Reichelt ist weg – Das System Axel Springer bleibt & die deutsche Presse schweigt

| Schwer verpetzt | 20. Oktober 2021

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Über Reichelt, Axel Springer und die schweigende deutsche Presse

Liebe Leser:innen, wer uns schon länger kennt, weiß, dass wir bei Volksverpetzer den Lügen und Verschwörungsmythen von Rechtsextremist:innen widersprechen, Kontexte liefern, recherchieren. Das ist unsere zentrale Aufgabe. Dabei haben wir teilweise ausführlich das Netzwerk der „alternativen“ Medien analysiert, die Gegenöffentlichkeit in den Facebook-Gruppen und auf Telegram, wo Hass und Hetze Alltag sind, woraus die AfD ihre talking points und Anhängerschaft speist. Worüber wir viel zu selten sprechen, eben weil es für viele nicht so offensichtlich ist und man in kurzen Artikeln nicht so tief in die Materie gehen kann: Dass auch die „etablierten“, die „Mainstreammedien“ ein strukturelles Problem haben. Nämlich Axel Springer.

Und dass sich auch dort (oft) ähnliche Fake News und Verschwörungsnarrative finden lassen wie auf Telegram und bei der AfD. Ja, bei der Axel Springer SE, einem der größten Verlage Deutschlands, ist die rechte Ideologie auch weit verbreitet. Diese rechten Lügen und Narrative sind dort auch keine Ausrutscher, sondern gehören zum System und die Ideologie geht bis hoch in die Spitze. Und das vielleicht noch schlimmere: Die restlichen deutschen Medien schweigen darüber systematisch. Und können oder wollen nicht darüber sprechen, wie wir  erst kürzlich bei Ippen und der unterdrückten Recherche zu den Skandalen von BILD-Chef Julian Reichelt gesehen haben (Quelle).

Julian Reichelt ist ein Bauernopfer und nur eine Randfigur

In der New York Times ist kürzlich ein sehr kritischer Bericht über die BILD-Zeitung und das Fehlverhalten ihres Chefredakteurs Julian Reichelt erschienen (Quelle). Aber nicht nur das, zeitgleich sollte auch in Deutschland ein umfangreicher Investigativ-Bericht über Julian Reichelt von „Ippen Investigativ“ (früher „Buzzfeed News Deutschland“) erscheinen, der ebenfalls Details über Julian Reichelt ans Tageslicht gebracht hätte. Dieser wurde jedoch von oben verhindert (Quelle). Es geht um Vorwürfe von Machtmissbrauch, Drogenkonsum am Arbeitsplatz, geheime Zahlungen, Fehlverhalten gegenüber Frauen, toxisches Arbeitsklima und auch Mobbing. Die Details sind hier fast nebensächlich, wer mehr dazu lesen möchte, für den hatten wir das hier zusammengefasst.

Wer verstehen will, wie das alles zusammenhängt, der muss wissen, was gerade im Hintergrund passiert bei Axel Springer. Es steht auch in der New York Times, aber Axel Springer möchte zu einem globalen Medienplayer werden und besonders in den USA eine Mediengröße sein wie in Deutschland. Das sind zumindest die Pläne von Mathias Döpfner, der die Axel Springer Gruppe von Friede Springer quasi überreicht bekam (Quelle). Dazu kaufte man Politico und versuchte auch, Axios zu kaufen. Lange Geschichte, aber kurz gesagt: Das hätte Axel Springer große mediale Macht in den USA und international beschert. Der Deal mit Axios platzte unter anderem wegen undurchsichtiger Verhandlungstaktiken von Axel Springer. In den USA ist das Image des Verlags angeknackst, spätestens nach der Aktion. Das ist auch der wahre Grund, warum Julian Reichelt gehen musste, so liest man das zumindest in der US-amerikanischen Presse.

BILD-Dolchstoßlegende

Reichelt musste gehen, weil spätestens nach #MeToo ein Verhalten, wie das, welches Reichelt angelastet wird, schlecht auf die internationale Marke Axel Springer ausstrahlte. Natürlich ist die Tagesaufgabe von Julian Reichelt das Lügen, Täuschen, Verdrehen und Hetzen gewesen. Der Tankstellenmörder von Idar-Oberstein folgte wohl nicht umsonst Reichelt neben einschlägigen rechten Hetzer:innen. Nicht umsonst produzierte BILD am laufenden Band Fake News über Corona, Maßnahmen, Impfungen (und natürlich Schutzsuchende und Muslime) und war und ist entsprechend beliebt bei Rechtsextremist:innen und Querdenker:innen. BILD ist das Lieblingsmedium von Extremist:innen. Aber Reichelt wurde nicht wegen dieser Dinge freigestellt, sondern trotz ihnen, auch wenn die gleichen rechten Hetzer:innen (und andere Axel-Springer-Mitarbeitende) diese erlogenen Dolchstoßlegenden verbreiten. Mehr dazu:

So paranoid reagieren Querdenker und Nazis auf den Reichelt-Rauswurf

Döpfner verbreitet extrem rechte Narrative und Rhetorik

Nein, die rechtsradikalen Narrative, die Verschwörungserzählungen und die Verdrehungen der Wahrheit sind keine Ausnahme bei Axel Springer, sie sind das erklärte Ziel. Sie reichen bis hinauf in die Chefetage und zu Döpfner. Axel Springer Chef Döpfner lobte die Desinformationsarbeit Reichelts sogar in höchsten Tönen: „Julian Reichelt hat ‚Bild‘ journalistisch hervorragend entwickelt und mit ‚Bild Live‘ die Marke zukunftsfähig gemacht. Wir hätten den mit der Redaktion und dem Verlag eingeschlagenen Weg der kulturellen Erneuerung bei ‚Bild‘ gemeinsam mit Julian Reichelt gerne fortgesetzt.“ (Quelle). Lustiger Fakt: „BILD Live“ hat übrigens einen Marktanteil von 0,1%.

Die Radikalisierung Reichelts und das regelmäßige Bedienen von Querdenken-Narrativen und Verbreiten von Fake News haben wir, ebenso wie einige andere Medien wie Übermedien oder der BILDBlog fast täglich dokumentiert. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass BILD und Reichelt in ihrer Rhetorik und Lügen nicht von extremistischen Querdenker:innen zu unterscheiden sind. Das ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem. Axel Springer Chef denkt auch sehr ähnlich, wie man es täglich bei AfD und Querdenken liest: „Er [Reichelt] ist halt wirklich der letzte und einzige Journalist in Deutschland der noch mutig gegen den neuen DDR Obrigkeitsstaat aufbegehrt. Fast alle anderen sind zu Propaganda Assistenten geworden.“ (Quelle)

„DDR-Obrigkeitsstaat“, Reichelt als „mutiger Journalist“ gegen (linke) totalitäre Mehrheiten? Zwischen Döpfner-Rhetorik und der rechtsextremen AfD passt rhetorisch kein Blatt. Springer bestätigte die Echtheit des Zitats, erklärte aber, dass der Kontext fehle und Döpfner nicht wirklich denke, dass die BRD mit der DDR zu vergleichen sei. Der Kontext macht das Zitat allerdings eher schlimmer und es ist fraglich, wie man solche Aussagen denn nicht-extremistisch werten könne. Und im Kontext der restlichen Aussagen Döpfners ist klar: Auch das ist kein Einzelfall.

Döpfner gab nach dem Anschlag in Halle Merkel, Muslimen und Schutzsuchenden die Schuld

Die Weltanschauung von Döpfner war auch schon zuvor schwer zu unterscheiden von der Rhetorik der Rechtsextremist:innen der AfD. 2017 sprach Döpfner auch von der „gebührenfinanzierten Staatspresse“ bei Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen (mehr dazu). 2017 verbreitete Döpfner die Lüge von einem „Bockwurstverbot“ in Schwimmbädern wegen der Muslime (mehr dazu). 2019 behauptete Döpfner in einem WELT-Kommentar, „die Medien“ würden mehrheitlich (im Kontext von Einwanderung, wer hätte es gedacht?) nicht die Realität abbilden, sondern verschweigen und verharmlosen (mehr dazu). Es erinnert sehr an das DDR-Zitat. Bemerkenswert dabei, wenn ausgerechnet der Chef einer der größten deutschen Verlage und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) codiert von „Lügenpresse“-Narrativen spricht. Wer soll denn hinter „den Medien“ stecken, wenn nicht er? Die Opferhaltungsrhetorik lässt sich nicht davon beirren, wenn man an der Spitze des Systems steht, das man gerade kritisiert.

Der gleiche Artikel war es auch, in welchem Döpfner offenbar ohne Kontrolle einen Hass-Rant à la AfD ablieferte, in dem er gehirnakrobatisch direkt nach einem antisemitischen, rechtsextremen Terroranschlag in Halle der Bundeskanzlerin Angela Merkel, „political correctness“, Muslimen und Schutzsuchenden die Schuld in die Schuhe schob. Unter viel Applaus der rechtsextremen Szene verbreitete er darin Lügen, Falschdarstellungen und Whataboutismen und schaffte es regelrecht, die Motivation des Halle-Terroristen zu entschuldigen und als Selbstverteidigung zu framen. Ich habe mich seinerzeit schon gehörig aufgeregt:

Wahnsinn! Springer-Chef Döpfner verbreitet Lügen & gibt Merkel Schuld an Halle-Terror!

Schere im Kopf?

Auch 2018 lobte Döpfner die rechtspopulistische ÖVP-FPÖ-Koalition – und verbreitete Lügen über das Leistungsschutzrecht (mehr dazu). Döpfner selbst behauptet ganz im AfD-Trump-Style in einem aktuellen Video plötzlich, dass hinter der Recherche über Reichelt eine Verschwörung stecke. Diese Argumentation ist ebenso paranoid wie falsch.

Unsere Kolleg:innen von Übermedien dokumentieren und kritisieren Döpfners Haltung und Aussagen seit Jahren akribisch. Damit sind sie aber ziemlich allein auf weiter Flur. Klar, wenn die größten Medien und Zeitungen Döpfner selbst gehören und er mit den Chefs der wenigen anderen ein gutes Verhältnis hat und sie auch als BDZV-Präsident vertritt, darf man entweder keine Kritik üben (siehe jetzt Ippen) oder es kommt die „Schere im Kopf“ bei der Selbstzensur zum Tragen.

Die Machenschaften und die Ideologie des Axel Springer Verlags werden in deutschen Medien nicht öffentlich und laut kritisiert. Nur wenn alle paar Monate ein rechtsextremer Mord passiert, wundert man sich, wie so etwas geschehen konnte? Es gibt keine Auseinandersetzung mit einem Mann, der offenbar derart radikale Einstellungen hat und den täglichen Medienkonsum von so vielen Deutschen mit Fake News und rechten Narrativen beeinflusst. Woher kommt der Hass und der Glaube an derart falsche Narrative? Man kann es sich denken.

Nur wenige (vor allem) Männer entscheiden, was in deutschen Zeitungen steht

Die deutsche Presselandschaft ist größtenteils in der Hand weniger großer Verlage. Die Top 10 Verlage haben über 57% der Auflage des Tageszeitungmarktes, die Verlagsgruppe Stuttgarter Zeitung (11,5%) und Axel Springer SE (10,7%) belegen die Spitzenplätze (Quelle), Springer ist erst kürzlich vom lange gehaltenen ersten Platz gefallen. Ihr Anteil war 2020 erstmals leicht rückläufig, das geht vor allem auf das Konto des Verkaufs von DuMont-Titeln. Bei den Zeitschriften ist es ähnlich: 2012 konzentrierten sich 63,6% des Marktes auf die fünf größten Zeitschriftenverlage, auch der Axel Springer Verlag ist hier wieder an der Spitze (Quelle).

Bei den Kaufzeitungen machen die 5 größten Verlagsgruppen 2018 gar 99,6% aus (Quelle). Die allgemeinen Entwicklungen im Medienmarkt führen zu Rückgängen bei den meisten Verlagen, besonders aber bei den Springer-Medien WELT und BILD. Viele kleinere Zeitungen, vor allem lokale Presse, werden aufgekauft oder geben auf (Quelle). Die Werbeeinnahmen aller großen Printmedien sind seit Jahren fast immer rückläufig. Das führt mittelfristig dazu, dass die deutsche Medienlandschaft unter die Kontrolle immer weniger Verlage gerät. Und dass das auch indirekten oder direkten Einfluss darauf hat, was letzten Endes in der Zeitung steht oder stehen darf, haben wir erst kürzlich im Fall Ippen und der unterdrückten Recherche der Skandale von BILD-Chef Reichelt gesehen (Quelle). Das ist natürlich eher ein Ausnahmefall, aber systemisch gibt es für sowas auch Gründe. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man in der Branche im Zweifel zusammen hält.

Das wird man doch wohl noch sagen dürfen! Also, Springer kritisieren

Längst sind Medien wie WELT und BILD zu den Sprachrohren derjenigen geworden, die der extremistischen Querdenken-Bewegung angehören oder die rechtsextreme AfD wählen – selbst wenn man (nach außen) zum Glück Höcke und die AfD (noch) auf Abstand hält. Die gefährlichsten rechten Fakes kamen aber immer noch von dort. Allein die Liste der Fakes und Lügen, die Volksverpetzer aus diesem Verlag in letzter Zeit behandelt hat, ist extrem lang. Hier nur ein paar Beispiele.

Der „80 %-Corona-Tote“-Fake: Häussler distanziert sich von „falscher“ WELT-Schlagzeile

WELT will Klimawandel verharmlosen & nutzt dafür Studien, die das Gegenteil belegen

Für seriöse Medien wäre #DIVIGate eine Katastrophe, für WELT war es ein voller Erfolg

Mit diesen billigen Tricks „rechnet“ sich BILD die Preise teurer

Patienten mit Migrationshintergrund unbelegt: BILD streut erneut FAKE NEWS

BILD-Chef Reichelt täuscht wieder über Corona, Grippe & RKI-Chef Wieler

BILD wirft NDR-Magazin unkritischen Journalismus vor – und verdreht Tatsachen

Eine systematische Medienkritik am System Axel Springer liest man außer bei uns oder Medien wie BILDBlog, Übermedien und einzelnen (nennen wir sie „mutigen“) Journalist:innen selten. Faktenchecker:innen behandeln vor allem „alternative“ Medien – auch wenn diese oft das gleiche sagen, wie Axel Springer Medien oder gar von diesen abschreiben. Es ist wirklich ironisch, dass so viele der rechten Narrative von „gleichgeschalteten Medien“, die Dinge „verschweigen“, von Meinungen, „die man nicht sagen darf“ nicht nur falsch sind, sondern dass … tatsächlich sogar eher noch das Gegenteil wahr ist. Ich kann hier nicht zu sehr in die Tiefe gehen aber an dieser Stelle sei Noam Chomskys „Propagandamodell“ erwähnt. Also hier gibt es natürlich keine große Verschwörung, wo alle Verleger:innen sich absprechen und in die täglichen Redaktionen eingreifen, aber Mechanismen die dazu führen.

Reichelts Rücktritt ändert wenig an der mangelnden Konfliktfähigkeit deutscher Medien

Und so kommt es, dass Reichelts Rücktritt nicht wegen, sondern trotz seiner offenbar extremistischen Einstellungen und derer seines Chefs geschehen ist – und zwar nicht wegen sondern trotz deutscher Medien. Natürlich waren es letztlich die Leistungen deutscher Journalist:innen. Aber die Intervention von Ippen zeigt, dass es um die Pressefreiheit viel schlechter bestellt ist als gedacht.

„So wird Vertrauen zerstört und die Redaktion beschädigt“, kritisiert der deutsche Journalisten-Verband.

Dieser Angriff auf die Pressefreiheit kommt ironischerweise aus der Richtung, die immer von „Cancel Culture“ und – wie war das?-  „DDR-Obrigkeitsstaat“ und „Propaganda Assistenten“, „gebührenfinanzierte Staatspresse“ und „Political Correctness“ sprechen. Es ist wie so oft bei Rechtsextremismus: Reine Projektion. In deutschen Medien herrscht Schweigen. Und zwar nicht über Schutzsuchende oder Linke, was genau jene Medien täglich widerlegen, indem sie eben nicht darüber schweigen (und meistens lügen). Sondern Schweigen über die anderen. Die großen Verlage schreiben nicht mehr übereinander. Die vierte Gewalt kontrolliert sich nicht mehr selbst.

Das System Axel Springer dominiert die deutsche Medienlandschaft

An dieser Stelle zitiere ich am besten den Journalisten Georg Dietz direkt: „Die Schwäche des deutschen Medienjournalismus, das hat das Statement von Ippen gezeigt, reicht dabei weit zurück an den Anfang der Medienkrise, als die Berichterstattung übereinander so gut wie eingestellt wurde – die Krise sollte verschwinden, indem sie verschwiegen wird. Das hatte zur Folge, dass viele Medien die eigene Rolle überschätzten und gleichzeitig in ziemlicher Innensicht verharrten, immer stärker angetrieben von der Ablehnung der digitalen Sphäre, die die Gelegenheit bot, dem eingeübten Vermeidungsdiskurs etwas entgegenzusetzen.

Und so hängt die Affäre Reichelt auch zusammen mit der mangelnden Konfliktfähigkeit deutscher Medien – und daran ändert so ein Rücktritt recht wenig. Es bleiben die Worte etwa von Matthias Döpfner über Reichelt als letzte Bastion gegen die DDRisierung dieses Landes, eine irrationale Entgrenzung, die sich einfügt in die Red-Scare-Rhetorik des CDU-Wahlkampfes und den JU-Kongress. Insofern ist dieser Tag vor allem ein Zwischenschritt: Ein System, das in Angst vor der eigenen Schwäche lebt, und eine konservative Presse, die genauso haltlos und ratlos agiert wie die konservativen Parteien, nicht weniger gefährlich, in der Suche nach Sinn und Macht.“

Die größte Bedrohung für die deutsche Demokratie?

Ippen-Digitalchefredakteur Markus Knall hat inzwischen um Entschuldigung gebeten (Quelle), der SPIEGEL hat inzwischen Teile der verhinderten Original-Recherche veröffentlicht (Quelle). Aber der Vorfall ist längst nicht aufgeklärt. Im Gegenteil, er hat uns kurz ein Fenster geöffnet, um über ein grundlegendes Problem zu sprechen: Dass einer der größten Verlage Deutschlands mit Wirkmacht auf das deutsche Medienoligopol systematisch mit falschen Narrativen, Fake News und Verschwörungsmythen unsere gesamte Demokratie untergräbt. Es ist das zentrale Problem, wieso es unseren Blog überhaupt gibt.

Die Narrative, die Lügen und Verschwörungserzählungen, die Menschen dazu bringen, AfD zu wählen – oder Walter Lübcke umzubringen, in Halle oder Hanau zu morden – müssen mit Absicht, Druck und viel Geld verbreitet werden. Denn sie sind nicht wahr. Und klar, die AfD und ihre „alternativen Medien“ sind dabei Hauptverantwortliche. Es ist aber allen klar, dass der Axel Springer Verlag wenn nicht die gleichen, dann sehr ähnliche Narrative und Verschwörungsmythen verkauft. Im Gegensatz zur AfD gibt es hier aber nicht regelmäßig einen Aufschrei. Wir und ein paar wenige andere sind irgendwie die einzigen, die das immer wieder ansprechen.

Das System Axel Springer liegt am Kern der Probleme, die wir mit rechtem Terror, mit demokratiezersetzenden Parteien, mit dem Hass im Netz, mit Verschwörungsmythen haben. Doch nur wenige in Deutschland trauen sich, das anzusprechen. Das wird sich durch die Freistellung von Julian Reichelt nicht ändern.

Zum Thema:

Wie die WELT versehentlich Volksverpetzer an die Spitze der Twitter-Trends katapultierte

Artikelbild: Michael Kappeler/dpa; Bernd von Jutrczenka/dpa

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