Nach ausgesetztem Kopfgeld: Attila Hildmann von HoGeSatzbau blamiert

| Aktuelles | 19. Juli 2020

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Hildmann blamiert

Die antisemitischen Märchen, das rechtsextreme Vokabular und die verschwörungsideologischen Mythen sind gut belegt und widerlegt, dazu gibt es nichts Neues zu sagen. Auch der Staatsschutz ermittelt bereits gegen den ehemaligen veganen Kochbuchautor Attila Hildmann, der sich selbst als „ultrarechts“ bezeichnet und die in Teilen bereits vom Verfassungsschutz beobachtete AfD als für ihn nicht „deutsch national“ genug (mehr dazu). Dementsprechend extremistisch sind seine Methoden: Kürzlich forderte er die Todesstrafe gegen Volker Beck, die er durchsetzen wollte, wenn er wohl die BRD gestürzt habe. Auch fantasiert er von einem Bürgerkrieg und zählt Personen auf, die er hinrichten lassen will:

Wie wir bereits berichteten, beinhaltet das auch, dass er Kopfgelder auf AktivistInnen aussetzt, die sich gegen seine Hetze und Lügen wehren und diese anprangern. Die Netz-AktivistInnen von „Hooligans gegen Satzbau“, die 2016 mit dem „Smart Hero Award“ ausgezeichnet wurden, forderten vor kurzem auf, derartige antisemitische und rechtsextreme Lügen, Volksverhetzung und Mordfantasien in seiner Telegram-Gruppe zu melden, bevor jemand wegen der Hetze des ultrarechten Vegankochs zu Schaden kommt. Attila Hildmann setzte darauf ein Kopfgeld auf sie aus:

Gestapo-Methoden: Verschwörungsideologe Hildmann setzt Kopfgeld auf HoGeSatzbau aus

Hildmann rückte mit dem Geld nicht raus

Die Folge von dieser Hetze des Verschwörungsideologen: Drohbriefe, Übergriffe, Shitstorms, Doxing. Alles, um kritische Stimmen, die seinen Plänen einer diktatorischen Machtergreifung im Weg stehen, mundtot zu machen. Gestern jubilierte der rechtsradikale Verschwörungsideologe Attila Hildmann in seinem Kanal, dass sein Kopfgeld erfolgreich gewesen sein soll: Er solle von einem gewissen „Daniel“ die Namen und Adressen von HoGeSatzbau erhalten haben.

Attila Hildmanns Leichtgläubigkeit ausgenutzt

Wie die AktivistInnen jetzt auf ihrer Seite offenbaren, war das alles ein Fake der AktivistInnen selbst. Sie schreiben: „Wir entwickelten Profile zweier vermeintlicher Admins der HoGeSatzbau, die auf den Annahmen von Attila fußten. Die waren: Die Admins gehören der Antifa an, einer heißt Daniel Schmidt, das andere ist seine Freundin und man wird mir die Infos bringen, weil ich mächtig bin.“ Sie dokumentierten ihre Schritte:

Die Manipulation war eigentlich leicht auffindbar: Es handelte sich laut HoGeSatzbau um Daniel Schmidt, einen „gewaltbereiten, jungen Neonazi aus Sülbeck“, der dem „Aryan Circle Germany“ (ACG; „Arischer Zirkel Deutschland“) angehört, einer Kameradschaft deutscher Rechtsextremisten. „Fotos der beiden waren leicht verfügbar und sind ebenso leicht manipulierbar.“ Attila Hildmann glaubte den Fake sofort. HoGeSatzbau erklären auch, warum: „Denn genau so funktionieren Fehlinformationen im Netz: Menschen suchen sich ihre Infos so, dass sie zu ihrem bisherigen Wissen passen und hinterfragen Informationen und Quellen nicht mehr, wenn diese ihre Sichtweise bestätigen. Das ist das, was zählt. Mehr noch als jeder belegbare Fakt.“

Für den „Leak“ erfanden sie eine „Informantin“, die gerne das versprochene Kopfgeld bekommen hätte – um es an EXIT Deutschland zu spenden. Eine Organisation, die Rechtsextremisten beim Ausstieg aus der Szene hilft. HoGeSatzbau schreiben: „Aber Attila ist offenbar pleite. Er wedelt mit Geld rum, welches er nicht mehr besitzt. Und so sprang er weder auf eine Email noch auf WhatsApp Nachrichten oder Telegram Kommentare an.“ Danach ließen sie ihm die Daten anders zukommen: Und er glaubte es sofort.

Hildmann bloßgestellt

HoGeSatzbau schreiben zum Abschluss der Aktion:

„Lieber Attila, es ist nicht so schwierig. Klar ist es angenehmer, sich seine eigenen Annahmen bestätigen zu lassen, als kritisch zu hinterfragen. Im Zeitalter von Algorithmen und Echokammern ist das aber wichtig, um nicht verarscht zu werden und für fremde Zwecke benutzt zu werden. So wie Euch Attila benutzt, um seine Produkte loszuwerden. Zählt doch einfach mal, wie viele Werbebeiträge er bringt, hinterfragt, was er schreibt, prüft seine Quellen, hört anderen Meinungen zu und bildet dann eure eigene Meinung!

Wenn Attila sagt, wir hätten keine Argumente, dann lügt er: LeFloid hat ihm ein Gespräch angeboten, wir haben ihn eingeladen. Aber er reagiert noch nicht mal. Er hat Angst vor jedem sachlichen Gespräch und davor, von seinem Thron geschmissen zu werden. Wollt ihr wirklich einem solchen Schwächling hinterherlaufen?“

Attila Hildmann scheint alles ungefragt zu glauben, was in sein Weltbild passt, er möchte seine politischen Gegner vor ein „Militärgericht“ stellen und hinrichten, er bezeichnet sich als „ultrarechts“ und verbreitet antisemitische Märchen. Währenddessen prahlt er verzweifelt mit allem Möglichen, das meiste davon zweifelhaft. Er verbreitet Lügen über seine Kritiker*innen und weicht jeder sachlichen Diskussion aus. Auch auf unsere Argumente hat er nicht reagiert:

Wir haben die Antwort von Verschwörungsideologe Attila Hildmann auf Rezo zerlegt

Dieser Vorfall sollte zeigen, wie unseriös der Verschwörungsideologe mit Informationen im Netz umgeht. Und wie gefährlich er ist. Wie lange wollen die Behörden noch zuschauen? Bis etwas passiert?

Zum Thema:

Teile diese Anleitung, um zu verbreiten, wie man Aluhüte wie Hildmann & Co anzeigt

Artikelbild: dpa-Zentralbild/dpa, Screenshot telegram.com



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