Polizeibekannter Flüchtling prügelt deutschen Rollstuhlfahrer ins Krankenhaus!!

Kolumne Schwer verpetzt

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Oder: Die heuchelei der afD, Take 456

Nein, kein „Flüchtling“ hat einen deutschen Rollstuhlfahrer beleidigt und geschlagen. Sondern ein polizeibekannter Rechtsextremist hat in Chemnitz einen behinderten Mann aus dem Rollstuhl gestoßen, beleidigt und geschlagen. Das 31-jährige Opfer stammt aus Libyen, der Täter soll ihn als „Scheiß-Araber“ beschimpft haben. Das Opfer sei wegen einer Schussverletzung aus dem libyschen Bürgerkrieg von der Hüfte an gelähmt (Quelle). Die AfD? Die hat den Vorfall natürlich mit keinem Wort erwähnt. In keinen Kommentarspalten empören sich Rassisten über die steigende Kriminalität (Was übrigens falsch ist, Deutschland ist so sicher wie seit 1992 nicht mehr, mehr dazu).

So viel zu den Fakten. Ich hätte dem Vorfall nicht einen extra Artikel gewidmet, wenn ich nicht gesehen hätte, dass in ein paar rechtsextremen Foren der Tathergang angezweifelt worden ist, weil „wenn das wahr wäre, würde es doch in der linksgrünen Presse einschlagen. Ich habe sogar ber Stasi-Kahanes Belltower News geschaut und beim Volksverpetzer, nichts. [sic]“ Also Grüße an den kleinen Rechtsextremen. Hier, jetzt steht es in der „linksgrünen Presse“.

Rechtsextreme Angriffe wie dieser sind alles andere als Einzelfälle. 2018 gab es fast 2000 Straftaten gegen Schutzsuchende und Asylunterkünfte, täglich wurde ein Schutzsuchender verletzt. So eine Meldung könnte ich jeden Tag bringen. Mache ich aber nicht. Besonders pervers ist an dieser Tat, dass ein Rollstuhlfahrer angegriffen wird. Sehr „patriotisch“, sein Land gegen diese gefährlichen gelähmten Flüchtlinge zu „verteidigen“. Mitschuld an diesen Angriffen trägt natürlich die AfD und Alice Weidel. Eben genau weil sie diese Tat verschweigt, aber es tagelang ausgeschlachtet hätte, wenn es anders herum gewesen wäre. Meint ihr, diese Überschrift wäre nicht in allen Schlagzeilen gewesen?



Die rassistische Heuchelei der afd

Die AfD ist in großen Teilen rechtsextrem und rassistisch ist sie ohnehin, daran gibt es nichts zu debattieren. Sie sind die geistigen Brandstifter hinter solchen feigen, rassistischen Attacken wie in Chemnitz gegen den Rollstuhlfahrer. Eben weil ihr wetten könnt, dass Alice Weidel Empörung geheuchelt hätte, wenn es anders herum gewesen wäre. Aber da sie das nicht tut – und im Gegenteil den Vorfall und alle wie diese systematisch verschweigt – ist sie darüber nicht empört.

Alice Weidel und ihre rassistische AfD haben kein Problem damit, wenn Schutzsuchende von Rechtsextremisten angegriffen werden. Sie haben auch kein Problem damit, wenn Deutsche von Rechtsextremisten angegriffen werden. Oder sogar getötet werden wie im Fall von Walter Lübcke. Dann wird geheuchelt, der Mord sogar gefeiert und die Verachtung gegenüber dem Opfer ausgedrückt.

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Wenn ein Straftäter für eine Tat im Juni verurteilt wird, tut Weidel so, als sei der Vorfall diese Woche geschehen – Nachdem sie den Fall zuvor im Juni auch bereits instrumentalisiert hatte. So einen unpolitischen Fall kann man ja mehrmals ausschlachten, um die subjektive Wahrnehmung zu verstärken. Von den ganzen frei erfunden Fällen oder von Viersen, MünchenNotre DameMünsterBottrop und vielen anderen Fällen abgesehen, in denen die AfD einfach über die Täterherkunft gelogen hat.

So sieht geheuchelte Instrumentalisierung aus

Die AfD teilt erfundene Fälle und alte Fälle immer wieder, um ihre rassistische Fanbase empört zu halten. Und quasi jeder echte Fall wird aufgegriffen und instrumentalisiert. Wohingegen fast alle Straftaten von Deutschen – insbesondere von Rechtsextremen – verschwiegen werden. Und damit ist buchstäblich der absolute Großteil aller Straftaten gemeint. Wenn das keine manipulierende Auswahl ist, weiß ich auch nicht weiter.

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Und eine ganz wichtige Unterscheidung: Ein rechtsextremer Angriff ist politisch motiviert, wie der Angriff auf den Rollstuhlfahrer. Er wurde Opfer, eben weil er nicht weiß ist. Nicht wegen der Umstände. Ein deutscher Rollstuhlfahrer wäre nicht angegriffen worden. Das ist der Punkt. Wenn ein Deutscher Opfer eines Schutzsuchenden ist, dann ist das meistens nicht politisch motiviert. Genau wie bei den meisten Straftaten von Deutschen gegen Deutsche. Die AfD macht hier völlig falsche Vergleiche. Sie tut so, als sei Herkunft der einzige Grund für Straftaten und politisch. Das ist der Knackpunkt.

Doch Deutsche begehen auch Straftaten. Sie begehen sogar die meisten Straftaten. Und deshalb sind diese Gegenüberstellungen sinnlos. Denn die AfD möchte Herkunft politisch machen. Das heißt aber auch: Ihr sind Opfer und Straftaten völlig egal. Sie will, dass du Ausländer hasst. Sie will nicht, dass du sicher bist. Denn wenn du von einem Deutschen ermordet wirst, wird die AfD dich mit keinem Wort erwähnen. Dabei sind junge Deutsche sogar dreimal so kriminell wie anerkannte Flüchtlinge. Die Hetze der AfD wirkt jetzt umso absurder, oder?

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Die altbekannte Hetze der AfD

Und genau darum „instrumentalisiere“ ich nicht den Fall in Chemnitz. Weil Angriffe, die von politischen Brandstiftern folgen eben keine „normale“ Kriminalität sind. Weil es nicht sein kann, dass man einem Rollstuhlfahrer in diesem Land mehrfach schlägt, einfach nur weil er nicht weiß ist. Und weil Hetzer wie Frau Weidel und ihre rassistische AfD diesen Hass erst durch Falschmeldungen, Lügen, selektive Auswahl und Täuschung schüren.

Natürlich wäre der „umgekehrte Fall“ zu verurteilen. Aber es ist ja nicht so, als würde die Justiz nicht ihren Job machen. Auch wenn die AfD etwas anderes behauptet. Aber wenn die AfD die Fälle und nur die „verurteilt“, die in ihre rassistische Agenda passen, dann sind ihre die Fälle an sich völlig egal. Dann instrumentalisiert sie diese nur, um Hass zu schüren.

Hass, der sich eben in diesen Fällen wie in Chemnitz entlädt. Deswegen hört auf, die Hetze der AfD ernst zu nehmen oder sie zu zitieren. Das gilt besonders für Journalist*innen. Wir wissen doch schon vorher, wann die AfD sich äußert, wie und wieso. Wir brauchen eine klare Kante gegen diesen Hass und alle Mittel der Justiz, damit die Täter – auch die geistigen – nicht damit davon kommen.

Artikelbild: Aaron Amat, shutterstock.com

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