleichsweise glimpflichen Verlauf in der Corona-Pandemie blickt, ist, dass wir einen der weltweit führenden Corona-Forscher haben: Prof. Dr. Drosten. Er gehört zu den Mitentdeckern des SARS-Coronavirus und hat den ersten PCR-Test für das neuartige Virus entwickelt (Quelle). Seine Schwerpunkte liegen bei neu auftretenden Viren und Viren aus der Corona-Familie. Er hat allein 2020 bereits 20 Paper veröffentlicht, 391 insgesamt und wird von anderen Expert*innen 21613 mal zitiert.

Und zu dem allem kommt hinzu: Er stellt sich nicht gerne in den Mittelpunkt, hält es für eine Tugend, der Politik eben KEINE Wege vorzuschreiben und sich da herauszuhalten im Gegensatz zu einigen seiner Kolleg*innen (mehr dazu). Dennoch wird er von einigen regelrecht gehasst, da sie ihn als Gesicht der Corona-Maßnahmen wahrnehmen. In rechtsextremen und verschwörungsideologischen Gruppen ist er ähnlich verhasst wie Merkel und erhält viele Morddrohungen (Quelle), welchen dort sogar applaudiert werden (Quelle). Auch die BILD versucht ihn mit Hetze zu diskreditieren, um dort nach Leser*innen zu fischen (hier):

Keiner nimmt sie mehr ernst: BILD-Hetze gegen Drosten geht nach hinten los

Auch versuchen sich nicht mehr forschende Kollegen wie Prof. Dr. Kekulé durch überzogene Kritik an Prof. Dr. Drosten zu profilieren (hier).

Kekulé will sich gegen Drosten inszenieren – und wird von diesem zerstört

So cool reagiert Drosten

Doch die unsachliche Kritik nimmt der Corona-Forscher nicht ernst. Bereits am Montag twitterte er auf eine freche BILD-Anfrage, die ihm nur eine Stunde Zeit für eine Stellungnahme zu ihrer Hetze geben wollten: „Ich habe Besseres zu tun“.

Auch die Selbstinszenierung von Dr. Kekulé quittiert er einfach: „Kekulé macht Stimmung. Seine Darstellung ist tendenziös. Er kennt unsere Daten nicht und zitiert falsch. Kekulé selbst könnte man nicht kritisieren, dazu müsste er erstmal etwas publizieren.“ Uff, burn!

Damit das nicht falsch zu verstehen ist: Drosten nimmt seriöse Kritik an seiner Arbeit sehr ernst. Wer seinen Podcast auch einfach mal selbst anhört, anstatt sich nur über BILD-Hetze und Memes aus „Corona-Rebellen“-Memes zu informieren, der hätte längst gewusst, dass er stets alle Limitationen seiner Forschung erklärt und in welchen Bereichen er sich nicht genug auskennt. Die vielfach zitierte statistische Kritik an der VORVeröffentlichung (!) seiner Studie, die BILD und Kekulé anführten, fand er teilweise so gut, dass er einen Statistiker für dessen fundiertes Feedback kurzerhand in sein Forschungsteam aufgenommen hatte und mit ihm gemeinsam am Update arbeitet (Quelle).

Das Trugbild des hochnäsigen Akademiker-Fatzkes, der allen seine persönliche Weltsicht aufdrücken will, hat einfach nichts mit der Realität zu tun.

SPIEGEL-Interview: Wer ist Herr Reichelt?

In einem aktuellen SPIEGEL-Interview (Link) zeigt Drosten noch einmal, wie gelassen er den Unsinn von BILD und Co nimmt. Er sei kein „Social Media Typ“ und twittert auch nur wegen der Corona-Krise, um unser Land vor den Gefahren von Corona zu warnen. „Wer sonst sollte die Menschen in Deutschland informieren und aufklären über die Pandemie? Als jemand, der an Coronaviren arbeitet, sah ich mich da einfach in der Pflicht“, sagt er der Zeitung. Angesprochen darauf, was er von den Angriffen der BILD denkt: „Sollte ich mich fürchten?“ und „In meinem Alltag kommt die „Bild“-Zeitung nicht vor. Niemand in meinem Bekanntenkreis liest das Blatt.“

Er gesteht, dass BILD-Leser*innen vielleicht in die Irre geführt werden könnten und ihn für einen schlechten Wissenschaftler halten könnten. Aber seine Reputation in Fachkreisen würde das nicht kratzen. „Um mich als Wissenschaftler zu diskreditieren, müssten ja andere Wissenschaftler glauben, dass das stimmt, was in der „Bild“-Zeitung steht.“ Autsch, Treffer! Und auf die Frage, warum er der BILD-Zeitung innerhalb einer Stunde weder eine Stellungnahme geben kann noch will: „Die Statistik, um die es geht, ist so komplex, dass man das auf keinen Fall in einer kurzen Stellungnahme erklärt bekommt, auch wenn man sich deutlich mehr Zeit als eine Stunde dafür nimmt. Und ich hatte auch nicht den Eindruck, als sei die „Bild“-Zeitung wirklich daran interessiert, das wissenschaftliche Problem zu verstehen.“.

Das Zitat, das die BILD-Chefredaktion am härtesten treffen dürfte, ist jedoch folgendes: Der SPIEGEL fragt, was er von den persönlichen Angriffen von BILD-Chef Reichelt hält und dass er um eine Fristverlängerung hätte bitten sollen. Antwort: Nicht viel. Und: „Wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag.“ Prof. Drosten ist nicht nur ein Experte, für den wir uns glücklich schätzen dürfen, er ist auch verdammt cool.



Artikelbild: Screenshot twitter.com

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