Rassistische Heuchler: AfD-Fans bejubeln, dass Kölner Bürgermeisterin begrapscht wurde

| Social Media | 7. Juli 2020

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Ekelhafte Reaktionen!

Wie die Recherchegruppe DieInsider dokumentiert, löste ein Vorfall um die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes viel Häme und Jubel in rechtsextremen Gruppen aus. In einer Gruppe mit dem Namen “Freunde und Verbündete der AfD” und auf Seiten der AfD und auch von AfD-Politikern wurde ein sexueller Übergriff auf die Kölner Bürgermeisterin ebenso hämisch wie rassistisch und heuchlerisch bejubelt. Die Rassisten, die seit Jahren die sexuellen Übergriffe der Kölner Silvesternacht für rassistische Propaganda ausschlachten, finden diesen sexuellen Übergriff auf die Kölner Bürgermeisterin stattdessen völlig in Ordnung. Und wünschen ihr noch weitere Übergriffe.

Hier alle Screenshots:

Die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes wird begrapscht. Die "Freunde und Verbündete der AfD" und von Johannes…

Gepostet von DieInsider am Dienstag, 7. Juli 2020

Rassistische Heuchler

Die Politiker*innen, Seiten und Anhänger*innen der AfD sind derartig hasszerfressen und ideologisch verblendet – während sie täglich Empörung über (oft von rechts erfundene) sexuelle Übergriffe heucheln, solange sie glauben, sie seien von “Ausländern” (und diejenigen, die sie dafür halten) begangen, so haben sie kein Problem damit, diese zu bejubeln, wenn es die “Richtigen” trifft. Nicht, dass es eine Rolle spielt, aber zwischen 2015 und 2017 war Scho-Antwerpes Mitglied des Bundestages in Berlin (Quelle).

AfDler wünschen mir jahrelang Vergewaltigungen – und heucheln jetzt Schweigeminuten und Trauermärsche

Doch den Hass-Gruppen ist die rassistische Heuchelei völlig egal: Wie jede Frau bestätigen kann und auch alle Volksverpetzer-Autor*innen, sind es genau jene Rassisten, die ihnen ständig Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe an den Hals wünschen. In den Screenshots liest man neben Jubel und Schadenfreude auch ständig den Wunsch, dass die Kölner Bürgermeisterin weitere sexuelle Übergriffe erleben sollte. Sexuelle Übergriffe, die von genau jener AfD dann heuchlerisch ausgeschlachtet werden, wenn die Täter die “richtige” Hautfarbe haben.

Der ganz normale, tägliche Hass in den AfD-Gruppen

Todeswünsche, Vergewaltigungswünsche, Fäkalsprache und Beleidigungen sind in den AfD-Gruppen- und Seiten Alltag, wie DieInsider täglich dokumentieren. Genauso hasserfüllt reagierten sie auch bei Greta Thunberg (Quelle), Cem Özdemir (Quelle), Angela Merkel, Friedrich Merz (Quelle) oder Jutta Ditfurth (Quelle), als diese mit Corona infiziert wurden oder im Verdacht standen. Hier einige Beispiele – es wird schamlos über Tote gejubelt und Todeswünsche formuliert und sie machen auch vor Kindern nicht Halt:

Feiern Morddrohungen gegen Drosten:

Irre: Rechte & Corona-Leugner feiern Morddrohungen an Drosten & Lauterbach

Hass gegen Merkel:

So irre reagieren AfD-Fans auf Covid-19: Todeswünsche & Verschwörungsmythen

Mehr Todeswünsche gegen Merkel:

Todeswünsche: Nur ein Bild von Merkel reicht & AfD-Fans rasten aus

Jubel über getötete Schutzsuchende:

Widerlich! AfD-Fans bejubeln getöteten Syrer an der Grenze in Griechenland

Jubel über Angriffe auf Presse:

So hasserfüllt bejubeln AfD-Fans den Angriff auf das Team der heute show

Schadenfreude über den Anschlag aus Hanau:

Widerlich! So schadenfroh & relativierend reagieren AfD & Co auf Hanau

Gewaltwünsche gegen ein Kind:

Gewaltwünsche: So widerlich hetzen AfD-Anhänger gegen 14-jährigen!

In den Hassgruppen ist das völlig normal und wird nicht als falsch angesehen. In vielen Gruppen sind auch AfD-Politiker*innen, die zu den Zuständen schweigen oder einfach direkt mithetzen:

Merkel in Quarantäne: So hasszerfressen reagieren AfD-Abgeordnete

Diese Hass-Gruppen sind gefährlich: sie werden zu Brutkammern für Hass, Verschwörungsmythen, Fake News und rechtsextreme Weltbilder. Über Jahre isoliert in rassistischen Echokammern radikalisieren sich die Anhänger*innen (und wohl auch Politiker*innen) der AfD immer weiter. Ernst zu nehmende Kritik steckt hier keine drin, nur Hass auf Andersdenkende. Kein Wunder, dass rechte Gewalt laut Verfassungsschutz immer weiter zunimmt (Quelle), ebenso wie rechtsextreme Terroranschläge. Die Oberbürgermeisterin Kölns, Henriette Reker überlebte hingegen nur knapp ein rechtsextremes Attentat (Quelle).

Der Mörder von Walter Lübcke machte Wahlkampf für die AfD und gestand eine Spende an die Partei. In den Gruppen trainieren die AfD-Fans sich an, nur beim Anblick der Feindbilder wie der Kölner Bürgermeisterin Hass zu entwickeln und ihr sexuelle Übergriffe zu wünschen. Es ist eine brodelnde Bedrohung für unsere Demokratie.

Artikelbild: Screenshots DieInsider

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