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Warum die AfD überwacht werden muss: Die ganze Radikalisierung von 2013-2022

von | Mrz 8, 2022 | AfD, Aktuelles, Recherche AfD

 

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Vorwort

 

Diese Recherche widmen wir Ingo Hasselbach, einst der „Führer von Berlin“ unser direkter Gegner Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre, seit den neunziger Jahren aber mehr als glaubhaft aus der neonazistischen Szene ausgestiegen. Gerade solche Menschen müssen wir sprechen lassen, nichts entlarvt diese Szene mehr als Aussteiger.

Ingo würde gerne unsere Recherche mit einigen Worten einleiten:

In der Nacht auf den 23. November 1992 wurde ein Haus in Mölln von Neonazis angezündet. Im Haus kamen die beiden Mädchen Yeliz Arslan und Ayşe Yılmaz sowie ihre Großmutter Bahide Arslan in den Flammen um. Die Täter kamen aus der Neonaziszene. Ich habe mich immer verantwortlich gefühlt, weil ich hier das erste Mal konkret gesehen habe, wo geistige Brandstiftung hinführt.

Ich habe gelernt was Hass und die Worte Ausländer raus anrichten können und welchen Preis die Familie Arslan in Mölln für diesen blinden Hass rechter Fanatiker zahlen musste. Die heutige Neonaziszene ist nicht mehr vergleichbar mit der Szene, wie ich sie gekannt habe.

Wir haben damals, nach einem kurzen Ausflug in die legale rechte Parteiarbeit eine gewaltbereite Truppe aufgebaut, deren Hauptziel es war Verunsicherung und Angst zu schüren.

Wir schufen Strukturen, deren Einfluss bis in die Gegenwart reicht. Die rechte Szene ist mehr denn je in der Gesellschaft angekommen, die AfD ist der legale politische Arm, selbst die härtesten aktiven Neonazis empfehlen die AfD bei der Wahl.

Deshalb ist die Aufklärungsarbeit, die mit solchen Recherchen hier geleistet wichtig und richtig. Nur wenn wir die Dinge ansprechen, thematisieren, aufklären und dagegen angehen haben wir eine Chance, dieser Ideologie etwas starkes entgegenzusetzen. Das schulden wir auch all den unzähligen Opfern der rechten Szene! – Text Ingo Hasselbach –

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Zusammen mit Kriminaloberrat Bernd Wagner gründete Ingo Hasselbach EXIT-Deutschland.

EXIT hilft Aussteigewilligen aus der rechtsextremen Szene und Familien, die ihre Angehörigen aus der rechtsradikalen Bewegung lösen wollen.

Wer aussteigen möchte, der kann hier den Kontakt zu EXIT suchen.

Wir bedanken uns außerdem bei Andreas Kemper für die Überlassung von Texten und Material. Außerdem dem Apabiz, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, dem AntifaInfoblatt, sowie Democ, dem Internationalen Recherche-Team Foia Research. Und vielen weiteren Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Vorwort

Die AfD hat sich in den wenigen Jahren seit ihrer Gründung extrem stark radikalisiert. Aber sie kam nicht aus dem Nichts. In diesem Artikel werden wir so ausführlich wie nie zuvor die Hintergründe, Netzwerke und Geldgeber der in großen Teilen rechtsextremen Partei darlegen. Es soll demnächst darüber entschieden werden, ob die Partei als Gesamtes vom Verfassungsschutz beobachtet werden soll. Wer daran Zweifel hat, ob das richtig ist, dem empfehlen wir diese extrem ausführliche Lektüre.

Wir haben alle Informationen zu den rechtsextremen Netzwerken im In- und Ausland, rechtsextremen Organisationen, Holocaustleugnern und mehr rund um die AfD. Dieser Artikel ist extrem lang, weil ihr hier sehr sehr viele Informationen findet, das meiste davon würde die AfD gerne geheim halten. Der Artikel ist so lang, dass unser Quellenverzeichnis in einem extra Artikel vermerkt werden musste, nämlich hier.

Hier erfahrt ihr, wie die AfD sich entwickelt und radikalisiert hat. Und wie der faschistische Weg weiter gehen wird. Und warum diese der parlamentarischer Arm vieler derjenigen ist, die unseren Staat und die Demokratie stürzen möchten.

Inhaltsverzeichnis

  •     Vorbemerkungen
  •     Netzwerke und Strukturen der achtziger und neunziger Jahre
  •     Chronologie: Phase 1 – Auf Tauchstation gehen
  •     Chronologie: Phase 2 – Erste Häutung und Konsolidierung
  •     Chronologie: Phase 3 – Zweite Häutung und Radikalisierung
    • 17.1.2017: Dresdner Sammlungsrede „Ich weise Euch den Weg”
    • 17.6.2018: Rede in Mödlareuth „Die Zeit des Redens ist vorbei”
    • 23.6.2018: Rede auf dem Kyffhäuser Treffen „Die Zeit des Wolfes ist gekommen”
    • 1.9.2018: Schulterschluss mit gewaltbereiten Rechtsextremisten und Neonazis
    • 9.9.2018: Neonazi Köckert adaptiert Höckes Rede in Köthen „Lasst uns Wölfe sein und sie zerfetzen”
    • 2.6.2019: Mord an Dr. Walter Lübcke durch Neonazi Stephan E.
  •     Chronologie: Phase 4 – Die AfD Thüringen unter Höcke wird zum Verdachtsfall erklärt
  •     Chronologie: Phase 5 – Radikalisierung ab 2019
  •     Chronologie: Phase 6 – Zusammenarbeit mit Neonazis (Freie Sachsen)
  •     Radikalisierung des Denkens und der Sprache (Die Bewegungspartei nimmt Fahrt auf)
  •     Der Rückgriff Höckes (AfD) auf den Nationalsozialismus in seinen Reden – und seine Wirkung
  •     Verbindungen Inland
  •     Verbindungen Ausland

 

Vor fast neun Jahren wurde die Partei „Alternative für Deutschland” (AfD) gegründet. Kaum eine andere Partei hat dabei eine solche „Wandlung” mitgemacht, wie die AfD – außer in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts die NSDAP.

Aber noch wäre es zu früh, der Partei in Gänze nationalsozialistisches Gedankengut zu unterstellen, auch wenn Teile der AfD eine erschreckende Nähe zu Neonazis, Reichsbürgern oder Rechtsextremen wie der Identitären Bewegung oder neonazistischen Burschenschaften, Holocaustleugnern und Antisemiten aufweisen.

Diese Übersicht soll die Entwicklung der AfD aufzeigen und in ihren historischen Kontext seit der Wiedervereinigung stellen. Wie konnte sich eine eurokritische Professorenpartei, bestehend aus angesehenen, kompetenten Leuten aus Wirtschaft und Universitätsbetrieb, so wandeln, zum Prüf- und Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz werden und sich von Mal zu Mal immer mehr radikalisieren?