12 Beispiele: So gewalttätig & entmenschlichend ist die Sprache der AfD

Kolumne Schwer verpetzt

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So gewalttätig ist die sprache der afD

Die AfD ist wie jemand, der an der Tankstelle raucht und dann nicht dafür verantwortlich sein will, wenn alles in Brand aufgeht. Gauland hat erneut eine Mitverantwortung der AfD am Mord an Walter Lübcke verneint. Die Partei, die die Verletzungen beim Sturz nach einem Schlag von Unbekannten an Frank Magnitz den „anderen Parteien“ zuschob und ihnen „verbale Eskalation“ unterstellte (Quelle), will jetzt so tun, als sei das, was sie so von sich gibt, nur harmlose Kritik.

Doch wenn sie ihren AnhängerInnen zu einem Zitteranfall ungehindert die Möglichkeit geben, Todeswünsche für die Kanzlerin zu formulieren, (Quelle), Gewaltfantasien und Morddrohungen gegen Tauber (Quelle) oder über den Tod Lübckes hämisch jubeln (Quelle), kann niemanden täuschen. Die Sprache der AfD ist gewalttätig und militaristisch. Das sieht man allein daran, dass Gauland nicht vorhabe, nach Lübcke verbal „abzurüsten“. Doch wir haben Beispiele gesammelt, wie gewaltvoll und entmenschlichend die Sprache der AfD ist.



1. Magnitz veröffentlichte Fake-Bilder einer verletzten Frau Merkel

Wir können auf der Suche nach sprachlicher Gewalt direkt mit Herrn Magnitz selbst anfangen. Es wurde gestern ein Post auf Magnitz Facebook-Seite entdeckt, wo dieser sich über die Vorstellung, die Bundeskanzlerin wäre verletzt worden, lustig machte. Der Mann findet also die Vorstellung, dass Frau Merkel Gewalt erfährt, amüsant. Da er dort das Logo des Autovermieters Sixt missbrauchte prüft das Unternehmen jetzt rechtliche Schritte.

Nach Magnitz-Post: Sixt prüft rechtliche Schritte gegen Ersteller von Merkel-Bild

2. Gauland will „Merkel jagen“

Und Herrn Gauland können wir ebenfalls heranziehen. Beim Einzug der AfD in den Bundestag sprach AfD-Chef Gauland davon, dass er „Frau Merkel jagen“ wollen würde und „die Regierung vor uns hertreiben“. (Quelle) Menschen jagen? Naja, ist vielleicht eine freundliche, konstruktive Jagd und keine verbale Eskalation.

3. Gauland will Özoguz „entsorgen“

Ebenfalls Gauland hat die Integrationsbeauftragte Özoguz ebenfalls verbal angegriffen und gesagt, man könne sie „In Anatolien entsorgen können“. (Quelle) Abgesehen davon, dass Frau Özoguz aus Hamburg stammt, „entsorgt“ man in der Regel nicht Menschen. Ja ja, Gauland meint, er wollte damit nur sagen, dass sie in ihrem Amt fehl am Platz sei. Dann hätte er das aber auch sagen können, anstatt so eine verbale Eskalation zu verwenden. Das ist doch genau das, was sie jetzt im Fall Magnitz kritisieren, oder?

4. Fest (AfD) will Merkel „erlegen“

AfD Mann Fest ist die „Jagd“-Metapher noch nicht genug: Er möchte Frau Merkel gleich „erlegen“. (Quelle) Das bedeutet nicht nur buchstäblich „töten“, es entmenschlicht Frau Merkel auch noch weiter durch die Jagd-Konnotation. Kommt schon, ihr fordert direkt den Tod von Frau Merkel. Jaja, das ist nur metaphorisch gemeint. Dass Nicole Diekmann einen Scherz machte, als sie sagte, jeder sei ein Nazi, der nicht die Grünen wähle, hat euch aber auch nicht interessiert. (Quelle) Und fest steht: Es ist verbale Eskalation und Gewaltvorstellungen.

5. Arppe will Gegner „an die Wand stellen“

Seinerzeit noch Vize-Fraktionschef der AfD in Mecklenburg-Vorpommern Holger Arppe wollte die Gegner der AfD „an die Wand stellen“. Die Gesamtheit der geleakten Chat-Protokolle offenbarte viele Gewaltverherrlichungen. So sprach er beispielsweise davon, dass „das rot-grüne Geschmeiß auf den Schafott geschickt“ werden solle. (Quelle)

Und das hier hat nichts mehr mit Metaphern zu tun. Dazu muss man aber auch sagen, dass Arppe Partei  und Fraktion nach Veröffentlichung der Protokolle verließ. Nichtsdestotrotz findet man „solche verbalen Eskalationen“ aber anscheinend doch sehr wohl auf dieser Seite des politischen Spektrums.

6. Politische Gegner aus dem Hubschrauber werfen

Parlamentarischer Mitarbeiter der AfD im Landtag von Baden-Württemberg, Thorben Schwarz, kommentierte die Feststellung, dass der Diktator Pinochet Kommunisten aus Hubschraubern warf, um sie zu töten mit „So muß das!“ [sic]. Deutliche Gewaltfantasien gegenüber politisch Andersdenkenden. Voilá. (Tweet und Account sind inzwischen gelöscht worden)

7. „Ich wünsche mir so sehr einen Bürgerkrieg und Millionen Tote“

Weitere Facebook-Chats von Mitarbeitern von AfD-Abgeordneten, die geleakt wurden. Diesmal der Stuttgarter Landtag. Dort steht unter anderem: „Ich wünsche mir so sehr einen Bürgerkrieg und Millionen Tote. Frauen, Kinder. Mir egal. Hauptsache es geht los … Es wäre so schön. Ich will auf Leichen pissen und auf Gräbern tanzen. SIEG HEIL!“ (Quelle) Ich denke, dies spricht für sich selbst.

8. Schusswaffengebrauch gegen Kinder

Und natürlich wollen wir uns daran erinnern, dass Beatrix von Storch einen Schusswaffengebrauch an der Grenze gefordert hat. Sogar gegen Kinder. (Quelle) Sind jetzt zwar nicht politische Gegner, aber es zeigt, dass AfD-PolitikerInnen nicht darüberstehen, den Tod von Menschen als Folge ihrer Politik in Kauf zu nehmen.

9. Oder diese GewaltanDrohung gegen das „Zentrum für politische Schönheit“

10. Oder das hier:

11. Den Weg „frei schießen“

Im Fall Lübcke besonders prekär: Am Tag nach dem Mord an Walter Lübcke wird Max Krah mit den Worten zitiert: „Wir schießen den Weg frei. Es gibt nur uns – ansonsten geht alles den Bach runter“ (Quelle).

12. Ausländer als „Parasiten“

Thomas Göbel von der AfD sagte in Hinblick auf Ausländer, dass Deutschland „unter einem Befall von Schmarotzern und Parasiten“ leide, die dem deutschen Volk „das Fleisch von den Knochen fressen“. Im Nationalsozialismus wurden Juden regelmäßig als „Parasiten“ bezeichnet. Das entmenschlicht die Bezeichneten und rechtfertigt eine gewaltsame „Ausrottung“.

Und vieles Mehr

Und das sind AfD-Politiker, wie entmenschlicht sich ihre AnhängerInnen täglich zu tausenden artikulieren, wenn sie in ihren Hass-Gruppen oder ungehindert in den Kommentarspalten (der BILD) hetzen, kann jeder mit eigenen Augen sehen – und berichten wir regelmäßig. Das ist nicht normal. Das ist keine „Kritik“. Besonders, wenn meistens Dinge „kritisiert“ werden, die gar nicht stimmen oder völlig schwachsinnig sind. Meistens ist der Anlass des Hasses eine Falschmeldung, die genau den Zweck hat, den Hass zu schüren. Oder wie oben erwähnt ein Zitteranfall Merkels (Mehr dazu). Darf die Bundeskanzlerin nicht zittern? Was für eine absurde Vorstellung, dass man dabei etwas „kritisieren“ müsste!

Wer seine Feinde, „Parasiten“ nennt, sie „jagen“ möchte, aus dem „Hubschrauber werfen“, „entsorgen“, „an die Wand“ stellen, mit „Löschkalk bedecken“, „Volksverräter zur Rechenschaft ziehen“ und „auf Leichen pissen“ will, der äußert keine Kritik. Der hasst. Der brutalisiert seine Anhänger und entmenschlicht seine Gegner. Der muss sich nicht wundern, wenn seine Gesinnungsgenossen diese Sprache auch umsetzen.

Nicht nur sind die AfD Heuchler, die ihren politischen GegnerInnen das vorwerfen, was sie selbst tut. Sie bereitet den Boden für eine tödliche Ideologie und profitiert von dieser. Das kann sie nicht leugnen, denn Beispiele dafür gibt es genug. Diese Partei darf nicht normalisiert werden. Eine Partei, in der so etwas nicht nur geduldet wird, sondern normal ist, darf keine Ämter und Posten erhalten, mit der darf nicht koaliert werden. Und das ist echte Kritik, Herr Gauland.

Artikelbild: Paul Velasco, shutterstock.com

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